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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#435089
Hallo, ich habe einen 424 mit einem 366A Motor und würde gerne einen Holzhäcksler an der Dreipunktaufhängung betreiben. Die Messerscheibe des Holzhäckslers wiegt etwa 240 KG. Um das Zapfwellengetriebe beim Anlaufen und Blockieren des Häckslers zu schonen würde ich gerne eine Gelenkwelle mit Reibekupplung oder Sternratsche verwenden.

Jetzt mein Problem: Ich habe keine Ahnung wieviel Nm am Zapfwellenstummel des Mogs ankommen und bei wieviel maximaler Nm-Spitze die Reibekupplung an der Gelenkwelle auslösen soll. Kann mir da jemand helfen? :danke
#435127
Hallo Unbekannter,

hast du da nicht einen Denkfehler??
Denn wenn deine Überlastkupplung an der Zapfwelle schon beim Einkuppeln anspricht, wie willst du denn damit dann Holz hacken???
Ich habe letztes Mal einen Heizohack 8-400 mit dem Anlasser zum Anlaufen gebracht, weil meine Zapfwellenkupplung verklebt war (auch 424) und ich nur bei Motorstillstand einkuppeln konnte. Und es ging ohne Probleme - das kann also nicht die Riesenbelastung sein. Und das war ein Trommelhacker, da bewegt sich was :twisted:
Also das muss der Mog schon aushalten!
Sicher sinnvoll ist eine Zapfwelle mit Freilauf! Dann kann der Hacker in Ruhe auslaufen,...

Einmal ist mir auch mit demselben Hacker folgendes passiert (hiermit oute ich mich jetzt zwar als ungeschickter Materialfahrer - aber vielleicht hilft es, dass andere den Fehler nicht machen):
War mit dem Hacken fertig und hab die Zapfwelle ausgekuppelt, Motor schonmal ausgemacht - der Hacker läuft fröhlich nach! Ich ungeschickter Ar.... komm mit dem Ellbogen an den Zapfwellenhebel und kuppel voll ein! :oops: Das nennt man alternatives Fremdstarten! Gott sei Dank kein Gang drin, somit ist nichts weiter passiert!

Was ich damit sagen will - die Zapfwelle hält schon einiges aus und du kannst/darfst auch bei entsprechender Drehzahl die volle Leistung abnehmen - heißt konkret - das geht bis zum Abwürgen des Motors! (Macht normalerweise ja keiner,...) Schau mal in die Betriebsanleitung, da steht einiges drin.

Christian
#435129
Ach ja gleich nochwas technisches für alle die es interessiert, oder noch nicht kennen:

Im Traktorbereich wird von einigen Herstellern auch so ein Zapfwellenschutz angeboten: Bei einem zu starken und zu schnellen Drehzahlabfall, macht automatisch sofort kurzzeitig die Zapfwellenkupplung auf, so dass ein Abwürgen vermieden wird!
Problem beim Abwürgen ist nämlich weniger das Zapfwellengetriebe sondern mehr der Turbolader! Beim plötzlichen Stillstand des Motors dreht der Turbolader nämlich lustig weiter - ohne Schmierung! Und das ist nach einigen Malen der sichere Tod!

Diese Geschichte kann man aber nicht mit einer Rutschkupplung an der Zapfwelle darstellen, denn das Drehmoment an der Zapfwelle ist ja immer unterschiedlich. Nur als Beispiel: Man fährt mit normaler Zapfwellendrehzahl und die Rutschkupplung ist darauf eingestellt - dann könnte es funktionieren. Was aber, wenn der Motor aufgrund der Belastung schon an Drehzahl verliert - und dann verschluckt sich der Hacker? Bis die Rutschkupplung anspricht, ist der Motor längst aus (bis auf den Turbolader ;-))

Christian
#435140
Hallo Christian,

ich hatte vor kurzem einen Hacker von Dücker mit einem 200ter Durchlass zur Feldprobe. Insgesamt gut verarbeitet. Bin das Ding mit der 1000er Welle gefahren. Dann hatten wir einmal zuviel Laub dabei, der Kamin war sofort zu und der Mog wurde tatsächlich abgewürgt :shock: . Hab dann immer auf den Auswurf geachtet und rechtzeitig abgestellt, um die Scheibe und den Kamin wieder frei zu machen. Da war ich etwas enttäuscht, wie schnell der verstopft war. Ich hatte von Anfang an den Eindruck, dass der Hacker nicht arg weit auswirft, obwohl er eine Doppelscheibe drin hatte.

Aber Dücker schreibt für diesen Hacker einen Freilauf und eine Reibekupplung in der Gelenkwelle vor. Kostenpunkt von Walterscheid laut meinem LaMa ca. 600,- €. Der LaMa wollte mir auch keine Gelenkwelle ohne Reibekupplung verkaufen, weil er meinte, dass bei einem plötzlichen Blockieren des Hackers das Zapfwellengetriebe auseinander fliegen könnte.

Momentan habe ich einen Farmi Hacker hier stehen, der einen 260er Durchlass hat. Die Scheibe ist noch schwerer als beim Dücker. Das macht schon ordentlich Eindruck wenn Du 240 kg aus dem Stand auf 1000 u/min beschleunigen willst :shock: .

