mikewessel

Author Archives

  • “ Mister Unimog Berlin“ wird 90

    Am 5. Oktober feierte „Mister Unimog Berlin“, Gerhard Hinrichs, bei guter Gesundheit seinen 90. Geburtstag. Er sagte dazu: „Ich bin dankbar, dass mich mein Körper so gut durch die Jahrzehnte getragen hat. Seit 1952 durfte ich für den Unimog arbeiten – davon viele Jahre als Werkstattleiter der Unimog-Generalvertretung Endres. Der Unimog war mein Leben!“

    Auf dem Foto von Carl-Heinz Vogler begrüßen sich um 2006 Gerhard Hinrichs und der damalige Vorsitzende des Unimog-Club Gaggenau, Michael Wessel, vor dem Berliner „Putzteufel“, einem geschlossenen U 401, in der früheren Werkstatt des Unimog-Museums Gaggenau.

    Eine Biographie liefert dieses Dokument:

    Hier weitere Fotos, die uns ebenfalls Hans-Rüdiger Endres, sein früherer Chef, zur Verfügung gestellt hat:

    1952: Gerhard Hinrichs (re.) im Jahr der ersten Begegnung mit dem Unimog

     

    1975: Gerhard Hinrichs (Mitte) beim Geburtstag des Firmengründers Hans-Henning Endres

     

    1989: 60. Geburtstag von Gerhard Hinrichs

     

    2011: Bei „60 Jahre Mercedes Unimog“ im Testgelände Ötigheim

  • Unimog-Club Gaggenau: Rückblick Teilemarkt 2019

     

    Hans-Peter Hegmann schreibt im Badischen Tagblatt vom 2. Oktober 2019:

    Früh aufstehen für die Unimog-Schnäppchen

    Teilemarkt des Unimog-Clubs in Kuppenheim lockt sogar Besucher aus Kanada

    Kuppenheim (hap) – Für viele Unimog-Bastler ist es der Höhepunkt des Jahres: Der Teilemarkt des Unimog-Clubs Gaggenau (UCG) im Stadion der Motoballer in Kuppenheim an der Eichetstraße. Hier gab es am Samstag wieder fast alles, was das Herz der Fans höher schlagen lässt.
    Gebrauchte und neue Unimogteile, Literatur, Modelle und gelegentlich steht vor dem Tor auch mal ein fertig restaurierter und fahrbereiter Oldtimer-Unimog auf einem Anhänger, der einen neuen Eigentümer sucht. Entsprechend bunt gemischt ist auch das zahlreiche Publikum, das aus allen Teilen Deutschlands, dem Elsass oder sogar den Niederlanden angereist ist.

    Die ursprünglichen Gründer des Vereins waren überwiegend von der Idee geleitet, alte Unimogs wieder fahrbereit zu machen und sich anschließend zu gemeinsamen Ausfahrten zu treffen. Daher kamen sie regelmäßig zu sogenannten Schraubertreffen auf einem Firmengelände in Bischweier zusammen. Dabei wurden immer wieder alte Teile mitgebracht, die man irgendwo gefunden oder aus einem total verrosteten Fahrzeug ausgebaut hatte.Irgendwann kamen auch die ersten Neugierigen hinzu, die sich nur für die vorhandenen Teile interessierten. Hieraus entstand im Laufe der Jahre der Teilemarkt, der immer größer wurde und inzwischen auf dem Sportplatz der Pumas eine ausreichend große Fläche für Privatverkäufer bis zum Nutzfahrzeughändler bereit hält.

    Nachdem die Anbieter bis 7.30 Uhr ihre Stände oder Stellflächen bezogen haben, wird das Schiebetor, vor dem bereits die ersten Besucher warten, geöffnet. Einige streben sofort zu bestimmten Ständen; man kennt sich. „Er schlachtet immer wieder Unimogs bestimmter Typen aus, die er nicht restauriert, sondern in Einzelteilen verkauft“, klärt der Käufer auf und wühlt in einer Kiste mit Teilen, die ein Laie sicher nicht einordnen kann. „Er weiß ja auch nicht immer, wie es innen drin aussieht, aber das Risiko muss man halt eingehen, wenn man die Teile so günstig kaufen kann“, klärt er den Neugierigen auf und nimmt vorsichtshalber zwei gleiche Teile mit.

