Die Zukunft der Unimog-Szene

Der Mogler steht im Vordergrund: Unimogtreffen, Ausfahrten, Berichte, TV-Tipps, Unimog-Witze.

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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon ingos406er » 28.10.2018, 18:49

Hallo Kollegen

Ja ich habe auch drei Kinder so gegen Ende 20 und drüber aber alle drei haben den drang altes zu ehren und zu reparieren mein Sohn hilft mir sehr oft bei diversen Reparaturen meines Unimogs und meine Tochter und ihr Mann haben in Eigenregie ein Haus gebaut ich durfte dabei auch ein wenig mithelfen und sogar der Unimog hat seinen Teil las Lastesel und Kran absolvieren dürfen . Denke wir sollten nicht so negativ mit
unsere Jugend sehen . Die sind besser als wir annehmen wir müssen sie nur machen lassen !

Think positiv ! friend's !!!!!!! :respekt
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon Iceman65 » 29.10.2018, 00:29

Hallo, alle zusammen.
Ich Klinke mich mal in diese Thema ein. Ich sehe das Problem nicht bei der jüngeren Generation, sondern an der anhaltenden "Oldtimerblase". Die Preise steigen ins unermessliche ,wer soll sich so ein Hobby leisten können? In erster Linie stehen doch einmal :
1. Einen festen Job und Geld verdienen
2. Eine Familie gründen
3. Haus bauen und abbezahlen
Wenn das alles erledigt ist und man hat Geld (für Hobby), ist ein gewisses Alter erreicht. Ich denke, diese "Blase" hält sich nicht mehr lange. Dieses Phänomen bemerkt man bereits in der US - Oldtimer Szene. Sinken die Preise , kann man sich auch ( eventuell) einen Unimog leisten.
Ich sehe immer wieder jüngere Leute mit regem Interesse an meinem 404.
Also, sehen wir das Ganze nicht so schwarz.
Gruß Jürgen :D
:mog2 404 S , Bj. 69, FuKo, Cabrio Verdeck.
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon mhame » 29.10.2018, 08:55

Hallo,

das Interesse ist auf jedem Treffen und jeder Ausstellung da. Nicht zu letzt weil dort nur Interessierte hingehen. Es ist aber wie Hannes schon schrieb, fahren, am besten im Gelände ist super, doch schon das Saubermachen fällt schwer, reparieren will keiner und im alten Fett wühlen schon gar nicht. Auf dieser Basis entsteht keine Liebe zum alten Eisen.

Mal etwas selber erarbeiten kostet Zeit, da wird aus Bequemlichkeit schnell auf ein laienhaftes YouTube Video zurück gegriffen.

Es ist allerdings nicht die Jugend, die sich hier auf dem "falschen" Trip befindet, sonder die Gesellschaft. Bei der ganzen Automobilindustrie ist die Nachhaltigkeit verloren gegangen. Tausende Stunden High End Engineering verpuffen in wenige Jahre Nutzung auf dem Schrottplatz, Rohstoffe wie Zink werden breitgestreut verteilt, damit der Schrott dann auf dem Schrottplatz nicht mehr rostet. Aber kaum einer kommt vorbei um Teile auszubauen und damit ein anderes Fahrzeug am Leben zu erhalten.

Wir sammeln Aludosen mit geringem Aluminium Anteil und lassen Alu-Motoren auf dem Schrottplatz vergammeln.

Statt dass Automobilhersteller alte Autos aufkaufen und die Teile aufarbeiten, damit weiterhin für alte Fahrzeuge und Oldtimer Ersatz bereit steht, steigen Ersatzteilpreise astronomisch. Das reicht meist nicht und sie werden EOE gestellt.
Und alle warten auf das Facelift des neusten Modells.

Wenn wir so weiter machen, dann werden z.B. verzinkte Schraubenin 30 Jahren unbezahlbar sein (Zinkvorkommen sind auch endlich) und die Schrauber von morgen haben nichts mehr zum Schrauben.

