Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

:sunglasses: 100 %
#574851
Hallo an alle,
ich bin seit vielen Jahren stiller Mitleser dieses Forums und war vor vielen Jahren auch mal angemeldet. Leider hatte ich mich nicht ordentlich vorgestellt und wurde etwas "angeraunzt" und war etwas abgeschreckt von diesem Forum. Sorry!

Zu meiner Person:
Ich bin Maschinenbaumeister und im Schrauben nicht unbegabt.
Ich wohne nicht weit weg von der Unimog Choryphae Helmut Schmitz in rheinischen Westerwald
Bin 65 Jahre alt und mit dem Unimog groß geworden.
- 1960 bis 1965 im Kindergartenalter auf dem Beifahrersitz U411 mit 30PS mit Vater Holz gerückt und mit 8 Tonner Anhänger abgefahren
-1965 neuen Unimog U411 mit 34PS als Kind im Werk Gaggenau abgeholt
-Auf dem U411 Autofahren gelernt
-ab 1975 auf U406 gefahren. Damals als 17 jähriger Werkzeugmacher Lehrling Achsen und Getriebe repariert.
Habe leider vieles vergessen, aber das Reparaturhandbuch befindet sich in meinem Besitz.

Nun gibt es in der Familie noch 2 Unimogs
einen U417 im Besitz meines Bruders und einer im Familienbesitz U403 BJ 1967 mit 54PS
U403 in einigermaßen guten Zustand mit gerade neu TüV und kaum Rost.
folgende Mängel hat der U403 die ich gerne nach und nach beheben möchte:
-Maschine hat über 20.000h, verbraucht etwas Öl und ist lahm (ich weiß der U54 ist grundsätzlich lahm)
- die 2 Zylinder des Heckkrafthebers sind defekt. Ersatz scheint es für dieses alte Baujahr nicht mehr zu geben, kann ich aber nachbauen
-die Synchronisation zwischen 4. und 3. Gang ist nicht mehr gut, kann ich aber mit Zwischengas und Zwischenkuppeln mit leben.
Gerne hätte ich Kontakt zu Helmut Schmitz der wohl keine 20km von mir entfernt wohnt.