    Neben den Ständen mit Kisten voller Einzelteile gibt es aber auch eine komplette Doppeltrommel-Seilwinde zu kaufen oder Stoßstangen. Auf der Suche nach ganz bestimmten Schlauchanschlüssen ist Harald von Langsdorff. Seine Eltern stammen aus Förch und er ist vor Jahrzehnten nach Kanada ausgewandert. Obwohl er sich eigentlich als Fan von Mercedes-Benz-Oldtimern nur für Pkws interessiert, hat er im Frühjahr mehr oder weniger spontan einen ausgemusterten Feuerwehr-Unimog ersteigert. Nachdem dieser inzwischen mit dem Schiffscontainer in Ontario angekommen ist, stellte er fest, dass die Schlauchanschlüsse, die er jetzt sucht, fehlten. Also wurde der Heimatbesuch in die Zeit des Teilemarkts verlegt – und zum Glück gibt es dort auch einen Experten für Feuerwehr-Unimog. Der kann die Teile besorgen.
    Einen Eindruck vom Teilemarkt 2019 vermitteln die weiteren Fotos von Hans-Peter Hegmann:
  • Hans-Jürgen Wischhof wird 80

    Hans-Jürgen Wischhof in seinem U 411 c von 1966 beim Korso „125 Jahre Automobilbau in Gaggenau.       Foto: Hans-Peter Hegmann

