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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#506332
Hallo Getriebespezialisten,

Nachdem ich von Freiburg ins Brigachtal gefahren bin, waren die Gänge kaum noch zu schalten. 1,5 h Vollgas...

Nach dem Abkühlen läßt es sich wieder prima schalten (wie vorher auch)
Ich dachte immer, daß sich das Getriebe warm besser schalten läßt als kalt.
Warum ist das so? Oder ist es bei eueren Mogs anders?
Habe das große Getriebe.

Alle Öle sind neu!

Danke für eure Antworten :mog3
Greez Meinhard
#506336
Hallo Meinhard,

welches Getriebeöl hast Du denn drin?

Du kannst ja mal die Viskositätswerte mit denen aus der Liste unten vergleichen.
(Es sieht so aus als sollte die Viskosität bei 100°C um die 15 mm/s² haben, wenn man bei hohen Temperaturen gute Schaltbarkeit haben möchte.)

Bezeichnung /// mm/s² 40°C /// mm/s² 100°C /// schlecht schaltbar

Cartechnic GL4 SAE 80W /// 90 /// 10,5 /// warm (zu dünnflüssig wenn warm)
RAVENOL GL4 MZG SAE 80 /// 90,9 /// 10,7 /// warm (zu dünnflüssig, wenn warm)
LiquiMoly GL4 SAE 80W /// 95,2 /// 11 /// warm (zu dünnflüssig wenn warm)
bp Energear EP 80W-90 /// 133 /// 13,8 /// warm (zu dünnflüssig wenn warm)
Cartechnic GL4 SAE 80W-90 /// 153 /// 15,3 /// überwiegend gut schaltbar
Rektol Gear 300 SAE 80W-90 /// 140 /// 16 /// sehr gut schaltbar bei martin-w
RAVENOL GL4 TSG SAE 75W-90 /// 76,3 /// 14,2 /// optimal schaltbar bei OPTIMOG und KLAUSi, Buntmetallverträglichkeit bis 100°C gegeben
#506349
Hallo optimog


Ich habe titan gear mp 80 drin.
Wurde mir von Fa Schöler empfohlen.
Nähere Infos um zu vergleichen stehen nicht auf dem Kanister :?
das Öl wurde aus einem größeren Gebinde abgefüllt.

Was ist das optimale öl?
73 hatten die doch auch nur 80er öl drin. Hatten die auch diese Probleme oder
Waren die früher einfach gewaltbereiter :wink: :wink: :mauer :kerze1

Greez m.
#506350
Hallo Meinhard,

Dein FUCHS titan gear mp 80 hat
92 mm/s² bei 40°C und
10 mm/s² bei 100°C. (Soll ca. 15 mm/s²)
Damit ist die Viskosität bei hohen Temperaturen zu gering für gute Schaltbarkeit.

Qed

Versuch mal das Rektol oder Ravenol aus der Liste oben.
#506367
Moin,

hört sich in der Theorie logisch an, aber meint Ihr wirklich, dass sich solch kleine Differenzen derartig auswirken?
Und ob das Getriebeöl wirklich mal 100 °C erreicht in der Praxis? Scheint mir sehr hoch gegriffen.
Immerhin bieten die MB-Betriebsmittelvorschriften allerlei verschiedene Öle an. Eines davon habe ich auch verwendet und habe ähnliche Schaltschwierigkeiten bei wärmerem Öl. Sollte ja normalerweise ausgeschlossen sein :| ...
#506369
Hallo Wolfgang,

ob 100°C erreicht werden spielt keine Rolle. Entscheidend ist der Verlauf der Viskositätskennlinie. Der sollte möglichst flach sein, um über einen weiten Temperaturbereich gute Bedingungen zu haben. Und bei hohen Temperaturen sollte das Öl nicht zu dünnflüssig werden.

Die Liste basiert auf Erfahrungsberichten aus der Praxis und gibt zumindest plausible Anhaltswerte.