Gruß an alle, in der Hoffnung mich dieses Mal ordentlich vorgestellt zu haben
von Hannes
#574855
Nun hätte ich auch gleich eine Frage:
Der OM314 des U403 hat nach den vielen Betriebsstunden wohl die beste Zeit hinter sich-
sicher könnte man den Motor überholen aber mein Vater hatte vorgesorgt:
In der Scheune liegt (hoffentlich trocken) noch ein Motor aus dem LKW 808 mit 80 oder 85 PS und nur ca. 40.000km
Ob er nicht korrodiert ist und noch läuft müßte ich prüfen.
Gerne würde ich die 80PS in den lahmen U54 mitnehmen denn den U403 gab es ja mit bis 72PS.
Was müßte man zum Umbau des OM314 vom LKW beachten bezüglich Einspritzpumpe und dem alten F Getriebe?
Schwere Arbeit braucht der Unimog nicht mehr zu tun, nur Brennholz
Gruß Hannes
#574861
Hallo Hannes
du kannst nur den Rumpfmotor vom LKW verwenden. Periferie kannst und musst du alles umschrauben.
Bei der Einspritzpumpe sind das zwei unterschiedliche Parts. Wenn ein RQV-Regler an der Pumpe ist, kannst du die belassen, ist für deine Zwecke absolut ausreichend, sofern du keine Maschinen antreiben möchtest. Die alte Pumpe kann man ebebenfalls tunen, bitte bedenke aber immer, dass dann die ABE futsch ist, was im schlimmsten Fall zum Verlust des Versicherungsschutz führen kann.
Das Getriebe weiß nicht, ob die 80PS von einem schwächlichen OM352 im U80 oder einem "wilden" OM314 im U54 kommen.
#574862
Hallo Helmut,
vielen Dank für deine schnelle Rückmeldung. Ich habe wie gesagt früher viel an Unimogs geschraubt, lange ist es her.
Was ist ein RQV Regler?
80 PS muß ich nicht unbedingt haben, aber so 65 - 70 PS wären schon nett. Wobei ich sagen muß, dass von den ehem. 54PS schon einige durch Verschleiß weg sind, er fühlt sich an wie 40-45PS.
Maschinen antreiben? Ja, Frontseilwinde und evtl. mal Heckseilwinde. Sonst nichts
Getriebe ist noch das kleine erste, BJ 67. Das werde ich bald jetzt als Rentner mal überholen.
Ich habe als 17 Jähriger mal ein Getriebe gemacht und hatte damals neben der Reparaturanleitung einen Mentor Herrn Bausch aus der Gegend von Limburg. Vielleicht kennt den jemand.
Wir hatten damals in den 70/80er auch viele Spezialwerkzeuge für Unimog die leider irgendwann verschrottet wurden.
Der blaue Unimog von Osterkamp, den du sicher kennst befindet sich im Besitz meines Bruders, wurde teilzerlegt und die Restauration leider aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen.
Gruß Hannes
#574864
Hallo Hannes, wenn der Motor schon länger liegt ist nicht gut für die ESP. Elemente können Rost haben und deshalb nicht mehr richtig funktionieren. Noch schlechter wäre ein Regler der durch die lange Zeit fest gegangen ist. Ich war zweimal dabei als ein Motor durch gehen wollte. Beim kleinen Ferrari traktor mit Turbo hatte ich den Schlüssel schon parat liegen um die Leitung an der Düse auf zu machen, die Erben wussten nicht genau warum Opa sein Traktor qualmen sollte. Den Gewinn vor Augen war den beiden Frauen nicht bewusst das man hier viel zerstören könnte. Der lief im Sekunden Bereich jenseits von Gut und Böse. Hat aber gereicht um Garage dicht zu machen und die zwei Frauen vor Angst ins Haus zu treiben :D :D :D Bei der 4 Zylinder raupe vom Kollegen war es etwas enger geworden, da sieht man erst wieviel Drehzahl und Kraft ein Diesel haben kann. Kurz um, lasse deine original ESP vom Fachmann überholen und der kann die auch korrekt auf die Leistung einstellen. Natürlich nicht unendlich, Elemente spielen da eine Hauptrolle. Wäre mehr als ärgerlich wenn der frisch zusammen gebaute Motor durch geht.
Natürlich wie Helmut schon schrieb führt eine Leistungs Steigerung zum Verlust der Betriebserlaubnis und Versicherungsschutz, falls es jemand bemerkt. Eine Änderung der Leistung kann man aber eintragen wenn es korrekt gemacht wurde und bei einer Steigerung von 54 auf 66 oder gar 72 PS sollte bei der Versicherung nicht sehr zu buche schlagen. Wenn du deswegen auf den TÜV fährst gleich schauen das der als Zugmaschine-Ackerschlepper eingetragen wird falls der das noch nicht ist.
Gruß Herbert
#574865
Hallo Herbert,
Ich möchte gerne Deinen letzten Absatz verstärken.
Eine Änderung des Motor insbesondere eine Leistungssteigerung führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Punkt.
Dort gibt es keinen Spielraum ob es jemand merkt oder nicht.
Eine Änderung muss man abnehmen und eintragen lassen. Auch da gibt es kein "kann". Aber wie Du richtig schreibst ist das bei ordentlicher Ausführung meist kein Hexenwerk.
#574866
Hallo Hannes
Beim übliche Fahrzeugregler wie beim RS, RSF oder RQ-Typ wird nur die Leerlauf bzw Enddrehzahl geregelt, dazwischen musst du mit dem Fuß selber nachregeln.
Hannes99 hat geschrieben:Was ist ein RQV Regler?
Dieser Typ ist ebenfalls ein Alldrehzahlregler wie der RSV-Typ im Unimog oder Aggregatmotoren. D.h. jede mit dem Handgas bzw Gaspedal eingestellte Drehzahl wird bei Lastwechsel gehalte bzw nachgeregelt.
Der im LKW übliche RQV-Regler arbeitet nicht so genau. Bei einem Betonmischer oder oder Ladekran ist es unerheblich ob auch bei Lastwechsel nun 100 Umdrehungen mehr oder weniger. Bei einem Aggregat (Generator z.B.) ist das schon wichtig, weil da sollen immer 50 Hz rauskommen. Dafür wurde der auch beim Unimog verwendete RSV-Regler gebaut.
Beim RQV-Regler sind dagegen die Bedienkräft gringer.
#574876
Danke für die nette Aufnahme hier im Forum und die guten Tipps!

