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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#445462
Hallo,

vielleicht gibt es hier einige Motorenspezialisten, die mir bei meinem Problem helfen können.

Ich habe einen OM312 als Schiffsmotor. Funktioniert normalerweise sehr gut. Nur ab und zu, wenn ich von Vorwärtsfahrt nach Neutral schalte (Belastung bis Schraube steht), stellt der Motor ab. Dazu habe ich herausgefunden, dass dieses Verhalten möglicherweise auf den RQV-Fliehkraft-Regler an der Bosch-Einspritzpumpe zurück geführt werden kann. Die ESP und der Fliehkraftregler haben eine eigene Ölversorgung, d.h. es muss regelmässig Öl nachgefüllt bzw. gewechselt werden (da es sich immer mehr mit Diesel versetzt, und dann seine Schmierwirkung verliert). Das soll zum Absterben des Motors führen (Angaben Vorbesitzer, Kollegen, der gleichen Motor fährt usw..). Aber vielleicht hat hierzu auch noch jemand eine andere Idee.

Was dann aber besonders stört, der Motor lässt sich dann nicht mehr sofort anlassen. Der Anlasser dreht, der Motor springt aber nicht an. Habe ich dann 15 - 20 Minuten gewartet, springt der Motor wieder problemlos an, alles läuft, als ob nichts gewesen wäre. An was könnte das liegen? Für mich wäre es natürlich extrem wichtig, dass wenn der Motor schon abstirbt, ich ihn auch gleich wieder starten könnte.

Hat jemand dazu eine Idee?

Grüße
Klaus
#445470
Hallo Klaus

Stationär-Motore wurden zwar üblicherweise mit RSV-Regler betrieben, aber je nach Herkunft wäre ein RQV-Regler möglich. Die ganz alten hatten für den Regeler einen separaten Klappöler hinten, von dem das Öl über das Kulissengestänge tropfte. Die Pflegeanleitung besagt , das (beim Fahrzeug) dr Regler alle 1500Km geöltwerden sollte. Das beim Absterben im Leerlauf ist in den Reparaturanleitungen als mögliche Fehlerursache die Gestängeschmierung aufgefürht.
Fakt ist, dass der Regler oder die Regelstange schwargängig ist. Ob durch verharztes Öl oder mangelnde Schmierwirkung durch Ölverdünung oder ein bereits eingelaufenens Gestänge.
Ich weiß auch nicht, welcher Mehrmengen (Startmengen)-Anschlag bei deiner Version verbaut ist. Manche RQV-Regler stellen nur nach Stopp-Endstellung wieder auf Startmenge. Möglich wäre auch die schwergängigkeit, die sich durch größeres Passspiel beim Abkühlen wieder etwas bessert.

Den Ölhaushalt der Pumpe kann man simpel auf die später übliche Motorumschlaufschmierung umbauen. Bei den schlecht zugänglichen Bootsmotore ein sinnvolle Maßnahme.
#445483
Hallo Helmut,

vielen Dank für Deine rasche Antwort. Warum das Reglergestänge schwergängig ist, lässt sich wohl "von aussen" nicht feststellen? Du hast von einer Reparaturanleitung gesprochen, welche meinst Du da? Ich habe das Werkstatthandbuch eines Unimog 406, das einen OM312 enthält. Darin steht nichts über die ESP und den Regler. Hast Du eine eine Anleitung für die ESP und den Regler?

Grüße
Klaus
#445484
Hallo Klaus

die Reparaturanleitung ist nicht von der ESP sondern allgemein von einem Motor. Es gibt auch noch andere Handbücher als die vom Unimog bzw Mercedes. Eine eigentliche Pumpenreparaturanleitung gibt es meines Wissens nicht.
Warum das Reglergestänge schwergängig ist, lässt sich wohl "von aussen" nicht feststellen?
nein, beim besten Willen nicht, dazu ist eine Zerlegung notwendig.
#445536
Hallo Klaus
auf deinem Bild ist eine normaler RQV-Regler wie beim LKW mit automatischer Mehrmengenfreigabe zu sehen. Der muß komplett einmal auf Stopp und dann wieder auf Volllast zum Starten gestellt werden.
Es ist eine neuere Version ohne Klappenöler am Regler wie auf diesem Bild einer älteren Version.
Wenn du aber die Abdeckung der Regelstange, die hinten über den Regler hinausgeht, mit den beiden Schlitzschrauben abnimmst, kannst du zumindest sehen, ob die Regelstange in Richtung Vollast/Startmenge geschoben wird. Eventuell mit der Hand dann ganz nach vorne drücken.
Sollte erdann nicht anspringen, liegt es an der Kraftstoffversorgung. Ich gehe aber davonaus, dass du sämtliche Filter schon geprüft hast. Wie sieht es mit der Überlaufbohrung in der Hohlschraube zum Rücklauf am Filter aus, kann dort eine Gasblase noch in den Tank abfließen?
#445554
Hallo Helmut,