    „HJW“ – eine Berufung über das Berufsleben hinaus

     – Unimog-Experte Hans-Jürgen Wischhof feiert am 25. September seinen achtzigsten Geburtstag
    Thomas Senger schreibt am 25. 9. 2019 im Badischen Tagblatt:
    Es ist sicher der richtige Ort, der für diesen Anlass in Frage kommt. Und man darf davon ausgehen, dass sich heute Freunde und Weggefährten von „HJW“ im Unimog-Museum die Klinke in die Hand geben werden. Seinen 80. Geburtstag feiert Hans-Jürgen Wischhof im Unimog-Museum. Museum und Unimog-Club Gaggenau haben zum Empfang geladen – zu Ehren eines Mannes, der nicht nur einer der Nestoren beider Einrichtungen ist, sondern der das Unikum Unimog jahrelang maßgeblich unternehmerisch begleitet hat. Man darf getrost behaupten: HJW ist einer, der den Unimog lebt.
    Nun feiert HJW seinen Achtzigsten – doch einfach nur zurückblicken auf sein Leben insbesondere bei Daimler und in der Kommunalpolitik will er keinesfalls – auch wenn die Retrospektive derzeit eine wichtige Rolle spielt: „Im letzten Jahr habe ich damit begonnen, das Archiv für das Unimog-Museum aufzubauen. Ich führe mehrere Sammlungen zusammen. Das wird insgesamt mehr als zwei Jahre dauern. Derzeit ist das Archiv noch eine Baustelle.“
    Ein wandelndes Archiv, das ist Hans-Jürgen Wischhof. Schon als Bub daheim auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide lernte er den Unimog kennen. Nach dem Studium des Maschinenbaus an der Fachhochschule in Köln begann er 1965 seine berufliche Laufbahn beim VDMA (Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau) in Frankfurt/Main. Es sollte 15 Jahre dauern, bis HJW 1980 in die Dienste der damaligen Daimler-Benz AG eintrat – zunächst in der Unimog- und MB-trac-Entwicklung. Nach mehreren Stationen folgten 1989 der Aufbau und die Leitung der Pressestelle der Mercedes-Benz AG, ehe er 1990 die Leitung des neu geschaffenen Geschäftsbereichs Unimog in Gaggenau übernahm. Wiedervereinigung und Entspannung zwischen Ost und West zeitigten bald gravierende Folgen. Die Budgets der öffentlichen Hand wurden drastisch gekürzt – die Unimog-Stückzahlen fielen von 10000 auf 2500 zurück.
    Im Zeichen der Wirtschaftlichkeit und der Zukunftssicherung sowohl des Produkts Unimog als auch des Standorts Gaggenau stand die Entscheidung der Konzernleitung, die Produktion des Unimog 2002 nach Wörth zu verlagern. Doch wohl kein anderes Produkt, auch keine Haushalts- oder Kücheneinrichtung – wird mit der kleinen Großen Kreisstadt so sehr in Verbindung gebracht wie der Unimog. Diesen Identifikationsfaktor, diesen Imageträger für das Murgtal zu hegen gelingt dem Unimog-Museum seit rund 13 Jahren. Als langjähriger Vorsitzender des Kuratoriums hat HJW maßgeblichen Anteil daran – nicht nur, weil mehrere Fahrzeuge von ihm im Museum stehen.
    In Museum und Unimog-Club aktiv
    Auch der Unimog-Club Gaggenau, der inzwischen in 33 Ländern mit rund 6000 Mitgliedern vertreten ist, wäre ohne Hans-Jürgen Wischhof – Mitglied Nummer 1 – heute ein anderer.
    In Gernsbach, wo er mit seiner Familie seit 1992 wohnhaft ist, engagiert sich der Jubilar ebenfalls ehrenamtlich. Er trat der politischen Gruppierung Freie Bürgervereinigung Gernsbach (FBVG) bei, deren Vorsitz er von 2006 bis 2014 innehatte. Eine Reihe von Initiativen starteten die Freien Bürger unter seiner Führung; die Bilanz des Erreichten ist für HJW selbst aber unbefriedigend. So wartet nicht nur er noch immer auf ein Parkhaus auf dem Färbertorplatz: „Ohne ein Parkhaus kann die Altstadt nicht entwickelt werden“, argumentiert Wischhof. Immerhin: Der Ausbau der Salmengasse als doppelläufige Straße mit zwei Kreiseln und gegenläufiger Gottlieb-Klumpp-Straße ist nicht Realität geworden, „in diesem Projekt waren wir erfolgreich.“
    Letztlich zu wenig für ihn, um seine Arbeit im Gemeinderat in einer zweiten Periode fortzusetzen. Von 2006 bis 2009 gehörte er dem Gremium an; ein erneutes Nachrücken im Jahr 2010 lehnte er damals ab – mit Verweis auf Altersgründe und mit der Bemerkung, „dass man in dieser Tätigkeit nur sehr wenig zur Entwicklung der Stadt Gernsbach zum Wohle der Bürger beitragen kann.“ Doch nach wie vor und „selbstverständlich“ ist der Jubilar Mitglied der FBVG und nimmt an den Fraktionssitzungen teil.
    Der Kreis der Gratulanten aus Kommunalpolitik und Wirtschaft, aus der Automotive-Szene und den Reihen der Unimog-Freunde, er wird am heutigen 25. September sicher weniger das Murgtäler Klein-Klein der Kommunalpolitik diskutieren, sondern einem Mann die Ehre erweisen, der sich wohl wie kein anderer mit „seinem“ Unimog identifiziert.
  • Unimog-Treffen in Somaggia/Italien

    Willkommen in der Unimog-Welt

    Ein außergewöhnliches Unimog-Treffen

    Es war schon ein ganz besonderes Jahrestreffen des Unimog-Club Gaggenau, das der Unimog-Club Italien vom 13. bis 15. September ausgerichtet hat. Dafür hatte er bei Somaggia einen reizvollen Platz oberhalb des Comer Sees ausgesucht. Eine traumhafte Kulisse, wie die Fotos erahnen lassen.

    Viele Unimog-Fans hatten es sich nicht nehmen lassen, mit ihrem Gefährt über den Splügenpass zu fahren. Ein Abenteuer für sich. Aber auch aus ganz Italien kamen sehr viele meist PS-starke Unimog, die stolz den Schriftzug „Unimog Club Italia“ auf der Windschutzscheibe trugen. So waren es knapp 300 registrierte Teilnehmer.

