mikewessel

Author Archives

  • Der Unimog-Kalender von 1956

    Unimog-Kalender haben eine lange Tradition. In den Anfangsjahren fielen sie sehr unterschiedlich aus. Dies je nachdem, welcher Künstler mit der Gestaltung beauftragt wurde. 1956 war es allerdings ein Fotokalender mit Motiven aus aller Welt. Sie Schwarz-Weiss-Bilder wurden im Atelier nachtäglich coloriert.

    Februar: Ein begehrtes Expeditionsfahrzeug am Popocatepetl – Foto: Ursel Bernath, Mexico D. F.

    Hier auch die Motiver der weiteren Monate im Jahr 1956:

     

    Titel des Kalenders von 1956: “Tags auf dem Feld, abends Milchtransport. Im Württembergischen Haupt- und Landesgestüt.” Werkfoto

     

    Januar: “Kraftvoll und wendig in der Industrie. Im Ruhrgebiet.” Foto: Kempen, Duisburg-Hamborn

     

    März: “Schichtholz im Bestand geladen.Bei der Murgschifferschaft.” Foto: Arndt, Rastatt

     

    April: “Aus dem Wein- und Gartenbau nicht mehr wegzudenken.” Markplatz in Eßlingen. Werkfoto

     

    Mai: “Schnelligkeit entscheidet bei der Schädlingsbekämpfung. Winklerhof bei Gaggenau/Baden” – Foto Enerie-Verlag, Heidelberg

     

    Juni: “Mäharbeit – im Hintergrund Gaggenau.” Werkfoto

     

    Juli: “Bergfreudig mit höchster Belastung. Hohenneuffen, Burgwirtschaft.” Werkfoto

     

    August: “Mit Frontbinder und Grubber. Auf der Schwäbischen Alb.” Foto: Ing. J. Reschke

     

    September: “Mähen und Häcksel” – Foto Ing. J. Reschke

     

    Oktober : “Schrittmacher der rationellen Forstarbeit. Beim Markgräfli. Badischen Forstamt Zwingenberg-Blum” Foto-Vogt, Heidelberg

     

    November: “Der Pflug, Urbild der Bodenbearbeitung.”

     

    Dezember: “Saubere Arbeit beim Schneefräsen. Im Schwarzwald.” Werkfoto

     

     

    Buch und Bild Unimog Literatur
  • Unimog-Prospekt des Monats Januar 2022

    Vorderseite des ersten Unimog-Prospektes zur DLG 1948

    Ein bebilderte Aufstellung mit den Prospekten der Unimog-Pionierjahre verdanken wir dem früheren langjährigen Vorsitzenden des Unimog Veteranen Club, Wilfried Scheidemann. An ihr orientieren wir uns bei der Vorstellung der ersten Unimog-Prospekte.

    Für die Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft 1948 in Frankfurt ließ die Maschinenfabrik Gebrüder Boehringer, Göppingen, einen zweifarbigem doppelseitigen Prospekt im Format A4 drucken.

    Dieser zeigt auf der Vorderseite einen Prototypen des Unimog aus der Fertigung von Erhard&Söhne in Schwäbisch Gmünd. Außerdem den neu entwickelten Schriftzug mit dem Ochsenkopf. Hierzu schrieb Chefkonstrukteurs Heinrich Rößler in einer Chronik*: „Aus den vielen Entwürfen für ein geeignetes Firmenzeichen, das die „Kraft“, den „Allradantrieb“ und die „Qualität“ darstellen sollte, wurden die angekreuzten Vorschläge** ausgewählt. Da der Ochsenkopf jedoch in romanischen Ländern als ein „zarter Hinweis auf eheliche Seitensprünge“ angesehen wird, mußte dieses Zeichen bald wieder verlassen werden“.

    Angepriesen wird der Unimog dann als „ein modernes Fahrzeug für die Land u. Forstwirtschaft“ und als „mehr als vollwertiger Ersatz für Pferde, mehr als ein Schlepper – das ist der UNIMOG!“

    Es folgt eine Aufzählung der Einsatzgebiete als Ackerschlepper, Motormäher, Transportfahrzeug, Waldschlepper und als Kraftquelle, „die mit vorderer und hinterer Zapfwelle und seitlichem Riemenscheiben-Abtrieb zu vielseitigem Einsatz brauchbar ist.“

    Die Rückseite zeigt verschiedene Einsatzbeispiele und listet die wesentlichen technischen Daten auf. (mehr …)

    Beutlhauser Unimog Kommunaltechnik
  • Unimog-Museum: Richtfest beim Erweiterungsbau – Douglasienstämme aus Loffenau

    English text below

    Am Freitag, 26. November 2021, hat beim Unimog-Museum ein Richtfest stattgefunden.

    Für den errichteten Erweiterungsbau bekam der Museumsverein Douglasien aus Loffenau gespendet.

     

    Simon Baumann, Geschäftsführer von Holzbau Hurrle, auf dem Weg zum Richtfest. Simon Baumann, managing director of Holzbau Hurrle, on his way to the topping-out ceremony.

    Man konnte sie fast plumpsen hören, die Steine, die dem Vorsitzenden des Vereins Unimog-Museum, Stefan Schwaab, von den Schultern fielen, als er am Freitag einige Gäste und am Bau beteiligte Handwerker bei einem kleinen Richtfest des Erweiterungsbaus des Unimog-Museums begrüßen konnte.

    Für den Geschäftsführer von Holzbau Hurrle, Simon Baumann, der den Richtbaum setzte und den traditionellen Richtspruch vortrug, war der anspruchsvolle Bau auch aufgrund des engen Terminplans schon eine ganz besondere Herausforderung. Aber es habe auch Spaß gemacht, ihn wachsen zu sehen, wie er wissen ließ. Michaela Assen von Kohlbecker Gesamtplan zeigte sich erfreut, dass ihr Büro auch mit dem Erweiterungsbau beauftragt wurde. Dabei habe man wieder viel Holz verbaut. Das passe gut zu den aktuellen Anforderungen bezüglich ökologischen Handelns.

