mikewessel

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  • Unimog 1650 als mobiles Trinkwasserlabor in Namibia

     

    Der Unimog 1650 wurde zum mobilen Labor aufgerüstet

    Ein Unimog 1650, den die Schüßler Unimog GmbH im Jahr 2017 überarbeitet und nach Namibia verkauft hat, leistet dort als mobiles Trinkwasserlabor äußerst wertvolle Arbeit bei der Erschließung eines neu entdeckten gewaltigen Grundwasserreservoirs. Es ist eine Erfolgsgeschichte, zu der der Unimog seinen Teil beiträgt. Gilt doch Namibia als das trockenste Land südlich der Sahara. Hinzu kommt, dass man sich als Folge des Klimawandels immer weniger auf den ohnehin schon wenigen Regen verlassen kann.

    Zu sehen ist der Unimog in einem Dokumentarfilm von Terra X mit dem Titel „Abenteuer Namibia“. Dieser wird am Sonntag, 21. Juni, 19.30 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Einfacher ist es, ihn jetzt schon in der Mediathek des ZDF unter

    https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/abenteuer-namibia-102.html

    zu betrachten. Auch wenn der Unimog nur in Minute 27:53 und 29:32 kurz zu sehen ist, so ist dieser Film es wert, ihn von Anfang an anzuschauen. Namibia ist ein Land voller Gegensätze mit extrem unterschiedlichen Landschaften und einer reichen Tierwelt, ein Diamant Afrikas.

    Michael Wessel

    Hier noch weitere Bilder von den Dreharbeiten. Auch das Team von Terra X war vom Unimog begeistert.

  • Vor 30 Jahren wurde der MB-trac 1800 vorgestellt

    Mercedes-Benz MB-trac 1800 Intercooler, Studioaufnahme. Der leistungsstärkste MB-trac debütiert 1990. Daimler
    Mercedes-Benz MB-trac 1800 intercooler, studio shot. The most powerful MB-trac debuted in 1990.

    Der Traum vieler Traktor-trac-Fans: MB-trac 1800

    Auf der Messe Nordagrar in Hannover wurde vom 13. bis 17. Juni 1990, also vor 30 Jahren, erstmals das Top-Modell der MB-trac-Baureihe, der MB-trac 1800, vorgestellt. Dank seines Sechszylinder-Motors OM 366 mit Ladelüftung bringt er stolze 180 PS auf den Acker, war damals ein Gigant unter den Ackerschleppern und ist noch heute der Traum vieler MB-trac-Fans. Dies sicher auch, da weniger als 200 dieser Top-Modelle hergestellt wurden und hier in Gaggenau die Produktion des MB-trac bekanntermaßen 1991 auslief. Heute wird ein gut erhaltener MB-trac 1800 über dem Neupreis gehandelt.

    Nach den Vorstellungen des Gaggenauer Gustav Krettenauer, wurde der technisch mit dem Unimog verwandte MB-trac ab 1967 entwickelt. Nach einer zwischenzeitlichen Einstellung des Projekts wurde das erste Modell, der MB-trac 65/70, im Jahr 1972 auf der Messe der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Frankfurt vorgestellt. Das Publikumsinteresse war so groß, dass Gaggenauer Werkschutzmitarbeiter angefordert werden mussten, um den Einlass zur Halle zu begrenzen. Noch auf der Messe wurden rund 350 Bestellungen aufgegeben.

    Die Nachfrage führte in den nächsten zwei Jahrzehnten zur Entwicklung einer großen Bandbreite unterschiedlicher MB-trac. Aber nicht ausreichende Gesamtstückzahlen führten 1987 zur zwangsweisen Zusammenarbeit mit dem Hauptwettbewerber Klöckner-Humboldt-Deutz mit dem Ziel einer gemeinsamen Entwicklung und eines gemeinsamen Vertriebs. Dieses Projekt war letztlich nicht erfolgreich und so lief 1991 der letzte MB-trac vom Gaggenauer Montageband.

    Im Unimog-Museum kann der letzte in Gaggenau gebaute MB-trac 1800 in der Sonderlackierung „Black Edition“ bewundert werden. Foto: Wessel

     

     

  • Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Karlsruhe für das Unimog-Museum

    Übergabe des Unimog 1300 L. Gerätewart Robin Doll und Abteilungskommandant Oliver Doll der Abteilung Stuperich, technischer Leiter des Unimog-Museums Karl-Josef Leib, Leiter der Kfz-Werkstatt der Branddirektion Reiner Weber, Abteilungsleiter Technik der Branddirektion Karlsruhe Oberbrandrat Andreas Telpl und Geschäftsführerin des Unimog-Museums Hildegard Knoop.

