Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#563072
Hallo die Altmetall-Schrauber!

Gestern habe ich versucht, den Anlasser an meinem Trenkle Tremo (hier baugleich U421) loszuschrauben. Aber die zwei Befestigungsschrauben, die den Anlasser an der Kupplungsglocke fixieren, liessen sich mit keinen normalen Methoden bewegen. Es sind Innensechskant-Schrauben (Inbus) und der Innensechskant war korrosionsbedingt sowieso schnell rund (Inbus ist echt doof für diese Verwendung - würde wohl künftig auf Innentorx wechseln?). Habe natürlich die üblichen Massnahmen angewendet (Wärme auf die Umgebung, Rostlöserchemie, Klopfen...). Aber es wurde nichts. Bei der unteren Schraube konnte ich den Schraubenkopf dann schon mal rausbohren. Bei der oberen kann man mangels Platz nicht axial bohren, also habe ich den Schraubenkopf quer durchgebohrt/angefräst, war damit gestern Abend aber noch nicht ganz fertig (muss mir noch einen geeigneten Fräskopf besorgen).

Meine eigentliche Frage: Die restlichen Schrauben an der Kupplungsglocke an diesem Fahrzeug sind auch Inbus. Vermutllich werden sie sich auch nicht freiwilling bewegen lassen. Bei einigen ist auch kaum Platz für "alternative Werkzeuge", ausser dem angedachten kurz abgewinkelten Inbus. Mir ist also bange, dass ich diese Schrauben nur mit sehr viel Mühe herausbekommen würde, sollte es denn mal sein müssen.

Ähnliche Probleme sehe ich an den Getrieben bzw. Achsen voraus. Die Schraubenköpfe (da normaler Aussensechskant) sind teilweise auch stark korrodiert. (Habe schon mal alle Schraubenköpfe/Muttern/Gewinde provisorisch unter Fluidfilm gesetzt.)

Ich kann mir hier und da "irgendwas an den Schraubenkopf anschweißen" als Lösung vorstellen, aber das ist echt aufwendig.

Wie macht ein Restaurationsprofi solche Sachen?

P.S. Der Tremo steht seit gestern trocken in der Werkstatt. Das erste Mal seit vielen Jahren unter Dach :).

Danke und Gruß - Claudius
Zuletzt geändert von Claudius am 08.07.2022, 08:38, insgesamt 1-mal geändert.
#563077
Hallo Claudius,
Innensechskant ist wirklich schwierig, als Ersatz Innentorx nehmen ist gut. Zum Lösen abgeschnittene Inbusschlüssel am Kopf anschweißen so gut es geht und mit Nuß versuchen. Vorher klopfen so stark es geht, die Wärme vom Anschweißen kann auch helfen den Rost zu lösen. Das Wichtigste ist aber möglichst mit einem Schlag(schrauber) angreifen, denn der kurze Impuls hilft viel mehr, als der lange und langsame Einsatz eines möglichst hohen Drehmoments, denn dabei weitest Du das 6 - Kant auf, beim Impuls nicht, da ist die Zeit / Dehnung des Stahls zu kurz.
Viel Erfolg
Christoph
#563086
Hallo Christoph.

Danke für die Antwort.

Also was anschweißen, klopfen, Wärme und dann mit dem Schlagschrauber arbeiten, wenn man damit herankommt. Wichtiger Hinweis mit der Nicht-Dehnung des Stahls bei einem kurzen Drehmoment-Impuls!

Da um den Anlasser herum bzw. an Kupplungsglocke ist allerding kaum Platz für einen Schlagschrauber (daher sind da wohl Inbusschrauben verbaut, weil man axial nicht mit langen Werkzeugen herankommt). Am Getriebe und an den Achsen allerdings schon.

Den "Restkopf" der einen Schraube vom Anlasser werde ich jetzt wegfräsen. Dann hoffe ich, den Anlasser abklopfen zu können. Kann sein, dass die Schrauben-Bolzen auch noch festgerostet sind in den Bohrungen der Getriebeglocke. Irgendwie wird es schon gehen... Muss ja!

