Bis zum Nordkap...

Hier geht es um Umbauten & Reisen mit dem Unimog.

Moderator: -Martin.Glaeser-

Bis zum Nordkap...

Beitragvon Werni404 » 02.09.2009, 17:41

Hallo reiselustige UNIMOG-ler.

Ich kam am Wochenende von einer Reise zum Nordkap zurück und habe in 4 Wochen rund 8.600 km mit meinem UNIMOG U1300L zurückgelegt. Es war eine wirklich unglaublich schöne Reise durch die Natur. Der Weg führe uns entlang an malerischen Fjorden, vorbei an riesigen Gletschern, über Pässe und durch Wald- und Tundra-Landschaften. Und das alles mit meinem treuen UNIMOG. Außer tanken und ab und zu Ölstände prüfen waren keine Arbeiten am Fahrzeug notwendig. Ich lernte die Zuverlässigkeit meines alten Gaggenauers kennen. :lol:

Begleitet wurde ich von meinem Freund Gerd, auch er mit seinem UNIMOG U1300L. Er hatte allerdings bereits am ersten Tag einen Ausfall der Lichtmaschine zu verbuchen :cry: . Wir standen in Hamburg erstmal fest, und das auch noch an einem Sonntag! Diese Reise fängt ja gut an, dachten wir uns. Der gerufene ADAC-Techniker nannte uns einen UNIMOG Service Partner, die Firma Schelling Nutzfahrzeuge in Hamburg, am alten Schlachthof 18. Wir riefen dort an und erreichten einen wirklich kompetenten UNIMOG-Fachmann, Herrn Möller. Keine Stunde später stand der U1300L in der Werkstatt und das Problem war schnell lokalisiert. Leider war keine passende Lichtmaschine am Lager und es wurde von ihm eine telefonische Suchaktion gestartet. Rund 80 km entfernt wurde ein Ersatzaggregat aufgetrieben und gleich nach Hamburg transportiert. Inzwischen war sogar der Leiter der Firma, Herr Bizarmanis eingetroffen, um sich nach dem Stand der Dinge zu informieren. Unsere Betreuung war unglaublich freundlich und hilfsbereit. Noch am Sonntagabend (!) konnten wir den UNIMOG wieder in Empfang nehmen und unsere große Reise fortsetzen. :lol:

Allen UNIMOG-Fahrern um Hamburg oder Reisende, die in oder um Hamburg technische Probleme bekommen, kann ich diese Firma bestens empfehlen.

Ich wünsche Euch allzeit gute Reise und grüße vom Bodensee.
Werner
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Beitragvon Lassie » 07.09.2009, 04:27

Hallo,

Gratulation zur erfolgreichen Nordkapp-Tour. Gibt es auch Bilder?!
Wir hatten das Gleiche letztes Jahr gemacht:
Lassies Nordkapptour 8)

Viele Grüsse und weiterhin gute Fahrt mit dem Mog,
Lassie
... was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest ?!
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Beitragvon Werni404 » 10.09.2009, 22:31

Hallo Jürgen.

Ich habe mir gerade Deine Fotos der Nordkap-Tour angeschaut. Sehr beeindrucken! Du hast ein geschultes Auge für das Motiv und fotografierst hervorragend. Ihr hattet wirklich traumhaftes Wetter. Ich sende Dir per E-Mail ein paar Fotos meiner Reise zum Nordkap.
Mein UNIMOG 1300L hat mir sehr viel Freude bereitet und ich wollte auf der Reise mit keinem weißen "Hymer-Schuhkarton" tauschen. Trotz 99% Teerstraße, war die Fahrt manchmal anstrengend :( . Ich bin mit dem original BW-Fahrwerk gefahren (Reifen, Stoßdämpfer, etc.). Es war eine ständige Unruhe im Fahrwerk zu spüren. Die vorderen Reifen (12,5 x 20 MIL) sind nach den rund 8.500 km völlig ausgeschlagen und haben starke Dellen im Profil. Da ich weitere Fernreisen mit diesem Fahrzeug plane, denke ich über andere Reifen, Stoßdämpfer und einen Schwingsitz nach.
Welche Marke und Größe an Reifen fährst Du und wie ist Deine Erfahrung damit. Ich denke, die Reifen sind Hauptverursacher der Unruhe.

