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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#100341
Hallo Reiner,

eine 12 V Starterbatterie gilt ab 10,5 V Restspannung als tiefentladen.

Eine Silber Kalzium Batterie verträgt eine Tiefentladung schlechter als z. B. eine normale Blei Antimon Batterie.

Ist eine Battrie tiefentladen und wird nicht gleich wieder geladen, entstehen an den Platten höhere ohmsche Widerstände, welche zu einer stärkeren Erwärmung der Batterie führen.

Du kannst also eine tiefentladene Batterie zwar wieder laden, aber auf Dauer würde ich sie entsorgen.

Gruß

Stephan
#100347
Hi Lader,

bei mir ums Eck ist ein VW Käferbastler, Teilehändler, der schwört Mark und Bein tiefentladene Baterien ( sofern Baterie nicht älter als 4 Jahre ist )
wie folgt zu refreschen.

Zusatz: ich schreibe hier von Baterien die nach einer Tiefentladung keinen Ladestrom mehr annehmen.

Baterie an ein Ladegerät mit einstellbarem Konstantstrom hängen und eine Woche ganz tapfer mit 0,5A dauerbelegen, nach sieben Tagen soll sich dann die Baterie ganz normal mit Ladeautomatik fertig laden lassen.

Habs mangels Bedarf selbst noch nicht ausprobiert. Einen Versuch ist es aber allemal wert.

Ciao Armin
#100418
Moin,
das kommt auch drauf an wie lange die Batterie tiefentladen rumgestanden hat. Ich habe schon zwei erfolgreich wieder aufgeladen bekommen, die Batterien (1 Jahr alt) haben aber die volle Kapazität nicht wieder errreicht.
Bei einer anderen hat es nicht funktioniert, auch Dauerladen mit 0,5A hat die Batterie nur zum "Gasen" gebracht, die Platten waren wohl zu sehr sulfatiert.
Gruß Stefan
#100501
Rein technisch gesehen müsste man einen durch langfristige Tiefentladung und damit eingetretene Sulfatierung der Bleiplatten beschädigten Akkumulator folgendermaßen wieder reparieren können:
Akku zerlegen , Bleiplatten ausbauen, eventuelle Isolierplatten entfernen. Bleiplatten mit destilliertem Wasser abspülen. Dann Bleiplatten in Salzsäure (HCl) tauchen, bis die Sulfatierung sich in Schwefelchlorid umgewandelt hat und von den Bleiplatten abfällt. Die Platten müssten dann wieder blank sein. Dann Bleiplatten wieder intensiv in destilliertem Wasser spülen, damit keine HCl Reste verbleiben. Akkumulator dann wieder komlett zusammenbauen und mit verdünnter Schwefelsäure (Batteriesäure) befüllen.
Problem: Durch die Absäuerung der Sulfatschichten werden die Bleiplatten so dünn, dass sie auseinanderfallen. Schade eigentlich. :(
Gundo
#100525
Gundo hat geschrieben:Rein technisch gesehen müsste man einen durch langfristige Tiefentladung und damit eingetretene Sulfatierung der Bleiplatten beschädigten Akkumulator folgendermaßen wieder reparieren können:
Akku zerlegen , Bleiplatten ausbauen, eventuelle Isolierplatten entfernen. Bleiplatten mit destilliertem Wasser abspülen. Dann Bleiplatten in Salzsäure (HCl) tauchen, bis die Sulfatierung sich in Schwefelchlorid umgewandelt hat und von den Bleiplatten abfällt. Die Platten müssten dann wieder blank sein. Dann Bleiplatten wieder intensiv in destilliertem Wasser spülen, damit keine HCl Reste verbleiben. Akkumulator dann wieder komlett zusammenbauen und mit verdünnter Schwefelsäure (Batteriesäure) befüllen.
Problem: Durch die Absäuerung der Sulfatschichten werden die Bleiplatten so dünn, dass sie auseinanderfallen. Schade eigentlich. :(
Gundo
Stimmt, ist schade. Aber bevor ich so einen aufwand treib, würd ich mir ne neue Batterie holen - ist auf alle fälle sicherer und langlebiger :wink:

Edit: falls ein jemand probieren möchte, ich hab hier noch 10 Bleiaccus rumstehen, gebe gerne welche ab :twisted:
#100529
Moin,

danke Euch Allen.
bevor ich so einen aufwand treib
genau so sehe ich das auch :x

Ich werde deshalb die alten, sulfatierten Platten durch neue, evtl. dickere, Platten ersetzen.

