- 17.02.2022, 10:37
#560403
Einspritzpumpe-a.jpg (58.52 KiB) 3559 mal betrachtet
Hallo zusammen,
da die Einspritzpumpe immer wieder Thema ist, ich im Forum zu diesem speziellen Punkt aber noch keine Erklärung gefunden habe, möchte ich dies hier in einem eigenen Thema öffnen.
In der Betriebsanleitung scheint es einen Widerspruch zwischen Bild und Beschreibung zu geben (Ausgabe Februar 1966, Nachdruck). Hierzu ist nachfolgend das Bild aus der Bedienungsanleitung eingestellt.
In der Beschreibung heißt es, „Regelmäßig ist die Ölstandschraube an der Pumpenseite..... zu entfernen und das überflüssige Kraftstoff-Ölgemisch abzulassen. Frisches Motorenöl am Filterstutzen einfüllen bis aller obenauf schwimmender Kraftstoff abgeflossen ist, dann Öffnung wieder verschließen“[/i]
Schaut man aber auf das Bild, sieht man anstelle einer Ölstandsschraube einen Überlaufbogen. Diesen sieht man im Reparaturhandbuch nicht mehr und dürfte auch in den Unimogmotoren nicht verwendet worden sein, daher die Beschreibung mit Ölstandsschraube. Solche Überlaufbögen gab es aber an den Einspritzpumpen bei den Diesel-Pkw der 200/8 bis 240/8 Serien. Sie sind „offen“ ohne irgendwelche Rückschlagventile oder sonstigen Verschlüssen, so dass eine Dieselansammlung, die sich mit der Zeit im Ölreservoir bildet, jederzeit drucklos nach oben entweichen kann. Da Diesel leichter als Motoröl ist und oben schwimmt, kann dieser entweichen und das Motoröl bleibt drinnen. Es galt dann, bei jedem Motorölwechsel über den roten Deckel an der Einspritzpumpe solange Motoröl nachzufüllen, bis der Diesel aus dem Überlaufbogen restlos abgetropft ist und nur noch das zähflüssigere Motoröl nachkommt, ohne dass hierzu irgendwelche Ölstandsschrauben geöffnet und wieder angezogen werden müssen. Somit konnte der Ölstand auch nie eine gewisse Höhe überschreiten. Anscheinend ging man davon aus, dass sich auch bei relativ gut erhaltenen Einspritzpumpen mit der Zeit Diesel im Ölreservoir ansammelt.
In meinem Unimogmotor, OM 616 (240-er) war an der Einspritzpumpe auch nur die Ölstandsschraube. Nach dem sich dann irgendwann eine größere Dieselmenge im Ölreservoir angesammelt hatte - vielleicht doch durch Verschleiß - ist mir nach steilen Bergauffahrten nach einer Weile vermutlich etwas Diesel-Öl-Gemisch in andere Bereiche der Pumpe eingedrungen, so dass der Motor dann Vollgas lief und sich auch nicht mehr abstellen ließ, höchstens durch Gang einlegen und Abwürgen. Dies ging ein paar Sekunden so lange, bis sich der Diesel im Ölreservoir soweit abgesenkt hatte, dass der Motor dann selbst abgestellt hat. Nachdem dies immer wieder einmal vorkam, habe ich anstelle einer Ölstandsschraube so einen Überlaufbogen eingeschraubt, den ich noch von einer alten PKW-Einspritzpumpe hatte. Seitdem habe ich keinerlei Probleme mehr. Auch ein Starten nach mehreren Monaten Standzeit funktioniert problemlos. Mit nur einer Ölstandsschraube müsste der sich mit der Zeit ansammelnde Diesel irgendwann über den roten Einfülldeckel entweichen, wenn dieser ab einer gewissen Füllstandshöhe nicht in andere Bereiche der ESP gelangt und dann in den Motor zur Verbrennung gepumpt wird.
Vielleicht kann hier im Forum jemand erklären, warum solche Überlaufbögen in den Mogs nicht verwendet werden? Liegt es vielleicht daran, dass man den Mog in anderen Steigbereichen bewegen kann, als es mit den seinerzeitigen Straßen-PKW´s möglich war, die mit solchen Motoren fuhren? Auch diesbezüglich hatte ich noch keine Schwierigkeiten gehabt.