    Das Unimog-Museum freut sich über eine Dauerleihgabe eines Unimog-Tanklöschfahrzeugs der Feuerwehr Karlsruhe

    Ein voll ausgestattetes Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 8/18 auf einem Unimog 1300 L gehört ab sofort zum Bestand des Unimog-Museums in Gaggenau. Die Feuerwehr Karlsruhe mustert nach und nach die vorhandenen Unimog-Einsatzfahrzeuge aus, da die Notwendigkeit der extremen Geländetauglichkeit für Feuerwehrfahrzeuge durch die fortschreitende Erschließung der Wege in Karlsruhe nicht mehr gesehen wird.

    Während drei der vier Tanklöschfahrzeuge verkauft wurden, kam der Karlsruher Stadtrat dem Wunsch des Unimog-Museum e.V. nach und stellt nun das bei der Abteilung Stupferich stationierte Fahrzeug als Dauerleihgabe dem Verein kostenlos zur Verfügung.
    „Dieser besondere Unimog schließt eine Lücke im Bestand des Museums und reiht sich perfekt in die bereits vorhandenen Feuerwehr-Unimog ein,“ fasst Karl-Josef Leib, der technische Leiter des Museums, zusammen.
    Die Betreiber des Unimog-Museums haben große Pläne mit dem Fahrzeug. Einerseits sollen Feuerwehrgruppen in Trainings ihr Know-how prüfen und verbessern können. Andererseits wird es im erweiterten Unimog-Museum eine Ausstellungsinsel zum Thema „Unimog im Feuerwehreinsatz“ geben, auf der der U 1300 L präsentiert werden wird.
    Die Übergabe des Unimog erfolgte am 16. Juni 2020 durch den Abteilungsleiter Technik der Branddirektion Karlsruhe, Oberbrandrat Andreas Telpl. Er wurde vom Leiter der Kfz-Werkstatt der Branddirektion Reiner Weber begleitet sowie dem Abteilungskommandanten Oliver Doll und dem Gerätewart Robin Doll der Abteilung Stupferich.
    Auch wenn der Abschied von „ihrem“ Fahrzeug den Beteiligten sichtlich schwerfiel, sind sie mit der Entscheidung des Stadtrats sehr zufrieden, denn sie wissen, dass das 35 Jahre alte Tanklöschfahrzeug in gute und vor allem erfahrene Hände kommt und dass die vielen Einsätze und Geschichten rund um den Unimog im Museum gewürdigt und weitererzählt werden.

    Pressemeldung Unimog-Museum 16. Juni 2020

     

  • Das Abenteuer seines Lebens: Als Teil einer extremen Expedition fährt Daniel Müller mit Unimog zum Höhenweltrekord

    Erstveröffentlichung im Badischen Tagblatt vom 22. Februar 2020

    Dem Werkstattleiter des Unimog-Museums, Daniel Müller, Jg. 1985, kommt es manchmal noch wie ein Traum vor: In einem achtköpfigen Expeditionsteam von EXTREM-EVENTS gelang es ihm, mit zwei hochmodernen, 231 PS starken Unimog den Höhenweltrekord für Radfahrzeuge zu brechen. Unter Extrembedingungen erreichten sie am 13. Dezember 2019 mit einem der beiden Unimog am Vulkanberg Ojos del Salado in Chile eine Höhe von 6.694 Metern. Der alte Weltrekord mit 6.675 Metern aus dem Jahr 2014 stammte von einem Mercedes-Benz Zetros. Überglücklich war Daniel Müller, als er bei der Rückkehr in Copiapo endlich mal wieder ausgiebig duschen konnte. Danach musste er feststellen, dass aufgrund der andauernden Kälte an zwei Zehen die Nervenenden abgefroren waren.

    Daniel Müller

    Als Daniel Müller im Frühjahr 2019 gefragt wurde, ob er als Technikexperte das Expeditionsteam begleiten würde, war ihm sofort klar, dass dies eine besondere Herausforderung werde. Intensiv studierte er Fachliteratur zu den Bedingungen in der vorgelagerten Atacama-Wünste und zum noch aktiven Vulkanberg.

    Und er fragte sich, ob es die Serien-Fahrzeuge mit der heutigen Technik unter Extrembedingungen mit wenig Luft-Sauerstoff und bei Minustemperaturen um die 25 Grad bewältigen können.

    Aber nur kleine Modifikationen waren nötig. Auffällig die besondere Halterung des Reserverads, die vor dem Unimog herausragt. Die 300 Kilogramm des Rads bringen so bei der steilen Bergauffahrt mehr Gewicht auf die Vorderachse.

