mikewessel

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  • Unimog-Museum: Aktionstag BAU am 29. September

    Auch diese Grabenfräse an einem Unimog 406 mit zusätzlicher Verfüllschnecke kommt zum Einsatz.      Foto: UM

     

    Letzter Aktionstag zum Thema „Der Unimog als Baumeister“ am 29. September im Unimog-Museum

    Zum letzten Aktionstag im Rahmen der Sonderausstellung über den Unimog in der
    Bauwirtschaft lädt das Unimog-Museum am Sonntag, dem 29. September
    interessierte Besucher ein. Sowohl in der Museumshalle als auch im Außenbereich
    werden Fahrzeuge und zahlreiche Anbaugeräte präsentiert und auf einer
    historischen Baustelle im Einsatz vorgeführt – darunter ein Plattenverdichter, ein
    Heckbagger und eine Grabenfräse. Der Zweiwege-Unimog des Museums ist auf der
    Schiene unterwegs und nimmt Passagiere auf seinem angehängten Waggon mit.

    Im Einsatz ist auch wieder ein Steinbrecher von 1934 als Anbaugerät an einem
    Unimog. Groß und Klein können das altertümlich anzuschauende Ungetüm mit zuvor
    gesammelten Steinen „füttern“ und den „Steinbruch“ in einem Tütchen als Andenken
    mit nach Hause nehmen. Für junge Besucher gibt es zudem einen Basteltisch und
    ein Riesenpuzzle.

    Herzlich willkommen zu diesem Aktionstag sind Unimog und MB-trac mit
    entsprechenden Anbauten und Ausrüstungen. Wer mit dem eigenen Unimog
    vorfährt, bekommt freien Eintritt und einen Essens- und Getränkegutschein.
    Das genaue Programm des Aktionstags findet man unter
    www.unimog-museum.de/Veranstaltungen

    Übrigens: Am Vortag, Samstag dem 28. September, findet der Teilemarkt des Unimog-Club Gaggenau auf dem Gelände des Motorclubs PUMA in Kuppenheim statt. Siehe gesonderter Bericht.

  • Unimog-Club Gaggenau e. V. – Stellenausschreibung

     

    Bei der nächsten Mitgliederversammlung im November 2019 muss im Unimog-Club Gaggenau e. V. das Amt des Schriftführers neu besetzt werden. Johannes Behringer ist beruflich nach London gezogen, weshalb er diese Vereinsaufgabe leider nicht mehr weiterführen kann.

    Somit ist der Verein auf der Suche nach einem Nachfolger / einer Nachfolgerin. Um einen besseren Einblick in die Tätigkeit zu bekommen, haben wir unten stehend die Aufgaben aufgelistet:

    • Protokollieren von Versammlungen/Sitzungen
    • Vor- und Nachbereitung von Unterlagen für die jährliche Mitgliederversammlung
    • Öffentlichkeitsarbeit / Pressearbeit / Unterstützung des Heft´l-Redakteurs

    Was wir von unserem neuen Vorstandskollegen / Vorstandskollegin erwarten:

    • Begeisterung für den Unimog
    • Interesse, aktiv an der Weiterentwicklung des Vereins mitzuwirken
    • Identifikation mit den Werten und Zielen des Vereins
    • Teamfähigkeit
    • Kenntnisse im Umgang mit dem PC
    • gute Deutschkenntnisse

    Wenn Sie sich angesprochen fühlen und bereit sind, einen ehrenamtlichen persönlichen Beitrag zu leisten, melden Sie sich bei einem Mitglied der Vorstandschaft oder in der Geschäftsstelle. Wir sind gerne bereit, anfällige Fragen diesbezüglich zu beantworten.

    Tel. +49 (0) 7222 8089938 –  +49 (0)173 5672328 –   info@unimog-club-gaggenau.de

  • Das besondere Museumserlebnis: Fahrzeugmuseum Marxzell

    Wer das Unimog-Museum in Gaggenau besucht, dem empfehle ich auch einen Besuch des Fahrzeugmuseums im etwa 20 Kilometer entfernten Marxzell. Eine abwechslungsreiche Straße führt über das Fachwerkdorf Michelbach – ein Halt lohnt sich – über den kleinen Wallfahrtsort Moosbronn nach Marxzell.

