- 07.07.2010, 09:31
#304017
Hallo Thomas,
ja, der Förderbeginn wird duch Verdrehen der Einspritzpume eingestellt. Wenn das Verdrehen nicht mehr ausreicht, muß sie versetzt werden.
Von den Reiheneinspritzpumpen gibt es eine Menge verschiedener Ausführungen. Im OM 617 müssten mindestens zwei verschiedene Ausführungen verbaut worden sein.
Die Version mit 80 PS hatte meines Wissens die Drosselklappe und damit die pneumatisch gesteuerte Einspritzpumpe, d.h. durch die Drosselklappe entstehen im Ansaugrohr unterschiedliche Unterdrücke, diese Steuern dann über eine Schlauchverbindung die Einspritzmenge.
Bei der 88 PS Version entfällt die Drosselklappe und die Einspritzpumpe regelt die Einspritzmenge über das Regelgestänge zum Gaspedal, Leerlauf und Drehzahlbegrenzer funktionieren mit Fliehkraftreglern.
Bei der 88 PS Version dient der Hebel, den du beschreibst nur zum Abstellen, d.h. im normalen Fahrbetrieb geht er auf Anschlag zurück nach oben. Um den Motor abzustellen wird der Hebel dann nach unten gedrückt. Wenn der Hebel komplett oben ist (also im Fahrbetrieb) sollte der Motor bei Volllast nicht rußen. Macht er das trotzdem, hast du keine saubere Einstellung. Dann sollte die Vollastmenge entsprechend eingestellt werden (vorausgesetzt, alle anderen Komponenten wie Einspritzdüsen, Luftfilter, Steuerzeiten und Kompression sind in Ordnung).
Bei der 80 PS Version bin ich mir nicht ganz sicher. Soweit mir bekannt ist, hat der Hebel bei der pneumatisch gesteuerten Pumpe eine Doppelfunktion: im normalen Fahrbetrieb ist er in der Mittelstellung, zum Abstellen des Motors wird er nach vorne gedrückt und zum Starten wird er nach hinten gezogen. Die Fördermenge (übrigens auch bei der 88 PS-Version) ist für den Startvorgang größer als sonst bei Vollast, d.h. die größte Einspritzmenge, die dein Motor erhalten kann bekommt er beim Start! Wenn du nun diesen Hebel während der Fahrt nach hinten ziehst, erhöhst du die Fördermenge über die gedachte Volllastmenge an.
Zur Einstellung des Förderbeginns: wenn du die Einspritzpumpe zum Motor hin schwenkst geht der Förderbeginn Richtung früher, vom Motor weg Richtung später. Der Sollwert ist beim OM 617 24° vor OT. Ich würde den Förderbeginn aber keinesfalls mal testhalber "blind" auf später stellen. Wenn du den Förderbeginn prüfen möchtest gibt es zwei recht einfach Methoden, die ohne teures Spezialwerkzeug möglich sind:
Mit der Überlaufrohr-Methode lässt sich der Wert sogar sehr exakt einstellen. Du brauchst als "Spezialwerkzeug" lediglich eine alte Einspritzleitung.