     

    Wo einem der Schwefel den Atem raubt

    Und obwohl Daniel Müller als aktiver Sportler insbesondere Triathlon betreibt, nutzte er seinen Sommerurlaub für Fahrten mit dem Rennrad über Pässe am Gardasee, und er unternahm dort lange Wanderungen im Gebirge. Nicht nur die Fahrzeuge, auch er sollte optimal vorbereitet sein.

    Vor Ort in Chile wurde Daniel Müller schnell klar, dass die Teamzusammensetzung passte – ein weiterer wesentlicher Faktor für den späteren Erfolg.

    Rückblickend schwärmt Müller: Die Unimog liefen problemlos, wenn auch mit reduzierter Leistung wegen fehlenden Sauerstoffs. Dabei bewährte sich das in Gaggenau gebaute Getriebe UG 100 mit seiner Möglichkeit, 16 Vorwärtsgänge stark untersetzt zu fahren. Gerade diese feine Gangabstufung war laut Müller ein weiterer Erfolgsfaktor.

    Bei über 6.500 Metern wurde aber für die Teammitglieder jeder Schritt zur Belastung, musste doch immer wieder ausgestiegen werden, um die optimale Route zu bestimmen, Felsbrocken aus dem Weg zu wuchten oder Stangen zur Befestigung der Seilwinden in den vereisten Boden zu treiben.

    Oben angekommen, zischte und fauchte der Vulkan – es herrschte ohrenbetäubender Lärm. Hinzu kam das Gefühl, dass der Schwefel in der Luft den letzten Rest Sauerstoff beim Atmen nahm.

    Dankbar ist Daniel Müller, dass er bei seiner Familie und im Unimog-Museum einen großen Rückhalt hatte. Und er ist auch etwas stolz, dass er durch diese Expedition wieder einmal Werbung für die besondere Leistungsfähigkeit des Unimog machen konnte. Augenzwinkernd sagt er: „Es war das Abenteuer meines Lebens – doch wer weiß, was noch kommt?“

     

    Auf Youtube und im Museum

    Auch Dank des Einsatzes von Drohnen, die im Gegensatz zu Hubschraubern in solch extremer Höhe fliegen können, entstand zum Unimog-Höhenweltrekord ein Video, das mit dem Titel „Mercedes-Benz Unimog High Altitude World Record …“ auf www.youtube.de/unimogcommunity ausgewählt werden kann.

    Einer der Unimog ist bei der Sonderausstellung „Der Unimog im Gebirge“ ab 26. April im Unimog-Museum zu sehen.

  • Die besonderen Unimog-Prospekte von 1953 und 1955

    Der Faltprospekt von 1953 mit Mercedes-Stern und Ochsenkopf

    1953 warb der Unimog-Vertrieb mit einem besonders reizvollen Faltprospekt für sein „Allzweckgerät der Land- und Forstwirtschaft“. Auf dem Titel ist sowohl dominant der Mercedes-Stern als auch noch etwas kleiner der Ochsenkopf zu sehen. In den Leerflächen des Sterns werden drei landwirtschaftliche Unimog-Anwendungen vorgestellt. Und obwohl keine Drucknummer vorhanden ist, kann eine Herausgabe im Jahr 1953 angenommen werden, denn da erhielt der Unimog für seine neuen 401 und 402 erstmals den Stern zusätzlich zum bisherigen Markenzeichen Ochsenkopf. Der Ochsenkopf prangt zudem noch oberhalb einer Beschreibung der Vorteile des Unimog.

    Reizvolle Silhouetten werben für den Ganzjahreseinsatz in der Land- und Forstwirtschaft

    Im Innenteil wird der Ganzjahreseinsatz in der Land- und Forstwirtschaft mit einer großen Zahl an Silhouetten eindrucksvoll vorgestellt. Hinzu kommen Strichzeichnungen, die die alternative mühevolle Handarbeit skizzieren.

    Die Auflage von 1955 ohne Ochsenkopf und mit einer anderen Darstellung des Fahrers und der Anbaugeräte im unteren Teil.

    Wohl 1955 erschien eine weitere Ausgabe. Da fehlt allerdings auf der Vorderseite der Ochsenkopf und bei genauem Hinsehen fällt auf, dass der Fahrer eine andere Sitzhaltung einnimmt. Auch die Anbaugeräte sind nicht identisch mit dem Prospekt von 1953. Im Innenteil wurde die Reihenfolge der Silhouetten und Strichzeichnungen verändert. Und jetzt prangt ein Mercedes-Stern oberhalb der Beschreibung der Vorteile des Unimog.

    Die Reihenfolge der Silhouetten wurde – auswelchem Grund auch immer – teilweise verändert.