    Der Generalunternehmer Jürgen Dafner, Leiter Schlüsselfertiges Bauen bei der Bauunternehmung Grötz, lobte die gute Zusammenarbeit der am Bau beteiligten Firmen.

    Douglasienspende für die Fassade

    Einen besonders schönen Anlass für eine kleine Ausfahrt mit ihren Unimog zum „Käppele“ und von dort in den Loffenauer Forst gab es bereits am Vortag für einige Mitglieder des Unimog-Club Gaggenau. Sie wollten mit dabei zu sein, als der Loffenauer Bürgermeister Markus Burger und der Leiter des Forstreviers, Raphael Knapp, die Spende von 30 Festmetern Douglasien für den Erweiterungsbau des Unimog-Museums an Stefan Schwaab, den Vorsitzenden des Museumsvereins, übergaben.

    Bürgermeister Burger erläuterte, dass seine Gemeinde mit immerhin 1.360 Hektar Wald gerne die Douglasien-Stämme für die Fassade des Museums, in dem sich die Touristinformation für das Murgtal befindet, unterstütze.

    Freudige Gesichter vor der Übergabe der Douglasien-Spende an das Unimog-Museum. Joyful faces before the handover of the Douglas fir donation to the Unimog Museum.

    In Erinnerung bleibe dann zukünftig, dass an der Fassade auch heimisches Loffenauer Holz verbaut worden ist. Für den Revierleiter des Forstes, Raphael Knapp, kam nach seinen Angaben der Zeitpunkt günstig, da man das Fällen der Douglasien mit einem laufenden Holzeinschlag verbinden konnte.

    Stefan Schwaab verband seinen herzlichen Dank mit einem kurzen Ausblick: Im Dezember sollen die Baumstämme im Sägewerk Stößer in Vimbuch gesägt und getrocknet werden. Nach dem Einbau der Fenster stehen die Douglasien-Bretter dann für die 1.770 Quadratmeter Fassade zur Verfügung.

    Von Michael Wessel im Badisches Tagblatt und in den Badischen Neuesten Nachrichten vom 27. November 2021

    Der Leiter des Forstreviers Raphael Knapp, Bürgermeister Markus Burger, Vorsitzender des Vereins Unimog-Museum Stefan Schwaab. Fotos Michael Wessel

    Topping-out ceremony for the extension of the Unimog Museum

    On Friday, 26 November 2021, a topping-out ceremony took place at the Unimog Museum.
    The museum association received a donation of Douglas fir from Loffenau for the extension building.

    You could almost hear them plop, the stones falling from the shoulders of Stefan Schwaab, chairman of the Unimog Museum Association, as he welcomed some guests and craftsmen involved in the construction to a small topping-out ceremony for the extension of the Unimog Museum on Friday.
    For the managing director of Holzbau Hurrle, Simon Baumann, who set the topping-out tree and recited the traditional topping-out speech, the demanding construction was already a very special challenge, also due to the tight schedule. But it was also fun to watch it grow, he said. Michaela Assen from Kohlbecker Gesamtplan was pleased that her office was also commissioned with the extension. Again, a lot of wood was used. This fits in well with the current requirements regarding ecological action.
    The general contractor Jürgen Dafner, head of turnkey construction at the Grötz construction company, praised the good cooperation of the companies involved in the construction.

    The day before, some members of the Unimog Club Gaggenau had a particularly nice opportunity to take their Unimogs on a short trip to the “Käppele” and from there to the Loffenau forest. They wanted to be there when the mayor of Loffenau, Markus Burger, and the head of the forestry department, Raphael Knapp, handed over the donation of 30 solid metres of Douglas fir for the extension of the Unimog Museum to Stefan Schwaab, the chairman of the museum association.
    Mayor Burger explained that his municipality, with after all 1,360 hectares of forest, was happy to support the Douglas fir logs for the façade of the museum, which houses the tourist information centre for the Murg Valley. In the future, it will be remembered that local wood from Loffenau was used for the façade. According to Markus Knapp, the forest ranger, the time was favourable because the felling of the Douglas firs could be combined with a current logging operation.

    Stefan Schwaab combined his heartfelt thanks with a brief outlook: In December, the tree trunks will be sawn and dried at the Stößer sawmill in Vimbuch. After the installation of the windows, the Douglas fir boards will then be available for the 1,770 square metres of façade.

    Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

    Buch und Bild Unimog Literatur
  • Unimog-Museum: Douglasien für die Fassade des Erweiterungsbaus

    Von links: Stefan Schwaab und Oberbürgermeister Christof Florus bedanken sich bei Karl-Josef Leib und Edgar Anselm für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement.      Foto: Michael Wessel

    Einen besonderen Waldspaziergang machten am Samstag, 13. November 2021, der Gaggenauer Oberbürgermeister Christof Florus und der Vorsitzende des Vereins Unimog-Museum Stefan Schwaab: Sie besichtigten dabei die 25 Kubikmeter Douglasienstämme, die von den ehrenamtlichen Helfern des Unimog-Museums Edgar Anselm und Karl-Josef Leib in den letzten Wochen im Selbacher Wald gefällt und fein säuberlich zum Abtransport vorbereitet worden waren.

    Unterstützung hatten die beiden erfahrenen „Waldarbeiter“ dabei – wie könnte es anders sein – durch einen Unimog 406 mit Frontseilwinde und Holzrückeaggregaten. Zusammen investierten sie etwa 50 Stunden in dieses Projekt.

