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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#116783
Hallo Zusammen,
ich suche noch für meinen 411er eine Bremshilfe. Es gibt doch eine hydraulische Bremse mit pneumatischer Unterstützung hab ich mal gelesen.
Wie heisst nochmal dieses Bauteil und wo bekomm ich dieses her?
Will damit das Bremsverhalten ein wenig bessern, was ja bekanntlich net so prickelnd iss.

Kann mir da jemand helfen?

Gruß
Thomas
#116800
Theoretisch gäbe es die Möglichkeit den 411er mit einem hydraulisch angesteuertem Hydrair aus einem AL28 relativ einfach aufzurüsten.
Die Ansteuerung der Anhängerbremse bliebe dabei erhalten
Die Dinger gab es sogar als Zweikreisgeräte.

Praktisch stehst du aber mit so einer Ausrüstug ganz alleine vor dem Tüv.
Und die Herren lehnen sich nicht gerade erfreut aus dem Fenster.

Der Aufwand gegen deutsche Bürokratie steht m.E. in keinem Verhältnis zum Sicherheitsgewinn. Eine gute Bremse im 411er lässt den Mog auch ohne Aufrüstug Kopf stehen.
Feinarbeit ist allerdings gefordert. Schlechte Einstellung, alte, verbrauchte Bremszylinder, Beläge und Schläuche werden nicht besser, indem man ihnen den Bremsdruck erhöht.
Im Gegenteil.

Thorsten
#116807
Hallo Thomas,

ich kann mich Thorsten`s Meinung nur anschließen.

Setz´ dich mal ein Wochenende an deinen Mog und mach`mal alle bremsen gängig - die sind sicher nur "vergammelt".

Danach alles akurat einstellen und Du wirst bei ner beherzten Bremsung "ins lenkrad beißen" :lol:

Wir dachten eigentlich auch, daß die Konstrukteure von damals irgendwas falsch gemacht haben müssen. Dem ist aber nicht so.
Wie gesagt - Räder und Trommeln runter und alles herrichten....

Die Handbremse macht dann übrigens auch wieder "zu" - da kann man dann schöne Striche auf der Straße malen. Von lichtgrau bis tiefschwarz ist alles möglich 8)


Gruß

Timo
#117048
So abwegig ist die Verwendung des Hydrair Verstärkers beim 411er nicht. Bei Fzgen mit Export Pritsche ( Zulassung als LKW ) für Schweiz und Italien und evtl. noch andere Länder wurde das auch ab Werk verbaut. Die Sache mit dem TÜV müsste man evtl. durch alte Unterlagen klären können, aber ob das jemand überhaupt merkt, ist eine andere Frage. Wenn das professionell verbaut ist, sähe ich da kein Risiko.
Gruss
e.a.
#117076
Moin,


ob das jemand überhaupt merkt, ist eine andere Frage. Wenn das professionell verbaut ist, sähe ich da kein Risiko.
Ich denke, dass das etwas kurzsichtig gedacht ist.
Stelle Dir vor, Deine umgebaute, nicht Tüv abgenommene Bremsanlage versagt, aus welchen Gründen auch immer.
Du richtest einen größeren Schaden an, wie denkt dann Deine Versicherung darüber?
#117122
Reiner,
deshalb habe ich ja auch "professionell eingebaut" geschrieben, damit sollten Einbaufehler ausgeschlossen sein. Das gilt übrigens für alle Arbeiten an sicherheitsrelevanten Teilen. Mit dem Umbau würde ein werksseitig wahlweiser Zustand hergestellt, der nach neuem Recht auch nicht mehr prüfpflichtig ist. Teileversagen kann natürlich niemand komplett ausschliessen.
Gruss
e.a.
#117138
Hallo Tomerson 411,

habe neulich eine probebremsung mit einem 411.118 auf betonpiste gemacht. Noch keine pritsche darauf, das offene fahrerhaus nur an den seiten fest.
Bremstrommeln vom fachmann ausgedreht, überholte rbz, hbz neu, neue beläge, zweikreisumbau. Torsten kennt das. Bremsen so gut wie möglich eingestellt, lässt sich auf bremsenprüfstand sicher noch etwas herausholen. Anlauf nur im 3. Gang (glücklicherweise!), vollbremsung mit kniebremskraftverstärker.

