- 29.06.2006, 23:23
#116126
Hallo Kolja,
Ich will mal versuchen, deine Fragen zu beantworten.
1.) Bevorzugte Ladung.
Das Prinzip des Trennrelais, Schutzrelais oder Rückstromschalters ist immer das selbe. Durch eine dünne Wicklung fließt ein Strom, der von der Höhe der Spannung abhängt, daher der Name Spannungswicklung. Dieser Strom baut ein Magnetfeld auf, was den Anker anziehen und den Kontakt schließen will. Durch die dicke Stromwicklung fließt auch Strom, der auf Grund der wenigen Windungen und des umgekehrten Wickelsinns etwas weniger Magnetfeld in die umgekehrte Richtung aufbaut, also verhindern will, dass der Anker anzieht. Wenn der Strom duch die dicke Wicklung noch klein (Vor dem Einschalten Null) ist und die Spannung groß genug ist, zieht der Anker an, weil das Magnetfeld (das von der Spannungswicklung) stark genug geworden ist. Der Kontakt schließt und die Batterie wird geladen. Ab welcher Spannungshöhe dass passiert hängt von der Stärke des Magnetfeldes und der Zugkraft der Feder ab, die den Anker festhält. Es ist also eine rein mechanische Einstellung, ab wieviel Volt der Rückstromschalter einschaltet.
Jetzt nimm mal das Prinzipschaltbild zur Brust: Wenn der linke RückStr.Sch. so justiert ist, dass er bei z.B. 26,4 Volt einschaltet, und der rechte bei 27,0 Volt einschaltet, wird die Fahrzeugbatterie schon bei der kleineren Spannung geladen, also bevorzugt. (26,4 V entspr. 2,2 Volt Zellenspannung, damit kann ein Bleiakku schon laden.) Die Lima wird ihren gesamten erzeugten Strom in die FZ - Batterie schicken, die lädt sich auf und dann wird die Spannung höher, weil die Belastung der Lima sinkt.
Die Begriffe Schutzrelais, Trennrelais und Rückstromschalter meinen alle das selbe Bauteil.
Wenn die Lima zu wenig Spannung erzeugt kehren sich die magnetischen Verhältnisse in den Spulen des R-Str-Sch. um und der Anker wird abgedrückt, der Kontakt öffnet und trennt. Das Trennrelais hat nur die einzige Aufgabe, die Batterie zum Laden an die Lima zu schalten und zu trennen, wenn die Lima nicht mehr genug Spannung erzeugt.
Ob die Ladung der Bordbatterie bevorzugt erfolgt oder nicht hängt von der mechanischen Justage ab, kann also von einem Sehenden beeinflusst werden. Wie man das einstellt steht in dem Word Dokument.
Die beiden anderen Dinger, der Spannungsregler und der Stromregler, sind nur für die Regelung der Spannung bzw. des von der Lima erzeugten Stromes da und schalten ganz schnell (500-1000Hz) den Widerstand ein und aus. Man kann die Anker mit dem bloßen Auge nicht schalten sehen. Du kannst es dir nach heutigen Maßstäben als mechanische Pulsbreitenmodulation vorstellen. Je länger der Widerstand überbrückt ist, desto mehr Spannung oder Strom erzeugt die Lima. Wenn Spannung oder Strom zu groß, wird die Brücke geöffent, der Widerstand liget in der Feldwicklung und die Lima erzeugt weniger Spannung oder Strom.
Die Feldwicklung ist der im Gehäuse feste Teil, der das Magnetfeld erzeugt, dessen Feldlinien vom sich drehenden Anker (Das Runde mit dem G- Drin) geschnitten werden.
2.) Der Stromregler im rechten, zusätzlichen Regler wird nicht benutzt. Von dem rechten wird nur der Rückstromschalter benutzt. Der linke, orginale Regler kümmert sich um die Lichtmaschine und regelt Spannung und Strom. Dabei dient die FZ- batterie als Bezugsgröße. Der Ladestrom für die
Kofferbatt. fließt zwar durch den Stromregler der rechten Kiste, der schaltet auch an seinem Widerstand, aber an DF- rechts ist nichts angeschlossen, also wirkt sich diese Regelung nicht aus. Korregiert wird nur durch den linken Spg. bzw. Stromregler über den feldstrom der Lima.
Die Ladekontrolllampe leuchtet über die Spannungsdifferenz zwischen B+ und D+ des linken Reglers. Wenn die Lima sich nicht dreht ist an D+ etwa null Volt. An B+ sind 24 Volt, das reicht zum leuchten. Wenn Lima sich dreht steigt die Spannungan D+. Mit steigernder D+ Spannung wird das Spannungsgefälle zwischen B+ und D+ kleiner, die Lampe wird langsam dunkler und geht bei ausreichender Drehzahl dann aus, wenn der Hauptkontakt des Rückstr.Sch. schließt , ganz aus. Dann isse nämlich fast ganz kurzgeschlossen durch die dicken Wicklungen vom Stromregler und vom Rückstromschalter und an beiden Enden der Lampe liegen so ca. >24 V an.
Du hast Recht: Beim öffnen des Hauptkontaktes gibt es einen ganz schönen Induktionsimpuls (so ca. 1000 Volt für 10 - 100 Nanosekunden)
Damit würde jede Elektronik sofort gehimmelt werden, wenn keine Schutzdioden drin sind. Die Lichtmaschine und der Regler sind aber elektromechanische Bauteile und die lachen über so eine Spannungsspitze.
Um die durch die Kontakte entstehenden Störimpulse wegzufiltern sind in dem Regler noch Kondensatoren (Durchführungskondensatoren) drin. Die habe ich in dem Schaltbild weggelassen, da sie zum Verständniss nichts beitragen.
Leistungsbilanz: Licht: ca. 150 Watt, Zündung und Instrumente ca. 50 Watt,) Scheibenwischer 50Watt, Gebläse 100Watt. Macht so rund 350 Watt entspr. 13 bis 14 Amp. Der Rest von den 25 A die die Lima abgibt ist zum Laden der Batterieen bzw. für weitere Verbraucher.
Der Anschluß der Masse am rechten Regler ist richtig. Beide Spannungsspulen (die vom Spannungsregler und die vom Rückstr.Sch. beziehen sich auf Masse)
So , das ist erstmal genug, soll ja keine Diplomarbeit werden.
Man wundert sich bei diesen altmodischen Schaltungen immer wieder, mit wie wenig Bauteilen so viele Funktionen gemacht werden.
Schöne Grüße
Klaus