    Oberbürgermeister Christof Florus bedankte sich bei den beiden Waldmännern für ihren beispielhaften ehrenamtlichen Einsatz. Er erwähnte dabei, dass es für die Stadt Gaggenau geradezu eine Verpflichtung gewesen sei, dem Wunsch von Stefan Schwaab zu entsprechen, den Erweiterungsbau des Museums wiederum durch eine Spende von Douglasien aus dem städtischen Wald zu unterstützen. Dies auch vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Preise für Holz.

    Stefan Schwaab ergänzte, dass er sich bei der Planung des Erweiterungsbaus des Museums mit dem Architekten Florian Kohlbecker ganz bewusst für ein nachhaltiges Bauen mit viel sichtbarem Holz entschieden habe. Schließlich solle es den Besuchern auch deutlich werden, dass sie sich im Schwarzwald befinden. Dabei galt es dann aber beispielsweise auch, eine Spannweite von 24 Metern durch Holzbindern zu überbrücken. „Trotz der gestiegenen Holzpreise würde ich es wieder so machen!“ stellte Schwaab dabei fest.

    Bei dieser Gelegenheit erinnerte der Vorsitzende des Museumsvereins daran, dass der Landkreis Freudenstadt und die Städte Gernsbach, Kuppenheim und Gaggenau im Jahr 2006 bereits für die Fassade des Museums Wagenladungen mit Douglasien-Stämmen spendeten. Kürzlich habe auch die Gemeinde Loffenau eine Douglasien-Spende beschlossen – Anfragen in weiteren Gemeinden würden noch laufen.

    Anmerkung: Oberbürgermeister Christof Florus ist der Sohn des Unimog-Pioniers und Ehrenmitglied des Unimog-Club Gaggenau Manfred Florus (1924 – 2018).

    Zum Thema

    Douglasien

    Die Douglasie war vor der Eiszeit auch in Europa beheimatet und ist hier dann ausgestorben, so Naturführer Rainer Schulz. Erst durch den schottischen Botaniker David Douglas, daher der Name, wurde sie in den 1820er Jahren aus Nordamerika wieder in Europa eingeführt – nachweislich ab 1840 auch in Deutschland.

    Die Nadeln enthalten viel ätherisches Öl, wodurch schädliche Insekten abgehalten werden. Die Bretter des schnell wachsenden Baumes sind jahrzehntelang ohne Imprägnierung haltbar und werden daher gerne für die Verkleidung von Fassaden verwendet. Wie bei der Fassade des Unimog-Museum jetzt schon zu erkennen, verlieren diese Bretter allerdings mit der Zeit ihre Farbe und werden grau. Das müsse man in Kauf nehmen, so der Forstwirt Rainer Schulz abschließend.

    Michael Wessel

     

    Beutlhauser Unimog Kommunaltechnik
  • 75 Jahre Unimog: Einer Legende auf der Spur

    Darstellung des späteren Unimog aus der Dokumentation vom 13. März 1946 zur Vorlage bei der amerikanischen Militärbehörde

    Einer Legende auf der Spur

    Vor 75 Jahren entstand der Unimog

    In diesem Jahr kann „75 Jahre Unimog“ gefeiert werden, denn am 9. Oktober 1946 fand die erste Probefahrt dieses Alleskönners im Raum Schwäbisch Gmünd statt. Zu diesem Jubiläum veranstaltete Mercedes-Benz am 4. September einen eindrucksvollen Korso mit 75 Unimog der verschiedensten Baumuster vom heutigen Montagewerk Wörth ins Unimog-Museum Gaggenau. Am 9. September wurde in Schwäbisch Gmünd eine Gedenktafel am DRK-Gebäude angebracht, die an dieses besondere Ereignis erinnert.

    Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte der Leiter der Flugmotorenentwicklung von Daimler-Benz, Albert Friedrich, erste Ideen für ein besonderes motorgetriebenes Gerät für die Landwirtschaft. Ihm war klar geworden, dass sein Arbeitgeber nach einem verlorenen Krieg keine Flugmotoren mehr bauen wird.

    Nach Kriegsende beauftragte ihn sein Chef, der damalige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz AG Dr. Wilhelm Haspel, mit einer Gruppe ehemaliger Mitarbeiter diese Ideen zu konkretisieren. Start gestaltete sich schwierig, denn die ehemaligen Flugmotorenentwickler betraten Neuland. Daher verstärkten sie ihr Team durch den Diplom-Landwirt Erich Grass.

     

    Vorstandsvorlage für den Bau eines „Motorgetriebenen Universalgeräts für die Landwirtschaft“
    Archiv Daimler AG

    Anfang September 1945 stellte Albert Friedrich dem Daimler-Benz-Vorstand anhand einer Zeichnung und eines Holzmodells den Stand der Entwicklung vor. Doch dieser entschied, das Projekt nicht weiter zu verfolgen, denn alle Energie müsse in den Wiederaufbau der Personenwagen-Produktion fließen.

    Albert Friedrich, hatte parallel mit Eduard Köhler, dem Mitinhaber der Metallwarenfabrik Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd, Sondierungsgespräche geführt – und ihn dabei auch gebeten, nach kapitalkräftigen Interessenten Ausschau zu halten.

    Auch mit Unterstützung von Köhler beantragte Friedrich bei der amerikanischen Militärbehörde die Genehmigung zum Bau von zehn Prototypen des „Motorgetriebenen Universalgeräts für die Landwirtschaft“. Diese wurde mit Datum vom 19. und 20. November 1945 erteilt.

    Eduard Köhler gelang es, Geldgeber für das Projekt zu finden, und daraufhin stellte er ab Dezember 1945 in seinem Werk einer kleinen Entwicklungsgruppe Räume zur Verfügung.

    Schicksalhafte Begegnung

    Aber dann sollte alles ganz anders kommen, denn bei einem Besuch im Werk Untertürkheim hatte Albert Friedrich im Herbst 1945 seinen ehemaligen Mitarbeiter Heinrich Rößler getroffen und ihm seine Pläne vorgetragen. Albert Friedrich gelang es im Dezember, Heinrich Rößler für eine Mitarbeit ab dem Folgemonat zu gewinnen. Ein wahrer Glücksfall!

