Announcement: Herzlich willkommen in der Unimog-Community

  • Announcement: Herzlich willkommen in der Unimog-Community

    Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln – vom U 2010 über den U 411/U 421 über den U 404 und U 406 bis zu den aktuelle Mogs wie U 5000.

    Du möchtest einen Unimog kaufen? Dann suche deinen Unimog oder ein passendes Ersatzteil in unserem Kleinanzeigenmarkt für gebrauchte Unimog, Original-Ersatzteile oder Zubehör. Infos zu Anbaugeräte wie Kran, Frontlader oder Schneepflug gibt es in unseren diversen Foren. Fans von Expeditionsfahrzeugen oder Bundeswehrausführung haben ihre eigene Foren – genauso die Fans und Mitglieder des Unimog-Clubs und des Museums.

    Du suchst einen Unimog-Händler, eine Unimog-Generalvertretung oder einfach nur eine Service-Station? In unsere Händlerübersicht wirst Du bestimmt fündig.

    Viel Spaß auf unserer 4×4-Plattform wünschen Andre & Thilo

    Unsere Premium-Partner

    Buch&Bild – Literatur und Accessoires für Ihre Unimog & MBtrac
    Unimog-Museum – den Unimog-Mythos live erleben
    Unimog-Club Gaggenau – offizieller Mercedes-Benz Markenclub

  • Mit Unimog 2010 insgesamt 12.000 Kilometer durch den Kongo

    Walter Ahr mit seinem Unimog 2010

    1950 war Walter Ahr (1928 – 1996) einer der sechs Mitarbeiter aus dem Daimler-Benz Werk Gaggenau, die bei Boehringer in Göppingen in die Montage des Unimog eingearbeitet wurden. Bereits drei Jahre später fuhr er in einem Konvoi mit mehreren Mercedes-Fahrzeugen 12.000 Kilometer über Stock und Stein durch Belgisch Kongo. Über diese abenteuerliche Fahrt berichtete er im Folgejahr im Heft 3 des Unimog-Ratgebers.

    Die ersten Ausgaben der Kundenzeitschrift UNIMOG-Ratgeber sind heute sehr selten. Daher wurde ein Buch mit den ersten zehn Ausgaben – erschienen 1953 bis 1956 – aufgelegt. Zum Sonderpreis von 10 Euro ist es im Unimog-Museum oder über www.buchundbild.de erhältlich (Suchbegriff: Ratgeber).

    Einige der Mercedes-Fahrzeuge, die 12.000 Kilometer durch den Kongo fuhren – Slg. Wessel

  • Michael Dennig baut Unimog 1300 L zu Reisemobilen um

    Michael Dennig stellte beim Weltenbummlertreffen 2020 am Unimog-Museum sein Unimog-Unikat – umrahmt von Kundenfahrzeugen – vor. Foto: Wessel.

    „Seit Corona ist die Nachfrage explodiert“

    Zwei Fahrzeuge pro Jahr – lange Warteliste

    Sein Hobby zum Beruf gemacht hat Michael Dennig (Jahrgang 1966) aus Gaggenau, der seit 2003 mit seiner Frau Tine zunächst Europa und ab 2010 Nordafrika intensiv bereist. War es anfangs noch ein Landrover mit sehr beengten Platzverhältnissen, so wurde es 2012 ein Unimog 1300 L, der zwei Jahre zuvor von der Bundeswehr gekauft und mit großem zeitlichem Aufwand zu einem Reisemobil selbst umgebaut wurde. Ab 2012 boten Tine und Michael Dennig dann im angemeldeten Nebenerwerb geführte Touren durch Marokko an. Und siehe da, einige Teilnehmer wollten auch so einen optimal ausgestatteten Unimog.

    Und dann kam 2013 für Michael Dennig – wie derzeit auch – vom Arbeitgeber, der Daimler AG, für viele Mitarbeiter das Angebot, gegen eine Abfindung auszuscheiden. Michael Dennig entschloss sich nach mehreren schlaflosen Nächten, das Angebot anzunehmen und sich mit geführten Reisen durch Nordafrika und den Umbau von Unimog 1300 L zu Reisemobilen selbständig zu machen. Technische Voraussetzungen dafür brachte er reichlich mit, denn nach einem Studium der Kraftfahrzeugtechnik an der Universität Stuttgart, Praktikum und zehn Jahren Berufserfahrung als Versuchsingenieur im Lkw-Bereich in Gaggenau und Wörth sowie zwei Jahren in der Serienbetreuung für Schwere Getriebe in Gaggenau war er gut gerüstet. Die ersten beiden Aufträge lagen auch schon vor.