vielen Dank für Deine weitere Antwort. Aber was heisst das bei einem Bootsmotor? Ich habe eine neutrale Stellung, in der die Schraube nicht dreht, und in der normalerweise der Motor angelassen wird (was, bis auf den Fall, dass er vorher abgestorben ist, immer problemlos funktioniert). Bewege ich den Hebel nach vorne, beginnt sich die Schraube zu drehen, je weiter ich nach vorne lege, um so schneller. Dann gibt es nur noch rückwärts, also aus der Vorwärtsfahrt in die neutrale Stellung (jetzt kommt ab und zu das beschriebene Problem), und dann kann ich rückwärts fahren. Das ganze funktioniert über ein sogenanntes Wendegetriebe.

Was ich immer versuche, wenn der Motor abgestorben ist, und ich wieder zu starten versuche, ist, ich ziehe am "Stoppschalter", und ich bewege den Gashebel von neutral komplett nach vorne, also Volllast, und wieder zurück in neutral. Was aber auch nicht funktioniert hat. Vielleicht müsste ich mal unter Voll- oder Teilgas anlassen, oder eben ein paar Mal den Hebel bewegen ? Aber wie gesagt, das Problem gibt es nur gleich nach dem Absterben, wahrscheinlich steht der Regler dann in einem "ungünstigen" Zustand, aus dem er sich erst mit der Zeit entfernt, denn nach 15 Minuten geht alles wieder wie normal.

Zur Kraftstoffversorgung: Alle mir bekannten Filter habe ich überprüft und sind nagelneu. Es schwirrt da noch eine Frage aus einem anderen Forum durch den Raum, ob der OM312, wie etwa der OM314 einen Filter in der Hohlschraube an der ESP habe? In den Ersatzteillisten sehe ich davon nichts, aber vielleicht weiss ja dazu auch einer was.

Nochmals Danke und viele Grüße
Klaus

Grüße Klaus
#445574
Hallo Klaus

die Filter-Hohlschraube gehört nicht zum Filter sondern zum Fahrzeug bzw dem Leitungssystem. Besagte Schraube wird im AL28 angeführt. Der Hano wird häufig durch Implantation eines OM314 aufgemöbelt, weshalb diese Hohlschraube vermutlich mit übernommen wurde. Ich kenne sie von MB nicht, was aber nicht die Existenz ausschließt.

Ein RQV-Regler ist für Bootsmotore unüblich, normalerweise ist ein RSV-Regler verbaut. (der in Betriebsstellung zum Starten automatisch die Startmehrmenge einstellt).
Beim RQV-Regler mit automatischem Startmehrmengeanschlag wird diese durch Abstellen auf Stopp und anschließender Betätigung in Richtung Volllast erreicht. Der RQV-Regler wird im LKW laut Bedienanweisung explizit mit durchgetretenem Fahrpedal gestartet. Allerdings muss ein betriebswarmer Motor auch ohne Startmenge anspringen.
Wir haben einen Kollegen hier unter uns, der nach Umbau auf RQV-Regler und Umbau des Gastgestänges genau die gleichen Startprobleme hatte. Seit der Neujustage des Bowdenzug und Änderung seiner Startpozedur springt der Motor auch wieder an.
Wie eine Einhebel-Wendeschaltung mit Wendegetriebe funktioniert ist mir klar. Die gezeigte Pumpe ist ohne Abstellwelle, es wird so wie ich das erkenne nur über das normale Gasgestänge abgestellt. Eine für deine Betriebsart ungeeignete Betätigung. Idealerweise besitzt eine Pumpe daür eine separate Abstellvorrichtung.
Auf dem Bild kann man nicht wirklich viel erkennen, aber aus den gezeigten Details vermute ich, dass hier ein LKW-Motor mariniert wurde und nicht ein Stätionärmotor.

Welchen Regler fahren denn die angesprochenen Kollegen?
#445631
Hallo Klaus,

kannst Du bei Deinem Wendegetriebe denn nicht auch ausgekuppelt Gas geben.
Ich kenne dies so von diversen Booten, dass man zum Anlassen eben den Gashebel in Richtung Vorwärts ohne einkuppeln legen kann. Erst wenn der Motor läuft und man dann auf Leerlauf geht wird eingekuppelt je nach Bewegung des Knüppels nach vorn oder achtern.

