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#48512
Von Christian Wüst (spiegel-online)

Vom Gurtpiepser zum Müdigkeitsdetektor: Die Autoindustrie bringt Innovationen, die den Menschen am Steuer entmachten - und nerven.

Die Route", sagt der Audi A6, "wird aufgrund aktueller Verkehrsmeldungen neu berechnet." Sein Navigationsgerät empfängt Stauwarnungen aus dem Verkehrsfunk und korrigiert den Kurs.

Im Prinzip ist das erfreulich. Doch die Stimme meldet sich schon zum dritten Mal innerhalb einer Minute. Kann dieses Auto nicht einfach rechnen, ohne zu reden?

Auf dem Beifahrersitz steht eine Aktentasche. Der Fahrer musste sie anschnallen, denn der Audi hatte darum gebeten. Moderne Autos haben eine "Sitzbelegungserkennung".

Im Polster des Beifahrersitzes steckt ein Gewichtssensor. Hält der Automat die Tasche für einen gurtlosen Menschen, ertönt ein nervtötender Warnpiepser. Dem Fahrer bleiben dann drei Möglichkeiten: Er kann das Gepiepse ignorieren (praktisch unmöglich), die Tasche vom Sitz entfernen (lästig) oder (geringstes Übel) die Tasche angurten.

Im Streben nach Perfektion und Sicherheit stoßen Automobile zunehmend in eine Sphäre vor, in der sich der Mensch ebenso gestört fühlt, wie er seinerseits stört. Die Ingenieure haben den Nutzer des Fahrzeugs längst als größtes Problem des Systems geortet und bekämpfen seine Schwächen, wo sie können - also nahezu überall.

Die Kunst dabei ist, den Kunden im Glauben zu halten, er wäre "Herr des Geschehens", wie Mercedes-Chefentwickler Thomas Weber beteuert - während der Fortschritt längst in der fortschreitenden Entmachtung des Fahrzeugnutzers besteht. Saab entwickelt bereits einen "Alcokey" genannten Zündschlüssel, der den Wagen erst startet, wenn eine Pusteprobe den Fahrer als nüchtern ausgewiesen hat.

Doch manche Innovationen sind durchaus sinnvoll, denn der Mensch ist nachweislich zu dumm zum Autofahren: Er kann nicht einmal voll bremsen. Eine irrationale Hemmung hält ihn davon ab, mit aller Kraft auf das Pedal zu treten. Sensoren erkennen an der Hast des Fußtritts die eigentliche Absicht und leiten die Vollbremsung automatisch ein. Die Regelsysteme ABS und ESP verhindern, dass das Auto dabei ins Schleudern gerät. Der "Herr des Geschehens" kriegt davon im besten Fall gar nichts mit.

Längst arbeiten die Forscher auch an der Abschaffung des Auffahrunfalls - durch totale Bevormundung des Fahrers. Radargesteuerte Tempomaten mit Abstandsregelung sind die Vorboten der automatisch eingeleiteten Vollbremsung.

Bisher arbeiten die Geräte maximal mit einem Viertel der verfügbaren Bremskraft - aus haftungsrechtlichen Gründen. Eine Vollbremsung durch Fehlauslösung wäre misslich. Aber das Vertrauen in die Technik wächst. Mercedes wird in der kommenden S-Klasse bereits mit halber Bremskraft eingreifen. Unbedenklich erscheint dagegen der bereits weitverbreitete Regensensor. Allerdings ist er auch völlig unnütz.

Dass der Mensch nicht richtig bremsen kann, ist eine Sache. Mit dem Einschalten des Scheibenwischers ist er gemeinhin nicht überfordert. Hier scheint eher die Automatik Probleme zu haben: Sie reagiert entweder viel zu früh, und die Wischerarme schrappen über fast trockene Scheiben. Manchmal aber ignoriert sie beharrlich auch dichte Regengüsse, bis der Fahrer entnervt zum Hebel greift.

Auch der automatische Lichtschalter, bei vielen Herstellern bereits im Angebot, hat die Sicherheit nicht erkennbar verbessert. Im Gegenteil: Er springt in der Dämmerung erst an, wenn halbwegs umsichtige Fahrer längst selbst die Scheinwerfer eingeschaltet hätten.

Dringenden Bedarf gibt es dagegen für Assistenzsysteme, die einer der gefährlichsten menschlichen Schwächen begegnen sollen: der Müdigkeit. Allein auf deutschen Autobahnen sterben jährlich über 200 Menschen, weil Fahrer einschlafen.

Die derzeit praktikabelste Weckvorrichtung bietet Citroën bereits in zwei Modellen an: Infrarotsensoren unter dem vorderen Stoßfänger beobachten die Fahrbahnmarkierungen. Driftet der Wagen ohne eingeschalteten Blinker aus der Spur, regt sich im Fahrersitz ein nachdrücklicher Rüttelalarm.