Mit Grüßen aus den Allgäuer Bergen
Andi
da die Einspritzpumpe immer wieder Thema ist, ich im Forum zu diesem speziellen Punkt aber noch keine Erklärung gefunden habe, möchte ich dies hier in einem eigenen Thema öffnen.
In der Betriebsanleitung scheint es einen Widerspruch zwischen Bild und Beschreibung zu geben (Ausgabe Februar 1966, Nachdruck). Hierzu ist nachfolgend das Bild aus der Bedienungsanleitung eingestellt.
In der Beschreibung heißt es, „Regelmäßig ist die Ölstandschraube an der Pumpenseite..... zu entfernen und das überflüssige Kraftstoff-Ölgemisch abzulassen. Frisches Motorenöl am Filterstutzen einfüllen bis aller obenauf schwimmender Kraftstoff abgeflossen ist, dann Öffnung wieder verschließen“[/i]
Schaut man aber auf das Bild, sieht man anstelle einer Ölstandsschraube einen Überlaufbogen. Diesen sieht man im Reparaturhandbuch nicht mehr und dürfte auch in den Unimogmotoren nicht verwendet worden sein, daher die Beschreibung mit Ölstandsschraube. Solche Überlaufbögen gab es aber an den Einspritzpumpen bei den Diesel-Pkw der 200/8 bis 240/8 Serien. Sie sind „offen“ ohne irgendwelche Rückschlagventile oder sonstigen Verschlüssen, so dass eine Dieselansammlung, die sich mit der Zeit im Ölreservoir bildet, jederzeit drucklos nach oben entweichen kann. Da Diesel leichter als Motoröl ist und oben schwimmt, kann dieser entweichen und das Motoröl bleibt drinnen. Es galt dann, bei jedem Motorölwechsel über den roten Deckel an der Einspritzpumpe solange Motoröl nachzufüllen, bis der Diesel aus dem Überlaufbogen restlos abgetropft ist und nur noch das zähflüssigere Motoröl nachkommt, ohne dass hierzu irgendwelche Ölstandsschrauben geöffnet und wieder angezogen werden müssen. Somit konnte der Ölstand auch nie eine gewisse Höhe überschreiten. Anscheinend ging man davon aus, dass sich auch bei relativ gut erhaltenen Einspritzpumpen mit der Zeit Diesel im Ölreservoir ansammelt.
In meinem Unimogmotor, OM 616 (240-er) war an der Einspritzpumpe auch nur die Ölstandsschraube. Nach dem sich dann irgendwann eine größere Dieselmenge im Ölreservoir angesammelt hatte - vielleicht doch durch Verschleiß - ist mir nach steilen Bergauffahrten nach einer Weile vermutlich etwas Diesel-Öl-Gemisch in andere Bereiche der Pumpe eingedrungen, so dass der Motor dann Vollgas lief und sich auch nicht mehr abstellen ließ, höchstens durch Gang einlegen und Abwürgen. Dies ging ein paar Sekunden so lange, bis sich der Diesel im Ölreservoir soweit abgesenkt hatte, dass der Motor dann selbst abgestellt hat. Nachdem dies immer wieder einmal vorkam, habe ich anstelle einer Ölstandsschraube so einen Überlaufbogen eingeschraubt, den ich noch von einer alten PKW-Einspritzpumpe hatte. Seitdem habe ich keinerlei Probleme mehr. Auch ein Starten nach mehreren Monaten Standzeit funktioniert problemlos. Mit nur einer Ölstandsschraube müsste der sich mit der Zeit ansammelnde Diesel irgendwann über den roten Einfülldeckel entweichen, wenn dieser ab einer gewissen Füllstandshöhe nicht in andere Bereiche der ESP gelangt und dann in den Motor zur Verbrennung gepumpt wird.
Vielleicht kann hier im Forum jemand erklären, warum solche Überlaufbögen in den Mogs nicht verwendet werden? Liegt es vielleicht daran, dass man den Mog in anderen Steigbereichen bewegen kann, als es mit den seinerzeitigen Straßen-PKW´s möglich war, die mit solchen Motoren fuhren? Auch diesbezüglich hatte ich noch keine Schwierigkeiten gehabt.
Mit Grüßen aus den Allgäuer Bergen
Andi