Mich interessiert jetzt: bei 156 PS Motorleistung und 1000 u/min an der Welle: Welches Drehmoment erreicht der Mog am Zapfwellenstummel? In anderen Foren habe ich bei anderen Schleppern Zahlen zwischen 300 Nm und 700 Nm gelesen. Bei wieviel Nm müßte dann eine Reibekupplung in der Gelenkwelle auslösen?

Liebe Grüße Martin
#435144
Hallo Martin,

150 PS (110 kW) bei 1000 U/min entsprechen etwa 1000 Nm.
(M = P / 2Pi * f)
#435145
OPTI-MOG hat geschrieben:Hallo Martin,

150 PS (110 kW) bei 1000 U/min entsprechen etwa 1000 Nm.
(M = P / 2Pi * f)
Das ist zu kurz gedacht

Welche Motordrehzahl haben wir bei 1000 U/min an der Zapfwelle?

=> Welche Motorleistung haben wir bei dieser Drehzahl laut Leistungsdiagram?

=> Wieviel Verluste im Getriebe?

=> Leistung an der Zapfwelle bei 1000 U/Min

Und dann kommt deine Formel!
#435146
Hallo René,

wenn zuvor von 300 bis 700 Nm die Rede war, sind wir mit 1000 Nm zumindest mal in einer realistischen Größenordnung. Du kannst es uns ja noch genauer vorrechnen. :wink:
#435147
Hallo Christoph,

vielen Dank für Deine schnelle und präzise Antwort. :party :respekt

Liegen diese 1000Nm am Motor an? Muß man durch das Getriebe am Zapfwellenstummel mit kleinen oder großen Verlusten rechnen?

Noch eine Frage: Die Zapfwellenkupplung, wieviel Drehmoment verträgt die, bevor sie durchrutscht?

Liebe Grüße
Martin
#435149
Ach und gleich noch eine Frage:

ihr habt ja verstanden, dass ich einen Häcksler betreiben will. Der läuft mit seiner Schwungmasse wirklich lange nach. Deshalb wird auch oft der Freilauf empfohlen. Aber wenn ich die Zapfwelle abschalte, dann braucht mit doch eigentlich nicht zu jucken, wie lange der Häcksler und die Zapfwelle nachläuft.


Oder gibt es im Zapfwellengetriebe eine Bremse, die den Stummel nach dem Ausklinken der Kupplung versucht zu bremsen?

Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Bei einem Kaltstart läuft die Zapfwelle bei mir oft ganz langsam mit, obwohl ich die Zapfwelle in der Nullstellung stehen habe, also keine Geschwindigkeit vorgewählt habe.

Ist also der Freilauf in der Gelenkwelle Luxus?

Liebe Grüße
Martin
#435151
Hallo Martin,

bei 1000 U/min Motordrehzahl ergeben sich aber keine 1000 U/min an der Zapfwelle! Oder?
#435152
Hallo Christoph,

davon bin ich immer ausgegangen. Welche Motordrehzahl verwendest Du im Zapfwellenbetrieb? Ich bin davon ausgegangen, dass bei 1000 U/min Motordrehzahl die 540er Geschwindigkeit 540 U/min macht und bei der 1000er Geschwindigkeit 1000 U/min. Oder bin ich jetzt verkehrt?

Lieb Grüße
Martin
#435154
Hallo Martin,

die Zapfwellendrehzahl bezieht sich üblicherweise auf die Motor-Nenndrehzahl. Z. B. siehe hier: http://www.daimler.com/Projects/c2c/cha ... _20399.pdf
#435157
Hallo
wenn du nach der Zapfwellendrehzahl fragst, stellt sich die Frage nach deinem Zapfwellengetriebe, die Übersetzung vom 424 und 427 ist unterschiedlich. Du schreibst von einem 366A, der normalerweise nur im 427 verbaut war. Im 427 wurde das Zapfwellengetriebe wegen des höheren Drehmoment verstärkt, sprich verstärkte Lager und Verstärkte Hohlwelle.
Da von deinem Motor weder die Leistung noch deine Arbeitsdrehzahl bekannt ist, sind alle Aussagen aus dem bauch nicht wirklich zutreffen, den 366A gibt es von 100 bis ca 170PS, dementsprechend schwankt auch das Drehmoment.
Das Zapwellengetrieb untersetzt je nach Gang und Ausführung zw 2,1 bis 4,3, um diesen Faktor wird das Drehmoment von deinen Motor verstärkt.
Das Motordrehmoment schwankt von 310/510Nm bei 1000U/min bis 350/560Nm bei 1500/1800U/min je nach Motorbaumuster.
Somit ergibt sich für die Zapfwelle ein Drehmomentbereich von 620 bis 2400Nm :!: , je nach Zapfwellenstellung, Getriebeversion und Motorbaumuster.

Ein Scherstift bzw Rutschkupplung macht bei jedem Häcksler Sinn, schon ein eingewachsener Granatsplitter kann den Häcksler zum abruppten Stillstand überreden. Große Motore mit hohem Schwungmoment könnten schon mal ungewollte Schäden verursachen. Im gesamten Antriebsstrang gibt keine Überlastsicherung oder Zapfwellenbremse.
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