    Dort erwartet den Besucher ein besonderes Museumserlebnis, wie der Prospekt verspricht. Auf über 3.600 Quadratmeter, die man beim Eintritt nicht vermutet, kommt man in das Land „Kunterbunt“.  Es gibt dort über 140 Autos, 170 Motor- oder Zweiräder, 23 Traktoren, 16 Feuerwehrautos und viele weitere historische Raritäten zu entdecken.

     

    Daneben gibt es fast nichts Nostalgisches, das es hier nicht zu sehen gibt. Irgendwie fühlt man sich in einen riesengroßen Flohmarkt versetzt. Doch bei näherem Hinschauen entdeckt man insbesondere allerlei Fahrzeugraritäten. Manche haben einen Wert im sechsstelligen Eurobereich. So beispielsweise ein Bianchi von 1926.

    Auch Filme aus der Zeit, als das Auto laufen lernte, können angesehen werden. Lacher sind garantiert.

    Mich persönlich haben ein altes Feuerwehrfahrzeug von BENZ-Gaggenau aus dem Jahr 1919 und ein wunderschönes Underberg-Emailleschild von den Eisenwerken Gaggenau besonders angesprochen. So hat sicher jeder Besucher seine indivieuellen Erlebnisse. Es lohnt sich, etwas Zeit mitzubringen. Die zwei Stunden, die ich dort verbracht habe, waren zu wenig. Ich werde wieder hinfahren.

    Michael Wessel

    Weitere Informationen: www.fahrzeugmuseum-marxzell.de

  • Vor 100 Jahren in Gaggenau: Die Vorgänger des Unimog und MB-trac

    BENZ-GAGGENAU Straßenzugmaschine 1920 vor der Verwaltung der Benzwerke

    Der Benz-Gaggenau Landtraktor – Vorgänger des Unimog und MB-trac

    Vor 100 Jahren wurden in Gaggenau Traktoren gebaut

    Gaggenau – Ein universell einsetzbares Motorgerät für die Land- und Forstwirtschaft entwickelte eine kleine Gruppe von Ingenieuren und ein Diplom-Landwirt gleich nach dem Zweiten Weltkrieg. Es sollte den bekannten Schleppern sowohl technisch als auch im Komfort für den Fahrer und Beifahrer überlegen sein. Und vor allen Dingen: Es sollte helfen, den Hunger der Bevölkerung zu lindern. Das Ergebnis war bekanntermaßen der Unimog.

     

    Prospekttitel für den BENZ-GAGGENAU Traktor von 1921

    In einem Prospekt ist zu lesen: „Die Nutzung der Bodenfläche zur Erzeugung von Feldfrüchten, vornehmlich für die Zwecke der Ernährung, steht heute mehr als je im Vordergrund des Interesses. Die Hungersnöte, die in allen Ecken herrschten und herrschen, der Mangel an gewissen lebenswichtigen Rohstoffen sind ein warnendes Zeichen.“ Aber diese Sätze stehen nicht in einem frühen Unimog-Prospekt sondern in einem Prospekt von 1921 für den Benz-Gaggenau-Traktor.

    Mit der Entwicklung zweier Friedensprodukte, einem Landtraktor und einer Straßenzugmaschine wurde Oberingenieur Berger beauftragt. Dabei galt es, Komponenten der nach dem Kriege neu entwickelten Lastwagen zu verwenden.

    Titel eines weiteren Prospektes aus dem Jahr 1921 für den BENZ-GAGGENAU Traktor

    Der Landtraktor konnte nach kurzer Entwicklungszeit bereits 1920 angeboten werden. Er hatte den aus dem 5-Tonnen-Lastwagen stammenden Vierzylindermotor S 120 mit 40 PS. Eine weitere Parallele zum späteren Unimog und MB-trac war das verkleidete Fahrerhaus mit einer gepolsterten Sitzbank – bei den damaligen Traktoren unüblich.