    Dann ging alles recht schnell: Ein Grundstück wurde im Industriegebiet Kuppenheim gefunden und eine Fertighalle ausgewählt, die im Folgejahr bezogen werden konnte. Heute noch ist Michael Dennig seinem früheren Arbeitgeber dankbar, dass er nicht nur das Startkapital, sondern zusätzlich eine professionelle Beratung für Existenzgründer erhielt.

    Schnell sprach sich in der Unimog-Szene herum, dass Michael Dennig Umbauten von Unimog 1300 L zu Reisemobilen anbietet. Dabei hat er sich ganz bewusst auf dieses bereits nicht mehr in der Serie befindliche Baumuster spezialisiert, da es beispielsweise von der Bundeswehr oder von Feuerwehren mit einer gepflegten Substanz und auch für den Laien noch überschaubarer Technik zu günstigen Preisen angeboten wird. Zwei Fahrzeuge werden so pro Jahr total auseinandergenommen, oberflächenbehandelt und nach Kundenwunsch in 1500 bis 3000 Arbeitsstunden individuell zusammengebaut. Lang ist dabei die Liste der möglichen Sonderausstattungen.

    „Seit Corona ist die Nachfrage explodiert! Unsere Lieferzeit beträgt derzeit fünf Jahre. Aber die meisten Interessenten schreckt das nicht ab“ stellt Dennig nicht ohne etwas Stolz fest.

    Inzwischen hat der Jungunternehmer noch ein drittes Standbein: Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung mit dem Unimog 1300 L im extremen Geländeeinsatz und unter Dauerbelastung, hat er spezielle Austauschteile selbst entwickelt und sie produzieren lassen. Sein Kommentar: „Hier ist es natürlich von großem Vorteil, dass ich selbst intensiv reise und miterlebe, worauf es unterwegs ankommt! Ich kann die Kunden aus eigener Erfahrung beraten, was unterwegs gebraucht wird und was sinnvoll ist“.

    Tine Dennig genießt 2018 die Abendsonne im Süden von Marokko. Foto: Michael Dennig

    Tine und Michael Dennig haben zum Jahreswechsel 2019 auf 2020 nach akribischer Vorbereitung ihre abwechslungsreichste Afrika-Reise mit dem Unimog erlebt. Vom 2. Dezember ging es bis zum 7. März mit dem eigenen Unimog und einem Steyr 12M18 Geländewagen eines befreundeten Ehepaars durch Marokko, Mauretanien, Mali, Guinea, den Senegal und wieder über Mauretanien zurück nach Marokko. Das waren rund 17.000 Kilometer – davon 9.000 Kilometer offroad. Spektakulär waren die Änderungen der Landschaft und hoch interessant die Lebensbedingungen der Menschen. Beeindruckt waren Tine und Michael Dennig von ihrer Lebensfreude trotz widriger Umstände. Kein Wunder also, wenn sich Michel Dennig als Wüstenfan bezeichnet und sich für ihn immer wieder die Tuarek-Weisheit bestätigt: „Wasser reinigt den Körper – die Wüste reinigt die Seele!“

    Unimog-Unikat aus Kuppenheim

    Im Laufe der Jahre hat sich Michael Dennig einen sehr guten Überblick verschafft, welche Vorzüge auch die anderen Unimog-Baumuster haben. Und so hat er sich 2017 seinen ganz besonderes Unimog-Expeditionsmobil zusammengestellt: Dieses hat das Getriebe vom Unimog 4023, den Motor und die Achsen vom Dingo, den Rahmen vom Unimog 1550 und ein hochgesetztes Militär-Fahrerhaus mit Rundluke. Natürlich war es nicht so einfach, dieses Unikat zuzulassen und so hat der Fahrzeugschein zwei Seiten.

    Übrigens: Streng genommen befindet sich das Grundstück Große Au Straße 11 auf der Gemarkung von Bischweier. Das Grundstück daneben mit der Hausnummer 9 hingegen gehört zu Kuppenheim. Eine kleine Parallele zum Unimog-Museum Gaggenau, denn das befindet sich bekanntlich an der Gemarkungsgrenze bereits auf Kuppenheimer Gebiet.

