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  • Vorstellung der Henne Nutzfahrzeug GmbH – Förderer der Unimog-Community

    Als Unimog-Generalvertreter der ersten Stunde ist Henne heute wie damals einer der erfolgreichsten Händler und Dienstleister für den Alleskönner.

    An insgesamt sechs Standorten im Süden und Osten Deutschlands betreut die Henne Nutzfahrzeuge GmbH Kunden und Fans des Unimog rund um die Themen Neu- und Gebrauchtkauf sowie Service und Ersatzteile.

    Blick in die Werkstatt

    Henne und der Unimog

    Die Vergangenheit von Henne und die Geschichte des Unimog sind eng miteinander verknüpft. Der Firmengründer Ernst Jakob Henne (* 22. Februar 1904; † 22. Mai 2005) war bereits erfolgreicher Generalvertreter, als der Unimog noch den Ochsenkopf trug. Das Unternehmen AUTO-HENNE lieferte allein 200 der 600 damals in Göppingen gebauten Boehringer-Unimog aus. Daraufhin schlug Ernst Jakob Henne die Übernahme durch die Daimler AG vor und bereitet damit den Weg für die Verlagerung der Unimog-Produktion nach Gaggenau.

    Ernst-Jakob Henne (1904 – 2005)

    Das Unternehmen heute

    Seit diesen ersten aufregenden Jahren schlägt das Herz der Firma Henne für den Unimog. Damals besonders im Süden Deutschlands aktiv, betreut die Henne Nutzfahrzeuge GmbH heute Gebiete in Bayern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Als Teil der Gruma-Gruppe ist die Firma in einen familiengeführten, mittelständisch geprägten Unternehmensverbund integriert und beschäftigt mehr als 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Bis heute versteht sich die Henne als erfahrener und zuverlässiger Partner bei allen Themen rund um den Unimog – egal ob Oldtimer, Youngtimer oder Neufahrzeug, ob Kauf, Miete, Restauration, Service oder Ersatzteile. Neben dem Kerngeschäft ist das Unternehmen einer der führenden Anbieter von Geräteträgern und allradgetriebenen Kleinlastkraftwagen. Im Jahr 2017 ist Henne außerdem mit der Marke JCB in den Handel mit Baumaschinen eingestiegen und baut diese Sparte seitdem systematisch auf.

    Unimog mit Leidenschaft

    Doch Henne verbindet mit dem Unimog nicht nur Geschäft, sondern auch eine ganz besondere Leidenschaft. Aus diesem Grund werden immer wieder besondere Projekte und Aktionen umgesetzt. Im Betrieb in Martinsrieth (Sachsen-Anhalt) wird zum Beispiel der Firmeneigene Unimog restauriert und filmisch begleitet: https://www.youtube.com/watch?v=UpF0RGUPxUQ

    Die jüngste Aktion führte das Henne-Team auf den Brocken, auf dessen Gipfel bei traumhaftem Wetter vier Unimog-Generation aufeinander trafen: https://www.youtube.com/watch?v=yeZqcHhaZOc

    Arbeiten bei Henne

    Die Henne Nutzfahrzeuge GmbH ist stets auf der Suche nach neuen Talenten. Aktuell sind besonders Nutzfahrzeug-Mechatroniker (m/w), Mechatroniker (m/w) für Land- und Baumaschinen, Serviceberater (m/w) und Lageristen (m/w) gefragt.

    Auch Bewerbungen für eine Ausbildung bei Henne, egal ob technisch oder kaufmännisch, sind in jedem Betrieb willkommen.