     

    Der frühere langjährige Vorsitzende des Unimog Veteranen Club, Wilfried Scheidemann, hat in seinem Katalog diesem Prospekt die Nummer B 20 gegeben und auch erwähnt, dass es dazu eine Version mit dem Aufdruck „Jetzt auch Unimog 30 PS“ gibt.

    Michael Wessel

     

    Der Aufdruck auf dem Prospekt von 1955.

  • Vor 50 Jahren vorgestellt: Unimog mit Lkw-Fahrerhaus

    Einen Tag vor Heiligabend 1969 wird dieser Unimog 416 mit Lastwagen-Fahrerhaus vorgestellt

    Der Versuch mit einem ganz anderen Unimog-Aussehen

    Vor 50 Jahren: Traditionsfahrzeug mit klassischem Lkw-Fahrerhaus ausgestattet

    Am 23. Dezember 1969 wurde ein ganz besonderer Unimog vorgestellt. Auf den ersten Blick sah er aus wie ein Lastwagen von Mercedes-Benz. Die Typenbezeichnung 416 war nur vom Unimog her bekannt. Über die Versuchsphase kam dieser Zwitter aber nie hinaus.

    In der Vorbereitung einer neuen Unimog-Generation waren bereits 1968 Überlegungen angestellt worden, den für Laien unvorstellbar hohen Aufwand für die Entwicklung und Legalisierung sowie die hohen Werkzeugkosten von neuen Fahrerhäusern zu vermeiden. Daher wollten die Verantwortlichen in der Entwicklung auf bereits vorhandene Fahrerhäuser aus dem Lastwagenbereich von Daimler-Benz zurückgreifen. Und somit wurden im Gaggenauer Unimog-Versuch Fahrgestelle des Unimog 416 mit dem Wörther Lkw-Fahrerhaus 314 ausgestattet. Entscheidend für die Auswahl des Lkw-Fahrerhauses 314 war dabei ursprünglich die Einschätzung, dass dieses Fahrerhaus auch eine dreisitzige Ausführung möglich machen würde. Erste Überlegungen gingen dahin, dieses Fahrerhaus als „Komfortfahrerhaus“ in die bereits vorhandene Unimog-Serie zu übernehmen, da seinerzeit die Erwartungen an den Fahrkomfort ständig gestiegen waren. Eine dreisitzige Version ließ sich jedoch bereits in der Entwicklungsphase nicht umsetzen. Aber immerhin konnten zwei komfortable Einzelsitze – auch als Schwingsitze – untergebracht werden. Ebenfalls für den Laien kaum nachvollziehbar waren die vielen Änderungen am Fahrerhaus und am Fahrgestell, die notwendig wurden, damit das Fahrzeug einen Tag vor Heiligabend 1969 der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte, um anschließend die Reaktion des Markts besser einschätzen zu können. Im April 1970 wurde dann ermittelt, dass für eine Serienfertigung Investitionen in Höhe von mehr als zwei Millionen D-Mark erforderlich werden und somit die Mehrkosten je Unimog 416 mit Lkw-Fahrerhaus rund 1000 DM betragen würden.

    Nur der Schriftzug UNIMOG verrät, dass es sich um ein besonderes Fahrzeug handelt

    Hans Westemeyer aus Bad Rotenfels, seinerzeit für das Thema Fahrerhäuser im Unimog-Bereich verantwortlich, erinnert sich: „Man kam nicht über das Versuchsstadium hinaus. Es zeigte sich, dass mit diesem Frontlenker-Unimog nur auf der Straße gefahren werden konnte. Ein paar Jahre lang wurde noch rumexperimentiert – eine Serienreife erreichte das Fahrzeug nicht!“ Bei der Produktionsaufnahme des Unimog im Jahr 2002 in Wörth wurden nach einer Bereinigung der Angebotspalette nur noch zwei Baureihen montiert: der Geräteträger 405 und der hochgeländegängige 437. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach einem kleineren Unimog wurde dann doch ab 2007 der Leichte Geräteträger U 20 angeboten. Wegen des weiter gestiegenen Aufwands für die Entwicklung, Legalisierung und Produktion eines eigenen Fahrerhauses entschied man sich für das des in Brasilien gebauten Lkw Accelo. Nur bis 2014 war der Unimog 20 im Produktionsprogramm.