So lange wir die Einstellung der Gesellschaft nicht ändern, macht die Sorge um die Jugend und den Nachwuchs keinen Sinn.

Gruß
Markus
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon stephan » 29.10.2018, 11:45

Ich versuche es mal mit einer provokanten Frage:

Was geht der Welt verloren, wenn der Unimog ausstirbt?

Das hat es immer gegeben, das wird es immer geben. Das nennt sich Weiterentwicklung.
Ob das positiv ist oder nicht. sei mal dahin gestellt und hängt vom Betrachtungswinkel ab.
- warum gibt es keine Dampfmaschinen mehr?
- warum kann niemand mehr Brot backen?
- warum werden keine CD's mehr verkauft?
- warum musste ich als Jugendlicher Jahre sparen für meine Stereoanlage?
- wie konnte ich ohne Smartphone leben? Was habe ich mit der ganzen Zeit gemacht?
- Warum wollen meine Kinder kein Mofa/Roller?
- Was ist Netflix?

mein Fazit: Oldtimer im Allgemeinen und Unimog im Speziellen wird sich überleben. Wir haben den Höhepunkt gesehen. Jammern nützt nix, Versuche, es aufzuhalten auch nicht. Leben wir damit.
:trink
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon uwesundermann » 29.10.2018, 12:59

Hallo zusammen,

ja, alles ändert sich immer, leider immer schneller....

Mein Sohn hat noch Interesse, was ich klasse finde. Aber mit grade 16 Jahren und T Führerschein fährt er auf 450 Eur Basis Trecker, die ich wahrscheinlich nicht einmal angestellt bekommen würde. Und das bei einer "handvoll" Fahrstunden. Und mit 17 muss er für den Autoanhänger einen eigenen Schein machen. So viel zum Thema Führerschein.
Mein Nachbar will aus reinem Hobby auch gerne einen 406 haben und schaut sich schon länger um und fragt schon mal nach. Die Unimog´s, die da zum Teil angeboten werden, sind wirklich aus meiner Sicht unsinnig teuer. Wertanlage 406 für 55T Eur? Blödsinn! Auch wenn hunderte Arbeitsstunden drin stecken, es ist und bleibt ein Unimog mit einer sehr begrenzten Anzahl von Liebhabern. Und wenn man sieht, wie viele halb zerlegte Mogs verkauft werden, dann weiß man auch wie schnell es wieder vorbei ist mit der Liebhaberei. Bei der letzten Reparatur habe ich meine Kiste auch verflucht. Dazu schreibe ich aber auch noch was...

Ein Hobby kann man niemanden aufzwingen und besonders beim Unimog muss man leidensfähig sein.

VG
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon JoachimDude » 29.10.2018, 14:22

Hallo liebe "Alt-Mogler",
ich lese diesen Beitrag mit großem Interesse. Ich finde, dass die überwiegenden Meinungen doch zu negativ sind.
Sicher, die meisten Mogler sind Ü 40, aber das ist meiner Meinung normal, da in jüngerem Alter sicher andere Prioritäten gesetzt werden.
Ich fahre meinen U 421 seit mehr als 20 Jahren. Überwiegend wir das Fahrzeug landwirtschaftlich eingesetzt so ca 150 bis 200 Stunden im Jahr. Hin und wieder geht es auch einmal zum Treffen oder zum Stammtisch.
Und ja, es ist kein billiges Hobby. Dennoch muss ich einmal eine Lanze für Mercedes brechen. Welche Firma liefert für 40 bis 60 Jahre alte Maschinen noch fast alle Ersatzteile? Das diese Teile dann aufgrund der Lagerkosten Geld kosten, ist meiner Ansicht nach normal.
Ich denke das der Unimog auch heute noch seine Berechtigung hat. Ich freue mich jedesmal, wenn ich den kommunalen Iseki mit seinem 1,2m Mähwerk mit meinem 1,8m Mähwerk mit 60 kmh überhole, wegen der neidvollen Blicke des Fahrers der mit 25 km zur nächsten Baustelle zuckelt. Leider werden die kleinen Mogs nicht mehr gebaut, im kommunalen Bereich könnten sie sicher gut eingesetzt werden. Auch im Gala Bereich kann ich immer punkten. Da wo ich mit Gerät reinkomme, fahren die Gala Leute maximal mit nem Einachser rein.