    Alle Stellenangebote findet Ihr hier: http://www.henne-unimog.de/de/karriere.html

    Ansprechpartner zu allen Unternehmensbereichen findet Ihr hier:

    http://www.henne-unimog.de/de/ueber-uns/ansprechpartner.html 

    Henne und die Unimog-Community

    „Wir unterstützen die Unimog-Community, weil sie genau das ist, was den Unimog stark macht. Der Austausch über das Forum, der familiäre Zusammenhalt bei Treffen oder in den Regionalgruppen und die leidenschaftlichen Anstrengungen des Museums sind beispiellos und etwas ganz besonderes. Wenn wir auch etwas in die Familie einbringen können, dann tun wir das natürlich!“

     

     

     

     

  • Abschied von Unimog-Pionier Manfred Florus

    Manfred Florus anläßlich seines 90. Geburtstag 2014 – Foto: Michael Wessel

    Am 15. April 2018 verstarb Manfred Florus, der nach seinem Studienabschluss als Diplom-Landwirt sein ganzes berufliches Leben dem Unimog widmete – und das in aller Welt. Auch im Ruhestand war er ein gefragter Berater nicht nur rund um den Unimog. Als Gründungsmitglied des Unimog-Club Gaggenau übernahm er bis 2008 das Amt des zweiten Vorsitzenden und wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Sein reicher Erfahrungsschatz floss auch in die Konzeption des Unimog-Museums sowie in die inhaltliche Gestaltung vieler Sonderausstellungen mit ein. Er konnte aus dem Vollen schöpfen und blieb daher selten eine Antwort schuldig.

    Nach einer landwirtschaftlichen Lehre beim Grafen von Rechberg bei Göppingen studierte Manfred Florus ab 1947 an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim. Dort sah der frischgebackene Student 1948 erstmals einen Unimog. Er erinnerte sich im Band 1 der „Geschichten rund um den Unimog“: „Von einer Liebe auf den ersten Blick konnte keine Rede sein. Hätte mir seinerzeit jemand prophezeit, ich würde einmal mein gesamtes berufliches Leben diesem Fahrzeug widmen, so hätte ich sicher laut gelacht.“ Das lag wohl daran, dass sich bei der angesetzten Vorführung der Pflug verformte, weil er den Kräften des Unimog nicht gewachsen war.

    Doch das Schicksal wollte es, dass Manfred Florus 1949 am Werkstor von Boehringer in Göppingen ein Schild las: „Arbeitskräfte für den Unimog gesucht!“ Dann ging alles ganz schnell: Schon am nächsten Tag begann er als Montagearbeiter. Den Verdienst konnte er als junger Familienvater dringend gebrauchen.

    Es folgte eine Bilderbuch-Karriere, denn sein späterer Weggefährte Roland Feix gewann ihn für eine Mitarbeit im Versuch. Schon bei den ersten Feldversuchen gelang es Florus, mehreren Bauern gleich noch einen Unimog zu verkaufen. Sein Talent wurde entdeckt, und so bekam er die Aufgabe, in Norddeutschland Vorführungen durchzuführen und Händler für den Unimog zu gewinnen. Ein Riesenerfolg!

    „Vorführen, vorführen und nochmals vorführen“ waren dann auch weiter die Aufgaben von Manfred Florus, als er mit dem Unimog und vielen Kollegen 1951 von Göppingen nach Gaggenau kam. Gerade im Ausland gelang es ihm, dabei viele Großaufträge hereinzuholen. Er wurde 1959 Leiter der Verkaufsförderung und schließlich von 1966 bis zu seiner Pensionierung 1989 Leiter des Unimog-Exports. Noch heute pflegt er viele Kontakte zu ehemaligen Geschäftspartnern in aller Welt.

    Besonders stolz ist er auf eine Goldmedaille, die er aus Anlass der Olympiade 1964 in Innsbruck erhielt, denn in dem schneearmen Jahr retteten unter seiner Regie viele Unimog mit ihren Schneetransporten die Winterspiele.

    Die Gedenkmünze der Max-Eyth-Gesellschaft erhielt Manfred Florus 2004 „in Würdigung seiner erfolgreichen Aktivitäten bei der Förderung des weltweiten Images des Unimog sowie in Anerkennung seines außergewöhnlichen Beitrags zur Erhaltung und Weiterentwicklung des Deutschen Landwirtschaftsmuseums in Stuttgart-Hohenheim“.