Ergebnis: alle 4 räder blockiert mit anschließendem anheben des hecks in bedrohliche höhe (Unimog machte einen höflichen diener vor fehlendem publikum), verharren in scheinbarer schwerelosigkeit, dann aufschlag des hecks, abreißen des kurzen kühlwasserschlauches, da kabine vorne nach oder bei dem aufschlag ausgehoben wurde. Das dürfte die bremswirkung ausreichend beschreiben.
Seitdem habe ich den bremsservo aufgegeben, wohlwissend, dass sich die bremswirkung im laufe der jahre nicht verbessern wird . Das wird zu beobachten sein.
Jeder servo kostet dem nähmaschinenmotor OM636 permanent kraft, so vieles wäre nötig und auch machbar, bremsservo, lenkungsservo, druckluftanlage..... was bleibt dann von 34? Ps noch übrig...und für die mogs die nicht über 60km/h laufen, denke ich ist eine intakte bremsanlage ausreichend.
Trotzdem sollte die damalige ausführungsvariante ,die e.a. erwähnte, auf keinen fall in vergessenheit geraten und für die nachwelt geistig konserviert werden, zumindest als denkanstoss und wenn möglich weiterdiskutiert werden, solange noch jemand unterlagen dazu hat.
heinz401
vom fuße der Wartburg
#117146
Ich hab auch schon über den Einbau jenes Bremskraftverstärkers nachgedacht und bin zu dem Schluß gekommen, einen einzubauen, wenn ich mal was passendes finde.
Warum auch nicht? Wer im bergigen Gelände wohnt, ist um so eine Unterstützung sicherlich froh, mit einer Fuhre Holz im Rücken! Es geht natürlich auch ohne, aber warum soll ich mir das Leben nicht leicher machen, wenn möglich?

Auch weiß ich nicht, welche permanente Energie dieser Bremskraftverstärker aus dem OM 636 "saugen" soll? Die Druckluft ist doch sowieso vorhanden und der Verbrauch dieser, sollte doch verschwindend gering sein!
Weiterhin ist ein Bremstest mit einem Unimog ohne Ballast - ja sogar ohne Pritsche - für mich mehr als fraglich, wie sieht der Test aus, mit einer Tonne Kies auf der Pritsche, wenn plötzlich ein Kind auf die Straße läuft?? Erst hier ist doch die Bremsanlage gefordert - erst hier wirkt sich jedes Gramm oder Newton mehr an Bremskraft auf den Bremsweg aus!

Für mich bedeutet so ein Hydrair einen echten Sicherheitsgewinn - außerdem hört sich das Druckluftzischen beim Bremsvorgang doch einfach gooiiilll an! :wink:

Grüße Christian
#117147
Stopelapop.

Bitte nichts durcheinander werfen.

Man bremst mit so einem Hydrair leichter.

Aber man bremst weder besser noch sicherer.
Im Gegenteil. Der Hydrair verdoppelt mit seiner Mechanik
fast die Anzahl der möglichen Fehlerquellen, die zum Ausfall der Bremsanlage führen können. Und die entsprechenden erhältlichen Geräte sind mindestens 30 Jahre alt.

Eine Umrüstung auf Zweikreis halte ich da für sinnvoller.
Ist aber auch wieder ne "Gendarmgeschichte".

Thorsten
#117160
Moin,

ich habe auch vor, über Winter auf Zweikreis umzurüsten und mir schon einen HBZ besorgt.

Auf jeden Fall werde ich aber um den Segen eines Sachverständigen bitten, und die nötigen Eintragungen vornehmen lassen.

@ e.a.

das Du nicht aus Lange Weile umrüsten willst habe ich mir schon gedacht. :wink:

und provessionelles Arbeiten habe ich vorausgesetzt :lol:

Aber, es ist noch lange nicht alles professionell, nur weils von einem Profi gemacht wurde :roll:

Wie sieht´s mit der Haftung aus?
#117171
Und wie siehts mit der Anpassung aus ?