Wenn Du wieder einmal das Donautal oder die Mainau besuchst, können wir uns mal treffen. Ich lebe ganz in der Nähe. :lol:

Schöne Grüße vom Bodensee
Werner
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Beitragvon Lassie » 11.09.2009, 08:08

Hi Werner,

Vielen Dank für die Blumen re Photographie :)
Eine nähere Beschreibung unseres Moggels findest du auf unserer website.
Reifen: 365/80R20 Conti MPT 81
Stossdämpfer vom 437, Splitgetriebe, Viskolüfter und Vorgelegeentlüftungen.
Moderate Leistungssteigerung via ESP (Ich hab einen OM366A) auf ca 170 PS
Moggels Gesamtgewicht ist ca 6,2 to.
Bei entspanntem Fahren mit max 85 km/h (=1900 U/min) war der Verbrauch um die 19 Liter.

Abnutzung der Reifen ist nicht wirklich sichtbar, Fahren war sehr ruhig und angenehm. Allerdings hatte ich auch mal das Problem mit Fahrerhausaufschaukeln (schau mal nach Stichwort 'Parkinson' im Unimurr-Forum). Ordentliches Wuchten der Reifen sowie angepasster Luftdruck hat bei mir Wunder gewirkt.

Viele Grüsse und gute Fahrt,
Jürgen

Nachtrag: Ich hab nach 10 tkm mal die Reifen kreuzweise gewechselt da gerade vorne leichte Sägezahnbildung aufkam. Sollte man wohl ab und an mit den MPT-Reifen machen. :roll:
Von Schwingsitzen würde ich abraten - besser das ganze Fzg richtig dämpfen und ordentliche Sitze verbauen. Schwingsitze finde ich im Gelände grausig: geht es ins Loch, hau ich mir oben den Kopf an, kommt der Wagen aus dem Loch, rausch ich mit dem Schwingsitz unten auf den Anschlag..... werd ich seekrank von.... :roll:
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Räder?

Beitragvon Werni404 » 11.09.2009, 18:33

Hallo Jürgen.

Danke für Deine Antworten. Ich war schon auf Deiner Homepage. Die hast Du ganz toll gemacht. :P

Deine großen Räder 365/80R20 sehen mächtig aus. Die Optik ist klasse! Für mich überwiegt mehr der Fahrkomfort. Doch diesen beschreibst Du auch mit ruhig und angenehm. Durch die großen Reifen wird zusätzlich die Drehzahl des Motors reduziert. Ein Splitgetriebe habe ich auch verbaut, erreiche aber die 85 Km/h bei ca. 2.400 U/min. Allerdings habe ich den älteren OM 352 ohne Turbo. Der Verbrauch auf der Nordkap-Tour lag zwischen 19 und 22 Liter Diesel. So ca. 6 to bekomme ich auch auf die Waage.

Kannst Du mir bitte noch folgende Fragen beantworten:
Hast Du diese Reifen auf der originalen Felgen 11x20 der BW-/Feuerwehr-435er montiert?
Hast Du das Fahrwerk verändert? Längere Federn? Du hast immer noch ausreichend Platz im Radhaus. Warum hast Du die Dämpfer vom großen 437 verbaut?
Schaden die großen Räder, durch größere ungefederte Massen, langfristig nicht den Radlagern, den Radvorgelegen oder den Achsen?
Hattest Du irgendeinen behördlichen Stress mit den größeren Reifen?
Passt ein 5. Reserverad noch in die originale Halterung unter den Koffer oder hast Du dort ein 12,5x20 Rad zu liegen?

Ich hoffe, ich nerve Dich nicht. Schon mal ganz herzlichen Dank für Deine Hilfe. :roll:
Meine nächste Reise könnte mich nach Island führen. Ich war 1991 schon mal mit meinem Mercedes G-Modell dort oben. Der war so manches Mal beim furten an seinen Grenzen. Island mit dem UNIMOG muss traumhaft sein! Also träume ich mal…. :shock:

Schöne Grüße vom Bodensee.
Werner
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Beitragvon Lassie » 12.09.2009, 05:56

Hi Werner,

die grossen Räder 365/80 R 20 sind von MB für den Mog freigegeben. Der Fahrkomfort bzw das Fahrverhalten für Langstrecken war für mich auch der ausschlaggebende Faktor. Gegen die etwas bessere Optik habe ich natürlich auch nichts. Die MPT 81 sind gegenüber den MPT 80 der Feuerwehr deutlich leiser. Die Reifen passen natürlich auf die 11X20 SDC Felgen. Am Fahrwerk selber habe ich nichts verändert - ich habe aber auch schon dank des OM366A die schnellen Achsen und dank Feuerwehr die grösseren Federn drin. Die Dämpfer vom 437 habe ich verbaut, weil diese ein grösseres Ölvolumen haben und nicht so schnell heiss werden und damit im Pisteneinsatz besser dämpfen. Die Sensibilität des Fahrwerkes ist auch besser geworden. Schachtdeckel und kurze kleine Stösse werden einfach besser weggedämpft und kommen nicht mehr als harte Schläge beim Fahrer bzw im Aufbau / Fahrerhaus an.