     

    Manfred Florus und sein Sohn Christof Florus, Oberbürgermeister der Stadt Gaggenau, bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Stefan Schwaab, Vorsitzender des Vereins Unimog-Museum, im Jahr 2012 – Foto: Michael Wessel

    Manfred Florus war auch ein „Stehaufmännchen“: Bei einem Herzstillstand auf dem Gaggenauer Waldfriedhof galt er 2009 kurz als klinisch tot. Aber auch zahlreiche Operationen am Knie, an der Hüfte und selbst an der Hauptschlagader hat er immer wieder gut überstanden.

    Als früherer Leichtathlet und leidenschaftlicher Skifahrer spielte Manfred Florus bis ins neunte Lebensjahrzehnt noch gerne Tennis.

    Manfred Florus hinterlässt seine Frau Ursula, vier Kinder, sechs Enkel und neun Urenkel.

    Wir haben ihm sehr viel zu verdanken und werden ihn vermissen.

    Michael Wessel

    Ehrenvorsitzender des Unimog-Club Gaggenau e. V.

     

     

     

  • Trauer um Manfred Florus

    Manfred Florus, dieser Name wird für Freunde des Unimog aus Gaggenau für immer mit dem Universalmotorgerät verbunden sein. Am Sonntag in der Frühe ist der Unimog-Veteran und ehemalige Leiter des Unimog-Exports verstorben. Am 4. Mai wäre er 94 Jahre alt geworden. Seine Wiege stand in Strümpfelbach, einem kleinen Dorf im Remstal.

    1949 hatte er am Werkstor von Boehringer in Göppingen ein Schild gelesen: „Arbeitskräfte für den Unimog gesucht!“ Der Rest ist Unimog-Geschichte – und damit Gaggenauer Geschichte. Nicht zuletzt, weil Sohn Christof Florus seit 2007 Oberbürgermeister in der Benzstadt Gaggenau ist. 1951 kam Manfred Florus von Göppingen nach Gaggenau. Er wurde 1959 Leiter der Verkaufsförderung und schließlich 1966 bis zu seiner Pensionierung 1989 Leiter des Unimog-Exports. Bis ins hohe Alter pflegte er viele Kontakte zu ehemaligen Geschäftspartnern in aller Welt.

    Besonders stolz ist er auf eine Goldmedaille, die er aus Anlass der Olympischen Spiele 1964 in Innsbruck erhielt, denn in dem schneearmen Jahr hatten unter seiner Regie viele Unimog mit ihren Schneetransporten die Winterspiele gerettet. Als Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied des Unimog-Club Gaggenau brachte er seine Erfahrungen auch bei der Konzeption des Unimog-Museums ein.

    Als früherer Leichtathlet und leidenschaftlicher Skifahrer spielte Manfred Florus noch bis ins neunte Lebensjahrzehnt hinein gerne Tennis. Der Verstorbene hinterlässt seine Frau Ursula, vier Kinder, sechs Enkel und neun Urenkel.

    Thomas Senger im Badischen Tagblatt vom 17. April 2018

    Foto: av/Michael Wessel

  • Baubeginn der U407 und U417 vor 30 Jahren

    Der Unimog 407, die leichte Baureihe des Unimog, mit den Scheinwerfern im Kühlergrill – Fotos: Daimler AG

    Carl-Heinz Vogler schrieb am 5. April im Badischen Tagblatt:

    Eine komplett überarbeitete „Familie“

    Vor 30 Jahren: Beginn zweier neue Unimog-Baureihen U407 und U417

    Gaggenau – Im März 1988 begann in Gaggenau der Serienanlauf des Unimog 407, und im April folgte der Unimog 417. Nach über 20 Jahren kam in die mittelschweren und leichten Baureihen mal wieder etwas Bewegung. Es waren bis dahin primär nur Modellpflegeaktionen und kleinere Detailverbesserungen, mit denen man die leicht ergraute, untere Unimog-Palette aufpolierte. Unimog-Buchautor Carl-Heinz Vogler zeigt zum kleinen 30-jährigen „Jubiläum“ hier die Besonderheiten dieser beiden Fahrzeuge auf.