    In dem Prospekt von 1921 ist zu lesen: „Die Benzwerke Gaggenau, welche diese Maschine herstellen, konnten die Erfahrung eines Vierteljahrhunderts im Auto-Lastwagen-Bau bei der Konstruktion des Traktors nutzbar machen. Durch verständnisvolle Abänderung wurde der schwere Arbeitswagen zu einem Universal-Werkzeug für die Landwirtschaft, dem Traktor, entwickelt, der seine Besitzer zum souveränen Herrn der Wirtschaft macht.“ Und später heißt es weiter: „Pflug und Kultivator, Walze und Egge, Sämaschine und Heuwender, Mähmaschine, Garbenbinder und Rübenheber, alle die unentbehrlichen Werkzeuge des Landmannes zieht das starke Tier aus Stahl unermüdlich.“ Angepriesen wird weiter, dass durch eine Riemenscheibe eine Dreschmaschine, eine Mühle oder ein Steinbrecher angetrieben und sogar Strom erzeugt werden kann. Auch die frühen Unimog-Modelle konnten mit solch einer Riemenscheibe ausgestattet werden.

    In einem weiteren Prospekt wird zudem damit geworben, dass durch den Einbau einer Seilwinde die Verwendbarkeit des Traktors erhöht wird. „Unimog, ich höre dich grüßen!“

    Schmunzeln muss man auch bei der Aussage: „Für den Verkehr abseits der Kunststraße, das heißt für das Befahren nicht befestigter Wege, ist der Benz-Gaggenau-Traktor das lange gesuchte Fahrzeug. Als Zubringer für das Baumaterial und zur Abfuhr der ausgehobenen Erde, bei Kanalbauten, beim Bau von Staubecken und Straßen leistet er alles das, was sonst der Feldbahn überlassen werden muß. Dieser gegenüber ist er durch den Wegfall des Schienenweges mit allen seinen manchmal unerwünschten Folgen und großem Kapitalaufwand überlegen.“

     

    BENZ-GAGGENAU Straßenzugmaschine in Werksnähe bei der Einmündung der Sulzbacher Straße in die Hauptstraße Ottenau

    Die Benz Gaggenau Straßenzugmaschine

    Für den schnellen Massentransport ohne Schienen wurde ab 1921 eine Straßenzugmaschine mit vier gleich großen Rädern angeboten, die ebenfalls mit dem Vierzylindermotor S 120 – allerdings mit 50/55 PS – ausgestattet war. In einem Prospekt werden ihre Vorzüge wie folgt beschrieben: „Die Bewältigung der Massentransporte ist ein Problem, an dessen Lösung die ganze Volkswirtschaft in hervorragendem Maße interessiert ist. Diejenige Einrichtung, welche heute beinahe das Monopol auf diesem Gebiet hatte, nämlich die auf eigenen Wegen verkehrende Eisenbahn, erfüllt ihre Aufgabe aus verschiedenen Gründen unzureichend.“ Auch diese Aussage kommt uns heute bekannt vor.

     

    Der Gaggenauer Landtraktor wurde zwar 1925 noch mit einem 50-PS Diesel-Motor ausgestattet. Aber im Zusammenhang mit der Fusion zwischen Daimler und Benz gab man hier sowohl die Produktion des Landtraktors als auch der Straßenzugmaschine noch im gleichen Jahr auf.

     

    Gaggenauer Artillerie-Schlepper 1917 – Auch Erfahrungen aus dessen Bau konnten in die Neuentwicklungen einfließen

    Eine leicht gekürzte Fassung dieses Berichts erschien im Badischen Tagblatt vom 12. August 2019

    Text und Repros: Michael Wessel

    Ausführliche Informationen zum Benz-Gaggenau Traktor und zur Straßenzugmaschine in: Traktoren der Daimler AG, Vom Motorpflug bis zum Unimog und wie der Stern auf den Acker kam; Werner Schmeing, Hans-Jürgen Wischhof, Frankfurt 2009

     

  • Unimog-Museum: 500.000ster Besucher

     

    Geschäftsführerin Hildegard Knoop freut sich mit den Brüdern Georg (links) und Dr. Peter Kohlhas über den 500.000. und 500.001. Museumsbesuch.

    Dr. Peter Kohlhas und sein Bruder Georg werden mit einer Flasche Unimog-Whiskey und zwei Museumspässen überrascht

    „Nur schnell mal ins Museum, Unimog anschauen“ wollte der Baden-Badener Kieferorthopäde Dr. Peter Kohlhas mit seinem Bruder Georg, der aus Groß-Umstadt zu Besuch war. „Muss ich mir da was Passendes anziehen?“ fragte der. Für ihn war es der erste Besuch im Museum, für Bruder Peter der achte oder neunte. Schon lange überlegt das UCG-Mitglied, sich einen Unimog oder einen „G“ zuzulegen – „in meinem Freundeskreis haben schon alle einen“ – aber zur Zeit fehlt es an Platz und auch an Zeit, sich um das Fahrzeug zu kümmern.