    Michael Wessel

    Badisches Tagblatt vom 23. 12. 2019

    Fotos: Daimler AG

    Ansicht der Beifahrerseite

  • Weitere Geschenktipps für den Unimog-Fan

    Zwei weitere Geschenktipps für den Unimog-Fan

    Am 27. November haben wir hier in der unimog-community bereits einige Vorschläge für Weihnachtsgeschenke für den Unimog-Fan gemacht. Hier zwei druckfrische Ergänzungen:

    101 Dinge, die man über UNIMOG wissen muss

    Das Handbuch zum UNIMOG

    Carl-Heinz Vogler

     

    Rückentext: Warum setzten die Pioniere der US-Army den deutschen Unimog ein? Wie war es möglich, den Unimog in Argentinien zu bauen? Wem ist bekannt, dass es schon vor 20 Jahren einen Unimog mit Elektro-Antrieb gab? Die technische Errungenschaft in der Entwicklung des Unimog, Rekorde, Unbekanntes, Extremes und Kuriositäten werden vorgestellt. Wagen Sie eine Reise durch die Besonderheiten und Geheimnisse aus der Geschichte der Alleskönner. Informativ und unterhaltsam erlebt man 101 Aha-Erlebnisse zum UNIMOG.

    Carl-Heinz Vogler war nach seinem Studium der Fahrzeugtechnik in Ulm ab 1974 bei der Daimler-Benz AG in Gaggenau beschäftigt. Als Konstrukteur beauftragte man ihn mit der Entwicklung des MB-trac-Fahrerhauses sowie mit Detailänderungen an den Baureihen 411, 421 und 406. Von 1993 bis 2011 war Vogler als Chefredakteur des »Unimog-Heft’l« des Unimog-Clubs Gaggenau. Er ist zudem erfolgreicher Buchautor.

    192 Seiten, ca. 120 Abbildungen, Format 12,0 x 18,5 cm, Klappenbroschur mit Fadenheftung

    14,99 €

     

    UNIMOG-Spezial des Unimog-Club Gaggenau zum

    Unimog 404.1 als Feuerlöschfahrzeug LF 8-TS

    Hans-Jürgen Schöpfer

    Werner Vögele

     

    In Zusammenarbeit zweier Unimog-Experten ist eine informative Broschüre zum Unimog 404.1 als Feuerlöschfahrzeug LF 8-TS entstanden. Und diese ist ganz sicher nicht nur für die Besitzer dieses Fahrzeugs von Interesse.

    Schöpfer befasst sich schon seit 55 Jahrzehnten mit der Feuerwehrtechnik und hat dazu mehrere Veröffentlichungen herausgebracht. Vögele interessierte sich ursprünglich auch in erster Linie für die Feuerwehrtechnik, verlagerte seinen Interessenschwerpunkt nach dem Kauf eines Unimog 404-S mit Bundeswehrkoffer aber auf das Trägerfahrzeug. Heute ist er anerkannter Fachmann für den Unimog-S.

    Im ersten Teil des Sonderheftes wird die Frage „Wie entstand der Unimog-S?“ beantworte. Dann folgt eine sehr umfangreiche Dokumentation zum Trägerfahrzeug Unimog-S. Dem sich die Beschreibung des Löschfahrzeugs LF 8-TS anschließt. Dank akribischer Kleinarbeit beider Autoren konnten die heutigen Standorte der Besitzer ausfindig gemacht und dokumentiert werden. Selbst zwei Konkurrenten und „nahe Verwandte“ mit dem Stern werden mit dem LF 8-TS verglichen. Und weil beide Autoren begeisterte Sammler von Modellen sind, ist dem Thema „Miniaturnachbildungen des LF 8-TS“ eine Seite gewidmet.

    68 Seiten, DIN A 4

    15 €

     

     

    Außerdem, wie im Newsletter Dezember bereits bekanntgemacht:

    In überarbeiteter dritter Auflage ist auch das UNIMOG-Spezial zum 411 wieder erhältlich.

    Die Links zum Bestellen sind unterstrichen.

  • Sensation zum Jahresabschluss 2019: Zwei Unimog auf dem Vulkanberg Ojos in Chile!

    Spektakuläre Expedition in extremen Höhen des Vulkanbergs Ojos in Chile – Daniel Müller vom Unimog-Museum ist mit dabei

    Anderthalb Jahre hat die Vorbereitung gedauert – dann startete Mitte November ein zehnköpfiges Expeditions-Team von EXTREM EVENTS – acht Männer und zwei Frauen unter Leitung von Matthias Jeschke –  nach Chile und in die Atacama-Wüste, um dort in der Umgebung des Vulkanbergs Ojos del Salado ein System von vier Notfunkeinheiten in den Höhenlagern des Berges zu installieren. Sie bestehen jeweils aus Funkgerät, leistungsstarkem Akku, Solarpowersystem, Funkrichtantenne sowie einem Außenmast mit Signallampe. Im Notfall kann später über jede der vier Einheiten eine Funkverbindung zu den drei weiteren Basislagern des Ojos del Salado hergestellt werden. Mit diesem System soll die Sicherheit sowohl für Bergsteiger als auch Wissenschaftler der Universität de Atacama, die den Vulkan und das Gletschersystem des Berges erforschen, entscheidend verbessert werden.

