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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#403357
Hallo Leute,

ich hab mir vo kurzem einen U 1000 gekauft.
Das Fahrzeug ist Bj 1981 und lief im Winterdienst.
Der Vorbesitzer hat den Mog schon längere Zeit nicht mehr bewegt und er stand im freien..
Als ich ihn abholte war die Bremsleitung vom Federspeicher defekt und es konnte somit kein Druck aufgebaut werden.
Ich habe die Leitung erneuert und festgestellt ,dass die Bremsen nicht richtig funktionieren. Ich hab Druck auf dem Bremspedal aber keine Reaktion an den Bremsen. Druck im Speicher ist auch vorhanden.

Kann es sein, dass die Leitungen zwischen Speicher und Bremse defekt sind? An was könnte es noch liegen...? Könnt Ihr mir helfen... ?

Gruß Karsten
#403374
Moin Karsten,

welche Bremse geht denn nicht richtig? Die Betriebsbremse (Fußbremse) oder die Feststellbremse.

Bei deinem Unimog ist es so, dass es sich dabei um zwei unterschiedlich arbeitende Bremssysteme handelt. Grob erklärt sieht das so aus:

Die Feststellbremse funktioniert mit Federespeichern. Das bedeutet du hast an der Hinterachse zwei Bremszylinder, welche über Federkraft die Feststellbremse betätigen. Das tuen diese Zylinder immer dann, wenn keine Druckluft an diesen Zylindern anliegt. Um die Feststellbremse zu lösen, werden die Federspeicherzylinder mit Druckluft beaufschlagt. Das funktioniert über das Handbremsventil im Fahrerhaus. Die Feststellbremse wirkt über die Bremssättel auf die Bremsscheiben der HA.

Die Betriebsbremse ist eine hydro-pneumatische Bremse.
Bei deinem Unimog wird es so sein, das ein Seilzug von deinem Bremspedal zu einem Bremsventil geht, welches im Rahmen, unterhalb der Ladefläche sitzt. Über dieses Bremsventil wird ein Vorspannzylinder (pneumatisch) betätigt, der auf einen Tandem-Hauptbremszylinder (hydraulisch) wirkt. Über den so erzeugten hydraulischen Druck werden dann die Bremssättel betätigt und im Idealfall bremst dein Unimog dann sauber und gleichmäßig.
#403379
Marke01 hat geschrieben: Bei deinem Unimog wird es so sein, das ein Seilzug von deinem Bremspedal zu einem Bremsventil geht, welches im Rahmen, unterhalb der Ladefläche sitzt. Über dieses Bremsventil wird ein Vorspannzylinder (pneumatisch) betätigt, der auf einen Tandem-Hauptbremszylinder (hydraulisch) wirkt. Über den so erzeugten hydraulischen Druck werden dann die Bremssättel betätigt und im Idealfall bremst dein Unimog dann sauber und gleichmäßig.
Die bremsbetätigung über seilzug?Im ernst?Möglich ist alles und ich kenne die baureihe halt nicht.Da muß man dann wohl vom seilzug angefangen sich bis zu den einzelnen bremszangen vorarbeiten und wenn das fahrzeug im winterdienst lief wird wohl manches im salz erblühen.Da druck auf dem pedal ist wäre die nächste frage:Was passiert wenn man aufs pedal tritt?Gibt es nach oder bleibt es in der stellung in der es gerade ist?MFG Herbert
#403400
Marke01 hat geschrieben: Die Betriebsbremse ist eine hydro-pneumatische Bremse.
Bei deinem Unimog wird es so sein, das ein Seilzug von deinem Bremspedal zu einem Bremsventil geht, welches im Rahmen, unterhalb der Ladefläche sitzt. Über dieses Bremsventil wird ein Vorspannzylinder (pneumatisch) betätigt, der auf einen Tandem-Hauptbremszylinder (hydraulisch) wirkt. Über den so erzeugten hydraulischen Druck werden dann die Bremssättel betätigt und im Idealfall bremst dein Unimog dann sauber und gleichmäßig.
Hallo!
Die erste Zeile trifft zu, die zweite überhaupt nicht :twisted:
Das Bremspedal betätigt direkt ein Ventil (gut sichtbar in Motorraum) .
Mit dem Druck wird dann über Luftleitungen der Vorspannzylinder betätigt, der mit dem Hauptbremszylinder die Kraft von pneumatisch auf hydraulisch umsetzt. Diese Einheit sitzt vor dem linken Hinterrad.

Nach meiner Meinung solltest Du besser einen Fachmann dranlassen, beim Lesen Deines Beitrages mit dem Titel "BREMSE WILL NICHT GEHEN!" hatte ich nicht den Eindruck dass Du mit der Materie gut vertraut bist.

BREMSEN GEHÖREN ZU SICHERHEITHEITSRELEVANTES BAUTEILEN.

Wenn der oder die Fehler geortet sind, kannst Du eventuell die Teile selbst tauschen oder instandsetzen.
#403413
Also zuerst mal Danke für die Antworten.

Ich bin kein Profischrauber aber schnell lernfähig :)

Wie schon gesagt hab ich den Mog erst seit einer Woche, und bevor ich einen Fachmann dran lasse hätt ich vieleicht selbst schon mal das ein oder andere behoben.

Selbstverständlich wird diese Sache nochmals Fachmännisch begutachtet.... :-)

Also meine Handbremse geht und Funktioniert auch. Sie war zuerst nicht aufgegangen aber nachdem ich die Leitung zum Federspeicher erneuert hab ging es wieder.