Zum Thema Nachwuchs. Mein Junior kam mit 6 Jahren an die Kupplung ran. Seit dem Zeitpunkt fährt er Unimog.
Heute ist er Kfz Meister im Lkw Bereich bei einem grossen Benzpartner. Zugegeben wir wohnen auf dem Lande, aber alle jungen Bengel haben den "will haben Blick" wenn sie den Mog sehen. Somit ist mir nicht bange um die Zukunft unseres Hobbys. Wenn ich die Jungs dann mal in der Sandkuhle auf den Fahrersitz lasse, bin ich ziemlich sicher, dass der Mogvirus injiziert ist. Spätesten wenn der Mog mal wieder einen der Jungs mit ihren tiefergelegten GTIS aus dem Dreck gezogen hat, habe ich sie auf unserer Seite.
Nichts für ungut
Moglergruss
Joachim
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon amuell » 29.10.2018, 17:58

Hallo miteinander,

es gibt Legenden die gehen nie unter! Unser Unimog gehört sicherlich dazu, er wird immer Anhänger und Freunde finden. Die Amis machen es uns doch vor. Was denen wichtig ist wird gehegt und gepflegt und einsatzbereit gehalten. Siehe hier :)

Der US-amerikanische Flugzeughersteller Boeing entwickelte die B-52 Ende der 1940er-Jahre als Nuklearwaffenträger. Ihr Erstflug fand am 15. April 1952 statt. In den 1950er-Jahren übernahm sie im Strategic Air Command die Rolle der B-36 Peacemaker und der B-47 Stratojet als Grundpfeiler der US-amerikanischen nuklearen Abschreckung im Zeichen des Kalten Krieges gegen die Sowjetunion. In der Folge wurde die B-52 zum vielseitigsten und langlebigsten Bomber der US Air Force entwickelt und ist nach Außerdienststellung der letzten Hawker Hunter das älteste noch aktive Strahlflugzeug der Welt.[1] Anfangs drohte das Projekt mehrmals zu scheitern und Boeing änderte den Entwurf noch kurzfristig. Erprobung und Produktion der B-52 verliefen anschließend nahezu reibungslos.

Die B-52 kam in verschiedenen konventionellen Konflikten zum Einsatz: Im Vietnamkrieg wurde sie für Flächenbombardements aus niedriger und großer Höhe eingesetzt. Sie diente im Zweiten Golfkrieg 1991 wie auch im Kosovokrieg 1999 als Startplattform für Marschflugkörper und zum Legen von Seeminen (dies nur im Golfkrieg). Zuletzt wurde sie ab 2015 im Kampf gegen den IS über Syrien und dem Irak eingesetzt. Im Jahr 2006 waren noch 94 der insgesamt 744 gebauten Stratofortress (im Pilotenjargon: BUFF für Big Ugly Fat Fellow/Fucker) in ihrer letzten Version B-52H im Einsatz. Der Bomber soll noch bis etwa 2044[2] im Dienst bleiben und wäre damit neben der sowjetischen TU-95 das Kampfflugzeug mit der längsten Einsatzzeit der Geschichte.

Unser U 411, U 404, 421, 406 um nur einige zu nennen, sind doch sicherlich so wertig und stabil gebaut wie so ein B 52 aus Ami-Produktion!
Mein persönliches Ziel ist deutlich über 2044! Dum spiro spero!