    Ab Januar 1946 wurden die bisherigen Pläne der Arbeitsgruppe ad acta gelegt und Heinrich Rößler erarbeitete bis Monatsende einen Gesamtentwurf für ein völlig neuartiges Fahrzeug, den späteren Unimog. Für dieses musste mit Datum vom 13. März 1946 nochmals eine Produktionsgenehmigung bei der amerikanischen Militärbehörde eingeholt werden.

    Boehringer steigt in das Projekt ein

    Nachdem einer der Geldgeber das zugesagte Kapital nur teilweise beisteuern konnte, wurden bereits im Mai 1946 Gespräche mit der Maschinenfabrik Gebrüder Boehringer in Göppingen aufgenommen, um sie als Mitgesellschafter einer noch zu gründenden Entwicklungsgesellschaft zu gewinnen. Boehringer sicherte sich damit das Recht der späteren Serienfertigung. Entscheidend für den Markterfolg war dann sicherlich auch, dass Daimler-Benz die Lieferung von 600 Dieselmotoren des Typs OM 636 zusagte.

    Erste Probefahrt des Unimog – noch ohne Fahrerhaus – am 9. Oktober 1946 mit Chefkonstrukteur Heinrich Rößler am Steuer und Konstrukteur Hans Zabel

    Es war dann eine besondere Leistung, dass am 9. Oktober 1946 der Chefkonstrukteur Heinrich Rößler die erste Probefahrt mit dem Prototyp 1 unternehmen konnte, der noch im Dezember schließlich auch sein Fahrerhaus erhielt.

    Der Unimog war Star der DLG-Messe 1948

    Der Unimog war 1948 der Star auf der Messe der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Frankfurt am Main. Ab Februar 1949 wurden bei Boehringer die ersten von insgesamt 602 Unimog montiert.

    Nachdem die Gebrüder Boehringer wieder die Genehmigung erhielten, Werkzeugmaschinen bauen zu dürfen, wurde 1950 – nach einem weiteren Messeerfolg mit prall gefüllten Auftragsbüchern – nach einem neuen Produzenten für den Unimog gesucht, der schnell in der Daimler-Benz AG gefunden wurde. War sie doch bereits Motorenlieferant.

    Im Juni 1951 – also vor 70 Jahren – konnten die ersten im Werk Gaggenau montierten Unimog ausgeliefert werden. Über 300.000 weitere sollten folgen, bevor im Jahr 2002 nochmals ein Umzug in das Lastwagenwerk Wörth anstand.

    Die Verbundenheit vieler Gaggenauer und zahlreicher Fans mit dem Unimog wird eindrucksvoll dadurch deutlich, dass sie einen Verein gründeten und dieser 2006 ein Unimog-Museum in Gaggenau eröffnete. Der Zuspruch ist gewaltig, und so entsteht derzeit ein Erweiterungsbau zur Verdoppelung der Ausstellungsfläche.

    Michael Wessel

    Erstveröffentlichung im Magazin zur BAIERSBRONNCLASSIC vom 23. bis 26. September 2021 – Fotos: Daimler AG und Sammlung Wessel

    Unimog im Internet

    www.unimog-museum.de

    www.unimog-club-gaggenau.de

    www.mbs.mercedes-benz.com

    www.unimog-community.de

    Übersetzung durch DeepL:

    On the trail of a legend
    75 years ago, the Unimog was born

    This year we can celebrate “75 years of the Unimog”, because the first test drive of this all-rounder took place in the Schwäbisch Gmünd area on 9 October 1946. To mark this anniversary, Mercedes-Benz organised an impressive parade of 75 Unimogs of various models from today’s assembly plant in Wörth to the Unimog Museum in Gaggenau on 4 September. On 9 September, a commemorative plaque was affixed to the DRK building in Schwäbisch Gmünd to commemorate this special event (see separate article).
    Towards the end of the Second World War, the head of aircraft engine development at Daimler-Benz, Albert Friedrich, developed initial ideas for a special engine-powered device for agriculture. It had become clear to him that his employer would no longer build aircraft engines after a lost war.
    After the end of the war, his boss, the then Chairman of the Board of Daimler-Benz AG, Dr Wilhelm Haspel, commissioned him and a group of former employees to flesh out these ideas. The start proved difficult because the former aircraft engine developers were entering new territory. Therefore, they strengthened their team by adding Erich Grass, a graduate farmer.

    Board proposal for the construction of an “engine-powered universal device for agriculture”.

    At the beginning of September 1945, Albert Friedrich presented the state of development to the Daimler-Benz Board of Management with the aid of a drawing and a wooden model. But the board decided not to pursue the project any further, as all energy had to be channelled into rebuilding passenger car production.
    In parallel, Albert Friedrich had held exploratory talks with Eduard Köhler, the co-owner of the metal goods factory Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd – and asked him to keep an eye out for financially strong interested parties.
    Also with Köhler’s support, Friedrich applied to the American military authorities for permission to build ten prototypes of the “motor-driven universal device for agriculture”. This was granted on 19 and 20 November 1945.
    Eduard Köhler succeeded in finding backers for the project, and as a result he made rooms available in his factory for a small development group from December 1945.
    Fateful encounter
    But then everything was to turn out quite differently, because during a visit to the Untertürkheim plant in autumn 1945, Albert Friedrich met his former employee Heinrich Rößler and told him about his plans. In December, Albert Friedrich succeeded in convincing Heinrich Rößler to work for him from the following month. A real stroke of luck!
    From January 1946 onwards, the previous plans of the working group were shelved and Heinrich Rößler worked out an overall design for a completely new vehicle, the later Unimog, by the end of the month. On 13 March 1946, production approval had to be obtained from the American military authorities.
    Boehringer joins the project
    After one of the financial backers was only able to contribute part of the promised capital, talks were initiated with Maschinenfabrik Gebrüder Boehringer in Göppingen as early as May 1946 in order to win them over as co-partners in a development company yet to be founded. Boehringer thus secured the right for later series production. The fact that Daimler-Benz agreed to supply 600 OM 636 diesel engines was certainly decisive for the market success.
    First test drive of the Unimog – still without a cab – on 9 October 1946 with chief designer Heinrich Rößler at the wheel and designer Hans Zabel.