    Begeistert war ich von einem Unimog 2010, Baujahr 1951, den sein Besitzer, Fabio Ponzi, Vize-Präsident des Unimog-Club Italien, technisch komplett restauriert aber dann nur zur Hälfte auch optisch rausgeputzt hatte. Wenn man davor stand und dabei auch in den Motorraum schaute, sah der Unimog links etwas bedauernswert aus und strahlte rechts in neuem Glanz. Selbst die Reifen waren links abgefahren und rechts in Schuss. Claudio Lazzarini, Kassierer des UCG, dazu: „Ein tolles Projekt! Wenn der Unimog auch rechts neue Reifen montiert bekommt, kann er losfahren, denn er ist technisch in einem Top-Zustand.“  Gratulation an Fabio! Das wäre sicher auch ein Hingucker im Unimog-Museum Gaggenau.

    Der „teilrestaurierte“ Unimog 2010 von Fabio Ponzi

    Ganz herzlichen Dank den vielen Helfern für die Vorbereitung und Durchführung dieses besonderen Treffens, das sicher lange in Erinnerung bleibt.

    Michael Wessel

    Hier Impressionen vom Treffen mit Fotos von Tina und Michael Wessel:

    Auch der Club-Mog signalisiert: Hier sind wir richtig!

    Nix wie rein!

    Mit dabei auch die Präsidentin des Unimog-Club Schweiz, Ursi Jenni

    Die freundlichen Helferinnen bei der Registrierung erhalten eine Stärkung

    Kontaktpflege beim Clubshop

    Unimog-Literatur wurde von Buch&Bild angeboten …

    … und auch einige Teilehändler wie Ombre …

    … oder Dieter Duwe mit seinen selbstgefertigten Holz-Unimog hatten den Weg über die Alpen nicht gescheut.

    Wunderschöne Unimog vor eindrucksvoller Bergkulisse …

    … soweit das Auge reicht …

    … und noch viele mehr …

    … luden zum Betrachten ein, …

    … um danach Dieselgespräche zu führen …

    … oder eine kleine Verschnaufpause einzulegen – wie Hermann Bürkle, der es sich auch nicht nehmen ließ, auf eigener Achse aus Straubenhardt anzureisen.

     

  • Unimog-Museum: Aktionstag BAU am 29. September

    Auch diese Grabenfräse an einem Unimog 406 mit zusätzlicher Verfüllschnecke kommt zum Einsatz.      Foto: UM

     

    Letzter Aktionstag zum Thema „Der Unimog als Baumeister“ am 29. September im Unimog-Museum

    Zum letzten Aktionstag im Rahmen der Sonderausstellung über den Unimog in der
    Bauwirtschaft lädt das Unimog-Museum am Sonntag, dem 29. September
    interessierte Besucher ein. Sowohl in der Museumshalle als auch im Außenbereich
    werden Fahrzeuge und zahlreiche Anbaugeräte präsentiert und auf einer
    historischen Baustelle im Einsatz vorgeführt – darunter ein Plattenverdichter, ein
    Heckbagger und eine Grabenfräse. Der Zweiwege-Unimog des Museums ist auf der
    Schiene unterwegs und nimmt Passagiere auf seinem angehängten Waggon mit.

    Im Einsatz ist auch wieder ein Steinbrecher von 1934 als Anbaugerät an einem
    Unimog. Groß und Klein können das altertümlich anzuschauende Ungetüm mit zuvor
    gesammelten Steinen „füttern“ und den „Steinbruch“ in einem Tütchen als Andenken
    mit nach Hause nehmen. Für junge Besucher gibt es zudem einen Basteltisch und
    ein Riesenpuzzle.

    Herzlich willkommen zu diesem Aktionstag sind Unimog und MB-trac mit
    entsprechenden Anbauten und Ausrüstungen. Wer mit dem eigenen Unimog
    vorfährt, bekommt freien Eintritt und einen Essens- und Getränkegutschein.
    Das genaue Programm des Aktionstags findet man unter
    www.unimog-museum.de/Veranstaltungen

    Übrigens: Am Vortag, Samstag dem 28. September, findet der Teilemarkt des Unimog-Club Gaggenau auf dem Gelände des Motorclubs PUMA in Kuppenheim statt. Siehe gesonderter Bericht.