Wenn du den Wert erstmal grob ermitteln möchtest (was bei dir fürs erste sicher schon mal ausreichen wird), dann geht es auch noch einfacher:
Du schraubst die Einspritzleitung an der Überwurfmutter vom ersten Stempel von vorne (also Richtung Kühler) ab und bläst die nun offene Anschlußstelle leicht aus, so daß der Kraftstoff erst etwas tiefer sichtbar wird. Den Bereich um die Schraubverbindung solltest du vorher gründlich säubern (mit Kaltreiniger oder Caramba), denn selbst kleinste Schmutzpartikel können die Teile der Einspritzanlage schon beschädigen. Die Einspritzpumpe darf dazu nicht auf Nullförderung sein, also darauf achten, daß der Stophelbel nicht gedrückt ist. Dann drehst du den Motor langsam vorwärts (niemals rückwärts drehen!). Am besten machst du das zu zweit, so daß eine Person den Motor dreht (im Bereich des Förderbeginns immer ganz langsam, am besten Grad für Grad) , die zweite Person beobachtet dabei die nun offenen Anschlußstelle von der Einspritzleitung. Sobald der Kraftstoffpegel beginnt zu steigen fördert die Pumpe. Diese Methode geht ca 1° nach, d.h. der tatsächliche Förderbeginn ist ca. 1° früher. Um aber vorab festzustellen, ob dein Förderbeginn zu stark verstellt ist reicht diese Methode völlig aus und ist recht einfach zu machen. Selbst wenn sie etwas ungenauer ist als die Überlaufrohr-Methode - wenn dein Förderbeginn 1° zu früh sein sollte wird dir davon der Motor noch nicht heiß, d.h. wenn der Förderbeginn tatsächlich der Grund für dein Temperaturproblem ist dann ist er auch deutlich zu früh und das kannst du damit auch feststellen.
Wie schon erwähnt verstellt sich der Förderbeginn aber nicht von selbst. Wenn dein Motor in der letzten Zeit erst vermehrt heiß wird, dann wird die Ursache eher nicht der Förderbeginn sein.
Was sie Wasserpumpe betrifft: bei meinem Motor hat die Riemenscheibe der Pumpe ca. 16cm Durchmesser und die Antriebsriemenscheibe ebenfalls ca. 16cm. Laut dem Vorbesitzer vom Schlacht-Diesel-Mog hatte der Motor nie Temperaturprobleme (mit fest eingebautem Lüfter und zusätzlichem Elektrolüfter). Den Elektrolüfter hat er angeblich nur selten benötigt, und wenn dann nur wenn er im Sommer in Italien lange Bergstrecken gefahren ist.
Ich weiß allerdings nicht, ob es für den OM 617 evtl. verschiedene Wasserpumpen gegeben hat. Mein OM 617 ist z.B. der Transportermotor. Ob es da Unterschiede gegeben hat lässt sich aber sicher bei Daimler erfragen.
Grüße
Günter
ja, der Förderbeginn wird duch Verdrehen der Einspritzpume eingestellt. Wenn das Verdrehen nicht mehr ausreicht, muß sie versetzt werden.
Von den Reiheneinspritzpumpen gibt es eine Menge verschiedener Ausführungen. Im OM 617 müssten mindestens zwei verschiedene Ausführungen verbaut worden sein.
Die Version mit 80 PS hatte meines Wissens die Drosselklappe und damit die pneumatisch gesteuerte Einspritzpumpe, d.h. durch die Drosselklappe entstehen im Ansaugrohr unterschiedliche Unterdrücke, diese Steuern dann über eine Schlauchverbindung die Einspritzmenge.
Bei der 88 PS Version entfällt die Drosselklappe und die Einspritzpumpe regelt die Einspritzmenge über das Regelgestänge zum Gaspedal, Leerlauf und Drehzahlbegrenzer funktionieren mit Fliehkraftreglern.
Bei der 88 PS Version dient der Hebel, den du beschreibst nur zum Abstellen, d.h. im normalen Fahrbetrieb geht er auf Anschlag zurück nach oben. Um den Motor abzustellen wird der Hebel dann nach unten gedrückt. Wenn der Hebel komplett oben ist (also im Fahrbetrieb) sollte der Motor bei Volllast nicht rußen. Macht er das trotzdem, hast du keine saubere Einstellung. Dann sollte die Vollastmenge entsprechend eingestellt werden (vorausgesetzt, alle anderen Komponenten wie Einspritzdüsen, Luftfilter, Steuerzeiten und Kompression sind in Ordnung).