    Weitere Fotos

    Viele interessante Bilder zu den Reisen in Nordafrika finden sich auf der Startseite von www.atlas4x4.de

    Michael Wessel – Erstveröffentlichung am 5. September im Badischen Tagblatt

    Und hier geht es zu Facebook. Alles rund um den Unimog:

    https://www.facebook.com/search/top?q=alles%20rund%20um%20den%20unimog

  • Mit dem Unimog-Prototyp 2 im Abendkleid zur Hochzeit

    Unimog-Prototyp Nummer 2 kommt im Jahr 1950 von Göppingen nach Rotenfels

    Es war schon ein ganz besonderes Gefährt, das der Rotenfelser Karl Gutmann 1950 nach einem Arbeitseinsatz bei Gebrüder Boehringer in Göppingen in sein Heimatdorf mitbrachte: Der Prototyp Nummer 2 des Unimog, noch gebaut bei Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd. Mit vier weiteren Kollegen war er zuvor vom Benzwerk aus in die zwischenzeitliche Produktionsstätte der ersten 600 Unimog nach Göppingen entsandt worden, um sich dort in die Montage des Unimog einzuarbeiten. Schließlich sollte der im Laufe des Folgejahres in Gaggenau gebaut werden.

    Gutmann war von dem Fahrzeug so begeistert, dass er sich privat den Prototyp 2 kaufte. Schnell wurden er für allerlei Transportaufgaben, insbesondere für das Einbringen von Bürgerholz, eingesetzt, und so entwickelte sich ein interessanter Nebenerwerb für die Familie. Der Sohn, Karlheinz Gutmann, erinnert sich im Band 2 der „Geschichten rund um den Unimog“: „Das Geschäft entwickelt sich gut. An einem Samstag brachten wir es oft auf 20 Ster Holz, die wir im Wald aufluden und dann zu unseren Kunden transportierten. Für das Aufladen, Transportieren und Abladen verlangten wir DM 4,50. Für mich blieben meistens noch 20 Pfennig Trinkgeld hängen. Viel Geld damals.

    Der Transport beschränkte sich aber nicht auf Holz, es wurde auch gelegentlich Kies für die Häuslebauer oder Mist für die Nebenerwerbs-Landwirte auf der Pritsche oder auf dem Einachsanhänger befördert.“ Sonntags kamen Bänke auf die Pritsche und los ging es. Überall erregte das Fahrzeug Aufsehen.

    Nach dem Erwerb eines bereits in Gaggenau gebauten Unimog 2010 verkaufte Karl Gutmann Ende 1951 den Unimog-Prototypen 2 an Holzbau Hurrle. Ein Jahr zuvor hatten Vroni Hurrle und Friedrich Dinger geheiratet und führten das Geschäft.

    Der Unimog brachte einen großen Fortschritt. Mit einem Anhänger des benachbarten Anhängerbaus Lindner konnten zwölf Kubikmeter Holz auf einmal zur Baustelle gefahren werden.

    Als 1956 zum Jubiläum „50 Jahre Unimog“ der älteste seiner Art gesucht wurde, war es der von Holzbau Hurrle, denn Prototyp Nummer 1 hatte zuvor einen Totalschaden. Anfang der 1960er Jahre wurde der Prototyp Nummer 2 bei der Anschaffung eines leistungsfähigeren Unimog in Zahlung gegeben. Heute stehen im Deutschen Landwirtschaftsmuseum Stuttgart-Hohenheim der Prototyp Nummer 5 und im Unimog-Museum der Prototyp Nummer 6.

    Unimog-Prototyp Nummer 2 im Jahr 1956 auf dem Betriebsgelände von Holzbau Hurrle in Gaggenau.       Foto: Sammlung Wessel

     

    Friedrich Dinger beim Skifahren mit dem Unimog-Prototyp 2 Anfang der 1950er Jahre. Foto: privat

    Holzbau Hurrle hat wieder einen Unimog!