    Auf dem Weg zum Einsatzort

    Die Herzstücke der „High Altitude Truck Expedition“ sind zwei speziell für die Expedition konfigurierte und top ausgestattete Unimog 5023, die sämtliches Expeditionsequipment: Spezialausrüstung, die vier Notfunkeinheiten, Satellitentechnik, Essensvorräte für fünf Wochen, 1.800 Liter Frischwasser, 1.500 Liter Dieselkraftstoff und 600 Liter Benzin transportieren.

    Werkstattleiter Daniel Müller

    Und hier kommt das Unimog-Museum ins Spiel. Die beiden Unimog wurden im Sommer in der Werkstatt des Museums vom Werkstattleiter Daniel Müller für die Expedition um- und ausgebaut. Und mehr noch: Daniel Müller ist als Team-Techniker bei der Expedition mit dabei.

    Nach allmählicher Akklimatisation von 3.500 bis auf 6.100 Metern und Installation der ersten drei Einheiten ist es dem achtköpfigen Kernteam am 7. Dezember gelungen, das Höhenlager Amistad auf 6.100 Metern mit beiden Unimog 5023 zu erreichen und am Folgetag dort die vierte und letzte Notfunkeinheit einzurichten.

    Beide Fahrzeuge haben laut Expeditionsleiter Jeschke „die extrem steile sowie felsige Passage dank bester Technik, austariertem Schwerpunkt und genialer Reifentechnik bewältigt und das Material und  die Ausrüstung auf die enorme Höhe transportiert. Zu keinem Zeitpunkt weltweit motorisierter Höhenexpeditionen haben zwei Trucks gleichzeitig eine solche Höhe erreicht.“

    Zurzeit ist das Expeditionsteam dabei, ein Höhenlager auf 6.400 Meter direkt am Gletscherrand des Ojos del Salado zu errichten, denn ein vierköpfiges Team von Wissenschaftlern der Universität de Atacama  wird erwartet. Gemeinsam mit ihm wird man zur Entnahme von Gesteinsproben in den Hauptkrater vorstoßen.

    Das Team ist laut Matthias Jeschke „wohlauf, hochmotiviert und trotz Kälte, Sand, Eis und extrem dünner Luft voll fokussiert, denn sämtliche Technik funktioniert bisher einwandfrei, die Fahrzeuge in Kombination mit den Reifen und Aufbauten sind eine wahre Freude im extremsten möglichen off-road Einsatz.“

    Das gesamte Team des Unimog-Museums ist stolz, aber vor allem unendlich erleichtert zu lesen und zu sehen, dass alle Teilnehmer wohlauf sind. Die Akteure werden vor Weihnachten zurückerwartet.

    Pressemeldung des Unimog-Museums vom 13. Dezember 2019

  • Die Unimog-Gerätehandbücher ab 1955

    Geballte Ladung an Informationen

    Die Gerätehandbücher von 1955 geben einen hervorragenden Überblick zum Einsatz des Unimog in der Landwirtschaft sowie in der Forstwirtschaft und im Gewerbe

    Deckblatt des UNIMOG-Gerätehandbuchs Landwirtschaft von 1955

    Auf den ersten Blick sieht er unscheinbar aus, der dunkelgrüne Kunststoff-Ordner. Aber er hat immerhin eine Prägung mit dem Mercedes-Stern und den Schriftzügen UNIMOG und GERÄTEHANDBUCH. Innen wird dann schnell klar, dass es sich um ein geballtes Paket wichtiger Informationen zu den in der Mitte der 1950er Jahre für den Einsatz mit dem Unimog freigegebenen Geräte für die Landwirtschaft handelt. Jedes geprüfte und freigegebene Gerät wir auf einer Doppelseite einheitlich dokumentiert. In vielen Fällen ist noch der passende Prospekt oder die Preisliste beigegeben. Mehr als drei Kilogramm wiegt das Werk.

    Die Dokumentation der einzelnen Geräte beginnt auf der Vorderseite bei der Lieferfirma und der Gerätebezeichnung. Dann folgen die Art des Anbaus, der Lieferumfang der Normalausführung und eventueller Sonderausrüstungen, die technischen Daten und die Leistungsdaten sowie der Leistungsbedarf des Geräts bis hin zur eventuellen Betriebsdrehzahl der Zapfwelle. Auf der Rückseite ist zunächst vermerkt, für welche Unimog-Typen die Freigabe erfolgte und welche Sonderausrüstungen er haben muss. Es folgt der Anwendungsbereich und gegebenenfalls die Kombinationsmöglichkeit mir anderen Geräten. Es folgen besondere Hinweise, die insbesondere die Beleuchtung, die Transportgeschwindigkeit und andere Sicherheitsaspekte betreffen. Die Dokumentation schließt mit Hinweisen auf vorhandene Betriebsanleitungen, die Ersatzteilbeschaffung, den Kundendienst sowie eventuelle technische Rundschreiben ab. Was nach heutigen Gesichtspunkten fehlt, sind das Freigabedatum und zumindest ein Kurzzeichen des Verantwortlichen.

