Herzlich willkommen in der Unimog-Community

  • Unimog-Film der Woche: Unimog U 5030 by Hellgeth | The beast goes offroad

    Ein 6-Zylinder-Motor und 220 kW (299 PS) verleihen dem Unimog U 5030 beeindruckende Power. Entwickelt wurde der Mercedes-Benz Off-roader in Kooperation mit Hellgeth engineering Spezialfahrzeugbau. Mit noch mehr Leistung – für alle, die sich durch nichts aufhalten lassen wollen. Mehr Informationen finden Sie unter: https://bit.ly/2GCdTyx

  • Festakt zum Jubiläum „25 Jahre Unimog-Club Gaggenau“

    Vorsitzender Rainer Hildebrandt, Wilfried Scheidemann (Unimog Veteranen Club), Michael Wessel und Hans-Jürgen Wischhof (von links) vor dem Scheunenfund eines Unimog 2010 aus dem Jahr 1952 – Foto: Senger

    Von der weltweiten Liebe zu einem Gaggenauer

    Mit einem Festakt im Unimog-Museum feierte der Unimog-Club Gaggenausein 25-jähriges Bestehen

    Von Thomas Senger im Badischen Tagblatt vom 22. Mai 2018

    Ein Vierteljahrhundert im Rückblick: Da gibt es viel zu erzählen und zu zeigen. Mit einem Festakt im Unimog-Museum ließ der Unimog-Club Gaggenau (UCG) die ersten 25 Jahre Revue passieren.

    Gewohnt eloquent moderierte Francisco Palma Diaz den Abend in der guten Stube aller Unimog-Freunde. Und er knüpfte sogleich ein Band zu einem der Veteranen: „Die Liebe zu Unimog und zur Gaggenauer Fastnacht“ sei es, was ihn mit Roland Feix verbinde. „Unimogler“ seit 1949 ist der mittlerweile Neunzigjährige, in diesem Jahr wurde ihm der Bürgerpreis der Stadt verliehen.

    Karl-Josef Leib, Technischer Leiter im Museum, stellte die 25 Jahre in den Kontext eines normalen Menschenlebens und bilanzierte stolz: „Der Unimog ist das einzige Fahrzeug, das sein eigenes Museum hat.“

    6600 Mitglieder weltweit zählt der Unimog-Club; „Unimog ist Emotion“, sagte Vorsitzender Rainer Hildebrandt mit Blick auf diese Zahl. Die Bedeutung des Unimog werde nicht zuletzt durch die Mitgliedschaft des UCG im Mercedes-Benz-Markenclub unterstrichen. Nun feiere man Jubiläum im Museum – dies sei bemerkenswert und gut, so Hildebrand. Damit klang an, dass der neue Vorstand, seit einigen Monaten erst im Amt, dieser engen Verbindung zwischen Club und Museum hohe Bedeutung beimisst. Auch an den Gründer und jetzigen Ehrenvorsitzenden Michael Wessel richtete der Hildebrandt anerkennende Worte.

    Einblicke in die Gegenwart des Unimog-Vertriebs in Wörth gewährte Dr. Ralf Forcher; er ist seit 2015 Leiter Sales, Service and Marketing von Mercedes-Benz Special Trucks. Rund 1200 Menschen arbeiten in Wörth für den Bereich Special Truck, dem der Unimog zugeordnet ist.

    „Wir freuen uns über jeden Schnee“, sagte er launig zu den kommunalen Einsatzmöglichkeiten des Universal-Motogeräts. Gleichwohl kämpfe man auch gegen die Konkurrenz der Traktorenhersteller. Die Auftragslage liege derzeit 80 Prozent über dem Vorjahres, das heißt: 2000 Unimog werde man dieses Jahr verkaufen.

    Als Sohn des kürzlich verstorbenen Unimog-Veteranen Manfred Florus und als Oberbürgermeister von Gaggenau konnte Christof Florus stolz feststellen: Die Mitglieder des Clubs „tragen den Namen unserer Stadt in die Welt“. Er freue sich, dass Verein und Museum gemeinsam auf einem guten Wege seien: „Wir in Gaggenau lieben den Unimog. Wir alle hier sind stolz auf den Unimog“ und augenzwinkernd stellte er fest: Ohne Unimog hätte Gaggenau wohl keinen Oberbürgermeister.

