Hallo,
hab mal grad selber gesucht und auf die Schnelle nix wirkliches gefunden - typisch web, wenn's mal um harte Fakten geht.
Einzig wieder mal wiki.
http://de.wikipedia.org/wiki/Auswuchten
Auch wenn wiki mit Vorsicht zu genießen ist bestätigt das meine Meinung.
Der Vergleich mit Waschmaschine hinkt etwas, wohl genauso mit CD-Player. In Waschmaschinen wird über die Steuerung versucht, den Trommel-Inhalt durch gezielte Vor- und Rückdrehungen so zu verteilen, das die Restunwucht in der üppigen Feder/Dämpfer-Aufhängung geschluckt wird.
Am Reifen doch etwas schwierig?! (Und mir sind die Radlager und Dämfer etwas zu teuer)
Erst mal vornweg - die Unwucht am Reifen besteht überwiegend aus
a) Unwucht der Felge (fertigungsbedingt, da normale Felgen nicht aus einem homogenen Stück gefertigt werden)
b) Unwucht des Reifens (auch fertigungsbedingt, da auch das schwarze Gummirundstück nicht aus einem Teil gefertigt wird
c) Unwucht durch Schläuche in den Reifen (siehe oben, zudem noch einseitig das Ventil)
d) Unwucht durch drehende Teile der Achse: Bremsscheiben etc, zudem noch ggf Unwucht durch Dreck auf der Felge (hört sich kleinlich an, im PKW-Bereich allerdings durchaus zu berücksichtigen. Hab da nach der Hohlraumversiegelung meines PKW mit Mike Sanders schon "lustige" Dinge erlebt.
Zusammenfassend alles relativ fixe, mechanische Unwuchten.
Kipt man diese ominöse Pülverchen/Kugeln rein, dann sind die erst mal da, wo am Reifen momentan unten ist.
Sobald sich der Reifen zu drehen anfängt, folgen die dem menschlichen Bedürfnis der Faulheit, oder vielmehr ihrem Beharrungsvermögen und wollen unten bleiben. Irgendwann haben se genug Drehbewegung mitgekriegt durch die Reibung an der Reifeninnenwand und wandern mit. Und wo wandern sie mit bzw. bleiben die meisten hängen? Da wo durch fertigungs- und montagebedingte Unregelmäßigkeiten die Reifeninnenfläche nach außen von der idealen Kreislinie abweicht. Diese müssen aber nicht gleichzeitig was zu tun haben mit der Unwucht - siehe oben!
Es
kann grad genau die gegenüberliegende Seite der größten Masse am Reifen sein (dickere Reifenwandung drückt nach innen, dünnere und damit leichtere Wandung nach außen) und damit
helfen. Hat man mehr dieses Mittels drin als in diese "Mulde" reinpasst, wird der Rest darüber weg gleiten und sich munter im Reifen weiterverteilen - was im besten Falle nix ausmacht. Soweit der Idealfall, das so ein Mittelchen wirklich hilft und man fährt durch die Lande mit seiner Reisegeschwindigkeit und ist glücklich das man nix am Lenkrad oder in der Hütte von hüpfenden Reifen merkt (nebenbei gab's da noch ein paar andre Störenfriede: die generellen Standplatten in den ersten km, Höhenschläge des Rades, etc).
Nun muß man aus irgendeinem Grund anhalten oder auch nur recht langsam fahren. Irgendwann is der Punkt unterschritten, an dem das Mittelchen im Reifen innen am Umfang hält.
Und dann?
Ganz einfach, es folgt seiner Faulheit und der Erdanziehung und fällt nach unten. Und dann geht die ganz Story von vorn los - wenn man Glück hat mit erhofftem Ergebnis! (also richtige Menge, Mulde genau an der richtigen Stelle etc)
Solche "Wundermittel" versprechen viel, aber ne Lösung - geschweige denn ne saubere Lösung - ist das nicht! Erinnert mich zu stark an solche falschen Versprechen wie Trabolt-Filter etc... Wenn es funktioniert gibt es auch eine plausible Erklärung dafür, das hier
http://www.counteract-deutschland.de/pr ... onen.htm#6 wenn ich lese, kommen mir eher Fragen für wie doof einen die Leute halten! ("... Sobald die Fliehkraft des
unausgewuchteten (schweren)
Punktes größer wird und die Federungen hoch und runter schwanken lässt, werden die
Counteract Auswuchtperlen wegen der Trägheit in die Gegenrichtung der
vertikalen Schwankungen wandern. ..."; "...Die Counteract Auswuchtperlen verstreuen sich gleichmäßig,
bis das ganze Reifen und Radbau voll ausgewuchtet ist. ...").
Da is es noch sinnvoller sich nen Ladung Wuchtgewichte und ne zugehörige Zange zu holen und die Räder am Fahrzeug selber zu wuchten. Braucht ein paar km und hört sich jetzt für manche jetzt etwas ungewohnt an, ist aber letztlich besser also solch "Kaisers neue Kleider". Vorraussetzung: die Reifen sind richtig auf der Felge montiert (dafür gibts die Markierungen am (neuen) Reifen und der Felge) und die Grundunwucht ist nicht zu extrem (wobei selbst dann sollte es funktionieren. Falls es jemanden interessiert wie es geht, einfach melden.
Laß mich ja wie gesagt gern eines besseren Belehren, aber bitte mit wirklichen Fakten! So taub wie ich die Konstruktion der Lenkung/Achsen des 406 erlebt hab, braucht es sowieso viel bis man am Lenkrad was merkt. Und dann sollte man auf das Wuchten wohl erst an zweiter Stelle Wert legen.
mfG
Axel
PS: zwei Punkte die mir grad noch im web in die Finger fielen: zum einen kann das Zeugs in Pulverform das Ventil von innen verdrecken und zum andren ist damit ganz logisch gezieltes und dynamisches Wuchten erst gar nicht möglich!
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Albert Einstein)