    Wenn die beiden gewusst hätten, dass sie Besucher Nr. 500.000 und 500.001 sind und damit nicht nur etwas geschenkt bekommen, sondern auch „mit aufs Foto“ müssen, hätte sich Georg Kohlhas das mit der Garderobe vielleicht noch einmal überlegt. Für Geschäftsführerin  Hildegard Knoop waren beide aber allemal „passend“ genug. Sie überreichte dem einen eine Flasche edelsten Unimog-Whiskeys  vom Bodensee und dem anderen zwei Museumspässe, mit denen die beiden ein Jahr lang sämtliche 320 Mitgliedsmuseen des deutsch-französisch-schweizerischen MuseumsPASSMusées kostenlos besuchen können. Denn 500.000 Besucher in 13 Jahren und zwei Monaten – das ist schon etwas ganz Besonderes.

    Noch etwas, was  aufmerksamen ZeitungsleserInnen aufgefallen sein mag: Dass so bald nach der 450.000 Besucherin im Februar 2019 schon der 500.000. Besucher im Unimog-Museum begrüßt werden kann, liegt nicht daran, dass im halben Jahr dazwischen ganz außerordentliche Besucherrekorde aufgestellt worden wären, sondern dass aufgrund einer Panne in der elektronischen Erfassung die 30.143 Museumsbesucher des Jahres 2006 lange Zeit „vergessen“ waren. Aber die wurden zwischenzeitlich wieder hinzu addiert – sehr zur Freude aller!

  • Unimog-Museum: Weltenbummlertreffen mit 136 Fahrzeugen

    Schwere Unimog sind in der Überzahl. Auf dem Gelände des Museums sind insgesamt 136 Fahrzeuge versammelt. – Foto: Hegmann

     

    Hans-Peter Hegmann schreibt am 30. Juli 2019 im Badischen Tagblatt:

    Rucksackreisende auf vier Rädern

     Beim siebten Weltebummlertreffen gastieren einfache Fahrzeuge ebenso wie Luxusmobile

    Gaggenau – Vom Regenwald bis in die Wüste, über ewiges Eis und durch weite Moore in der Taiga, oder einfach nur ein paar Meter abseits der Autobahn in Spanien, das ist es, was sie alle verbindet: die Weltenbummler, die sich jährlich am Unimog-Museum treffen. Bereits zum siebten Mal haben sie sich nun auf dem Gelände beim Schlosspark versammelt.

    „Ich komme mir hier vor wie auf einem großen Familientreffen. Die Großeltern und die Eltern haben nicht nur die Kinder und Enkel eingeladen. Nein, auch Neffen, Nichten, Cousinen, Cousins sowie Vetter waren aufgefordert, vorbeizuschauen.“ So beschreibt eine junge Frau aus Holland, in ihrem Citroën Type H sitzend, ihre aktuelle Situation auf dem Weltenbummlertreffen des Unimog-Museums. Und sie sind alle gekommen: „Manche haben sogar noch ein paar Schwippschwager oder einfach nette Freunde mitgebracht, und zu denen gehören wir.“

    Damit hat sie sehr treffend den Charakter der nun bereits zum siebten Mal ausgerichteten Veranstaltung rund um das Museum beschrieben. Auch wenn ihr hellgrüner „Wellblech-Kastenwagen“ von 1980 keinen Allradantrieb hat, fühlt sie sich unter den vielen Unimog und sonstigen, überwiegend geländegängigen Fahrzeugen sehr wohl.

    Der grundlegende Gedanke des dreitägigen Fests mit diesmal 135 teilnehmenden Fahrzeugen ist nämlich die Ausstattung derselben für längere Reisen. Von der minimalistischen Einrichtung der „Ente“ mit zwei Matratzen und einem kleinen Küchenanhänger über den von einer Spezialfirma ausgestatteten, modernsten Unimog 5030 mit 300 PS und klimatisierter Wohnkabine – alle sind sie hier vertreten.

    Sie hätten sich zunächst zwar ziemlich weit hinten in die beiden langen Reihen der Fahrzeuge eingeordnet, aber schnell festgestellt, dass sie genauso dazugehören. „Nicht wie bei manchen anderen Treffen, wo die Fundamentalisten einer Marke unter sich bleiben wollen“, ergänzt die junge Weltenbummlerin in bester Laune.