Dies würde zwar Dein Problem nicht ausräumen, aber Du könntest sehen ob dann der Motor besser anspringt.
#445865
Hallo Klaus,

wir hatten früher einmal einen OM636 (toller Motor)im Segelboot und der wurde, so wie Du es beschrieben hast, mit einer sog. "Morse"-Schaltung (auch Einhebel-Fernschaltung genannt) betrieben, d.h. Hebel vorwärts = Vorwärtswart, Hebel senkrecht = Leerlauf, Hebel Rückwärts = Rückwärtsfahrt, für einen Segler wie mich sozusagen idiotensicher.
Den von Dir beschriebenen Effekt habe ich mit zwei verschiedenen Ursachen erlebt:
1. in der Leerlaufstellung ist möglicherweise schlicht die Leerlaufdrehzahl zu niedrig eingestellt und daher bleibt er stehen.
2. und das ist eigentlich interessanter: der STOP Hebel, den Du zum Anlassen ziehst, macht eigentlich ein Anspringen unmöglich, weil er zur Dekompression (und damit zum "stoppen" dient).
Klaas hat geschrieben: Was ich immer versuche, wenn der Motor abgestorben ist, und ich wieder zu starten versuche, ist, ich ziehe am "Stoppschalter", und ich bewege den Gashebel von neutral komplett nach vorne, also Volllast, und wieder zurück in neutral. Was aber auch nicht funktioniert hat. Vielleicht müsste ich mal unter Voll- oder Teilgas anlassen, oder eben ein paar Mal den Hebel bewegen ? Aber wie gesagt, das Problem gibt es nur gleich nach dem Absterben, wahrscheinlich steht der Regler dann in einem "ungünstigen" Zustand, aus dem er sich erst mit der Zeit entfernt, denn nach 15 Minuten geht alles wieder wie normal.
Bei unserer "Einhebelfernschaltung" gab es am unteren Ende des Stellhebels einen Knopf, den man herausziehen kann, um auszukuppeln. Üblicherweise haben wir den Motor im ausgekuppelten Zustand mit leicht erhöhter Drehzahl (also Hebel etwas nach vorn) gestartet. Dann muss beim Starten nicht das Getriebe mitgedreht werden (hoffe, Du verstehst was ich meine) und der Motor hat unmittelbar nach Anspringen weniger Last damit.

Nach Deiner Beschreibung tippe ich auf den "Stoppschalter" (prüfe doch mal die "Leichtgängigkeit" des Bowdenzugs für die Dekompression, geht der "STOPP" Hebel sofort in die Ausgangsstellung zurück, wenn Du ihn loslässt ?), d.h. der Motor ist vielleicht kerngesund ?

Hoffentlich habe ich mich mit der Beschreibung jetzt nicht blamiert ...

Nächste Woche gehe ich wieder aufs Boot (in der Türkei) und lasse manchmal den Motor an, aber das ist dann ein Volvo Penta ...

Herzl. Gruß
von Erni
#445871
Hallo Ernie

weder beim OM636 noch beim 312 gibt es eien Dekrompressionshebel, die Motore haben weder eine Ventilaushebung noch ein Dekomprssionsventil.
Weiterhin wärerelevant, ob der OM636 einen RSV-Regler besaß, mit oder ohne Abstellwelle. Einen RQV-Regler wie hier, hat es für den OM636 nie gegeben.
#445893
Hallo Freunde,

ich verstehe schon, was Ernie meint, wenn das Ding auch vielleicht nicht Dekrompressionshebel heisst, auf jeden Fall muss ich einen Hebel nach oben ziehen, um den Motor abzustellen.

So, aber jetzt zunächst mal Danke an alle, die mir hier mit Ihren Beiträgen geholfen haben. Ich habe wieder viel gelernt, insbesondere auch was den RQV-Regler betrifft. Ich habe jetzt mal alles gemacht, was ich konnte. Die Probefahrt am Sonntag viel wegen eines privaten Problems ins Wasser, so dass wir erst morgen probefahren werden. Danach geht es, ab 26.5.2014, auf eine 2-monatige Tour durch Frankreichs Kanäle. Ich werde Euch nach meiner Rückkehr berichten, ob es weiterhin Probleme gab.

Nochmals Danke für Eure Unterstützung.

Grüße
Klaus
#449868
Hallo,

ich bin jetzt zurück von meiner "Sommertour", etwa 800 km und 150 Betriebsstunden. Keine Probleme mit dem Motor, kein Abstellen mehr, das Öl im Regler war also die Lösung. An alle, die damals mitdiskutiert haben, nochmals vielen Dank.