Der Hallo-wach-Sitz kann jedoch nur helfen, wenn der Fahrer vor dem Einschlafen daran gedacht hat, ihn einzuschalten. Ein Dauerbetrieb ist bisher nicht möglich, denn Fahrten auf Landstraßen gerieten dann unvermeidlich zum Massage-Marathon. Doch auch ein Auto, das Schläfrigkeit des Fahrers erkennt und dann unweigerlich das Wecksystem aktiviert, ist schon vorstellbar. In einem Forschungsprojekt mit Psychologen der Universität Würzburg entwickelte BMW eine Infrarotkamera, die die Augen des Fahrers beobachtet und am Lidschlag den Müdigkeitsgrad erkennen kann.

Die Technik wäre längst reif für die Serienentwicklung. Doch BMW zögert. Das oft beteuerte Markencredo, den Menschen "nicht entmündigen" zu wollen, wäre endgültig ad absurdum geführt, wenn das Auto seinem matten Fahrer in den Hintern zwackt. "Der Kundennutzen", erklärt eine Firmensprecherin, "ist nicht wirklich greifbar."
#48793
Die Bevormundung durch Technik hat dazu geführt, das es noch nie sowenig Unfalltote gegeben hat wie leztes Jahr!
Die schwachsinnigen Diskussionen "Ich schnall mich nicht an, viel zu gefährlich" haben auch aufgehört seitdem es piept und die Leute beim Geldbeutel gepackt werden.
"Handynutzer während der Fahrt" sollten sich selbst mal sehen, was die für einen Sch.. zusammenfahren.
Raser mit 120 km/h statt 50 gehen irgendwann auch zu Fuß---oder sterben.

Der Mensch ist ein schwaches, verletzliches und vor allem unzulängliches Wesen............! :roll:
Ich jedenfalls freue mich auf ABS,ESP,ASR,Airbags v+h+seitl+oben,BA,
Gurtstaffer und was es sonst noch so alles gibt--- und wenn ich das alles mal nicht will fahr ich UNIMOG :lol:

gruss Stephan
#48795
Ich finde der A6 ist ein schönes, zuverlässiges Auto. Habe ja selbst einen.
Doch warum er mich warnt, das ein Rücklicht ausgefallen ist oder das Waschwasser zu neige geht verstehe ich nicht so ganz.
Das habe ich in den letzten 28 Jahren immer schon selbst gemerkt.
Offensichtlich werden allerdings die Fahrer immer dümmer, das sie diesen Schnickschnack brauchen.
Da lob ich mir doch meinen MOG, dem merkt man sofort etwas an wenn ihm was fehlt --->> auch ohne Weihnachtbaum im Armaturenbrett ! :wink:
#48796
Moin,

dazu noch ein Erlebnis der letzten Woche in Wild-West-Niedersachsen auf dem Weg zu Ulli:

Auf der Autobahn (kein Tempolimit) raste mit 180 vor mir ein BMW aus Ülzen. Ansich nichts besonderes (obwohl Regen und nasse Strasse), wenn er nicht einen PKW-Transportanhänger ohne Nummernschild gezogen hätte (leer).

Da war ich kurz davor, die Polizei zu rufen. Also solchen Leuten wünsche ich einen automatischen (Vergiss nicht, dass Du einen Hänger ziehst), der bei Hängerfahrten auf 80 km/h zwangsdrosselt.

Michael
#48804
na, bei soviel Assistenz kann ich nur hoffen, dass es irgendwann einen "Nebelschlussleuchten-Assistenten" gibt, der die Geschwindigkeit bei eingeschalteter Leuchte automatisch auf 50km/h begrenzt und bei Passieren des Ortschildes den Motor abschaltet.

Nochmal zur Erinnerung: Nebelschlussleuchte darf nur bei Nebel mit Sichtweiten unter 50m (dann gilt mit und ohne Nebelschlussleuchte automatisch Tempolimit 50km/h) und nur ausserhalb geschlossener Ortschaften eingeschaltet werden.

BTW: wenn ich bei Vorliegen aller Voraussetzungen die NSS eingeschaltet habe und hinter mir ein Fahrzeug mit gleicher Geschwindigkeit in Sichtweite fährt, dann schalte ich die NSS natürlich ab, damit der Nachfolger nicht blind wird.

Naja, so manche Zeitgenossen sind ja der Meinung, wenn sie mit weit über 150km/h bei strömendem Regen über die Autobahn brettern, müssten sie die NSS einschalten, damit sie durch ihre eigene Gischt vom Nachfolger noch gesehen werden - nur...da ist keiner, der ihnen folgt...

Gruß Ulli (der manchmal die NSS des Vordermanns ausschiessen möchte)

Ups, Stephan war schneller..
#48812
Hallo Ulli,

wie wärs damit, die Nebelschlussleuchte ab 60 km/h automatisch auszuschalten ... ?
(Ich setze mich ja gerne vor so einen 100kmh-NSS-Fahrer und schalte dann kurzfristig MEINE NSS ein, das hilft meistens)

Was die anderen Punkte betrifft, möchte ich jeweils einen kleinen Kommentar aus meiner Sicht abgeben (ich arbeite in der PKW-Elektronik-Ecke)

Lampenüberwachung
- macht Sinn, wer kontrolliert schon sämtliche Glühbirnen vor jeder Fahrt?