    Auch mit einem Citroen-Kastenwage von 1980 kann man die Welt erkunden. – Foto: Hegmann

    Aus Bekannten werden Freunde

    Nein, Schilder mit der Aufschrift „Hier dürfen wir nicht rein“ gibt es in Gaggenau nicht. Aber solche mit Hinweisen auf Vorträge oder fachmännisch betreute Workshops in der Werkstatt des Museums.

    Acht Filme oder Fotovorträge von Reisen durch Mauretanien, an das Nordkap, nach Island, in den Kaukasus, durch die Prärie in Nordamerika oder über Finnland durch Russland bis in die Mongolei waren zu sehen. Diese sind oft auch für viele der über 1000 Besucher ohne entsprechende Fahrzeuge ein Anreiz, ins Murgtal zu kommen.

    Bei Herstellern und Ausrüstern von Expeditionsfahrzeugen konnte man sich umschauen und eventuell entscheiden, ob aus dem Traum Realität werden könnte.

    Ansonsten bestand die Möglichkeit, mit einem der Museums-Unimog auf dem Außenparcours eine Runde mitzufahren. Erfahrungen austauschen, bewährte technische Tipps bekommen, neue, zum Teil selbst entwickelte Ausrüstungsvarianten oder einfach nur neue Menschen mit den gleichen Interessen kennenlernen – das sind weitere Gründe für viele, drei Tage an die Murg zu kommen.

    Dass daraus langjährige Freundschaften entstehen können, ist dann darüber hinaus eine sehr schöne Nebensache.

    Hier noch weitere Fotos von Hans-Peter Hegmann:

     

    Und als „Zugabe“ noch ein paar Fotos von Michael Wessel:

     

     

  • Unimog-Museum: Aktionstag zum Unimog im Baugewerbe

    Hans-Peter Hegmann schreibt im Badischen Tagblatt vom 9. Juli:

    Unimog von heute, gestern und vorgestern

    Sonderausstellung im Museum: Universalmotorgerät im Einsatz beim Baugewerbe

    Den Unimog im Einsatz beim Baugewerbe – von den 50er Jahren bis in die Neuzeit – konnten Besucher am Sonntag hautnah selbst erleben. Während einer Sonderausstellung „Unimog als Baumeister“ waren, im Rahmen eines Aktionstages des Unimog-Museums (UM), mehrere Fahrzeuge mit entsprechenden Anbaugeräten oder Ausstattungen im Einsatz zu sehen. Die Palette reichte von „heute, gestern bis vorgestern“, wie der technische Leiter des UM, Karl-Josef Leib, bei den Vorführungen den zahlreichen Besuchern erläuterte.
    Die Museumsleitung und die ehrenamtlichen Helfer des einmaligen Museums an der Geburtsstätte eines Fahrzeugs, das in der ganzen Welt bekannt und zuhause ist, hatten wieder keine Mühen gescheut, um einen attraktiven Aktionstag auf die Beine zu stellen. Im Außengelände des Museums waren Vorbaukompressoren und Frontlader sowie ein auf der Ladefläche aufgebockter Bagger bei der Arbeit zu sehen. Daneben zog ein Unimog eine angebaute Grabenfräse durch die Wiese, die einen bis 1,5 Meter tiefen Graben für die Kabelverlegung grub und das ausgehobene Erdreich anschließend wieder verfüllte.
    Ein Zweiwege-Unimog, der Güterzüge bis zu einem Gewicht von 800 Tonnen ziehen kann, vergnügte sich auf der selbstverlegten Gleisstrecke neben dem Museum mit einem zum Personentransport umgebauten offenen Güterwagen von 1913. Vom ersten Unimog des leichten Typs 411 für die Landwirtschaft mit 25 PS bis zu zum aktuellen Euro 6, hochgeländegängigen, schweren Unimog 5023 mit 231 PS und 12,7 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht war alles im Einsatz.
    Neben der stetigen Steigerung der Motorenleistung der gezeigten Universalmotorgeräte konnte auch die Entwicklung des Umfangs der für das Baugewerbe erforderlichen Sonderausstattungen in Augenschein genommen werden. Besonders deutlich wurde dieser stetige Fortschritt im Umfeld des Unimog bei zwei Kranfahrzeugen. Der eine Kran steht auf einem Prototyp eines in den 60er Jahren selbst gebauten Sattelauflegers einer Stahlbaufirma. Gezogen wird er von einem ausgemusterten Unimog 404 S der Bundeswehr von 1967. Er hat eine maximale Tragkraft von 3000 Kilogramm und eine Hubhöhe von zehn Meter. Das Fahrzeug war bis 1989 beim Hallenbau im Einsatz. Noch immer einsatzbereit, ist er inzwischen in guten Händen im Ruhestand bei einem Unimog-Liebhaber, der rechtzeitig von seiner beabsichtigten Verschrottung hörte.
    Der andere steht hinter der Kabine des oben beschriebenen Unimog 5023. Sein Ausleger kann hydraulisch bis auf 16 Meter ausgefahren werden und er kann dann noch 690 Kilogramm heben. Ebenso besteht die Möglichkeit, an seiner Spitze einen Arbeitskorb für Personen zu befestigen. Während früher der Bediener persönlich für die Kontrolle der maximalen Lasten verantwortlich war, wird diese Aufgabe heute elektronisch überwacht. Sobald die maximale sichere tragfähige Kombination zwischen Last und Auslegerlänge überschritten wird, verweigert der Kran die Arbeit.
    Foto: Hans-Peter Hegmann
  • Museum Hohenheim: Sonntagsführung zum Thema Unimog am 1. September

