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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#371487
Hallo Leute,
das Thema "Starten bei tiefen Temperaturen" wird ja in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr zu Beginn der kalten Phase wieder aufgekocht und dann auch erschöpfend behandelt.
Meine Erfahrung von vor 3 Tagen möchte ich Euch trotzdem nicht vorenthalten:
Im letzten Winter habe ich mich des Problems entledigt, in dem ich meinem 406 eine 180 Ah Batterie gegönnt habe. Das hat einwandfrei funktioniert und nach spätestens 5 Umdrehungen war er an - egal welche Temperatur.
Vor drei Tagen, als ich bei -17°C los wollte, hatte die Batterie (offensichtlich durch zu viel Kurzstreckenbetrieb) nicht mehr genügend Reserve. Nach 4 Startversuchen innerhalb einer Minute gab ich auf und stieg aus. Da brannte bereits die Kabelummantelung des fingerdicken Kabels vom Pluspol der Batterie zum Rahmen. Die 20 - 30 cm hohe Flamme konnte ich glücklicherweise mit einem kleinen Feuerlöscher, den ich immer dabei habe, löschen.

Zumindest ich bin durch dieses Erlebnis zur Einsicht gekommen:

1) Einen 406 bei Temperaturen < -10°C zum Laufen zu bringen, ist ohne Wärme von außen Folter für den Motor und unmöglich, wenn die Batterie nicht in perfektem Zustand ist. Von Kollateralschäden ganz zu schweigen....
2) Zukünftig wird der Motor vorgewärmt. Bis ich eine fest installierte Lösung habe, kommt ein 3 kW Heizstrahler unter den Block und warme Luft (Fön) in den Schlauch zwischen Luftlilter und Zylinderkopf. Auch eine simple Batterievorwärmung werde ich mal probieren....
3) Die unsinnige Rahmendurchführung des Pluskabels über die Schraube hat mir schon mal Probleme bereitet und jetzt hab ich ein durchgehendes Kabel verlegt.

Das war's auch schon. Wünsche Euch allen einen allzeit unproblematischen Kaltstart.

Gruß,
Thomas
#371497
Hallo Thomas,

irgendwie hört sich das für mich bekannt an. Also ich vor zwei Jahren bei leichten Minusgraden mal wieder versucht hab, den Mog in der Halle anzuschmeißen, hörte ich irgendwann ein knistern und es fing an nach Strom zu stinken.
Letztlich war bei mir der eine Anschluß am Trennschalter (NATO-Knochen) nicht (mehr) richtig angeschraubt - Übergangswiderstand -> ∞
Der Schalter war im Eimer. Dafür startet der Mog seit dem der Neue drin ist wieder viel besser :D

War die Rahmendurchführung bei deinem noch in Ordnung?

mfG
Axel
#371511
Hallo Axel,
ich gehe davon aus, dass die Rahmendurchführung noch i.O. war, da ich sie vor 3 Jahren "restauriert" hatte. Mit 100prozentiger Sicherheit kann ich das aber nicht sagen, da auch die Isolier-Buchse bei dem Brand verschmurgelt ist.....
Bin froh, dass ich mir jetzt über die Rahmendurchführung keine Gedanken mehr machen muss.

Gruß,
Thomas
#371515
Thommy406 hat geschrieben:Hallo Leute,

1) Einen 406 bei Temperaturen < -10°C zum Laufen zu bringen, ist ohne Wärme von außen Folter für den Motor und unmöglich, wenn die Batterie nicht in perfektem Zustand ist. Von Kollateralschäden ganz zu schweigen....

Gruß,
Thomas
Frage mich nur, wie "die" das vor 30 Jahren gemacht haben...
Batterie sollte halt schon frisch gehalten werden...

Gruß :lol:
#371584
Hallo Lothar,
ich meinte "Pluskabel zur Rahmendurchführung". Das Pluskabel beim 406 ist zweigeteilt: der erste kurze Teil wird auf eine Schraube geführt, die durch den Rahmen geht (deswegen meine - etwas unglückliche - Formulierung "zum Rahmen"). Diese Schraube ist natürlich gegen den Rahmen isoliert. Auf der anderen Seite der Schraube (des Rahmens) geht dann das zweite Kabel direkt zum Anlasser.
Dieses ganze Paket (2 Kabel, Schraube mit Scheiben und Mutter, Isolierbuchse) macht immer mal wieder gerne Kontaktprobleme wenn Korrosion dabei ist.

Gruß,
Thomas
#371590
Hallo zusammen,

hallo Thomas, soweit ist die Sache nun klar.

Dennoch scheint der Kabelbrand auf einen Kurzschluß zurückzuführen zu sein.