    It was then a special achievement that on 9 October 1946, chief designer Heinrich Rößler was able to take the first test drive with prototype 1, which finally received its cab in December.
    In 1948, the Unimog was the star at the trade fair of the German Agricultural Society in Frankfurt am Main. From February 1949, the first of a total of 602 Unimogs were assembled at Boehringer.
    After the Boehringer brothers were again authorised to build machine tools, in 1950 – after another trade fair success with bulging order books – a new producer for the Unimog was sought, which was quickly found in Daimler-Benz AG. After all, it was already an engine supplier.
    In June 1951 – 70 years ago – the first Unimogs assembled at the Gaggenau plant were delivered. More than 300,000 more were to follow, before another move to the Wörth truck plant in 2002.
    The attachment of many Gaggenau residents and numerous fans to the Unimog is impressively demonstrated by the fact that they founded an association and this opened a Unimog museum in Gaggenau in 2006. The response has been tremendous, and an extension is currently being built to double the exhibition space.

    Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

    Beutlhauser Unimog Kommunaltechnik
  • 75 Jahre Unimog: Festakt in Schwäbisch Gmünd zum Jubiläum der ersten Probefahrt

    Eine Gedenktafel am DRK-Gebäude in Schwäbisch Gmünd erinnert daran, das hier der Unimog entstand. Egon Spiller, OM Richard Arnold, Prof. Dr. Eduard Köhler, Peter Winkler und Roland Feix (von links)

     

    In Schwäbisch Gmünd fand  am 9. Oktober 2021 auf Initiative des früheren Prokuristen und Verkaufsleiters von Erhard & Söhne, Egon Spiller, und mit Unterstützung der dortigen Unimog-Freunde ein Festakt statt, der an die erste Probefahrt mit einem Unimog-Prototypen vor 75 Jahren erinnerte.

    Im Grußwort des Oberbürgermeisters Richard Arnold wurde seine besondere Wertschätzung des Unimog deutlich. Egon Spiller skizzierte die Geschichte von Erhard & Söhne. Er unterstrich die Bedeutung des früheren Mitinhabers und Geschäftsführers Eduard Köhler für die Entstehungsgeschichte des Unimog ebenso wie  sein Sohn Professor Dr. Eduard Köhler in seinen Grußworten. Grußworte überbrachte auch für den Unimog-Club Gaggenau deren Ehrenvorsitzender Michael Wessel und für den Verein Unimog-Museum Stefan Schwaab.

    Im Anschluss an den Festakt mit musikalischer Umrahmung der Swabian Brass Musiker wurde eine Gedenktafel am DRK-Gebäude enthüllt, die deutlich macht, dass die ersten Unimog-Prototypen in Schwäbisch Gmünd gebaut wurden. Damit begann die Erfolgsgeschichte des Unimog

    Fotos von Klaus Lukas und Michael Wessel:

    Eduard Spiller führte durch die Veranstaltung und skizzierte die Geschichte von Erhard & Söhne

    Grußworte des Unimog-Club Gaggenau überbrachte deren Ehrenvorsitzender Michael Wessel

    Stefan Schwaab überbrachte als Vorsitzender des Vereins Unimog-Museums Glückwünsche und informierte über die im Bau befindliche Erweiterung des Museums

    Unimog-Autor Ralf Maile stellte die bisher gebauten Unimog vor

    Peter Winkler, Regionalbeauftragte des UCG Göppingen, Stauferland, dankte Egon Spiller im Namen der Unimog-Freunde Schwäbisch Gmünd

    Unimog-Pionier Roland Feix, Jahrgang 1928, ließ es sich sehr zur Freude von Oberbürgermeister Richard Arnold nicht nehmen, auf den Nachbau des Unimog-Prototypen U 1 zu sitzen

    Das Programm des Festakts

    Die Gedenktafel am DRK-Gebäude in Schwäbisch Gmünd

    75 Jahre liegen zwischen dem Prototypen U 1 und diesem aktuellen Unimog. Egon Spiller nach einem gelungenen Festakt

    Video von Klaus Lukas zur Enthüllung der Gedenktafel: https://www.youtube.com/watch?v=gXLr8uuz94c

     

     

    Buch und Bild Unimog Literatur
  • Unimog-Club Gaggenau: Abschied von Ehrenmitglied Karlhugo Schmidt

    Karlhugo Schmidt 2019 mit einem seiner vier Unimog, einem U 427

    Abschied von Ehrenmitglied Karlhugo Schmidt

    Zu den wenigen Mitgliedern des Unimog-Club Gaggenau, die bei der allerersten öffentlichen Vorstellung des Unimog auf der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft im Jahr 1948 mit dabei waren, gehörte unser Ehrenmitglied Karlhugo Schmidt. Er war von den Fähigkeiten des Unimog fasziniert – und diese Begeisterung sollte über 70 Jahre anhalten. In der letzten Zeit verbrachte er aufgrund einer äußerst schmerzhaften Erkrankung der Wirbelsäule immer wieder mehrere Monate im Krankenhaus. In der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober ist er leider im Alter von 82Jahren gestorben.