Nur die Betriebsbremse macht mir noch etwas kummer.
Wenn ich das Bremspedal durchtrete hab ich Druck und im Kessel ist auch genügend Druck, nur an den Bremsen kommt nix an. Könnte es auch sein das zwischen Bremssattel und Kessel etwas nicht stimmt .
Z.b Leitung defekt... ?

Ich werde morgen mal die Leitungen alle checken.

Hat vieleicht jemand mal einen Plan von der Bremsanlage eines U 1000
#403419
Könnte es auch sein das zwischen Bremssattel und Kessel etwas nicht stimmt .
Z.b Leitung defekt... ?
Wenns ne defekte Leitung ist, würde wohl irgendwo Luft rauspfeifen.

Zwischen Bremssattel und Kessel wirst Du noch Einiges finden!!!

Was das betrifft, bin ich allerdins der gleichen Meinung wie Herbert.

Wenn ich Dir auch glaube, dass Du lernfähig bist, solch eine Anlage ist nicht mit einmal Lesen, durchschaut :roll:
#403443
Moin Forum, moin Karsten

das von Dir gewünschte Bremsschema ist neben vielen anderen sogar in Bunt im Werkstatthandbuch abgedruckt. Dieses ist zweibändig im Nachdruck bei Buch und Bild für angemessenes Geld zu kaufen. Hat mir schon viel geholfen, war meine erste Investition nach dem Mog-Kauf.

Trotzdem auch von mir die eindringlich Mahnung: Keine Experimente mit der Bremsanlage. Tu es Dir und Deinen Mitmenschen bitte nicht an!

@ Reiner: bewegen mit nicht durch Luft lösendem Federspeicher nach Handlösen mit kurzem Montiereisen möglich. Danach einmal mit Luft lösen und anlegen alles wieder normal....

Mein 85 er 424 hats Bremsventil übrigens im Motorraum, ist ja auch einer der letzteren.

Grüße, viel Spass mit Deinem Tausender
Thomas
#403450
Hallo Karsten,

Deine Beschreibung der "nichtfunktion der Bremse" ist etwas dürftig aber:

hast du mal den Flüssigkeitsstand in den Vorratsbehältern für die Bremsflüssigkeit geprüft?

Gegebenenfalls mal den hydraulischen Teil entlüften.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass einer oder mehrere Bremssättel durch die längere Standzeit und die Einwirkung von Salz und Feuchtigkeit undicht geworden sind.

Du kannst auch schauen ob der Vorspannzylinder arbeitet. Dazu musst du halt den Hauptbremszylinder davon trennen und prüfen ob die Betätigungsstange sich beim Treten der Bremse bewegt.

Viel Erfolg,

Gruß
Matthias
#403511
RW hat geschrieben: Frühe Baumuster des U1000 U 1300 hatten einen Seilzug zum Bremsventil,das vor der Hinterachse im Rahmen eingebaut ist.

Gruß Ralph
Hallo Markus, hallo Ralph!
Ich wollte niemanden Beleidigen,und nehme meine Behauptung zurück.
Es war für mich einfach undenkbar, dass die Mercededes-Ingeneure Ende der 70er Jahre ein System entwickelt und auch auf den Markt gebracht haben, das an die Steinzeit im Fahrzeugbau erinnert.
Ich kenne ziemlich viele U1000 und mir ist noch keiner mit einem Seilzug bei der Betriebsbremse untergekommen, aber ich werde jetzt danach suchen :wink:
#403512
Herbylix hat geschrieben:
RW hat geschrieben: Frühe Baumuster des U1000 U 1300 hatten einen Seilzug zum Bremsventil,das vor der Hinterachse im Rahmen eingebaut ist.

Gruß Ralph
Es war für mich einfach undenkbar, dass die Mercededes-Ingeneure Ende der 70er Jahre ein System entwickelt und auch auf den Markt gebracht haben, das an die Steinzeit im Fahrzeugbau erinnert.
Also erlich gesagt,ich konnte es mir auch nicht vorstellen :shock: aber wer weis was dem Ing. da durch den kopf ging :trink2: :trink1: :shock:
MFG Herbert
#403552
Hallo Karsten
du kannst den vom Trittplatten- oder Fahrzeugbremsventil (je nach Baujahr) eingesteuerten Luftdruck am Vorspannzylinder messen.
Hier muss ein deutlich messbarer Druckanstieg bis zum Betriebsdruck bei Vollbremsung messbar sein.Vielleicht einfach mal die Leitung lösen und schauen, ob Luft rauskommt.
Wenn die Druckwaage im Bremsventil klemmt, wird kein Druck eingesteuert.
Das Bremsventil wurde wahlweise von Bosch und Waco verbaut, die kannst du untereinander tauschen.
@ Herbert
Die Fahrzeugbremsventile konnten nicht immer in der Kabine integriert werden, deshalb wurden die Fahrzeugbremsventile mittels Gestänge in den Rahmen verlegt. Wenn die Kabine aber wackelig wie beim Mog angeschraubt war, mussten Seilzüge her. War genügend Platz vorhanden war, wurde das Ventil als "Trittplattenbremsventil" direkt auf den Fußboden geschraubt.
aber wer weis was dem Ing. da durch den kopf ging
was der Bauer nicht kennt frisst er nicht :wink:
Die Technik stammt aus dem LKW-Sektor und wurde so millionenfach verbaut, im Prinzip auch heute noch.

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