Natürlich würde ich eine Leistungssteigerung eintragen lassen damit alles legal ist.
Aber zuerst müssen die PS mal da sein.
Bei dem Motor in der Scheune gehe ich nach dieser Zeit ganz stark von Standschäden aus.
Bevor ich den einbauen würde, was ja nicht ohne Aufwand ist, denn die Hütte muß ja ab würde ich den Motor auf eine Palette montieren und ausgiebig testen. Ich möchte keinen schlechten Motor gegen einen noch schlechteren tauschen!
Meine Vorgehensweise wäre ungefähr so: (Anregungen sind sehr willkommen)

-Einspritzdüsen demontieren und die Zylinder endoskopieren -vielleicht sehe ich dann schon das es keinen Sinn macht
- wenn O.K niedrigviskoses 5W30 in die Zylinder und vorsichtig durchdrehen
- wenn das O.K Einspritzdüsen abdrücken lassen und wieder einbauen
-Ventile einstellen
- dann Motor auf der Palette starten
Wie kann ich eine provisorische Kühlung herstellen? Manche starten den Motor kurzzeitig ohne Kühlung aber das möchte ich nicht.
-nach Probelauf Öl und Filter wechseln
- Kompression testen
-längeren Prüfstandslauf machen ob alles dicht ist (Kurbelwellendichtungen)

Was die Einspritzpumpe angeht habe einen alten Meister an der Hand mit Prüfstand. Den würde ich fragen ob es sinnvoller ist die alte aus dem Unimog zu überholen und auf höhere Leistung einzustellen (wenn möglich) oder die ESP aus dem LKW mitzunehmen

Gruß Hannes
#574879
Hallo Hannes
Hannes99 hat geschrieben:Wie kann ich eine provisorische Kühlung herstellen? Manche starten den Motor kurzzeitig ohne Kühlung aber das möchte ich nicht.
Beide Kühleranschlüsse mit einem Schlauch verbinden, einen Wasserschlauch am Rücklauf von der Heizung anschließen und am Heizungsvorlauf (oben am Wasserrohr )als Überlauf nach oben legend. Dann mit Wasser füllen und dann kannst du starten. Die Motortemparatur beobachten und mit den Wasserhahneinfach mit kaltem Wasser kühlen.
Vor in jedem Fall den Seitendeckel der Einspritzpumpe öffnen und kontrollieren, ob sich alle Elemente sauber von Null auf Vollast und zurück bewegen.
Grundsätzlich gilt bei unklaren Motoren immer eine geeignete Platte zum Verschließen der Ansaugöffnung bereithalten, wenn der Motor durchgeht einfach Luft zu. Achtung, wenn kleine Ritzen offen bleiben geht diePost weiter ab
#574881
Hallo Hannes
eigentlich alles easy going, wenn du vorhersorgfältig kontrollierst und auch auf Eventulitäten vorbereitet bist ist das alles kein riskanter Akt.
Du kannst auch alternativ einen CO2-Feuerlöscher bereithalten. Eine Platte ist aber billiger.
#574884
Helmut Schmitz hat geschrieben: 03.04.2024, 21:00 Achtung, wenn kleine Ritzen offen bleiben geht diePost weiter ab
Hallo Helmut, sehr schön beschrieben :spitze
Kannte einen Bauern, bei dem seinem 125 PS Schlepper ging die ab, so heftig das der Sohn raus aus der Kabine und schnell weit weg rannte . Irgendwann war dann Totenstille :lol:

Gruß Herbert
#574915
Hallo,
ich bin in der Sache schon einen Schritt weiter. Die Frage der Einspritzpumpe und Regler kriege ich gelöst denn ich kenne hier im Westerwald einen absoluten Spezialisten für Bosch Einspritzpumpemn der sich beide ESP, die des U54 und die aus dem LKW ansehen wird. Er hat mir alles bestätigt was Helmut geschriebenhat, auch die Gefahr des "durchgehens"
Dieser Mann ist allerdings eher auf Deutz Motoren spezialisiert.
Zuerst wird es bei dem Motor aus der Scheune darum gehen wie der Innere Zustand (Kompression und Korrosion) ist und ob sich nach der langen Standzeit ein Umbau noch lohnt. Das werde ich nach der Betrachtung mit dem Endoskop abschätzen können.
Sollte das Ergebnis negativ sein, werde ich wohl keinen der beiden OM314 überholen sondern eher zu einem OM352 greifen.
Wir hatten früher einen U406 mit OM352 der mir wesentlich besser gefiel als die "Rüttelplatte OM314"
Ich denke aber auch das das alte F-Getriebe höchstens die 70PS die es im U406 auch mal gab aushält. Schwer arbeiten wie früher braucht der Unimog bei mir aber nicht mehr

Gruß Hannes

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