Viele Grüße
vom
Axel
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon Waldmonster » 29.10.2018, 20:16

Hallo Axel,
ich finde der Vergleich mit der B 52 hinkt. Dann kannst den Unimog auch mit der Transall und dem Bell UH-1D vergleichen. Auch uralte Technik die teilweise immer noch im Einsatz ist. Im Einsatz ja- aber warum? Weils nix anderes gibt? Oder weil Ersatzbeschaffung viel zu teuer wär?
Beim Unimog ist es doch genau so. Die alten Unimog sind so lang im Einsatz wie sich ihre Instandhaltung halbwegs lohnt, dann werden sie ausgemustert und enden vielleicht bei privaten Unimoglern die sie dann mit viel Mühe und noch mehr Geld weiter am Leben erhalten. Durch was wurde aber der Unimog vom Erstbesitzer ersetzt? Selten durch einen neuen Unimog, die sind einfach für das was sie können zu teuer. Wenn eine Gemeinde bisher einen Unimog im Einsatz hatte dann hat der oft einen Auslegermäher im Sommer und Streuer und Pflug im Winter betrieben. Das kann ein Traktor auch- nur kostet der deutlich weniger. Oder die Gemeinde kauft einen LKW für Transporte und den Winterdienst, das mähen wird extern vergeben. In meiner Heimatstadt hatte der Bauhof früher immer mehrere Unimog, ein 1400er war seinerzeit das Maß der Dinge. Mähen und Winterdienst- jedes Jahr. Mit 136PS. Heute haben die noch zwei Unimog, einen U300 und einen U427 mit 270PS. Der macht aber auch nix anderes als der 1400er. Wozu braucht der Bock dann 270PS? Der Allradkipper war früher ein 1617AK, heute ein 1832AK. Wozu? Der LKW darf immer noch nicht schneller als 60km/h auf der Landstraße fahren, im Winterdienst 25km/h. Ist wohl der Lauf der Zeit
Bei den privaten Unimog ist seit zig Jahren der Preis stetig gestiegen, Schnäppchen sind in Zeiten von www nur noch selten zu machen. Entweder gleich als Schlachtfahrzeug angeboten oder mit Verkaufslackierung zum Traumpreis. Als ich meinen letzten U406 verkauft habe kam einer mit dem Porsche, zog den Blaumann an, kroch unter dem Unimog herum und diagnostizierte hier einen Öltropfen, dort eine Beule am Batteriekastenboden, Kratzer am Fahrerhaus und den Bordwänden,..... Nur um den Preis zu drücken? Hab ihm dann gesagt daß er grade dabei ist ein über 40 jahre altes Nutzfahrzeug anzuschauen- und ihn freundlich vom Hof gebeten. Egal was der gezahlt hätte, ich hätt ihm den Unmog nie verkauft weil ich immer Bedenken gehabt hätte ob nicht irgendwann ein Schreiben eines windigen Rechtsverdrehers im Briefkasten liegt in dem was von versteckten Mängeln steht. Der Unimog läuft nun seit Jahren im bayr. Wald bei einem der vorher einen 421er hatte, passt.
Wenn ich meinen jetzigen 424er verkaufe werd ich mal abwarten wer sich da meldet, Wenn schon im ersten Kontakt nach dem letzten Preis gefragt wird gibts gar keine Antwort. Wenns bei der Besichtigung passt laß ich natürlich im Preis mit mir reden. Aber auch hier im Rahmen. Vom Prinzip kosten die Unimog eh alle ungefähr gleich viel. Billig gekauft und mit viel Aufwand hergerichtet ist auch nicht billiger als ein in gutem Zustand für einen höheren Preis gekaufter. Vergessen halt manche- oder wissen es nicht. Die lernen es dann auf die schmerzhafte Tour. Haben aber die alten Hasen auch schon erlebt ;) Manche Erfahrungen muß man einfach selber machen :spitze
LG Thorsten
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon amuell » 29.10.2018, 21:47