    Aus dem Inhaltsverzeichnis der Nachlieferungen wird deutlich, dass es parallel dazu ein Gerätehandbuch für die Forstwirtschaft und das Gewerbe gab. Es soll in einem blauen Kunststoffordner enthalten sein – ist aber dem Autor bisher nicht bekannt.

    Beispiel Mörtl-Mähwerk (zum Vergrößern anklicken):

    Freigabe Vorderseite

    Freigabe Rückseite

    Beigefügter Prospekt mit Vorder- und Rückseite:

     

    Dringende Notwendigkeit der Gerätehandbücher

    Aber was war der Auslöser für dieses außergewöhnliche Werk? Dazu befragte ich im November 2017 Unimog-Pionier Manfred Florus (1924 – 2018), der Mitte der 1950er Jahre Leiter der Unimog-Verkaufsförderung war – also hautnah mit dem Thema befasst. Florus war als Student in Hohenheim bereits bei der allerersten Vorführung mit dabei und erinnerte sich bereits im Band 1 des Buches Geschichten rund um den Unimog: „Im Wintersemester 1946 begann ich als frischgebackener Student in Hohenheim an der Landwirtschaftlichen Hochschule. Und da sah ich auch zum ersten Mal in meinem Leben einen Unimog. Das war im Jahr 1948, und von einer Liebe auf den ersten Blick konnte damals wirklich keine Rede sein. Hätte mir damals jemand prophezeit, ich würde den Rest meines beruflichen Lebens diesem Fahrzeug widmen, so hätte ich sicher laut gelacht. Denn der Unimog, der von Herrn Grass, dem landwirtschaftlichen Berater des Entwicklungsteams rund um Herrn Friedrich, in Hohenheim vorgeführt wurde, machte auf die Professoren und die anwesenden interessierten Studentenschar zunächst überhaupt keinen günstigen Eindruck. Es hätte eine Pflugvorführung werden sollen, die aber verunglückte, da der anmontierte Pflug damals der Zugleistung des Unimog nicht gewachsen war und sich verformte.

    Manfred Florus studiert das Unimog-Gerätehandbuch von 1955 Foto: Wessel

    Womit wir beim Thema wären. Florus erinnerte sich, dass es sich bei dieser Vorführung um einen Rohrgrindel-Pflug der Firma Rabe aus dem Bestand der Hochschule handelte. Besonders gute Erfahrungen hatte er dann nach seinem Eintritt bei Boehringer als Vorführer mit Pflügen der Firmen Gebrüder Eberhardt in Ulm – damals der größte Pflughersteller Europas – und der Bayerischen Pflugfabrik in Landsberg gemacht. Selbstverständlich auch mit den dann passenderen Pflügen der Rabewerke in Bad Essen.

    1949 las Manfred Florus am Werkstor von Gebrüder Boehringer in Göppingen: „Arbeitskräfte für den Unimog gesucht!“ Und dann ging alles sehr schnell. Er wurde als Hilfsarbeiter für die Montage eingestellt und begann noch am gleichen Tag mit der Arbeit. Bald wurde er Vorführer und es wurde seine Aufgabe, ein Händlernetzt mit aufzubauen.

    Das Kraftfahrzeug-Bundesamt, so Florus, verlangte Anfang der 1950er Jahre, dass alle beim Unimog zum Einsatz kommenden Geräte zuvor im Kraftfahrzeugbrief eingetragen wurden. Das widersprach dem Grundgedanken des Unimog, denn möglichst viele Wechselgeräte sollten auch spontan zum Einsatz kommen können.

    Den Kontakt von der Unimog-Konstruktion zum Kraftfahrt-Bundesamt pflegte seinerzeit Fritz Lademacher.

    Selbstverständlich mussten die Wechselgeräte der Straßenverkehrsordnung entsprechen. Es galt also, sämtliche Geräte so abzustimmen, dass sie dieser entsprachen. Das betraf insbesondere die Arbeitsbreite. Außerdem mussten sämtliche Gewichte der zulässigen Achslast des jeweiligen Unimog entsprechen.

    Viele Gerätehersteller kamen auf Daimler-Benz zu, um die erforderliche Freigabe zu erhalten. Die Prüfungen erfolgten dann beim Hersteller oder im Werk Gaggenau.