    Ein Standort im steten Wandel

    Als „Mitglied Nummer eins“ ließ Hans-Jürgen Wischhof die bislang 73-jährige Geschichte des Fahrzeugs Revue passieren. Überragende Eigenschaften einerseits, zwingende ökonomische Tatsachen andererseits bildeten ein enges Wirkungsgeflecht, in dessen Folge die Verlagerung der Unimog-Produktion nach Wörth 2002 unausweichlich gewesen sei.

    Als Standortverantwortlicher des Werks Gaggenau stellte Dr. Matthias Jurytko „Technologie, Produkte, Menschen“ in den Mittelpunkt seiner Rede. „Gaggenau erfindet sich ständig neu“, konstatierte er, und es sei die Stärke eben jenes „Gaggenauer Geistes“, den Wandel aktiv anzunehmen. Die „historische Chance“ der Weiterentwicklung des Standorts zum Kompetenzzentrum für Getriebe sei 2002 genutzt worden. Wie 2007 zähle der Standort Gaggenau rund 6800 Mitarbeiter in allen Werksteilen.

    Michael Wessel blickte mit zahlreichen Bildern unter anderem auf die Gründungsphase des Clubs 1993. „Alle, die wir angesprochen haben, haben Ja gesagt“, erinnerte er an die alles andere als schwierige Suche nach Funktionsträgern.

     

    Georg Wohlfarth, Leiter des Mercedes-Benz Classic Clubmanagements, lobte den UCG als einen „lebendigen und hoch professionellen Club“. Dieser leiste einen wesentlichen Teil zum Image der Marke Mercedes-Benz. Er hoffe auf weiterhin partnerschaftliche Zusammenarbeit und überreichte eine Spende über 6250 Euro.

    Zum Gelingen des Abends leisteten auch Restaurantchef Thomas Kaldma und seine Mitarbeiter einen wesentlichen Beitrag. Das Menü aus der Küche des Museums begleitete den mehrstündigen Festakt.

  • Festakt „25 Jahre Unimog-Club Gaggenau“

    Der 1. Vorsitzende des Unimog Club Gaggenau, Rainer Hildebrand, erhält vom Leiter des Mercedes-Benz Clubmanagements, Georg Wohlfarth, eine Urkunde und einen Scheck zum 25-jährigen Jubiläum  –  Foto: Wessel

    Vor 25 Jahren, am 15. Mai 1993, wurde der Unimog-Club Gaggenau gegründet. Ursprünglich als Regionalclub geplant, hat der Verein heute über 6.600 Mitglieder in 34 Ländern. Dies war am 18. Mai Anlass für einen kleinen Festakt im Unimog-Museum mit einer Reihe Gratulanten. Darunter auch der Leiter des Mercedes-Benz Clubmanagements, Georg Wohlfahrth. Ein ausführliche Bericht folgt am Dienstag, 22. Mai. Auf Facebook sind die Ansprachen der Redner verfügbar.

  • Unimog-Prospekt des Monats Mai 2018

    Titel des zweiten Unimog-Prospekts von Daimler-Benz aus dem Jahr 1951

    Unter Verwendung des reizvollen Titelmotivs des ersten Gaggenauer 20-seitigen Unimog-Prospektes wurden ebenfalls 1951 und 1952 Faltprospekte ausgegeben.

    Innenteil 1951

     

    Innenteil 1952

    Diese beinhalten im Wesentlichen die Einsatzfotos des Hauptprospektes. Dadurch wird deutlich, wie vielfältig der Unimog in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt werden kann.

    Auch diesmal ist in der Auflage von 1952 stolz die im Vorjahr errungene silberne Preismünze der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft abgebildet. Es war die höchste Auszeichnung der Gesellschaft, denn eine goldene Preismünze wurde nicht verliehen.

    Als besonders wesentlicher Vorteil des Unimog wird dabei seine Ladepritsche herausgestellt.

    Einige Fotos wurden bei der zweiten Auflage von 1952 ausgetauscht.