Hallo Thorsten,

der Vergleich war eigentlich ein Scherz! Wenn der Flieger bis 2044 im Einsatz bleiben soll, ist er ja fast 100 Jahre alt. D.h. aber, dass es Technik gibt die bei guter Pflege 100 Jahre einsatzbereit gehalten werden kann. Ob die dann noch zeitgemäß ist, ist ein anderes Blatt. Klar ist auch, dass beim Militär ganz andere Mittel vorhanden sind. Ich möchte nicht wissen was eine Betriebesstunde von dem Vogel kostet.
Grunsätzlich sehe ich die Zukunft vom Mog nicht trüb, sondern eher sonnig. Mog ist Kult, Mog ist nach wie vor als Arbeitsgerät im Einsatz, Mog macht auch Spaß, weil die Technik an sich begeistert. Klar ist auch, dass es Wellenbewegungen gibt. Es gibt Zeiten in denen der Mog sehr begehrt war und ist und es gibt Zeiten in denen die Begeistern nachlässt. Völlig klar.
Lasst es doch einfach auf uns zukommen, mit einem Lächeln im Gesicht und einem vollen Tank, bee happy, not worry. Wenn ich nach einem Tag voller Streß eine Runde mit dem Mog in meinen Wäldern drehe um nach dem Rechten zu sehen ist doch alles weg, kein Streß, kein Zeitdruck, kein Handy, keine Mails, keine Termine - einfach schön. Und wenn es mal nicht mehr gehen sollte, weil der Treibstoff unbezahlbar wird, weil der Gesetzgeber Abgasnormen erlässt, die nicht mehr mit der Technik erbracht werden kann, weil der Treibstoffverbrauch pro km zu hoch ist, weil die Sicherheitsvorschriften nicht mehr erfüllt werden, weil ... , dann ist es so wie es ist. Bei der Jagd sagt man "Hahn in Ruh", Ende, Schluss. Ist so wie es ist. Genießt den Augenblick.

Viele Grüße
vom
Axel
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon mogel406 » 30.10.2018, 00:23

Hallo,

Um konkret beim Unimog zu bleiben und nicht wieder eine Weltdiskussion loszutreten:
Ich behaupte, dass es den meisten jetzigen Unimog-Besitzern bei Verkauf nur unwesentlich finanziell treffen würden, wenn sie ihre gepflegten Unimogs statt den utopischen 30kilo Euros in eBay kleinanzeigen reinstellen sondern eher für realistische 10kilo Euros an einen jungen Interessierten verkaufen würden.
Was ich damit sagen will, bedingt durch das Internet wird Kernschrott mittlerweile wie Gold gehandelt, so leider auch beim Unimog.
Es ist kaum möglich, dass ein junger Mensch Geld übrig hat um erstmal 10kilo Euros in einen verlogenen Schrotthaufen zu investieren, dazu muss jetzt natürlich eine Garage bzw. Werkstatt her um den Schrott wieder in unzähligen Stunden zusammen zu murksen um dabei festzustellen, dass der vorherige Besitzer (meistens Ü40) einen nach Strich und Faden belogen hat. Gott sei Dank sind gerade auch die Immobilien günstig, so dass die "Werkstatt" (ja Werkstatt, denn wenn der Nachbar (in der Regel Ü40) erkennt, dass der Mog hier 3 Tropfen Öl verliert und der Boden nicht dementsprechend dafür ausgelegt ist, man sofort sämtliche Behörden am Hals hat) ein Schnäppchen wird. Wenn man mal Hilfe braucht, findet man sicher auch an jeder Ecke jene der alten Hasen, die immer den Zeigefinger heben wie schlecht die heutige Jugend doch sei.
Mal ganz ehrlich die Generation (Ü40), die über die heutige "Jugend" (U40) schimpfen sollten sich erstmal an die eigene Nase fassen, denn gerade diese haben die heutige Jugend erzogen denn es sind ihre Kinder. Genau diese schimpfende Ü40 Generation sind maßgeblich für die jetzigen Weltsituationen verantwortlich, für die positive wie auch negative.
Veränderungen gab es schon immer und sind normal nur sollten gerade die, die am lautesten schreien erstmal den eigenen Hof kehren.