Bezeichnung /// mm/s² 40°C /// mm/s² 100°C /// schlecht schaltbar

FUCHS titan gear mp 80 /// 92 /// 10 /// warm (zu dünnflüssig wenn warm)
Cartechnic GL4 SAE 80W /// 90 /// 10,5 /// warm (zu dünnflüssig wenn warm)
RAVENOL GL4 MZG SAE 80 /// 90,9 /// 10,7 /// warm (zu dünnflüssig, wenn warm)
LiquiMoly GL4 SAE 80W /// 95,2 /// 11 /// warm (zu dünnflüssig wenn warm)
bp Energear EP 80W-90 /// 133 /// 13,8 /// warm (zu dünnflüssig wenn warm)
Cartechnic GL4 SAE 80W-90 /// 153 /// 15,3 /// überwiegend gut schaltbar
Rektol Gear 300 SAE 80W-90 /// 140 /// 16 /// sehr gut schaltbar bei martin-w
RAVENOL GL4 TSG SAE 75W-90 /// 76,3 /// 14,2 /// optimal schaltbar bei OPTIMOG und KLAUSi, Buntmetallverträglichkeit bis 100°C gegeben
#506381
Hallo Christoph,

blöde Frage :oops:

Hab mir mal auf der Seite von Ravenol "dein" Öl angeschaut. Da finde ich aber nichts vonwegen Buntmetall oder MB Freigabe nach 235.1?!
Steh ein bisschen auf dem Schlauch was ich in meinen 406er füllen soll :mauer
Seit ich ihn im Besitz habe ist er wenig gelaufen und ich kann auch nicht sagen was vorher drin war.
Mein Vater (Vorvor Besitzer :lol: ) sagt die haben im Betrieb immer mein Händler das geholt was grade da war.
Bisher kann es dem Getriebe nicht viel geschadet haben da es sich sowohl kalt als auch warm super schalten lässt.

Zu dem von Mercedes aufgeführten RAVENOL Mehrzweck-Getriebeöl MZG SAE 80 scheint sich noch keiner geäußert zu haben oder?
Nur die Viskosität bei 100° scheint ja laut der Theorie mit 10 etwas zu niedrig zu sein?

Gruß
Yannik
#506382
Hallo Yannik,

die Buntmetallverträglichkeit des Ravenol Öles habe ich auf Anfrage bestätigt bekommen.

Mit dem RAVENOL GL4 MZG SAE 80 bin ich selbst ein paar Tausend km gefahren, war damit aber nicht zufrieden.

Die in der Liste aufgeführten Öle findet man überwiegend nicht in den BeVo. Wir wissen aber auch nicht, welche Kriterien MB bei der Prüfung und Zulassung zugrunde gelegt hat. Möglicherweise war die Schaltbarkeit von Getrieben mit hoher Laufleistung bei bestimmten Temperaturen gar keine Anforderung.

Die Liste kann als Sammlung weniger Erfahrungsberichte natürlich nur Anhaltswerte liefern. Jedoch scheint die höhere Viskosität bei höheren Temperaturen schon signifikant zu sein bezüglich des Schaltverhaltens.
#506404
Hallo
Ich dachte immer, daß sich das Getriebe warm besser schalten läßt als kalt.
Warum ist das so?
Synchronisierte Getriebe benötigen auf den Reibwert der Synchroneinrichtung abgestimmte Aditive. Zum einen verändern sich die Eigenschaften dieser aditive im Laufe der Jahre und auch bei Temperaturzunahme, andererseits weiß man meistens nie welches Öl überhaupt eingefüllt wurde.
Die Buntmetalkorrosion ist nur ein Faktor von vielen, die bei der Ölfreigabe geprüft werden.
Weiterhin kommt hinzu, dass bei mehr oder weniger starkem Verschleiß der 'Sychronringe andere Bedingungen auftreten.
Ich habe schon so manches Getriebe in den Fingern gehabt, aber eine Ölempfehlung auf zuruf kann ich nicht machen. Andere haben da augenscheinlich schon reichlich Erfahrung.
Ich möchte meine Erfahrung an einem Vorfall kurz erläutern. Für unsere Fahrzeuge hatten wir einen von ARAl gelieferten Öltyp seit Jahren in Verwendung. Von ARAL wurde das Öl dann umgestellt. Diesen Ersatztyp hatten wir dann auch für den weiteren Service verwendet. Wir hatten dabei auch Fahrzeugen mit Selbstsperrdifferntial bei ansonsten gleichen Bauteilen, auch in Getriebe und Achsen. Nach dem Ölwechsel stellte sich heraus, dass nach kurzer Zeit das Sperrdifferntial schon bei geringster Kurvenfahrt sofort sperrte. Nach Rücksprache mit ARAL und unserem Mutterwerk stellte sich heraus, dass es für den ausgelaufenen Öltyp drei Ersatztypen gab, je nach Verwendungszweck. Der Wechsel auf den anderen Kennbuchstaben stelle die ursprüngliche Funktion wieder her. Alle drei Öle waren als Getriebeöl GL4 deklariert, nur die Aditive zur Reibwerteinstellung waren unterschiedlich.
Welche Auswirkung die unterschiedlichen Aditivierungen der verschiedenen Hersteller auf die Synchronkörper in unseren Getrieben hat, mag sich jeder selber ausmalen. Aus diesem Grunde beteilige ich mich nicht an dem Öl-Roulette.