    Der Prospekt erschien auch in englischer, französischer und türkischer Sprache. Weitere werden vermutet.

    Sammlung Michael Wessel

  • Etwas zum Schmunzeln

    Gerhard Hinrichs, langjähriger Werkstattleiter der früheren Unimog-Generalvertretung Hans-Henning Endres in Berlin, sowie Christoph Lehmann und Hans-Rüdiger Endres verdanken wir interessante Geschichten aus den ersten Unimog-Jahren. Der Cartoonist Dirk Meissner hat sie illustriert. 

     

    Wir freuen uns, dass Hans-Rüdiger Endres uns diese Reihe für eine monatliche Veröffentlichung im Newsletter zur Verfügung gestellt hat.

    27. bis 31. Dezember 1953

     

    Lehrstunde für einen Volkspolizisten

     

    Besonders aufreibend wurde die Überführung eines Anhängers, dessen Geradeauslauf bemängelt wurde. Er musste von Berlin zurück nach Wuppertal, zum Hersteller Blumhardt, gebracht werden. Dieses Manko sollte direkt im Werk korrigiert werden. Darauf hatte Hans-Henning Endres, der Chef der Unimog-Generalvertretung in Berlin, bestanden.

    Es kam alles zusammen, was diese Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis

    machen sollte: tiefster Winter, der Unimog mit seinen 25 PS, dazu der gewaltige Dreiachsanhänger, den Hinrichs schon im Leerzustand auf circa sechs bis acht Tonnen schätzte. Das ergibt ein Leistungsgewicht, mit dem heute nicht einmal ein Schwertransport auf die Straße kommen würde.

    Zunächst die Rahmenbedingungen: geschlossenes Fahrerhaus – ein Glücksfall, denn darin war es wenigstens etwas wärmer als in den bisherigen Klappverdeckmaschinen. Der Straßenzustand mit Eis und Schnee verschärfte die Lage zusätzlich, und der junge Hinrichs verfügte noch über keinerlei „Langstreckenerfahrung“. Eine weitere Belastung war mangels Routine der Umgang mit dem Papierkram an der Interzonengrenze. Ein grundsätzliches Problem war, dass Hinrichs zu diesem Zeitpunkt noch nicht den „2er“-Führerschein für Lastkraftwagen besaß. Er hatte schlicht und einfach bis dahin keine Zeit gehabt, ihn zu machen.

    Hinrichs wollte unter diesen Umständen die Überführung nicht antreten. Daraufhin ließ Hans-Henning Endres ein Schriftstück aufsetzen, welches im Ernstfall dem Polizisten oder Grenzbeamten der DDR die Umstände erklären sollte. Zum Glück kam er nicht in diese Verlegenheit, sonst hätte die Sache wohl mit einen Festsetzen von Mann und Lastzug in der DDR geendet.

    Die Hinfahrt dauerte fast zwei Tage! Natürlich nicht unter Einhaltung der heutigen Lenk- und Ruhezeiten. „Ankommen“ lautete die oberste Devise. Schließlich war es kurz vor Silvester, und Hinrichs wollte vor Jahreswechsel wieder zurück in Berlin sein. Auf der Autobahn herrschte zeitweise Chaos. Es wurde kreuz und quer geparkt, die Glätte zwang zu Ausweich- und Überholmanövern, die heutzutage ausführlich in einem ARD- Brennpunkt gezeigt werden würden.

    In Wuppertal angekommen, wurde der Anhänger im Werk abgegeben. Allerdings war er am nächsten Tag nicht wie zugesagt fertig. Die Zeit drängte also, weil man – wie gesagt – Silvester zu Hause sein wollte.

     

    Auf der Rückfahrt, nachts bei Dunkelheit und Schnee, auf Höhe des Teutoburger Waldes, lief eigentlich alles ganz gut, bis Hinrichs in einer langen Gefällstrecke den Gang herausnahm – damals eine bei Berufskraftfahrern übliche Methode, um Zeit und Sprit zu sparen. In Anbetracht der Leistungsfähigkeit damaliger Bremssysteme aber umso haarsträubender, zumal bei Schneeglätte!