    Zuständigkeiten bei den ersten Gerätehandbüchern

    Innerhalb des Unimog-Vertriebs war Anfang der 1950er Jahre in Verantwortung von Hans Zabel für den Kontakt zu den Herstellern landwirtschaftlicher Geräte ein Herr Schäfer der Ansprechpartner. Er setzte die Ergebnisse der Prüfungen dann auch in die formellen Freigaben um. Da er aus Alzey in der Pfalz stammte, hatte er laut Manfred Florus noch das Gebiet Unimog im Weinbau unter seinen Fittichen.

    Im Entwicklungsbereich war die Verantwortung nach Gerätegruppen aufgeteilt.

    Lademacher: Pflege- und Fronthackgeräte, Bodenbearbeitung

    Planers: Pflanzenschutz

    Hobach: Düngestreuer, Säh- und Pflanzgeräte

    Schleith: Mähwerke

    War die Freigabe erfolgt, war dies ein wichtiges Werbeargument für den Gerätehersteller. Stolz wurden Anwendungen mit dem Unimog in die Prospekte aufgenommen und der Ochsenkopf oder ab 1953 der Mercedes-Stern tauchte dann in den Prospekten auf. War die Gerätefreigabe im Handbuch aufgenommen, so erleichterte sie natürlich dem Verkäufer die Übersicht und sie war somit auch eine wichtige Information im Gespräch mit den Kunden.

    Manche Beschreibungen waren relativ leicht abzufassen. Besonders interessant waren dabei immer wieder die technischen Daten und die Leistungsdaten.

    Die Freigabe bewährte sich auch im Rechtsstreit bei Garantiefällen. Dabei wurde geklärt, ob das Gerät der Beschreibung entsprochen hat und ob es richtig angebaut und genutzt wurde.

    Denn wie heißt es so schön: Erst durch die Anbaugeräte wird der Unimog zum Universal-Motorgerät.

     

    Weitere Dokumentationen der Geräte zum Unimog

    Für die schnelle Orientierung der Mitarbeiter im Unimog-Vertrieb erschien 1959 eine Zusammenstellung aller für den Unimog erprobten Geräte mit dem Titel „Fortschritt“. Darin sind auf 10 Seiten die Geräte aufgeführt, die im Werk Gaggenau erprobt und als brauchbar befunden wurden.

    Ende der 1960er Jahre erschien seitens der Unimog-Konstruktion eine Auflistung „Unimog – Landwirtschaftlicher Geräte“ mit einer beigegebenen Anhänger-Geräteliste.

     

    Die Herstellerliste in „UNIMOG Landwirtschaftliche Geräte“

    Wieder etwa zehn Jahre später erschien ebenfalls seitens der Unimog-Konstruktion ein großer Ringbinder im Querformat mit der Loseblatt-Geräteliste „MB trac Unimog Geräte“. Auch hierin sind allerdings nur die wesentlichen Daten der Geräte enthalten.

     

    Beispielseiten HIAB Ladekran 965:

     

    Sehr informativ und reich bebildert sind die gebundenen Geräte-Handbücher, die von der Unimog-Verkaufsförderung herausgegeben wurden – wie dieses für die Schwere Baureihe im Mai 1992. Es wiegt ein knappes Kilo.

    Zu den meisten Geräten sind Fotos enthalten.

    Dann folgen die wichtigsten Daten und Kontaktinformationen:

     

    Michael Wessel

    Anlage:

    Gliederung des Gerätehandbuchs Landwirtschaft von 1955

    Einteilung der landwirtschaftlichen Geräte

    Gruppe I         Bodenbearbeitung

    • Pflüge
    • Kultivatoren
    • Eggen
    • Fräsen
    • Spurlockerer

    Gruppe II        Düngerstreuer

    Gruppe III       Sämaschinen

    Gruppe IV      Pflanz- und Hackmaschinen

    Gruppe V        Pflanzenschutzgeräte

    Gruppe VI      Mähwerke

    Grünfuttersammler

    Getreide-Handablagen

    Gruppe VII     Heuwerbungsgeräte

    Gruppe VIII    Getreide-Erntemaschinen

    • Binder
    • Mähdrescher
    • Mähhäcksler

    Gruppe IX      Hackfrucht-Erntemaschinen

    Gruppe X        Ladegeräte

    Gruppe XI      Pumpen

    Beregnungsanlagen

    Gruppe XII     Weidemelkanlagen

    Gruppe XIII    Weinbaugeräte

    Gruppe XIV    Erdbohrgeräte

    Gruppe XV     Sonstige Geräte

    Gruppe XVI    Sonderausrüstungen