Bei der 80 PS Version bin ich mir nicht ganz sicher. Soweit mir bekannt ist, hat der Hebel bei der pneumatisch gesteuerten Pumpe eine Doppelfunktion: im normalen Fahrbetrieb ist er in der Mittelstellung, zum Abstellen des Motors wird er nach vorne gedrückt und zum Starten wird er nach hinten gezogen. Die Fördermenge (übrigens auch bei der 88 PS-Version) ist für den Startvorgang größer als sonst bei Vollast, d.h. die größte Einspritzmenge, die dein Motor erhalten kann bekommt er beim Start! Wenn du nun diesen Hebel während der Fahrt nach hinten ziehst, erhöhst du die Fördermenge über die gedachte Volllastmenge an.
Zur Einstellung des Förderbeginns: wenn du die Einspritzpumpe zum Motor hin schwenkst geht der Förderbeginn Richtung früher, vom Motor weg Richtung später. Der Sollwert ist beim OM 617 24° vor OT. Ich würde den Förderbeginn aber keinesfalls mal testhalber "blind" auf später stellen. Wenn du den Förderbeginn prüfen möchtest gibt es zwei recht einfach Methoden, die ohne teures Spezialwerkzeug möglich sind:
Mit der Überlaufrohr-Methode lässt sich der Wert sogar sehr exakt einstellen. Du brauchst als "Spezialwerkzeug" lediglich eine alte Einspritzleitung.
Wenn du den Wert erstmal grob ermitteln möchtest (was bei dir fürs erste sicher schon mal ausreichen wird), dann geht es auch noch einfacher:
Du schraubst die Einspritzleitung an der Überwurfmutter vom ersten Stempel von vorne (also Richtung Kühler) ab und bläst die nun offene Anschlußstelle leicht aus, so daß der Kraftstoff erst etwas tiefer sichtbar wird. Den Bereich um die Schraubverbindung solltest du vorher gründlich säubern (mit Kaltreiniger oder Caramba), denn selbst kleinste Schmutzpartikel können die Teile der Einspritzanlage schon beschädigen. Die Einspritzpumpe darf dazu nicht auf Nullförderung sein, also darauf achten, daß der Stophelbel nicht gedrückt ist. Dann drehst du den Motor langsam vorwärts (niemals rückwärts drehen!). Am besten machst du das zu zweit, so daß eine Person den Motor dreht (im Bereich des Förderbeginns immer ganz langsam, am besten Grad für Grad) , die zweite Person beobachtet dabei die nun offenen Anschlußstelle von der Einspritzleitung. Sobald der Kraftstoffpegel beginnt zu steigen fördert die Pumpe. Diese Methode geht ca 1° nach, d.h. der tatsächliche Förderbeginn ist ca. 1° früher. Um aber vorab festzustellen, ob dein Förderbeginn zu stark verstellt ist reicht diese Methode völlig aus und ist recht einfach zu machen. Selbst wenn sie etwas ungenauer ist als die Überlaufrohr-Methode - wenn dein Förderbeginn 1° zu früh sein sollte wird dir davon der Motor noch nicht heiß, d.h. wenn der Förderbeginn tatsächlich der Grund für dein Temperaturproblem ist dann ist er auch deutlich zu früh und das kannst du damit auch feststellen.
Wie schon erwähnt verstellt sich der Förderbeginn aber nicht von selbst. Wenn dein Motor in der letzten Zeit erst vermehrt heiß wird, dann wird die Ursache eher nicht der Förderbeginn sein.
Was sie Wasserpumpe betrifft: bei meinem Motor hat die Riemenscheibe der Pumpe ca. 16cm Durchmesser und die Antriebsriemenscheibe ebenfalls ca. 16cm. Laut dem Vorbesitzer vom Schlacht-Diesel-Mog hatte der Motor nie Temperaturprobleme (mit fest eingebautem Lüfter und zusätzlichem Elektrolüfter). Den Elektrolüfter hat er angeblich nur selten benötigt, und wenn dann nur wenn er im Sommer in Italien lange Bergstrecken gefahren ist.
Ich weiß allerdings nicht, ob es für den OM 617 evtl. verschiedene Wasserpumpen gegeben hat. Mein OM 617 ist z.B. der Transportermotor. Ob es da Unterschiede gegeben hat lässt sich aber sicher bei Daimler erfragen.
Grüße
Günter