Allerdings hatte ich auch an meinem 406 den Fall, dass das Getreibe nach mehrstündiger Autobahnfahrt schwer schaltbar war. Dieses Problem kennen auch die 404-Profis. Deshalb hat unser Kollege Torsten Pohl schon im letzten Jahrtausen eine Ölkühler entworfen, der dann vor über zehn Jahren auch hier im Forum realisiert wurde. Nach dem Einbau dieses Kühlers war auch bei mir Ruhe. Franz Murr, ein ausgewieserner Langstreckenfahrer mit aufgeblasenen 404 und 416 hat ebenfalls einen Ölkühler entwickelt, der das Problem zufriedenstellend beseitigte. Weiterhin hat auch unser Kollege Justus eine ähnliche Variante hersgestellt, die ebenfalls einwandfrei funktioniert.
Daimler selbst hatte ebenfalls beim MB-trac eine vergrößerten Ölwanne mit Kühlrippen verbaut, auch dort war dann Ruhe. Es gab werkseitig auch die Variante mit Vorschaltgetriebeölpumpe und am Kühlergrill angebauten Ölkühler, sowohl beim 417 wie auch am 418.
Fazit, die ganze Öl-rumprobiererei zeugt von wenig Sachverstand in dieser Materie und ist in meinen Augen das falsche Unterfangen, die Ursache ist die Temperatur und nicht das Öl.
Alles das haben wir schon vor Jahren hier im Forum durchexerziert,
Qualität vs Quantität. :roll:
#506410
... wobei der
- Ölkühler
und
- Öl mit höherer Viskosität bei höherer Temperatur
in dieselbe Wirkrichtung gehen.
#506414
:) Das sehe ich genauso wie optimog.

Meine Ölentscheidung wankt jetzt nur noch zwischen dem syntetischen von optimog
Und dem klassischen Rektogear 300.das bei Martin W.so gut funktioniert.

Läßt sich das syntetische Öl (75W 90 ) kalt besser schalten als das klassische???
Oder gibt es da auch Unterschiede?
Welches Öl verträgt sich besser mit den Synchronringen (Buntmetalle)

DANKE FÜR ÈUERE TEILNAHME AN DER WOHL SCHON SEHR OFT GEFÜHRTEN DISKUSION :spitze

Danke Meinhard
#506416
Das Ölthema hat tatsächlich schon zu diversen Diskussionen hier geführt wie ich die letzten Wochen so gelesen habe.
Ich denke da hat jeder so seine Ideen und Überzeugungen. Was natürlich nicht verkehrt ist;)
Ganz im Gegenteil sonst gäbe es kein Forum sondern lediglich nur eine Lösung.

Die Idee mit dem Ölkühler ist ohne Zweifel eine gute Lösung wobei ich nicht vor hab Strecken über 100km ohne Pausen zu fahren und mein Mog seine Tage in der Landwirtschaft und Bundeswehr hinter sich hat;)
Er wird nur noch als Hobby genutzt und höchstens mal für kleine Projekte.

Dafür sollte mir ein halbwegs ordentliches Öl ohne Kühler reichen;)
Ich werde daher einfach mal mit einem Öl testen und eigene Erfahrungen sammeln:)

Vielen Dank für die Liste mit Vorschlägen.

Gruß
Yannik
#506433
Moin,

für meinen 416 braucht's noch nicht mal 100 km Autobahnfahrt oder ähnliches, um ihn schlecht schaltbar zu machen. Man merkt den Unterschied fast vom Start weg im Sommer. Im Winter geht es deutlich besser. Während der Fahrt geht es noch ganz gut, aber aus dem Stand den 1. oder 2. Gang reinzukriegen, braucht es reichlich Geduld.
Da müsste eher ein SAE 150 rein im Sommer :cry:
#507586
Hallo in die Runde,

danke an die Info - Geber, ich bin schon lange der Meinung, dass das reine Abgleichen der Bezeichnung GL .... SAE...... nicht mehr ausreicht, um insbesondere alte Aggregate richtig zu versorgen. Mein UG 2/27 im 416 schaltet sich auch nicht gut. Habe nun Hoffnung bzw. Anhaltspunkte es mit einem Ölwechsel zu verbessern.
Vielen Dank !

Christoph

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