Ein Problem hatten wir doch, ein Dieselschlauch (Filter-Einspritzpumpe) wurde undicht (hat sich irgendwie durchgescheuert). Das hat uns, bis wir es bemerkt haben, etwa 30 Liter Diesel in die Bilge geblasen. Gott sei Dank haben wir das bemerkt, als wir vor einer Schleuse an einem Steiger lagen, nicht auszudenken, wenn uns mitten auf dem Doubs der Motor abgestellt hätte. An sich ein kleines Problem, aber ich bekam den Schlauch mit Bordmitteln nicht dicht, einen passenden Ersatz hatte ich (natürlich) nicht dabei. Jetzt musst Du irgendwo in Frankreich jemanden finden, der dich versteht, zu Deinem Boot in die Pampa gefahren kommt, dir einen passenden Schlauch besorgt usw...

Na ja, hat alles geklappt, hat uns einen Tag gekostet.

Grüße
Klaus
#449876
Hallo Klaus

schön das alles geklappt hat. bist du die Sauerkraut-Route gefahren? Ich habe einen ähnlichen Fall z.Zt unterwegs. Wegen eine defekten Wasserpumpe bin ich kurz mal an den Niederrhein gefahren, um das Teil im Hafen auszuwechseln. Aufgefallen ist der Wasservelust ebenfalls durch ein Spritproblem. Dabei hat der Skipper ein Plätschern in der Bilge gehört und daraufhin gestoppt. War aber ein umgebauter OM352 zum Turbo-Motor.
#449900
Hallo Helmut,

nein, nicht die Sauerkrauttour. Unsere Tour begann in Breisach (Heimathafen), dann ein Stück rheinabwärts und in Rhinau auf den Rhein-Rhone-Kanal-Nord, nach Straßburg, dann durch den Rhein-Marne-Kanal nach Nancy, danach rüber in den Canal des Vosges, den wir komplett durchgefahren sind, bis Corre, ab da weiter in der Saone bis nach St. Symphonien, ab dort Doubs und Rhein-Rhone-Kanal Süd wieder nach Hause. Dass der Dieselschlauch gerissen war, haben wir kurz hinter Besancon festgestellt.

By the way: Ich war auf der Suche nach einer Ersatzwasserpumpe und bin dabei auf die Firma Rem-Ex gestossen. Da es verschiedene Typen gibt, ich aber die Teilenummer nicht feststellen kann, habe ich denen Fotos gemailt. Als Antwort kam, dass diese Wasserpumpe ein extrem seltener Exot sei, der nur ab und an in Bootsmotoren oder Notstromaggregaten zu finden sei, und eigentlich kaum mehr (eher gar nicht) auf dem Markt zu bekommen sein soll. Rem-Ex hat mir angeboten, mir eine solche Pumpe zu bauen, für ein Exemplar seien die Teile noch vorhanden. Ich habe also diese Pumpe bestellt, weil, wenn das alles so stimmt, wovon ich ausgehe, wäre ich bei einem Problem mit der Wasserpumpe komplett aufgeschmissen. Tja, schauen wir mal, was da für ein Prachtstück kommt.

Da ich eigentlich mit den notwendigen Ersatzteilen versorgt sein will, bin ich noch auf der Suche nach einem Thermostaten. Anlasser und Lichtmaschine sind vor kurzem ersetzt worden, so dass ich mir darum zunächst mal nicht so viele Sorgen mache. Keilriemen habe ich, gibt es sonst noch was, was ich dringend mitnehmen sollte?

Grüße
Klaus
#449974
Hallo Klaus,
vielleicht stellst du auch mal ein Foto von der Pumpe und Thermostat ein. Ich habe die alte Wasserpumpe mit Stauferbuchse durch eine neuere vom LKW ersetzt. Eine alte Pumpe zerlegt, neu Lager, Simmeringe und Gleitringdichtung rein und fertig.
Die Pumpengehäuse unterscheiden sich größtenteils nur im seitlichen Wasseranschluss. Wahrscheinlich ist bei dir die Version mit dem kurzen Eingangsstutzen verbaut, da passt vermutlich die Unimog-Wasserpumpe. Evtl muss ein anderer Schaluchbogen dann her und gut ist.

Wenn du nicht durch den Mittelrhein musst, hasst du ja keine Probleme. Die meisten Verdränger haben aufgrund der Rumpfgeschwindigkeit Probleme zwischen Boppard und dem Binger Loch, weshalb von hier entweder Rheinabwärts über die Maas oder aufwärts über die Mosel gefahren wird.

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