  • Unimog-Club Gaggenau e. V. – Stellenausschreibung

     

    Bei der nächsten Mitgliederversammlung im November 2019 muss im Unimog-Club Gaggenau e. V. das Amt des Schriftführers neu besetzt werden. Johannes Behringer ist beruflich nach London gezogen, weshalb er diese Vereinsaufgabe leider nicht mehr weiterführen kann.

    Somit ist der Verein auf der Suche nach einem Nachfolger / einer Nachfolgerin. Um einen besseren Einblick in die Tätigkeit zu bekommen, haben wir unten stehend die Aufgaben aufgelistet:

    • Protokollieren von Versammlungen/Sitzungen
    • Vor- und Nachbereitung von Unterlagen für die jährliche Mitgliederversammlung
    • Öffentlichkeitsarbeit / Pressearbeit / Unterstützung des Heft´l-Redakteurs

    Was wir von unserem neuen Vorstandskollegen / Vorstandskollegin erwarten:

    • Begeisterung für den Unimog
    • Interesse, aktiv an der Weiterentwicklung des Vereins mitzuwirken
    • Identifikation mit den Werten und Zielen des Vereins
    • Teamfähigkeit
    • Kenntnisse im Umgang mit dem PC
    • gute Deutschkenntnisse

    Wenn Sie sich angesprochen fühlen und bereit sind, einen ehrenamtlichen persönlichen Beitrag zu leisten, melden Sie sich bei einem Mitglied der Vorstandschaft oder in der Geschäftsstelle. Wir sind gerne bereit, anfällige Fragen diesbezüglich zu beantworten.

    Tel. +49 (0) 7222 8089938 –  +49 (0)173 5672328 –   info@unimog-club-gaggenau.de

  • Das besondere Museumserlebnis: Fahrzeugmuseum Marxzell

    Wer das Unimog-Museum in Gaggenau besucht, dem empfehle ich auch einen Besuch des Fahrzeugmuseums im etwa 20 Kilometer entfernten Marxzell. Eine abwechslungsreiche Straße führt über das Fachwerkdorf Michelbach – ein Halt lohnt sich – über den kleinen Wallfahrtsort Moosbronn nach Marxzell.

    Dort erwartet den Besucher ein besonderes Museumserlebnis, wie der Prospekt verspricht. Auf über 3.600 Quadratmeter, die man beim Eintritt nicht vermutet, kommt man in das Land „Kunterbunt“.  Es gibt dort über 140 Autos, 170 Motor- oder Zweiräder, 23 Traktoren, 16 Feuerwehrautos und viele weitere historische Raritäten zu entdecken.

     

    Daneben gibt es fast nichts Nostalgisches, das es hier nicht zu sehen gibt. Irgendwie fühlt man sich in einen riesengroßen Flohmarkt versetzt. Doch bei näherem Hinschauen entdeckt man insbesondere allerlei Fahrzeugraritäten. Manche haben einen Wert im sechsstelligen Eurobereich. So beispielsweise ein Bianchi von 1926.

    Auch Filme aus der Zeit, als das Auto laufen lernte, können angesehen werden. Lacher sind garantiert.

    Mich persönlich haben ein altes Feuerwehrfahrzeug von BENZ-Gaggenau aus dem Jahr 1919 und ein wunderschönes Underberg-Emailleschild von den Eisenwerken Gaggenau besonders angesprochen. So hat sicher jeder Besucher seine indivieuellen Erlebnisse. Es lohnt sich, etwas Zeit mitzubringen. Die zwei Stunden, die ich dort verbracht habe, waren zu wenig. Ich werde wieder hinfahren.

    Michael Wessel

    Weitere Informationen: www.fahrzeugmuseum-marxzell.de

  • Vor 100 Jahren in Gaggenau: Die Vorgänger des Unimog und MB-trac

    BENZ-GAGGENAU Straßenzugmaschine 1920 vor der Verwaltung der Benzwerke

    Der Benz-Gaggenau Landtraktor – Vorgänger des Unimog und MB-trac

    Vor 100 Jahren wurden in Gaggenau Traktoren gebaut

    Gaggenau – Ein universell einsetzbares Motorgerät für die Land- und Forstwirtschaft entwickelte eine kleine Gruppe von Ingenieuren und ein Diplom-Landwirt gleich nach dem Zweiten Weltkrieg. Es sollte den bekannten Schleppern sowohl technisch als auch im Komfort für den Fahrer und Beifahrer überlegen sein. Und vor allen Dingen: Es sollte helfen, den Hunger der Bevölkerung zu lindern. Das Ergebnis war bekanntermaßen der Unimog.