    Die „Leichte Baureihe Unimog (LBU)“ mit dem neuen U407 ging als Nachfolgemodell für den U421 an den Start. Potenzielle Kunden waren sehr gespannt und die Erwartungen groß, denn in den Hochglanzprospekten, zur IFAT in München 1987, ist die Rede von einer komplett überarbeiteten Unimog-Familie. Des Weiteren wurde betont, dass Wünsche der Kunden sowie der Geräthersteller noch stärkere Berücksichtigung finden. Erstmals mussten auch die neuen Euro 0-Abgasvorschriften, mit dem ansonsten fast baugleichen Motor OM 616 des Vorgängermodells, berücksichtigt werden.

     

    Als Getriebe wurde das vom MBtrac bekannte und besser schaltbare UG 2/30, mit Schrägverzahnung und pneumatischer Zwischengangschaltung, eingebaut. Der U407 besteht aus sechs Baumustern (beim Vorgänger U421 sind es deren 27 Baumuster). Die Verkaufsbezeichnungen lauten U600, U650, U650L, die Radstände liegen bei 2250 beziehungsweise 2605 Millimeter. Optional war eine Zulassung als Lkw bei den längeren Radständen angedacht.

    Das gefederte, kastenförmige Ganzstahl-Fahrerhaus wurde in der Unimog-Fahrerhauskonstruktion unter engen Budgetvorgaben in kurzer Zeit erstellt und dem Stand der Technik beziehungsweise Ergonomie angepasst. Manche Bauteile konnte von den Baureihen 406/416 und 421 übernommen werden. Die Kabine erfüllte damit alle gesetzlichen Vorgaben wie auch die der OECD. Diese strengen Vorschriften ließen keinen Spielraum für Cabrio-Ausführungen. Es wurde um knapp 20 Zentimeter erhöht und die Windschutzscheibe um 25 Prozent vergrößert. Die Leistungsbandbreiten des 4-Zylinder-Viertakt-Vorkammerdiesels liegen zwischen 52 und 60 PS. Bei den Trommelbremsen- und Kupplungsbelägen kamen asbestfreie EG-konforme Werkstoffe zum Einsatz. Der Grundpreis lag zum Serienstart beim U600, Baumuster 407.100 bei etwa 56000 DM. Heute geht man davon aus, dass diese Baureihe, bis zur Einführung des U408, eher eine strategische Funktion hatte. Zum Ende der Produktionszeit lagen die Stückzahlen bei 789 Einheiten. Die Alternative zum U407, der stärkere U417, wurde mit etwas mehr Erfolg parallel produziert.

    Ein Unimog 417. Charakteristisch sind die Scheinwerfer im Stoßfänger

    Das Zeichenbrett hatte ausgedient

    Der Unterschied zwischen dem U 407 und U 417 ist etwa so, wie zwischen dem Pkw-Basisfahrzeug der A-Klasse und dem GLA mit Offroadpaket. Der U417 und zuvor schon der U407 sind die ersten Unimog, die in Gaggenau per CAD (Computer Aided Design) erstellt wurden. Das Zeichenbrett hatte somit sukzessive ausgedient und eine neue Zukunft begann.

    Mit der Baureihe 417 waren das Baugewerbe, die Kommunen, die Geräteherstelle, Transportgewerbe und etwas abgespeckt auch die Land- und Forstwirtschaft im Fokus. Das anvisierte „Unimog-Programm 1988“ musste wegen Stückzahlenrückgängen bei anderen Baureihen sofort greifen. Große Hoffnungen setzte man daher auf die Baureihe 417. Beim Radstand konnte der Kunde typbezogen zwischen 2380, 2900 und 3400 Millimeter wählen.

    Als Diesel-Antriebsaggregate wurden der OM 352 oder OM 314 eingebaut. Die letzten U417 fanden den Weg mit dem OM 366 zum Kunden. Die Leistungsbandbreiten gingen von 75 bis 110 PS. Die Technik des gekröpften, verwindung-fähigen Rahmens aus zwei U-Längsträgern und mit eingeschweißten Rohrquerträgern, übernahm man vom U406/U416. Wie damals bei den großen Unimog üblich, baute man die Scheinwerfer in die Stoßstange ein (Erkennungsmerkmal). Die druckluftunterstützte 2-Kreis-Festsattelscheibenbremse wurde entsprechend der EG-Ausführung auch mit der bewährten Achslastbremsregelung (ALB) ausgestattet, die für deutlich mehr Sicherheit in der Bremsphase beitrug. Beim Fahrerhaus hielten sich die Konstrukteure an die Vorgaben des U407.