    1955 hatte sein Vater endlich für die seit 1786 im Familienbesitz befindliche Mühle in Rehborn und auch für die eigene Landwirtschaft einen gebrauchten Unimog 2010 angeschafft. Dieser wurde schon drei Jahre später durch einen neuen Unimog 411 ersetzt.

    Auf den Unimog-Club Gaggenau wurde Karlhugo Schmidt bereits im August 1993 aufmerksam, denn da kam er mit den UCG-Vorstandsmitgliedern Heinz Schnepf, Michael Wessel und Edwin Westermann beim Jahrestreffen des Unimog Veteranen Club in Leverkusen in Kontakt. Er bedauerte es damals sehr, dass der Gaggenauer Club zu jenem Zeitpunkt nur Mitglieder aus der eigenen Region aufnahm. Als der Club diese Begrenzung kurz darauf aufgab, wurde er sofort Mitglied Nummer 153.

    Im November 1995 war dann die Mühle von Karlhugo Schmidt Ziel eines Ausflugs des Club-Vorstands. Dem folgte in der Mitgliederversammlung 1996 die Ernennung zum Regionalbeauftragten für die Region Glan-Nahe-Hunsrück. Diese Aufgabe übernahm er mit viel Leidenschaft und Herzblut. Unvergessen sind die familiären Treffen bei seiner Mühle und die zahlreichen Begegnungen mit ihm bei unterschiedlichsten Club-Veranstaltungen: Für den Unimog war ihm kein Weg zu weit. Zwischenzeitlich wuchs sein Unimog-Fuhrpark und umfasste vier Exemplare – den Unimog 411 aus 1958, einen 406 und einen 416 mit Doppelkabine sowie ein Unimog 427 – alle in der hellgrauen Hausfarbe der Mühle und mit dem Kennzeichen KH-SC. Dabei steht KH offiziell für Bad Kreuznach, aber für uns gleichzeitig auch für Karlhugo.

    Im Kreis der Regionalbeauftragten genoss Karlhugo Schmidt wegen seiner freundlichen und besonnenen Art besondere Wertschätzung. Sein Rat wurde stets geschätzt, sein Wort hatte immer Gewicht. Seine besondere Leistung für das Club-Leben wurde 2018 mit der Ernennung zum Ehrenmitglied gewürdigt.

    Karlhugo Schmidt war mit Leib und Seele Müller und so bedauerte er es sehr, dass er keinen Nachfolger für seine Mühle fand. Fortbestehen wird die dortige Erzeugung von Strom mittels Wasserkraft der durch das Grundstück fließenden Glan.

    Wir werden unserem Club-Kameraden Karlhugo Schmidt stets ein ehrendes Andenken bewahren.

    Unimog-Club Gaggenau e. V.

    Rainer Hildebrandt                             Michael Wessel

    Vorsitzender                                        Ehrenvorsitzender

    Oktober 2021

     

    Beim Jahrestreffen 1993 des Unimog Veteranen Club in Leverkusenwurde Karlhugo Schmidt auf den Unimog-Club Gaggenau aufmerksam (von links: UCG-Vorstandmitglied Edwin Westermann, Hansgeorg Frank, Karlhugo Schmidt) – Fotos Michael Wessel

     

    Buch und Bild Unimog Literatur
  • Mitgliederversammlung des Unimog-Club Gaggenau

    Klaus Lukas wurde in der Mitgliederversammlung des Unimog-Club Gaggenau zum 1. Stellvertreter des Club-Vorsitzenden gewählt.

    Veronika Gareus-Kugel schreibt im Badischen Tagblatt vom 5. Oktober 2021:

    Trotz Pandemie auf Wachstumskurs

    „Corona hat uns im vergangenen Jahr einen Strich durch unsere Pla­nungen gemacht.“ Eine Fest­stellung, die am Samstagnach­mittag der Vorsitzende des Unimog-Clubs Gaggenau, Rainer Hildebrandt, traf. Umso mehr freute sich dieser, dass trotz noch vorherrschender Corona-Pandemie so viele Mit­glieder den Weg ins Unimog- Museum zur Mitgliederversammlung gefunden haben.

    Die Aktivitäten des vergan­genen Jahres waren somit schnell resümiert. Fast alle Ver­anstaltungen fielen aus. Das Allermeiste passierte via Inter­net. Nach der Teilnahme an der Retro Classic im März 2020 war zunächst einmal Schluss. Das Vereinsleben kam zum Erliegen. Unter strengen Auflagen konnten nur die Feldtage in Nordhorn, das Treffen auf dem Speikboden in Südtirol und das Weltenbumm­ler-Treffen beim Museum durchgeführt werden. Dank der bereits vor Pande­miebeginn aufgebauten IT-Infrastruktur war es den Mitglie­dern möglich, untereinander Kontakt zu halten und sich auszutauschen.

    Wiederbelebung der Clubkultur

    „Auch wenn die Technik be­reits weit fortgeschritten ist, kann der Laptop ein physi­sches Treffen nicht ersetzen“, meinte Hildebrand dazu. Und schilderte weiter: „Erste Schrit­te der Normalisierung traten erst im Verlauf des Jahres 2021 ein.“ Hildebrandt nannte unter anderem die vom Unimog-Club intemational durch­geführten Treffen und die Jubi­läumsveranstaltung “75 Jahre Unimog”. Als gutes Zeichen der Wiederbelebung des Cluble­bens interpretiert der Vorsit­zende die steigende Anzahl an Berichten aus den Regionalgruppen im „Unimog-Heft’l“ . Au­ßerdem wies Hildebrandt dar­auf hin, dass die Sonderhefte „Boehringer“ und „Unimog 421“ neu aufgelegt wurden. Bereits in dritter Auflage erfolgt der Druck der Sonderausgabe “Unimog 406“. Ihrer Vollendung streben die Son­derhefte mit den Themen „Unimog 411 Elekt­rik“ und „Dieseli in der Schweiz“ entgegen.