Die Geräte, die man bekommt, sind für 404, Borgward, AL28, Magirus gemacht. Durch die Bank mit Bremszylinderdurchmessern von 30 bis 55mm. Eine Anpassung an einen 411er dürfte nicht ganz einfach sein.

Noch mal grundsätzlich. Bei max 50kg Pedaldruck müssen die Räder des Fahrzeugs blockieren.
Die generelle Kennlinie so eines Hydrairs sieht so aus, das seine Bremskraftunterstützung im Bereich der ersten Hälfte des Pedaldrucks am stärksten wirkt. Danach sinkt die unterstützende Wirkung wieder. Alle "Normalbremsungen" werden also unterstützt.
Im Bereich von 40-45kg Pedaldruck (Vollbremsung) stellt der Hydrair seine Wirkung in Prinzip ein. Ab diesem Punkt steigt die Bremskraft nur noch mit dem zunehmenden Pedaldruck. Das soll auch so sein, damit bei einem Ausfall der Druckluftunterstützung trotzdem der maximal vom Fahrer zur Verfügung gestellte Bremsdruck möglich ist und die Bremsanlage auf der anderen Seite nicht überlastet wird.

Passen HBZ, Hydrair und RBZ nicht zusammen, ergeben sich andere Kennlinien, als die gewünschten. Dies kann sich dahingehend auswirken, das die Bremskraftverstärkung viel zu früh einsetzt oder im schlimmsten Fall, der maximal erlaubte Bremsdruck überschritten wird.

Thorsten
#117194
Ich ging von der Nachrüstung des Originalteils in einwandfreiem
geprüftem technischen Zustand und Einbau durch einen fachkundigen
Mechaniker im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte aus. Wenn das auch
noch in einem offiziellen Betrieb mit Rechnung etc. gemacht wird, ist
auch die Haftung für evtl. Murks beim Verbau rechtlich eindeutig geklärt.
Wenn meine Unterlagen stimmen, ist das Teil vom 404 identisch und
dafür gibt es sogar noch Rep. Sätze für mehr als 200 ¤ zu kaufen.
Ich wollte hier niemanden überreden, seine Bremsen mit Altteilen
unsicher zu machen.

Gruss
e.a.
#117196
Für die Anpassung eines Servos sind zwei Faktoren maßgebend, der max Druck sowie die max Fördermenge.
Der max. Betriebsdruck dürfte in allen Bremsanlagen gleicher Bauart zumindest annähernd gleich sein. Die Fördermenge wird je nach Schluckvermögen der RBZ unterschiedlich sein.
Da der Servo druckabhängig gesteuert wird und die Liefermenge des Hydrair die erforderliche Menge der kleinen Mogs mit Sicherheit errreicht, besteht von technischer Seite also keinerlei Bedenken, die Verwendung des gleichen Gerätes seinerzeits ist daraus erklärbar.
Ein sachlich :!: richtiger Einbau ist nach der neuen Rechtslage also unbedenklich.
Die Frage ob ein Einbau notwendig oder sinnvoll ist, wird hiervon nicht berührt und ist jedermanns eigene Entscheidung.
#117202
Hallo,

bei uns in der Nähe läuft ein 401er der einen nachgerüstet hat. Der Aussage des Nutzers nach, ist dieser absolut begeistert von der Bremse.
Allerdings war das nicht nur "dazwischenstecken und gut ist", sondern schon recht aufwendig (Platzbedarf, Leitungen, ....)
Unabhängig davon setzt der Umbau eine grunsätzlich perfekt eingestellte und funktionierende Basisbremse voraus.

Grüße
Ralf

PS. Mein 411er mit Forstaufbau (lt. Waage 3150 kg Gewicht) + Holzanhänger bremst eigentlich nicht schlecht (persönliche Einschätzung).
Zumindest mit der notwendigen vorausschauenden Fahrweise hatte ich noch nie Probleme.
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