    Den Stückzahlenprimus U900 mit 84 PS gab es mit verschiedenen zulässigen Gesamtgewichten von 6500 bis fast 7500 Kilogramm. Bis zum Produktionsende 1993 wurden vom U417 2275 Stück gebaut. Zur Erinnerung: Beim Vorgänger, der Baureihe 406, waren es 37069 Einheiten. Der Listenpreis bei einem U900, Baumuster 417.101, lag 1989 bei 80000 DM. 1993 begann der Serienanlauf der lange erwarteten Baureihen 408 und 418.

    Unimog mit Mercedes-Stern

    In der Gaggenauer Ära von 1951 bis 2002 wurden 35 Baureihen mit über 250 Baumustern gebaut. 1953, mit Einführung des Unimog 401, hat der Konzern zentralseitig die Mercedes-Benz-Baureihen mit Erkennungsbuchstaben belegt. Der Unimog bekam dabei das „U“, Pkw das „W“ und Omnibusse das „O“. Seit diesem Zeitpunkt durften die Unimog auch den Mercedes-Stern tragen. Unimog mit der höchsten Einzelstückzahl ist der Unimog-S mit knapp 65000 Stück. Betrachtet man die Unimog-Familien wie die des Unimog 406, dann kommt man auf über 90000 Stück. Dazu zählen die Baureihen 406, 416, 403, 413, 419, 426 und UR 416. In den erweiterten Kreis dieser Familie gehört auch der U 417.

  • Orient-Express: Ältestes Gaggenauer Automobil kommt ins Unimog-Museum

    Das Badische Tagblatt schreibt am 20. März 2018:

    Nach über 120 Jahren bald wieder „daheim“

    Gaggenau (red) – Das älteste bekannte Fahrzeug aus Gaggenauer Automobilproduktion soll in wenigen Wochen zurück an seinen „Geburtsort“ geholt werden. Es hat den klangvollen Namen Orient-Express und wurde 1897, also vor mehr als 120 Jahren, in Bergmanns Industriewerken nach Plänen und in Regie des Baden-Badener Ingenieurs Joseph Vollmer gebaut.

    Der Oldtimer hat noch die ursprüngliche Kutschenform und einen Einzylinder-Motor mit 5,5 PS. Sein Besitzer, der aktuell noch in England lebende Australier Ron Mellowship, hat ihn schweren Herzens dem Unimog-Museum angeboten, da er beabsichtigt, seinen Lebensabend in seiner Heimat zu verbringen. Für Stefan Schwaab, Vorsitzender des Vereins Unimog-Museum, ist diese Gelegenheit mit einem Sechser im Lotto vergleichbar. Er ist begeistert von der Vorstellung, dass der Orient-Express im erweiterten Unimog-Museum den Beginn der Automobilindustrie im Murgtal eindrucksvoll vor Augen führt: „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass wir diese Chance erhalten. Wir müssen daher jetzt alles daran setzen, dieses einzigartige Kulturgut an seinen Geburtsort zurückzuholen.“ Der Kaufvertrag sei bereits unterschrieben, berichtet er dem BT. Den Kaufpreis will er nicht nennen. In Expertenkreisen werden Fahrzeuge wie diese aber mit sechsstelligen Euro-Beträgen gehandelt.

    Bei seinen Recherchen nach den ältesten noch existierenden Autos aus Gaggenau war Hobby-Heimatforscher Michael Wessel bereits 1986 darauf aufmerksam geworden, dass es in England noch zwei Orient-Express-Fahrzeuge gebe. Und als er hörte, dass eines davon regelmäßig an der legendären jährlichen Rallye „London to Brighton Veteran Car Run“ teilnehme, wuchs bei ihm der Wunsch, dies vor Ort mitzuerleben. 2009 setzte er dieses Vorhaben mit seiner Tochter Tina um. Dann die Überraschung: Der zweite existierende, bis zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch nicht fahrbereite, Orient-Express von Ron Mellowship aus Kent wurde für die Rallye nachgemeldet. Wenige Tage zuvor war er das erste Mal gelaufen.