     

    Prospekttitel für den BENZ-GAGGENAU Traktor von 1921

    In einem Prospekt ist zu lesen: „Die Nutzung der Bodenfläche zur Erzeugung von Feldfrüchten, vornehmlich für die Zwecke der Ernährung, steht heute mehr als je im Vordergrund des Interesses. Die Hungersnöte, die in allen Ecken herrschten und herrschen, der Mangel an gewissen lebenswichtigen Rohstoffen sind ein warnendes Zeichen.“ Aber diese Sätze stehen nicht in einem frühen Unimog-Prospekt sondern in einem Prospekt von 1921 für den Benz-Gaggenau-Traktor.

    Mit der Entwicklung zweier Friedensprodukte, einem Landtraktor und einer Straßenzugmaschine wurde Oberingenieur Berger beauftragt. Dabei galt es, Komponenten der nach dem Kriege neu entwickelten Lastwagen zu verwenden.

    Titel eines weiteren Prospektes aus dem Jahr 1921 für den BENZ-GAGGENAU Traktor

    Der Landtraktor konnte nach kurzer Entwicklungszeit bereits 1920 angeboten werden. Er hatte den aus dem 5-Tonnen-Lastwagen stammenden Vierzylindermotor S 120 mit 40 PS. Eine weitere Parallele zum späteren Unimog und MB-trac war das verkleidete Fahrerhaus mit einer gepolsterten Sitzbank – bei den damaligen Traktoren unüblich.

    In dem Prospekt von 1921 ist zu lesen: „Die Benzwerke Gaggenau, welche diese Maschine herstellen, konnten die Erfahrung eines Vierteljahrhunderts im Auto-Lastwagen-Bau bei der Konstruktion des Traktors nutzbar machen. Durch verständnisvolle Abänderung wurde der schwere Arbeitswagen zu einem Universal-Werkzeug für die Landwirtschaft, dem Traktor, entwickelt, der seine Besitzer zum souveränen Herrn der Wirtschaft macht.“ Und später heißt es weiter: „Pflug und Kultivator, Walze und Egge, Sämaschine und Heuwender, Mähmaschine, Garbenbinder und Rübenheber, alle die unentbehrlichen Werkzeuge des Landmannes zieht das starke Tier aus Stahl unermüdlich.“ Angepriesen wird weiter, dass durch eine Riemenscheibe eine Dreschmaschine, eine Mühle oder ein Steinbrecher angetrieben und sogar Strom erzeugt werden kann. Auch die frühen Unimog-Modelle konnten mit solch einer Riemenscheibe ausgestattet werden.

    In einem weiteren Prospekt wird zudem damit geworben, dass durch den Einbau einer Seilwinde die Verwendbarkeit des Traktors erhöht wird. „Unimog, ich höre dich grüßen!“

    Schmunzeln muss man auch bei der Aussage: „Für den Verkehr abseits der Kunststraße, das heißt für das Befahren nicht befestigter Wege, ist der Benz-Gaggenau-Traktor das lange gesuchte Fahrzeug. Als Zubringer für das Baumaterial und zur Abfuhr der ausgehobenen Erde, bei Kanalbauten, beim Bau von Staubecken und Straßen leistet er alles das, was sonst der Feldbahn überlassen werden muß. Dieser gegenüber ist er durch den Wegfall des Schienenweges mit allen seinen manchmal unerwünschten Folgen und großem Kapitalaufwand überlegen.“

     

    BENZ-GAGGENAU Straßenzugmaschine in Werksnähe bei der Einmündung der Sulzbacher Straße in die Hauptstraße Ottenau