    Hellauf begeistert war Vroni Hurrle, als sie hörte, dass jetzt wieder ein Unimog auf dem Betriebsgelände von Holzbau Hurrle zum Einsatz kommt. Dabei erinnert sie sich, dass es auch privat ein Glücksfall war, einen Unimog zu besitzen, denn Personenwagen waren Anfang der 1950er Jahre Mangelware. Wie Karl Gutmann hatte auch ihr Mann Sitzbänke angefertigt und so wurden Ausfahrten – im Winter insbesondere zum Skifahren – gemacht. Und schmunzelnd ergänzt sie: „Wir sind mit dem Unimog auch einmal zu einer Hochzeit nach Lauf gefahren – ich mit einem Abendkleid!“

    Damals wie heute mit einem Anhänger Bauholz. Inhaber Simon Baumann mit seiner Neuerwerbung für seinen Fuhrpark bei Holzbau Hurrle, einem Unimog 1400. Foto: Wessel

    Mitte August 2020 wurde der Fuhrpark von Holzbau Hurrle im Ottenauer Pionierweg um einen Unimog 1400, Baujahr 1995, erweitert. Damit knüpft der Inhaber Simon Baumann ganz bewusst an eine besondere Tradition an, denn der allererste Unimog in Gaggenau, der Prototyp Nummer 2, lief bereits 1951 in diesem Betrieb.

    2019 waren Holzbau Hurrle und Rollandenbau Hurrle aus den beengten räumlichen Verhältnissen in der Gaggenauer Viktoriastraße in den Pionierweg nach Ottenau umgezogen. „Ein richtiger Schritt, den wir nie bereut haben!“, so Simon Baumann heute. Statt 3.500 stehen jetzt 5.500 Quadratmeter mit einer besseren Verkehrsanbindung zur Verfügung. Da sich auch hier immer wieder die Aufgabe stellte, langes Holz mit einem möglichst kurzen Zugfahrzeug zu transportieren, hatte Baumann die Idee, auch aus historischen Gründen das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. „Wenn wir wieder am Ende einen Unimog auf dem Hof hätten, wäre das cool“ dachte sich Baumann, und begab sich auf eine intensive Suche nach dem am besten geeigneten Unimog. Gefahrene Kilometer, Baujahr, Leistung, Zustand und natürlich auch der Preis waren dabei die wesentlichen Entscheidungskriterien. Letztlich empfahl ihm ein renommierter Unimog-Händler, einen gut gepflegten Unimog 1400 mit 136 PS zu nehmen und stellte ein Fahrzeug zur Probe auf den Hof. Schnell war klar, dass ein Fahrzeug in dieser Art genau das Richtige wäre.

    Aus dem früheren Bestand der Bundeswehr wurde ein Unimog mit nur 80.000 gefahrenen Kilometern in gepflegtem Zustand ausgewählt, der zuvor als Flugzeugschlepper im Einsatz war. Für sein „zweites Leben im zivilen Bereich“ erhielt der Unimog für seine besonderen Transportaufgaben unter anderem vorne und hinten ein Zugmaul und Ballast auf die verkürzte Pritsche. Und natürlich wurde das Oliv in die Firmenfarbe Weiß umlackiert.

    Damals wie heute begeistert der Unimog durch seine enorme Zugkraft. Heute zieht er bis zu  24 Tonnen. Hatte der kleine Unimog-Prototyp nur 25 PS, so sind es heut mehr als fünfmal soviel.

    Zum Größenvergleich: Ein Unimog 2010, Bj. 1952, mit den Maßen des Prototypen U 2 und der heutige Unimog 1400. Foto: Sara Wörner

     

    Michael Wessel am 29. August 2020 im Badischen Tagblatt

    Übrigens: Die Bände 1 und 2 der „Geschichten rund um den Unimog“ sind zum Sonderpreis von 10 Euro im Unimog-Museum oder über www.buchundbild.de zu haben. Der hier zitierte Band 2 ist schon einige Jahre vergriffen.

     

     

  • Die richtigen Teile finden: Ersatzteillisten und Bildkataloge für Unimog und MB-trac

     

    Unterschiede zwischen Ersatzteillisten und Ersatzteilbildkatalogen

    Für die Ermittlung der Teilenummern der Unimog hat der Unimog-Kundendienst Ersatzteillisten und Ersatzteilbildkataloge erstellt.

    Die umfangreichen Ersatzteillisten waren für den Werkstattgebrauch gedacht und enthalten sowohl die sogenannten Explosionszeichnungen mit den Strichzeichnungen der Teile sowie deren Teilenummer und Bezeichnung (meist in Deutsch, Englisch und Französisch). Hinzu kommen Hinweise insbesondere zur Gültigkeit für bestimmte Fahrgestellnummern.

    Die handlichen kleinen Bildkataloge hingegen sind für den Kunden gedacht und enthalten nur Bildtafeln mit Strichzeichnungen. Die Angabe der Bildnummer auf der Bildtafel erleichtert die Abstimmung mit dem Servicepersonal im Ersatzteillager der Vertretung.