Wenn der "Karren" nicht anspringt, orgelt man die Batterie leer, mehr nicht.

Moggälä schreibt, daß es nach Strom gestunken hat, das halte ich für ein Gerücht. Strom sieht man nicht, man hört ihn nicht, man riecht ihn nicht,
und wenn man hinlangt isser da. Weiter schreibt er, daß korrodierte Kontakte an einem Batterietrennschalter zu Problemen geführt haben.
Er untermauert seine Aussage mit einer liegende Acht, Unendlich.

Was denn nun? Wenn es gespratzelt hat, war der Kontakt schlecht, der Widerstand aber nicht unendlich.

Gruß Lothar
#371716
oberförstervs hat geschrieben:Eine Frage: hilft es beim Anspringen, wenn man mit einem Heißluftgebläse - in gebührendem Abstand zum Plastik bei der Luftansugung - reinbläst?

Gruß

Tobias
Antwort: Ja

Wenns arg zu kalt ist, steck ich den Heissluftfön hinter dem Luffi in das Ansaugrohr aus Blech, 500° drauf und bis ich eingestiegen bin reichts aus.

Rd. 3 Umdrehungen mit dem Anlasser und der OM 352 läuft.

Bedenke: der hat keine Glühkerzen und muss die Ansaugluft erst durch Kompression aufheizen.

Grüsse: Hugo
#371721
Hallo Lothar,
das halte ich für ein Gerücht.
sorry, wenn ich davon ausging, das jeder der mit Strom schon mal gebrutzelt hat, weiß was damit gemeint ist.

Wenn nur noch punktueller Kontakt vorhanden ist, geht dir der Widerstand an der Stelle gravierend in die Höhe und/weil an der Stelle extreme Temperaturen entstehen durch die hohe Strombelastung bei kleinstem Querschnitt (habe das jetzt hoffentlich richtig und verständlich geschrieben).

mfG
Axel
#371959
Moggälä hat geschrieben:Hallo Lothar,
das halte ich für ein Gerücht.
sorry, wenn ich davon ausging, das jeder der mit Strom schon mal gebrutzelt hat, weiß was damit gemeint ist.

Wenn nur noch punktueller Kontakt vorhanden ist, geht dir der Widerstand an der Stelle gravierend in die Höhe und/weil an der Stelle extreme Temperaturen entstehen durch die hohe Strombelastung bei kleinstem Querschnitt (habe das jetzt hoffentlich richtig und verständlich geschrieben).

mfG
Axel
Da kann ich Axel nur Recht geben...

Strom "riecht" man in Form von Kokel, schmelzender Isolierung und Ozon :wink:

Und jeder (der wie ich) ein paar Jahre Erfahrung als Elektriker hat wird Dir das bestätigen können :lol:



Oxidierte Kontakte sind im Bezug auf deren Widerstand völlig unberechenbar, da sie vermeintlich "guten" Kontakt herstellen und dann bei Belsatung abbrennen, vor allem bei niedrigen Spannungen und höheren Strömen. Ein schlechter Kontakt geht bei mir bei 0,1 Ohm los, ein Wert der sich mit einem billigen Baumarktmaßgerät gar nicht richtig messen läßt.
Mehr als 1 Ohm zwischen Batterie und Starter deuten schon auf einen Defekt hin!

Und was dann als vermeintlich "gut" gemessen wurde stinkt und raucht beim Startversuch. Wir sprechen hier von kurzzeitgen Strömen bis 1000A je nach Größe des Starters! :shock:

Und selbst ein ohmsch perfekter Kontakt kann nach einiger Zeit schlecht werden wenn ungeeignete Materialien kombiniert wurden die untereinander reagieren und widerum Kontaktkorrosion hervorrufen.


Gruß Michael
#371995
Hallo zusammen,

@ Axel, jetzt wirds was. Du schreibst, daß der Kontakt locker war und dadurch der Widerstand größer geworden ist. Das stimmt nicht, der Kontakt war einwandfrei.
Dann schreibst Du weiter, daß wegen dem lockeren Kontakt der Querschnitt
zu klein geworden war. Das isses.

@ Michael, wenn bei einem Anschluß durch Oxidation der Widerstand
größer wird, fließt weniger Strom, das ist dem Kabel wurscht.

Anders sieht es bei Marderschaden, Isolierung durchgescheuert, oder
gequetschtem/ geknicktem oder lockerem Kabel aus. Das ist dann aber, wie bei Axels
Problem, ungenügender Querschnitt, oder Kurzschluß, was eigentlich das gleiche ist.

Was die Größenordnung "ein Ohm" angeht, meß mal vom Schalter zum Rücklicht.

Gruß Lothar
Seilwinde HPC HY5 FW

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