    Der Prototyp 5 ist der älteste Unimog der Welt. Er steht im Deutschen Landwirtschaftsmuseum Stuttgart-Hohenheim.

    Zu einer Sonntagsführung zum Thema Unimog lädt das Museum für den 1. September, 11 Uhr, nach Stuttgart-Hohenheim in den Standort Filderhauptstraße 179 ein.
    Von A wie Ackerbau bis Z wie Zweiwegefahrzeug geht Martin Flammer – ehemaliger Leiter des Unimog-Vertriebstrainings – mit den Besuchern auf Zeitreise durch die weitverzweigte Unimog-Technikgeschichte. Auf seinem Streifzug vorbei an seltenen Originalen darf ein weiterer Stern auf dem Acker natürlich nicht fehlen: der legendäre MB-trac. Diese Sonntagsführung verspricht Geschichte und Geschichten aus erster Hand von einem Unimog-Experten.

    Weitere Informationen zum U 5 oder zur Anfahrt unter www.landwirtschaftsmuseum.uni-hohenheim.de

    Foto: DLM Hohenheim

    Prototyp Nummer 6 steht im Unimog-Museum Gaggenau

    Insgesamt wurden nur sechs der von der amerikanischen Besatzungsmacht genehmigten zehn Prototypen fertiggestellt. Die ersten vier existieren nicht mehr.

  • Ein Hotel beim Unimog-Museum?

    Blick auf das Unimog-Museum. Neben dem Außenparcours links wäre ein denkbarer Standort für ein Hotel – Foto: Martin Walter

    Thomas Senger schreibt am 8. Juni im Badischen Tagblatt:

    Vom Unimog direkt ins Hotel

    Im Museum an der B462 hofft man auf einen Neubau für Übernachtungsgäste

    In den 13 Jahren seines Bestehens hat sich das Unimog-Museum an der B462 als feste Größe etabliert. Gründer und Spiritus Rector Stefan Schwaab denkt bereits weiter: Nicht nur über eine Erweiterung, nicht nur über den Bau eines Konferenzzentrums, sondern – als logische Konsequenz daraus – über den Bau eines Hotels.
    Schwaab wurde bei der Kommunalwahl für die SPD erneut in den Gaggenauer Gemeinderat gewählt. Im BT-Gespräch bestätigt er Überlegungen, betont aber, dass man sich noch in einem frühen Stadium befinde. „Für den Fall, dass der Unimog-Museumsverein ein Konferenzzentrum im Rahmen der Erweiterungsplanung des Museums bauen würde, gibt es Gespräche hypothetischer Natur.“
    Bei diesen Kontakten „mit potenziellen Investoren für ein Hotel im Raum Gaggenau“ gehe es bislang darum, „Interesse auszuloten“. Dies scheint erfolgversprechend zu sein, denn, so Schwaab: „Ich stoße bei diesen Gesprächen auf durchaus positive Resonanz.“ Wie und nicht zuletzt wo das Hotel realisiert werden könnte, dies sei derzeit „völlig offen“. Es könnte, aber müsste nicht zwingend auf Kuppenheimer oder Bischweierer Gemarkung sein, sagt Schwaab mit Blick auf die Gemarkungsgrenzen auf und beim Museum. Ein Teil des Museums liegt auf Gemarkung der Gaggenauer Nachbarstadt Kuppenheim. Auch ein Standort in Gaggenau sei nicht ausgeschlossen, gibt Schwaab zu bedenken, denn ein Transport von Tagungsgästen über kurze Distanzen werde bald kein großes Thema mehr sein: „In wenigen Jahren sind Shuttledienste ohne Fahrer denkbar.“ „Man muss nicht, man kann“, sei die Devise für einen Standort unmittelbar neben dem Museum.
    Bei der Stadt Gaggenau, dort wartet man seit Jahren, was aus dem leer stehenden Parkhotel – an exponierter Lage in der Innenstadt – werden wird, weiß man laut offizieller Darstellung nichts Konkretes: „Wir können zu einer Sache, die uns noch nicht genau bekannt ist, leider keine Stellungnahme abgeben“, hieß es Ende Mai aus der städtischen Pressestelle: „Die Idee, am Unimog-Museum zusätzlich ein Hotel zu errichten, hat Herr Schwaab lediglich in einem formlosen Gespräch mit OB Florus angedeutet.“
    Kuppenheim zeigt Interesse
    Er habe aber für Mitte Juni um einen Termin beim OB gebeten. Ein solches Gespräch wird in Kuppenheim im Juni stattfinden, bestätigt Kuppenheims Bürgermeister Karsten Mußler. In der Knöpflestadt ist man schon länger auf der Suche nach einem Hotel-Standort, erläutert Mußler im BT-Gespräch. Der Bedarf sei vorhanden. Ein Hotel beim Museum wäre „einer von drei möglichen Standorten.“ Gleichwohl, so gibt Mußler zu bedenken, sei ein Neubau beim Unimog-Museum derzeit nicht zulässig. Der Kuppenheimer Gemeinderat müsste zunächst ein Bebaungsplanverfahren auf den Weg und dann zum Abschluss bringen.

    Zum Thema

    Gaggenau soll sich beteiligen
    Hans-Peter Hegmann und BT-Redaktion:
    Größer und attraktiver – und teuer könnte es werden. Knapp zehn Millionen Euro werden derzeit für einen Entwurf kalkuliert, mit dem das Unimog-Museum erweitert werden soll. Die Stadt soll sich stärker in der Unimog-Museum Betriebs GmbH engagieren. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung Anfang Mai stellte Stefan Schwaab die Pläne vor. Er ist Vorsitzender des Museumsvereins.
    Wie berichtet, möchte sich das Museum vergrößern, um seine Zukunft wirtschaftlich zu sichern. Dazu gehört nach Schwaabs Vorstellungen zunächst eine Vergrößerung und Optimierung der Ausstellungsfläche, um die Gästezahlen konstant über dem derzeitigen Niveau von 40000 Besuchern pro Jahr zu halten. Als zweites Standbein sollen die Erlösquellen der Betriebs-GmbH ausgedehnt werden.
    Neben einer kleinen Erweiterungslösung gibt es eine Variante mit geschätzten Kosten von 9,9 Millionen Euro. Sie sieht vor, eine Empore mit 1000 bis 1200 Quadratmetern Fläche einzubauen. Auf dieser könnte die Stadt Gaggenau die bereits länger existierende Idee eines Industriemuseums umsetzen. Dazu werden konkrete Gespräche mit der Stadt über die finanzielle Beteiligung sowohl bei den Investitions- als auch den Folgekosten vorbereitet.
    Weiter ist geplant, auf einem zweiten Stockwerk eine Konferenzfläche einzurichten. Laut Schwaab müssen immer wieder Anfragen mangels Kapazität abgesagt werden. Hier sei besonders Daimler mit seinem wirtschaftlichen Umfeld ein angepeilter Dauerkunde. Eine Erweiterung der Nutzungsfläche inklusive Konferenzzentrum würde die wirtschaftliche Absicherung der Folgekosten für den gesamten Museumsbetrieb verstärken. „Wir wollen in einem fairen Dialog eine klassische Win-win-Situation mit der Stadt schaffen, damit besonders die Folgekosten langfristig gesichert werden können“, betonte Schwaab Anfang Mai.
    Zur nächsten Mitgliederversammlung sollen eine Kapitalerhöhung und eine Satzungsänderung vorbereitet werden: Schwaab hofft, dass die Stadt ihren Anteil an der Betriebs-GmbH von fünf auf 20,9 Prozent erhöht. Sie erhielte damit die Möglichkeit, einen weiteren stellvertretenden Vorsitzenden zu etablieren. Auf Wunsch könnte auch jede Gemeinderatsfraktion einen Vertreter ins Museumskuratorium entsenden. Darüber hinaus sollen Spenden aus Industrie und Verbänden sowie Fördermittel aus Stuttgart die Finanzierung der Pläne sichern.
  • Landesverein Badische Heimat: Vortrag zum Unimog im Murgtal