    Wessel erinnert sich: „Im Londoner Hyde Park herrschte am 9. November 2009 gegen 6 Uhr – also noch bei Dunkelheit – eine gespenstische Atmosphäre, denn überall wurden Oldtimer abgeladen und zum Laufen gebracht, oder sie tuckerten auf eigener Achse an. Es gelang mir, das Wachpersonal zu überzeugen, dass ich unbedingt noch kurz vor dem Start zu ,meinem? Orient-Express-Fahrzeug müsse. Ron Mellowship war von meinem Besuch überrascht, kannte er doch meinen Namen aufgrund von Veröffentlichungen über den Orient-Express..“

    Es war mutig von Ron Mellowship, sich bereits 2009 für die Teilnahme an der Rallye von London bis zur Küstenstadt Brighton mit einer Gesamtlänge von 60 Meilen (rund 100 Kilometer) nachzumelden, denn er hatte zuvor keine vergleichbare Strecke mit dem Fahrzeug hinter sich gebracht. Und doch: Er erreichte das Ziel. Im darauffolgenden Jahr lud er Wessel zur Mitfahrt ein. Aber nach etwa einem Drittel der Route streikte das Fahrzeug, weil eine Schmierung nicht funktionierte. In den Folgejahren hat Mellowship an allen weiteren Rallyes von London nach Brighton teilgenommen und kam immer ins Ziel. 2017 hatte sein Orient-Express die Startnummer 10 – nur neun Fahrzeuge waren somit älter. Teilnehmen dürfen nur Autos, die vor 1905 gebaut wurden.

    Mehr unter www. josephvollmer.de

    Die Stiftung Unimog-Museum bittet um Spenden für den Kauf des Oldtimers: Sparkasse Baden-Baden Gaggenau, IBAN: DE276625003000 50055557.

  • Alttypenberatung im Unimog-Museum


    Paul Schneider, einer der Experten im Team der Alttypen-Beratung

     Die Typen, die sich für alte Unimog interessieren oder sogar welche besitzen, sind eher in den oberen Altersregionen zu finden. Trotzdem verbirgt sich hinter dem Begriff „Unimog-Alttypenberatung“ etwas ganz anderes.

    2014 kam die Idee auf, dass der Unimog-Kundendienst zukünftig primär für das aktuelle Programm zuständig ist und sich andererseits Experten im Unimog-Museum um Fragen rund um die Oldtimer aus Gaggenauer Produktion – also bis Baujahr 2001 – kümmern sollten. Und so hat es das Unimog-Museum ab 2015 übernommen, als Dienstleister des Unimog-Bereichs die Fragen und Anliegen der Besitzer der Unimog-Oldtimer zu beantworten. Dies entwickelte sich als weitere kleine Erfolgsstory des Unimog-Museums.

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  • Tischeisenbahn-Wochenende im Unimog-Museum

    Über 1200 Besuchern freute man sich am Wochenende 3. und 4. März beim Treffen der Tischeisenbahnfreunde im Unimog-Museum. Unter den Ausstellern dabei war Hagen von Ortloff, der durch seine Fernsehserie „Eisenbahnromantik“ bekannt wurde und jetzt im Ruhestand ist.
     
    „Nach meinem Studium der Werbewirtschaft habe ich mir für mein erstes Honorar als freier Mitarbeiter zwei Märklin-Lokomotiven gekauft. Das war der beginn einer großen Leidenschaft“, so Ortloff. Seine Liebe galt dabei insbesondere Modellen von Märklin aus den 1950er Jahren und Exoten sowie von Herstellern, die es längst nicht mehr gibt. So zeigt er im Unimog-Museum eine Bahn mit 3-Leiter-Wechselstrom von Löhmann, einem Hersteller, der bereits 1949 Pleite ging. Mit dabei ist auch als Seltenheit eine ALLWEG-Monorail-Bahn von Schuco aus den 1960er Jahren. Mit seinen Freunden Lutz Weber und Stephan Kaus ergänzen sie sich hervorragend, wenn sie mehrmals im Jahr Anlagen mit unterschiedlichen Schwerpunkten bei Ausstellungen zeigen. Es ist für das „Team Ochsenplatz“ immer eine Freude, wenn sie hören: „Oh, da habe ich als Kind noch mit gespielt!“ Und so macht es ihnen Freude, in der Öffentlichkeit heute als Senioren selbst ein wenig zu spielen. Besonders gut gefiel Hagen von Ortloff die Atmosphäre im Unimog-Museum und so sicherte er zu, gerne im nächsten Jahr wieder zu kommen.
     