    Der Clubanhänger erstrahlt in neuem Design. Die Jugend­arbeit soll weiter vorangetrie­ben werden. Ein Erfolgsmodell sind die Technik-Workshops, die in der Werkstatt des Unimog-Museums abgehalten werden.

    Maik Zissel (re.) vertritt zukünftig die Interessen der Regionalbeauftragten zusammen mit dem bisherigen Vertreter Richard Koch.

    Auch von steigenden Mit­gliederzahlen trotz Pandemie berichtete Hildebrandt. So konnte die Organisation bei­spielsweise die neue Regional­gruppe in Brasilien begrüßen. Der Nettozuwachs beträgt 364 Neumitglieder. Damit wächst die Anzahl der Clubmitglieder auf insgesamt 7.354 weltweit an.

    Die Einnahmen und Ausga­ben des Clubs erläuterte Kas­sierer Claudio Lazzarini. Ein Zahlenwerk, das eines Klein­betriebs würdig wäre. Die Richtigkeit der Zahlen bestätig­ten die scheidenden Kassenprüfer Edgar Rost und Paul Westermann.

    Die Aufgaben der Kassenprüfer übernehmen künftig Hubert Jehnes und Michel Dicke (von links).

    In großer Einmütigkeit er­folgten die Wahlen. Vorsitzen­der ist weiterhin Rainer Hilde­brandt, erster Stellvertreter ist neu Klaus Lukas und zweite Stellvertreterin ist Angelika Grieb-Erhardt. Um die Finanzen kümmert sich wie bisher Clau­dio Lazzarini. Jürgen Rüger wurde wiederum zum Schrift­führer gewählt. René Dussel­dorp, viele Jahre erster stellver­tretender Vorsitzender, trat nicht mehr zur Wahl an.

    Im kommenden Frühjahr sind die Club-Mitglieder erneut zu Vor­standswahlen aufgerufen. Als Grund nannte Hildebrandt die Rückkehr zu dem in den Ver­einsstatuten festgelegten Wahl­modus.

    Fotos: Michael Wessel

     

    Buch und Bild Unimog Literatur
  • Um 1920: Traktoren in den Benzwerken Gaggenau – Urahnen des Unimog und MB-trac

    Vor 100 Jahren: Benz-Gaggenau auf der Automobilausstellung 1921

    Die Gaggenauer Benzwerke präsentieren ein breit gefächertes Programm mit einem Urahn des Unimog

    Von Michael Wessel

    Vom 7. bis 12. September präsentierte sich 2021 die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München erstmals mit dem Namen IAA MOBILITY. Vor 100 Jahren, vom 23. September bis 2. Oktober 1921, war auf dem Berliner Messegelände die erste große Deutsche Automobilausstellung (DAA) nach dem Zweiten Weltkrieg mit Spannung erwartet worden, zeigten doch 67 Automobilhersteller ihre aktuellen 90 Personenwagen und 49 Lastwagen – allerdings nur aus inländischer Produktion. Mit dabei auch die Gaggenauer Benzwerke mit einer „Benz Gaggenau Parade“, wie eine Anzeige attraktiv zum Ausdruck brachte. Der Ansturm von 300.000 Besuchern war bei dieser Messe so groß, dass Hallen aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden mussten. Eine Parallele bezüglich des Publikumsinteresses ergab sich 1951, also 30 Jahre später, bei der ersten IAA nach dem Zweiten Weltkrieg.

     

    Stolz präsentiert Benz-Gaggenau sein attraktives Programm an Lastwagen, Omnibussen Traktoren und Sonderfahrzeugen auf der DAA 1921

    (mehr …)

    Kindermann Unimog
  • Unimog-Pionier Roland Feix fuhr wieder den Unimog-Prototypen U 5

    Roland Feix fährt mit Werkstattleiter Matthias Hummel über den Hof des Deutschen Landwirtschaftsmuseums Hohenheim                                                                                                                                 Fotos: Michael Wessel

    Unimog-Pionier Roland Feix fuhr wieder den Unimog-Prototypen U 5

    Für den 93jährigen Unimog-Pionier Roland Feix war es am 24. August 20021 schon ein ganz besonders emotionales Erlebnis, nach 71 Jahren mal wieder im Unimog-Prototyp Nummer 5 zu sitzen und zu fahren. Dies im Hof des Deutschen Landwirtschaftsmuseums Hohenheim (DLM). Dort steht seit 1963 dieser älteste fahrbereite Unimog der Welt. Seinerzeit war er auf Initiative der Werkzeugmaschinenfabrik Gebrüder Boehringer, in der die ersten 602 Unimog montiert wurden, in den Besitz des Instituts für Agrartechnik an der Universität Hohenheim gelangt. Seit 1977 steht dieser seltene Unimog im DLM.

    Äußerer Anlass für den Besuch im DLM waren für Roland Feix sowie Thilo und Michael Wessel das Jubiläum „75 Jahre Unimog“, denn am 9. Oktober 1946 fand die erste Probefahrt mit einem Unimog-Fahrgestell statt. Und das Ereignis wird am 4. und 5. September im und beim Unimog-Museum besonders gefeiert. Den Auftakt bildet dann am Samstag ein Korso mit 75 Unimog der verschiedensten Baumuster vom heutigen Unimog-Montagewerk in Wörth über den Rhein nach Gaggenau zum Unimog-Museum. Allen voran der Unimog-Prototyp Nummer 5.

    Etwa 50 Stunden hat Werkstattleiter Matthias Hummel in einen “großen Kundendienst” für den Unimog-Prototypen 5 investiert.

    Sicherlich ist es ein Glücksfall, dass im Juni 2021 nach drei Jahren Vakanz die Stelle des Werkstattleiters im DLM mit Matthias Hummel, Jahrgang 1968, besetzt wurde. Dessen große Leidenschaft sind seit 35 Jahren Nutzfahrzeuge und Motoren. Ganz besonders interessieren ihn dabei Traktoren von LANZ und Unimog. So fährt er seit 25 Jahren selbst einen Unimog 411. Natürlich hat er sich sehr gefreut, dass er den U 5 unter seine Fittiche bekam.