Wischwasserkontrolle
- macht Sinn, wenn das Wasser bei feuchter salziger Fahrbahn ausgeht, siehst du nach 5 km gar nichts mehr!

Gurtpiepser / Sitzbelegungserkennung
- rettet Leben. Das nervige Piepsen führt zuverlässig dazu, dass die Leute sich anschnallen.

"Die Route wird aufgrund aktueller Verkehrsmeldungen neu berechnet."
- der Spruch muss sein. Wenn die Route sich wegen eines neuen Staus ohne Kommentar plötzlich ändert, wird das nicht akzeptiert.

"Alcokey"
- Hmm - es kann ja wohl nicht sein, dass man das eigene Auto nicht mehr starten kann

Bremsassistent
- verkürzt den Bremsweg! Vermeidet Unfälle, rettet Leben.

ABS und ESP
- gehören in jedes neu gekaufte Auto. Kann das Leben retten.

Tempomat mit Abstandsregelung
- funktioniert gut, macht Spass, ist aber Luxus

Regensensor
- ein guter Regensensor kann unterstützen, ohne geht's aber auch.

Lichtautomatik
- funktioniert gut. Muss aber nicht sein.

Warnung bei Überfahrung der Fahrbahnmarkierungen.
- Find ich gut. Allerdings nicht mit der Rüttelei, sondern mit akustischer Warnung.

Einschlafsensor über Lidschlagbeobachtung
- noch ein wenig Zukunftsmusik.

Massage-Sitz
- feine Sache bei Langsztreckenfahrten. Schon mal gefahren?

...

Der Verkehr wird immer anspruchsvoller, die Technik entwickelt sich weiter und kann den Fahrer in Gefahrensituationen und auch sonst unterstützen. Wenn die Technik zuverlässig funktioniert, was ist daran schlimm? Wo wird der Fahrer bevormundet? Neue Entwicklungen sind am Anfang immer "Spielereien" die viel Geld kosten.
Doch der Markt entscheidet, was sich durchsetzt und in allen Fahrzeugklassen zum Standard wird (siehe z.B. ABS und ESP).

Gruß, Daniel
#48818
Moin Daniel,
der Limiter ist provokativ als "erzieherische" Maßnahme gedacht - die Leute überlegen nach der ersten Erfahrung mit dem Limiter, ob das Einschalten wirklich sinnvoll ist, bzw. ob sie nicht vielleicht doch etwas zu schnell unterwegs sind.
Gruß Ulli
#48820
Moin,

ich werde mich also auch mal als Warmduscher outen:

Regensensor ist eine tolle Sache. Grade bei diesem Wetter auf der Autobahn, mal leicher Regen, mal dierekt hinter einem Brummi.... Hab das Ding zu lieben gelernt und denke, daß nur besitzlose darüber lästern können. Ebenso schätze ich den automatisch abblendenen Innenspiegel.

ESP ist bei meinem Wagen und diesem Wetter auch nicht unsinnig (200 PS / Heckantrieb und kein Mog), kann man dann für die Freude am Fahren ja auch ausschalten....

Freisprecheinrichtung ist ein Muss, wobei ich Euch auch mal bitten will darauf zu achten, ob Ihr auch beim telephonieren mit Freisprecheinrichtung noch mit den Gedanken auf der Strasse seid. Ich zumindest habe schon das eine oder andere mal überlegt, was die letzten 20 km während des Telephonates eigentlich war.

Vielleicht wissen auch Vielfahrer diese Dinge mehr zu schätzen....

Michael

P.S. Für den Tempobegrenzer gesteuert durch die NSL bin ich auch!
#48844
Ausserdem: Wo wird der Mensch denn nicht aufgrund seiner eigenen Unzulänglichkeiten bevormundet?

Er ist nicht fähig sich selbst im Verkehr mit anderen Menschen zurechtzufinden, deswegen haben wir Ampeln und Schilder, erstere können ausfallen letztere durch einen dummen Zufall mal unleserlich sein, trotzdem käme Keiner mehr auf die Idee sie abzuschaffen.

Der Mensch ist auch nicht zum vernünftigen Leben in einer menschlichen Gesellschaft fähig, deswegen haben wir Sitten,Gebräuche&Gesetze, man muss sich auch klarmachen, dass man nichtmal frei bei der Entscheidung der Begrüssung ist!
Man gibt dem anderen die Hand sonst gilt man allgemein als unhöflich, zack das ist auch schon eine Art Bevormundung.

Und wie schon erwähnt sind einige dieser Innovationen ja wirklich sinnvoll, imo besonders dieses Bremssystem!

Gruß
Greenhorn

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