    Der mächtige Anhänger trieb den kleinen Unimog vor sich her, sodass sich Hinrichs nicht mehr zu bremsen traute. Das ausgekuppelte Getriebe heulte, wie nie zuvor gehört. Wo die Tachonadel stand? Danach zu sehen war nicht die geringste Zeit, obwohl es höchst interessant gewesen wäre, diesen Rekordwert zu notieren. Die Angst saß Hinrichs im Nacken, denn sehr wahrscheinlich hätte ein Bremsmanöver böse geendet, und der kleine grüne Frosch samt Anhänger und Fahrer wären womöglich in den ewigen Jagdgründen neben der Autobahn gelandet. Also ließ er das Gespann ausrollen. Klar, dass jetzt erst eine Zigarette fällig war.

    Nach dieser Aktion ging es hellwach weiter in die Nacht hinein. Nach rutschiger Fahrt schließlich am Kontrollpunkt Helmstedt angekommen, stellte er das Gespann aus Platzmangel im Halteverbot ab, was prompt einen brüllenden Grenzer auf der Bildfläche erscheinen ließ: „Wo parken Sie denn, das wird teuer“, schnauzte er. Vor Hinrichs innerem Auge lief das volle Behördenprogramm wegen des nicht vorhandenen Führerscheins 2 ab. Doch es kam anders – warum auch immer. Sage und schreibe eine DM wurde für diesen Strafzettel zu Hinrichs Erleichterung fällig. Die gefürchtete Frage nach den Papieren wurde nicht gestellt, wer sollte auch vermuten, dass jemand ein solches Gespann ohne entsprechenden Führerschein fährt.

    Mittlerweile war es der 31. Dezember, aber trotz Zeitdruck musste eine Schlafpause eingelegt werden. Die anstrengende Fahrt und der monotone Rhythmus aufgrund der Fahrbahnfugen auf der Transitstrecke forderten ihren Tribut. Hinrichs machte es sich im engen Fahrerhaus „bequem“. Nicht wirklich, wenn man weiß, wie wenig Platz in der Kabine des Froschauges war.

    Auf dem Wald von Schalthebeln wurde ein Sack ausgebreitet, um den „Liegekomfort“ zu erhöhen. Die Beinfreiheit wurde durch Herunterkurbeln der Seitenscheibe erreicht. Weckerstellen war nicht nötig, denn die zum Seitenfenster herausgestreckten Füße wurden schnell kalt, sodass es nicht zum gewünschten Erholungsschlaf kam.

    Auf der Transitstrecke überholte dann mehrfach ein Vopo (Volkspolizist der DDR) auf einem Motorrad. Nach dem dritten Überholmanöver kam die gefürchtete Kelle. Hinrichs Standardfrage „Bin ich zu schnell gefahren?“ war technisch bedingt ohne Gefällstrecke selten mit „Ja“ zu beantworten. Immerhin trug Hinrichs zu diesem Anlass wie üblich den grauen Kittel mit Mercedes-Stern, was ein gewisses Gegengewicht zur Uniform des Beamten darstellte.

    Dessen Besorgnis galt dem Unimog mit dem Anhänger. So ein kleines Auto kann doch nicht einen so großen Anhänger ziehen! Das war die Steilvorlage für einen Technikvortrag von Hinrichs. Der interessierte Vopo wurde immer neugieriger bei der Demonstration der Bremsanlage und dem gewährten Blick unter die Motorhaube. Zum Glück waren die Winker schon auf Verlängerungsstäben montiert, sodass sie zur Breite des Anhängers passten. Damit gab es keine begründete Kritik an dem Lastzug. Als der Vopo, wahrscheinlich als einer der ersten Bürger der DDR, bestens über den Unimog informiert war, wünschte er eine schöne Weiterfahrt und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Endlich stand der Beendigung der ereignisreichen Überführung nichts mehr im Wege, und Hinrichs kam nach fünf Tagen und vier Nächten noch pünktlich zur Silvesterfeier zu Hause an. Den Jahreswechsel verschlief er allerdings.

    Im neuen Jahr sprach Hinrichs seinen Chef zum Thema Führerschein an: „Ich fahre nie wieder ohne Führerschein der Klasse 2!“ – was aber doch noch einmal passierten sollte.