    Unter den vielen Ausstellern präsentierte sich auch das bing-Museum aus Freisheim. Dieser Kontakt war im Vorjahr durch einen Ausflug der Ehrenamtlichen in das liebenswerte pfälzer Örtchen entstanden.

     

    Text und Bilder: Michael Wessel xxx

  • Zweiwege-Unimog 427 räumt in Finnland und Schweden die Gleise vom Schnee

    Mercedes-Benz Unimog U 427 2-Wege (für Straße und Schiene) räumt schneebedeckte Gleise in Finnland // Mercedes-Benz Unimog U 427 road-rail vehicle clears snow-covered train tracks in Finland

    Im Winter liegt in Finnland praktisch immer Schnee. Selbst in milden Wintern haben Mittel- und Nordfinnland von November bis April eine geschlossene Schneedecke. Temperaturen von minus 15 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Was für den Wintersport gut ist, ist für VR Track – das größte Unternehmen im Gleisbau und eine der größten Bau- und Konstruktionsfirmen für Infrastruktur in Finnland – eine echte Herausforderung: 6000 Kilometer Schienennetz sind von Schnee zu räumen. Die Lösung: Mercedes-Benz Unimog U 427 2-Wege (für Straße und Schiene). Er hat die Tests von VR Track erfolgreich bestanden – vom Schneefräsen im schneereichen Nordfinnland, über das Schneeräumen und Kehren in Ostfinnland bis hin zu Sonderaufgaben, die VR Track ihm aufbürdete. Und muss er mal im benachbarten Schweden aushelfen, so lässt sich seine Schienenführung von 1524 mm (Breitspur in Finnland) auf die in Schweden übliche Normalspur (1435 mm) umstellen.

    Link zum Video:

    https://mbs.mercedes-benz.com/de/unimog/2-wege/tests-bei-eis-und-schnee.html

    Quelle: Daimler Nutzfahrzeugpresse

  • Unimog-Museum: „Tischeisenbahn trifft Unimog“

     

    Zum zwölften Mal: „Tischbahn trifft Unimog“ im Unimog-Museum

     Als Sammler mit dabei: Deutschlands bekanntester „Eisenbahner“ Hagen von Ortloff – Für Sammler und solche, die es werden wollen: Verkauf einer gespendeten Märklin-Eisenbahn-Anlage

    Das Dutzend ist voll! Zum zwölften Mal lädt die Fahrgemeinschaft Tischeisenbahn, eine Gruppe engagierter Sammler, am 3. und 4. März 2018 mehr als 60 Aussteller und Sammler aus der gesamten Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland ins Unimog-Museum ein. Sie führen auf cirka 30 Anlagen historische Tischeisen- und andere Bahnen aus den letzten 100 Jahren vor. Mit dieser großen Zahl von Anlagen und bis zu 1.800 Besuchern an zwei Tagen ist die Veranstaltung eine der informativsten und meist beachteten zum Thema. Auch in diesem Jahr gibt es hochinteressante Schauanlagen, die zum Teil erstmals öffentlich gezeigt werden.

    Die ältesten Raritäten stammen noch aus Kaisers Zeiten. Die damals sehr beliebten Spurweiten 0 und 1 sind sogar mit echtem Spiritus-befeuertem Dampfbetrieb zu sehen – was Einiges an Übung von Seiten der Aussteller erfordert.