    Die Benz Gaggenau Straßenzugmaschine

    Für den schnellen Massentransport ohne Schienen wurde ab 1921 eine Straßenzugmaschine mit vier gleich großen Rädern angeboten, die ebenfalls mit dem Vierzylindermotor S 120 – allerdings mit 50/55 PS – ausgestattet war. In einem Prospekt werden ihre Vorzüge wie folgt beschrieben: „Die Bewältigung der Massentransporte ist ein Problem, an dessen Lösung die ganze Volkswirtschaft in hervorragendem Maße interessiert ist. Diejenige Einrichtung, welche heute beinahe das Monopol auf diesem Gebiet hatte, nämlich die auf eigenen Wegen verkehrende Eisenbahn, erfüllt ihre Aufgabe aus verschiedenen Gründen unzureichend.“ Auch diese Aussage kommt uns heute bekannt vor.

     

    Der Gaggenauer Landtraktor wurde zwar 1925 noch mit einem 50-PS Diesel-Motor ausgestattet. Aber im Zusammenhang mit der Fusion zwischen Daimler und Benz gab man hier sowohl die Produktion des Landtraktors als auch der Straßenzugmaschine noch im gleichen Jahr auf.

     

    Gaggenauer Artillerie-Schlepper 1917 – Auch Erfahrungen aus dessen Bau konnten in die Neuentwicklungen einfließen

    Eine leicht gekürzte Fassung dieses Berichts erschien im Badischen Tagblatt vom 12. August 2019

    Text und Repros: Michael Wessel

    Ausführliche Informationen zum Benz-Gaggenau Traktor und zur Straßenzugmaschine in: Traktoren der Daimler AG, Vom Motorpflug bis zum Unimog und wie der Stern auf den Acker kam; Werner Schmeing, Hans-Jürgen Wischhof, Frankfurt 2009

     

  • Unimog-Museum: 500.000ster Besucher

     

    Geschäftsführerin Hildegard Knoop freut sich mit den Brüdern Georg (links) und Dr. Peter Kohlhas über den 500.000. und 500.001. Museumsbesuch.

    Dr. Peter Kohlhas und sein Bruder Georg werden mit einer Flasche Unimog-Whiskey und zwei Museumspässen überrascht

    „Nur schnell mal ins Museum, Unimog anschauen“ wollte der Baden-Badener Kieferorthopäde Dr. Peter Kohlhas mit seinem Bruder Georg, der aus Groß-Umstadt zu Besuch war. „Muss ich mir da was Passendes anziehen?“ fragte der. Für ihn war es der erste Besuch im Museum, für Bruder Peter der achte oder neunte. Schon lange überlegt das UCG-Mitglied, sich einen Unimog oder einen „G“ zuzulegen – „in meinem Freundeskreis haben schon alle einen“ – aber zur Zeit fehlt es an Platz und auch an Zeit, sich um das Fahrzeug zu kümmern.

    Wenn die beiden gewusst hätten, dass sie Besucher Nr. 500.000 und 500.001 sind und damit nicht nur etwas geschenkt bekommen, sondern auch „mit aufs Foto“ müssen, hätte sich Georg Kohlhas das mit der Garderobe vielleicht noch einmal überlegt. Für Geschäftsführerin  Hildegard Knoop waren beide aber allemal „passend“ genug. Sie überreichte dem einen eine Flasche edelsten Unimog-Whiskeys  vom Bodensee und dem anderen zwei Museumspässe, mit denen die beiden ein Jahr lang sämtliche 320 Mitgliedsmuseen des deutsch-französisch-schweizerischen MuseumsPASSMusées kostenlos besuchen können. Denn 500.000 Besucher in 13 Jahren und zwei Monaten – das ist schon etwas ganz Besonderes.

    Noch etwas, was  aufmerksamen ZeitungsleserInnen aufgefallen sein mag: Dass so bald nach der 450.000 Besucherin im Februar 2019 schon der 500.000. Besucher im Unimog-Museum begrüßt werden kann, liegt nicht daran, dass im halben Jahr dazwischen ganz außerordentliche Besucherrekorde aufgestellt worden wären, sondern dass aufgrund einer Panne in der elektronischen Erfassung die 30.143 Museumsbesucher des Jahres 2006 lange Zeit „vergessen“ waren. Aber die wurden zwischenzeitlich wieder hinzu addiert – sehr zur Freude aller!