    Am 17. Juli hält Hans-Jürgen Schöpfer, Ehrenmitglied im Unimog-Club Gaggenau, bei der Badischen Heimat einen Vortrag „Frühe Unimog-Bilder im Murgtal. Impressionen aus dem Forst, der Feldarbeit und dem Industrieeinsatz“. Hier zur Einstimmung einige Bilder nur mit Unimog 411.

    Gaggenau, B 462 bei Ottenau – Unimog Baureihe 411 Triebkopfversion mit Frontseilwinde und Ruthmann Schräghubwagenaufbau

     

    Gaggenau, Gelände in Sichtweite des heutigen Unimog-Museums, im Hintergrund der Eichelberg – Unimog Baureihe 411 mit Schwadmäher bei der Getreideernte, der Antrieb erfolgt über die vordere Zapfwelle

     

    Gaggenau, Amalienbergstraße – Unimog Baureihe 411 mit geschlossenem Fahrerhaus und Tiefladeanhänger beim Transport eines Raupenbaggers

     

    Gaggenau – Mercedes-Benz Werk – Unimog Baureihe 411 mit Frontlader und Schaufel beim Verladen von Erdaushub

     

    Gaggenau Bad Rotenfels, Winkler Hof – Unimog Baureihe 411 über einen Flachriemen wird von der seitlichen Riemenscheibe eine Lanz-Dreschmaschine angetrieben

     

    Gaggenau Bad Rotenfels, Winkler Hof – Unimog Baureihe 411, über einen Flachriemen wird von der seitlichen Riemenscheibe eine Lanz-Dreschmaschine angetrieben

     

     

    Gaggenau – Güterzug im Bahnhofsgelände,beladen mit fabrikneuen Unimog der Baureihe 411

     

     

    Gaggenau, Mercedes-Benz Werk – Unimog Baureihe 411 beim Rangieren eines Sattelaufliegers mittels einer Dolly-Achse

     

    Gaggenau, Gelände des heutigen Unimog-Museums, im Hintergrund die Schulung – Unimog U30, Baureihe 411 mit Bodenfräse

     

    Gaggenau, Versuchsgut vis a vis des Unimog-Museums – Unimog U30, Baureihe 411 mit Stalldungstreuer

     

    Gaggenau, Amalienbergstraße – Unimog 411 mit Ries Kanalspülgerät

     

    Gaggenau, Hauptstraße beim Daimler-Benz-Werk, Unimog U30, Baureihe 411 mit kurzem Radstand 1.720 mm

     

    Gaggenau, Gelände beim heutigen Unimog-Museum – Unimog U30, Baureihe 411 mit Mähbalken

     

    Gaggenau Bad Rotenfels, Kirche St. Laurentius – Unimog U30, Baureihe 411 mit Mähbalken, Speiser-Seitenwagenhäcksler und Amazone-Ladewagen

     

    Gaggenau, Gelände in Sichtweite des heutigen Unimog-Museums, im Hintergrund der Eichelberg – Unimog U30, Baureihe 411 mit Heuwender

     

    Der Vortrag findet um 20 Uhr in den Fraktionsräumen (D 0.06/D 0.07) im neuen Landratsamt Rastatt (Am Schlossplatz 5) statt.

    Der Zugang erfolgt über den VHS-Eingang.

    Der Eintritt ist frei.

    Fotos: Daimler AG