    Der Unimog-Prototyp 5 ist zwar fahrfähig, kam aber in den letzten Jahren nur gelegentlich bei Veranstaltungen kurz zum Einsatz. Daher investierte Matthias Hummel etwa 50 Stunden in einen „großen Kundendienst“ und wechselte alle Öle und Fette, reinigte die Filter und kontrollierte die Dichtigkeiten. Natürlich wurde der Schützling auch bestmöglich gereinigt, um beim Korso gut dazustehen.

    Roland Feix bekommt von Matthias Hummel die andersgeartete Schaltung des Unimog-Prototypen U 5 wieder in Erinnerung gerufen.

    Als der aus dem Sudetenland stammende Roland Feix 1949 bei Gebrüder Boehringer als Monteur und Vorführer anfing, wurde gerade der 23. Unimog gebaut. Ungezählte Vorführungen im In- und Ausland folgten, bevor er für viele Jahre für den Unimog in Südamerika tätig wurde. Seine ganze berufliche Tätigkeit widmete er dem Unimog – zuletzt als verantwortlicher Referent für alle lateinamerikanischen Länder. Er erinnert sich: „Mit den Prototypen 5 und 6 bin ich 1949 und 1950 besonders gerne gefahren, denn sie hatten kein schweres Schleppergetriebe sondern nur ein vergleichsweise leichtes Pkw-Getriebe der Zahnradfabrik Friedrichshafen mit vier Vorwärts- und einem Rückwärtsgang. Durch das geringer Gewicht fuhr ich den mit großen Boehringer-Getrieben ausgestatteten Unimog immer voraus.

    Der Unimog und das Deutsche Landwirtschaftsmuseum

    Bereits im Herbst 1945, als erste Überlegungen für ein „Motorgetriebenes Universalgerät für die Landwirtschaft“ – so der Arbeitstitel – nur auf Papier festgehalten waren und als kleines Holzmodell existierten, wurden diese von Mitgliedern des Entwicklungsteams mit Professoren der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim diskutiert. Und dies, obwohl die Hochschule bis Dezember offiziell noch geschlossen war.

    Als im März 1946 für den von Heinrich Rößler konstruierten späteren Unimog schriftlich eine Produktionsgenehmigung bei der amerikanischen Militärbehörde eingeholt werden musste, wurden darin auch zwei Professoren der Uni Hohenheim als Sachverständig genannt.

    Intensiver wurden die Kontakte gepflegt, als der Unimog fahrbereit war. So erinnerte sich der damalige Student und spätere Unimog-Pionier Manfred Florus an eine Vorführung in Hohenheim im Jahr 1948, bei der ein Pflug der Zugleistung des Unimog nicht gewachsen war und sich verformte. „Daraus wird nichts!“ hatte sein Professor noch resümiert. Doch es kam anders und Florus wurde ab 1949 sein ganzes Berufsleben für den Unimog tätig.

    Übergabe der Schenkungsurkunde an den Rektor der Uni Hohenheim, Professor Dr. Walter Rentschler (rechts), durch das Daimler-Benz Vorstandsmitglied Dr. Rolf Staelin in Beisein des Konstruktionsleiters Unimog Heinrich Rößler (links) und des Unimog-Vertriebsleiters Inland Manfred Hauser            Foto: Daimler

    Die Zusammenarbeit mit der Uni Hohenheim wurde weiter gepflegt und ist von gegenseitiger Wertschätzung geprägt, was 1966 dazu führte, dass der 100.000ste in Gaggenau montierte Unimog, ein offener Unimog 421, der Universität geschenkt wurde. Daimler-Vorstandsmitglied Dr. Rolf Staehlin bei dieser Gelegenheit: „Wir selbst sehen in der Tatsache, dass jetzt der 100.000. Unimog montiert werden konnte, weniger ein Jubiläum – dafür wirkt der Unimog zu jugendlich – als vielmehr den verheißungsvollen ersten Abschnitt einer Entwicklung, der wir mit Optimismus entgegensehen“. Sein Optimismus war berechtigt!

    Bei der Generalrestaurierung des U 5 durch Heinz Schnepf und Manfred Florus blieb der ursprüngliche Motor OM 636 mit zweigeteiltem Zylinderkopf als Ausstellungsobjekt erhalten.

    Von 1988 bis 2003 war Florus 1. Vorsitzender des Fördervereins und anschließend bis 2012 Vorsitzender Kuratoriums des DLM. Gemeinsam mit seinem Vorstandkollegen des Unimog-Club Gaggenau, Heinz Schnepf, nahm er sich dem nicht mehr fahrfähigen Unimog Prototypen Unimog Prototypen 5 an. Sie zerlegten ihn in der Unimog-Versuchswerkstatt komplett, bauten ihn neu auf und machten ihn mit einem Austauschmotor wieder fahrfähig.   So konnte der Prototyp U 5 im Jahr 2001 als Leitfahrzeug am Korso anlässlich „50 Jahre Mercedes-Benz Unimog“ teilnehmen. Nochmals war er in Gaggenau in den zwei Jahre nach der Eröffnung des Unimog-Museums darin zu sehen. Danach konnte glücklicherweise der Unimog-Prototyp 6 für das Unimog-Museum erworben werden.

    Michael Wessel

    Video im Internet

    Ein Video der Fahrt von Roland Feix mit dem Prototypen 5 im Hof des DLM ist zu sehen auf:

    www.youtube.com/watch?v=eHNiDUy0iF4

    Erstveröffentlichung im Badischen Tagblatt vom 28. August 2021

    Buch und Bild Unimog Literatur