     

    Ersatzteillisten

    Foto- und Textseite der Fahrgestell-Ersatzteilliste UNIMOG von 1951

    Bereits vor Beginn der Unimog-Montage im Werk Gaggenau der damaligen Daimler-Benz AG hatte der Kundendienst mit Stand vom März 1951 eine Fahrgestell-Ersatzteilliste mit 163 Seiten im Format DIN A 5 hoch für den Unimog 2010 vorbereitet. Dafür waren alle Teile fotografiert, auf Bildtafeln platziert und mit einer zweistelligen Bildnummer versehen worden. Über die Bildnummer gelangt man zur Teilenummer und zur deutschsprachigen Bezeichnung. Ergänzt wurde dies durch die pro Fahrzeug notwendige Stückzahl und gegebenenfalls durch Bemerkungen. Diese betreffen meist die dazu passenden Fahrgestellnummern. Spätere Ausgaben beinhalteten mit über 300 Seiten auch die Ersatzteile für den Unimog-Motor OM 636/I-U.

    Die speziellen Unimog-Teilenummern sind noch zwölfstellig. Ab der dritten Stelle erscheint die 2010. Dies war übrigens die Kostenstelle, unter der die sechs Prototypen bei Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd geführt wurden. Später erfolgte die Umstellung auf die zehnstelligen Daimler-Benz-Teilenummern. Hierzu gibt es spezielle „Umschlüsselungslisten“, um von der alten auf die neue Teilenummer (und umgekehrt) zu gelangen.

    Bereits bei den Unimog 401 und 402, die 1953 auf den Markt kamen, wurde die Ersatzteilliste in das Format DIN A 4 quer und auf Explosionszeichnungen umgestellt. Die Benennungen der Teile erfolgte zusätzlich in englischer – später auch in französischer –  Sprache. Schmunzeln muss man heute, dass diese Ersatzteilliste auch noch in der 5. Fassung von 1961 die Bezeichnung 2010 hatte, obwohl sie laut Inhaltsangabe für die Baumuster 401 und 402 gültig war.

    Während man in der Ersatzteilliste für den Unimog 411 nach dem Produktionsanlauf 1956 auf etwa mehr als 400 Seiten noch ohne Abbildungen auskommen musste, wurde man in der Ersatzteilliste für den Unimog 411 a auf über 800 Seiten informiert. Zwischenzeitlich wurden auch die französischen Bezeichnungen aufgenommen.

    Titel einer Ersatzteilliste für den Unimog 413/416 aus dem Jahr 1967

    Bis zum Jahr 1973 entstanden weitere Ersatzteillisten für die Baumuster 404, 403/406, 413/416 und 421 sowie die verschiedenen Unimog-Motoren und zur Seilwinde. Danach wurde auf Mikrofiches und online-Datenbanken umgestellt. Für den Unimog 435, 1300 L der Bundeswehr wurde 1978 dann doch noch eine eigene deutschsprachige Ersatzteilliste zusammengestellt.

    Explosionszeichnung aus einer Ersatztelliste für den Unimog 411

     

    … und eine dazugehörige Textseite

    Als 1973, also im letzten Erscheinungsjahr der Ersatzteillisten, der MB-trac 440,161 (65/70) auf den Markt kam, wurde für ihn noch eine Ersatzteilliste erstellt. Es blieb damit die einzige für den MB-trac.

     

    Ersatzteilbildkataloge

    Drei Generationen Ersatzteilbildkataloge

    Groß ist die Zahl der Bildkataloge zu Fahrgestellen, Aggregaten, Motoren und Fahrerhäusern der Unimog und MB-trac. Sie alle hier aufzuführen wäre mit unverhältnismäßig großem Aufwand verbunden.

    Beipiel einer Bildtafel zur Kupplung

    Der Kunde nennt im Bedarfsfall die Nummer des Bildkatalogs sowie die Tafel- und die Bildnummer. Die genaue Anwendung des Katalogs durch den Kunden wird in acht Sprachen als Vorbemerkung beschrieben.

    Beschaffungsquelle

    Ersatzteillisten und Bildkataloge für Unimog und MB-trac führt in großer Zahl die Buch&Bild Unimog-Museum GmbH unter www.buchundbild.de – Dort einfach links die gewünschte KATEGORIE anklicken.

    Mercedes-Benz Teileinformationssystem

    Informationen zum Mercedes-Benz Teileinformationssystem stehen im speziellen UCOM-Beitrag vom 11. Juni 2020

    Michael Wessel

    August 2020