Damit erspare ich mir doch viel Arbeitsaufwand, und Bleiplatten gibts hier im Dachdecker-Einkauf für kleines Geld 8)

Was würde eigentlich passieren, wenn ich in den dann wieder " frischen" Akku, Schwefelsäure in etwas höherer Konzentration eingebe?
#100546
Schini hat ganz Recht, Blei ist nicht gleich Blei. Bei den Bleiplatten vom Dachdeckereinkauf handelt es sich um eine UV-beständige Legierung (genaugenommen um PbUV+). Das Blei für die Akkumulatoren hingegen ist nicht lichtstabil, deshalb sind die Akku-Gehäuse auch meist undurchsichtig oder sogar schwarz. Dafür ist das Akku-Blei säurebeständig (Legierung Pbacp, wobei das acp hier für acid protected steht). Wegen der Geruchsentwicklung (Schwefelwasserstoffgase, riecht nach faulen Eiern) darf Schwefelsäure niemals in höherer Konzentration in Bleiakkumulatoren verwendet werden. Näheres dazu im Bundesimmissionsschutzgesetz.
gez.
unleserlich
#100552
Moin Leute,

zum Thema tiefentladene Batterie. Ich habe mir ein Ladegerät angeschafft, das auch von Oldtimer Praxis getestet und empfohlen wurde. Das Ding heißt Ctek 3600 XS (oder so ähnlich) U.a.hat das wirklich kleine Ding die Funktion eines Akkujoggers und kann in gewissen Maße Sulfatierungen durch Stromspitzen "knacken". Wie es geht, keine Ahnung. Hab es weder in der Oldtimerpraxis, noch in der Bedienungsanleitung verstanden.
Willsagen, das Gerät würde ich versuchen. Ich nutz es um meine Batterie auf der Höhe zu halten. Die Desulfatierung hab ich noch nicht benutzt....
Das Ding kostet zwischen 50- 60 ¤

Nur als Tipp!
Gruß Lars
#100591
Moin Gundo,

dass Du Dich mit den Gesetzen auskennst ist mir klar.

Wegen einer evtl. Geruchsentwicklung mache ich mir keine Sorgen.
Was glaubst Du wohl wie der Mog "riecht" wenn ich Gülle fahre.

Und gasen wird die Batterie mit der zarten Leistung der originalen Gleichstrom-Lichtmaschine sowieso nicht.

Ebenfalls kann ich die von Dir angemerkte UV-Unverträglichkeit außer acht lassen, denn, wo meine Batterie eingebaut ist, kommt keine Sonne hin.

Das sind doch alles Spitzfindigkeiten :wink:

Wenn ich mit neuen Platten und frischer Säure eine noch nicht alte, aber tiefentladene Batterie retten und noch 3 Jahre fahren kann, ist es mir das Wert.
#100625
Moin,
die Bleiplatten sind in der Regel keine massiven Platten, sondern ein Gitter oder Netz in dem Bleipulver eingepresst ist. Dadurch entsteht eine größere Oberfläche die mit der Schwefelsäure in Kontakt kommt und es gibt so eine größere Kapazität und einen gößeren möglichen Stromfluß bei geringerem Gewicht.
Wenn du tatsächlich noch eine Batterie mit massiven Bleiplatten hast, ist die ja schon reif fürs Museum und eine Reraratur kann durchaus erfolgreich sein. Die Säuredichte erhöhen bringt nichts, außer das die Bleiplatten schneller sulfatieren.
Ich habe auch schon einmal eine Batterie aus Langeweile zerlegt und wollte die wieder "erneuern". Das war eine einzige Sauerei und ich hatte nach der nächsten Hosenwäsche lauter kleine Löcher in meiner Jeans. :shock: Ich glaube auch nicht, dass sich Bleisulfat von Salzsäure beeindrucken läßt und sich auflöst. :idea: Eher müßte man ein unedleres Metall als Blei nehmen und dann noch ein bischen experimentieren, damit sich dann das entsprechende Metallsulfat bildet und das Blei wieder "blank" wird..
Gruß Stefan

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