     

    Neben vielen beliebten Märklin- und Trix-Anlagen in Spur H0 der 1950er und 1960er-Jahre sind eine ganze Auswahl früher Autorennbahnen zu sehen. Mit Uhrwerk und elektrischem Antrieb sind sie die Vorläufer der heutigen Carrera-Bahnen.

     

    Besonderes hat auch der langjährige Moderator der Sendung „Eisenbahnromantik“ Hagen von Ortloff im Gepäck, der nicht erst seit seiner Pensionierung auch Sammler von historischen Bahnen und nun zum ersten Mal als Aussteller im Unimog-Museum dabei ist. Gemeinsam mit einem Freund und Mitsammler präsentiert er auf einer Anlage unterschiedliche und außergewöhnliche Fahrzeuge: Eisenbahnen der längst vergessenen Stuttgarter Firma Löhmann, Trolleybusse von Eheim, eine Straßenbahn von Gogtram und die legendäre Monorail von Schuco.

     

    Und noch ein weiteres Highlight: Zum Verkauf steht eine komplette Märklin-Analog-Anlage in H0 mit vier Lokomotiven und zahlreichen Güterwaggons, die dem Unimog-Museum gespendet wurde. Für 499 Euro kann man sich den Kindheitstraum von einer eigenen Modelleisenbahn erfüllen und dazu noch Gutes tun, denn der Kaufpreis kommt in voller Höhe den Erweiterungsplänen des Museums zugute.

    Die Ausstellung ist an beiden Tagen jeweils von 10 – 17 Uhr geöffnet.

    Im Eintrittspreis von 5,90 € (ermäßigt 4,90 €, Familienticket 12,90 €) enthalten sind sowohl die Teilnahme an einer Tombola mit interessanten Preisen als auch die Besichtigung der parallel stattfindenden Ausstellung „Von Mühlen, Talsperren und Kraftwerken“ über die Energieerzeugung im Murgtal.“

    Weitere Informationen unter www.tischeisenbahn.de und www.unimog-museum.de

    Fotos: Michael Wessel 2017

     

     

  • Unimog-Prospekt des Monats Januar 2018

    Vorderseite des ersten Unimog-Prospektes zur DLG 1948

    Ein bebilderte Aufstellung mit den Prospekten der Unimog-Pionierjahre verdanken wir dem früheren langjährigen Vorsitzenden des Unimog Veteranen Club, Wilfried Scheidemann. An ihr orientieren wir uns bei der Vorstellung der ersten Unimog-Prospekte.

    Für die Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft 1948 in Frankfurt ließ die Maschinenfabrik Gebrüder Boehringer, Göppingen, einen zweifarbigem doppelseitigen Prospekt im Format A4 drucken.

    Dieser zeigt auf der Vorderseite einen Prototypen des Unimog aus der Fertigung von Erhard&Söhne in Schwäbisch Gmünd. Außerdem den neu entwickelten Schriftzug mit dem Ochsenkopf. Hierzu schrieb Chefkonstrukteurs Heinrich Rößler in einer Chronik*: „Aus den vielen Entwürfen für ein geeignetes Firmenzeichen, das die „Kraft“, den „Allradantrieb“ und die „Qualität“ darstellen sollte, wurden die angekreuzten Vorschläge** ausgewählt. Da der Ochsenkopf jedoch in romanischen Ländern als ein „zarter Hinweis auf eheliche Seitensprünge“ angesehen wird, mußte dieses Zeichen bald wieder verlassen werden“.

    Angepriesen wird der Unimog dann als „ein modernes Fahrzeug für die Land u. Forstwirtschaft“ und als „mehr als vollwertiger Ersatz für Pferde, mehr als ein Schlepper – das ist der UNIMOG!“

    Es folgt eine Aufzählung der Einsatzgebiete als Ackerschlepper, Motormäher, Transportfahrzeug, Waldschlepper und als Kraftquelle, „die mit vorderer und hinterer Zapfwelle und seitlichem Riemenscheiben-Abtrieb zu vielseitigem Einsatz brauchbar ist.“

    Die Rückseite zeigt verschiedene Einsatzbeispiele und listet die wesentlichen technischen Daten auf. (mehr …)