Gruß - Claudius, der soooo einen dicken Rost (mit einer Ausnahme) noch an keinem seiner Fahrzeuge hatte, obwohl es nur Japaner und Engländer waren :wink: .
#563154
Hallo.

Habe mir einen 8mm-Fräser aus Karbidstahl (oder so) besorgt und dann mit Hilfe des Akkuschraubers den einen Schraubenkopf, wo man axial nicht herankommt, nach und nach abgefräst. Es hat netto vielleicht 15 Minuten gedauert, dann war der Schraubenkopf weg. Danach konnte ich den Anlasser abklopfen und später die Schraubenstümpfe mit Hilfe des Schraubstocks und einer Gasflamme aus den Gewinden im Anlasser herausdrehen.

Ich befürchte, diesen Fräser werde ich noch an dieser Karre öfter nutzen dürfen ;-) .

Ein ausgeliehener Dremel hat auch fast funktioniert, war aber zu fein bzw. beiliegende (hochwertige) Fräser passten nicht in die Halterung und die normalen trugen kaum was ab.

Gruß - Claudius
#563155
Hi Claudius,

mein Unimog war die ersten Jahre seines Lebens auch mit einem Schneepflug unterwegs. Im Laufe des Zerlegens und auch bei anderen Projekten hat sich bei festsitzenden Muttern ein Meisel sehr bewährt. Einmal einen anständig gehärteten gekauft und selbst Mutter M20 und größer sind kein nennenswertes Problem. Einfach die Mutter mit Meisel und Fäustel von zwei Seiten spalten, oder wenn der Platz nicht reicht von einer Seite und dann aufbiegen. Hat jedes Mal funktioniert und wenn man sehr vorsichtig ist beleidigt man die schraube nicht mal. Bei kleineren Schrauben lässt sich so der Kopf vermutlich auch abschlagen, kam bei mir aber nicht vor.

Lg
Joe
#563157
Hi Joe.

Ja, Muttern kann man so spalten. Oder, wenn man herankommt, nutze ich einfach die Flex mit einer dünnen Trennscheibe und mache kurzen Prozess mit der sowieso "tödlich" verrosteten Schraube. :flex
Muss ja nach und nach wohl alle Schrauben am Tremo erneuern.

Schwierig sind die Fälle, wo man weder mit Flex, Bohrmaschine und auch nicht gescheit mit einem Meißel herankommt. So war es in dem hier beschriebenen Fall, da die Aufängung der Kupplungsglocke den direkten (axialen) Zugang zu dieser Schraube versperrt. Ich habe tatsächlich auch etwas von diesem Schraubenkopf abgemeißelt, aber ein Inbus-Schraubenkopf an einer M12-Schraube guter Qualität ist nicht so einfach abgemeißelt. Die Mutter war in diesem Falle quasi der Anlasser - dort sitzt das Gewinde im Alu, und das wollte ich nicht zerstören.

Nichtsdestotrotz habe ich auch tatsächlich an die Anschaffung eines besseren Meißels gedacht. Kannst du da was empfehlen (gerne mit Link)?

...aber deinen Salzstreuer-Mog hast dann dann ja gerettet? Ich hoffe auch noch, dass ich bei meinem Tremo auf keine Lohnt-Nicht-Weiter-Stelle stoßen werde. Der Rahmen ist ja super übersichtlich und hat noch ausreichend Substanz. Aber die Getriebegegäuse habe ich noch nicht vollständig vom Rost befreit :| ...

Gruß - Claudius
Neue Kupplung grosses Problem

Hallo Christian, wenn du kein Spiel am Hebel der […]

Bremsbelagträger U 411

Hallo Zusammen! Wir sind für unser Restaurat[…]

Knopf unter Kupplungspedal

Hallo Doppelkupplung bedeutet Motorzapfwelle, der […]

Hallo Rolf dann sei bitte so nett und erkläre[…]