Entscheidend ist, dass der Schwerpunkt so nieder wie möglich und das Gewicht so gering wie möglich ist. Nur dann wirkt die progressive Federung als solche. Die ungefederten Massen sind etwas grösser geworden, ist aber mE nicht dramatisch. Da ist das Fahren im Tempobereich > 90 km/h für den Antrieb / Getriebe schlimmer. Mir ging es bei meinen Umbauaktionen vor allem darum, den Wagen mit einem niederen Drehzahlniveau mit Tempo 80 - 85 fahren zu können. Das ist sehr vorteilhaft für den Verbrauch, den Lärm und den Verschleiss des Motors.

Freigang in den Radkästen ist genügend, noch grössere Reifen sind aber mE für den U1300L wegen der relativ kleinen Achsen / Vorgelege nicht zu empfehlen. Auf U1700 und grösser kann man dann auch 14.00 R20 packen. Da sind die Achsen und Vorgelege auch deutlich schwerer und belastbarer ausgeführt. Mein E-Rad habe ich schwerpunkt-günstig im Aufbau über der Hinterachse in meinem Heckstauraum liegen. Ein 14,5-Rad passt nur mit Schwierigkeiten (je nach Profil, Bauart und Luftdruck) an den Originalhalter. Bei mir ist der aber entfallen, da ich links und rechts je zwei Kunststofftanks mit je 210 l Kapazität habe. Damit kann ich gut und gerne 2000 km fahren.

Den Radlagern und Achsen schadet diese Konfiguration nicht, solange der Mog
- nicht viel schwerer als 6,5 to ist, ideal sind wohl max 6 to mit einer 50/50 Achslast-Verteilung
- nicht dauernd mit Vmax geprügelt wird
- man mit Hirn, Verstand und Voraussicht im Gelände fährt
- der Ölstand im Auge behalten und ab und an auch mal gewechselt wird

Generell würde ich vom Leistungtuning abraten und kann nur das Gewichtstuning empfehlen. Die meisten Allrad-LKW's und Unimogs sind einfach nur zu schwer, im Gelände zählt nicht die Max-Leistung sondern das Gewicht, das über Hindernisse oder durch Löcher gehievt werden muss. Die Untersetzung und die Sperren liefern auch mit weniger PS-Leistung fast immer genügend Vortrieb und Drehmoment :roll:

Ich selber bin schon am Planen und Zeichnen für Kischtle2 - mein Projekt für die Nachkinder-Reisezeit für meine Frau, mich und einen Hund. Da wird der Aufbau noch mal geschätzt 300 kg leichter und ich hoffe mit max 2,9 m Höhe (d.h Klappdach) sowie max 6 to voll aufgerödelt auszukommen. Schaun mer mal.....

Auf jeden Fall kann man sich viele Probleme beim U1300L ersparen, wenn man das Gewicht klein und das Fahrttempo unter 90 km/h hält.
Ist aber nur meine Meinung und muss jeder Mog-Treiber selber wissen :roll:

Viele Grüsse aus Shanghai,
Jürgen
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Beitragvon captaint » 07.10.2009, 22:19

sehr guter Bericht.
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Beitragvon captaint » 07.10.2009, 22:24

mein Projekt für die Nachkinder-Reisezeit für meine Frau, mich und einen Hund.

Ja so geht es uns auch. Frau und Hund habe ich auch :-) Bin gespannt mehr über deine Pläne zu hören. Aber dazu brauche ich noch erst den passenden MOG.

viele Grüße aus dem Schwarzwald

Captain T
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Beitragvon AndreasU1300 » 07.10.2009, 22:37

Hallo

@Auf U1700 und grösser kann man dann auch 14.00 R20 packen. Da sind die Achsen und Vorgelege auch deutlich schwerer und belastbarer ausgeführt.

Und in den Vorgelegen ist die doppelte Ölmenge.

Bei 14.00 sollte man aber darauf achten das eine verstärkte Lenkung verbaut ist. Ebenso das höhergelegte Fahrerhaus, sonst gibts im Gelände Schwierigkeiten wenn ein Rad voll einfedert.

Sonst kann ich Jürgen nur zustimmen. Wir haben auf unserem U1300 ebenfalls MPT 80 und MPT 81 in 365/80 R20 (14.5 R20) fast 50.000 km gefahren.
Gruß aus dem südlichen Niedersachsen

www.carriage-road.de
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