Da nur kritisch denken auch nicht hilft hier mein Vorschlag: Wenn ihr eure Mogs verkauft, so vergesst doch für einen Moment diese Geldgeilheit und verkauft an einen jungen Mog-infizierten um uns überhaupt die Chance zu geben diese Tradition "Unimog" fortführen zu können.

Viele Grüße Fabian U30
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon mhame » 30.10.2018, 09:23

Hallo Fabian,

dann schlage ich vor, dass du mal damit anfängst. Ich beobachte seit langem die internationale Unimog Szene und da ist nichts mit günstig einsteigen und pflegen, sondern günstig im Ausland kaufen, Preis verdoppeln und wieder verkaufen. Und das machen wegen der Sprachbarriere meist keine alten Hasen.

Ich kenne zahlreiche Unimog, die nach dem Kauf abgerüstet wurden und dann schnell ohne Ausstattung wieder verkauft wurden. Später war dann das Zubehör im Angebot.

Die meisten "Ü40" Unimogfahrer die ich kenne, haben sicher die Preise nicht in die Höhe getrieben. Sie haben beim Einstieg geholfen, vor Fehlgriffen gewarnt und standen oft zum eigenen Nachteil mit Rat und Tat zur Seite. Wenn ich nur überlege wie viele Stunden ich schon unbezahlt Unimog Hilfe geleistet habe, wie viele Einsteiger auch darunter waren, dann kann ich mich über deine Äußerung nur ärgern.

Und ja, ich kann mir meine eigene Meinung über die Unimog Szene bilden, denn mich erreichen permanent Anfragen zu Zeichnungen und Unterlagen. Die ich selber erstellt habe oder kaufen musste. Die wenigsten Enden mit einem "Danke". Gleiches gilt auch für die Nachfertigungen. Hier ist der Kreis derer, die man gerne wieder trifft, sehr klein.

Ich stelle deutlich fest, dass sich mittlerweile abseits der Clubs und Foren kleine überschaubare Gemeinschaften bilden, die sich rege und fair austauschen, sich untereinander auch mit günstigen Teilen versorgen und dem anderen auch mal ein Schnäppchen zukommen lassen. So wie diese Gemeinschaft wächst, nehmen u.a. hier die Beiträge der alten Hasen ab.

Ich widerspreche deiner Aussage, dass die meisten Unimog Besitzer ihren Unimog unter Wert ohne merkliche Auswirkungen verkaufen könnten. Das zeigt mir nur, dass du noch keinen Unimog vernünftig restauriert hast. Selbst bei einem 411er sind schnell 15.000 Euro alleine an Materialkosten zusammen. Wer das in Eigenregie macht, ist entweder Enthusiast oder verfügt eben nicht über die Mittel, es mal schnell machen zu lassen. Schau dich mal auf Treffen um.

Gruß
Markus
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon uwesundermann » 30.10.2018, 10:23

Hallo Fabian,

es ist sicherlich nicht so, dass Ü40 für die aktuellen Preise verantwortlich zeichnet. Du schreibst:

>unzähligen Stunden zusammen zu murksen um dabei festzustellen, dass der vorherige Besitzer (meistens Ü40) einen nach Strich und Faden belogen hat.

Hier muss ich sagen, dass auch ich schon das eine oder andere Teil ge- und auch verkauft habe. Aber noch nie hatte ich das Gefühl, beschissen worden zu sein und auch noch nie hatte ich ein schlechtes Gewissen beim Verkauf. Ich persönlich bin der festen Überzeugung, das die richtigen Mogler grundehrliche Menschen sind. Zumindest ich habe noch keine anderen Erfahrungen gemacht.
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon Waldmonster » 30.10.2018, 14:34

Hallo Fabian,
ich weiß jetzt grad nicht was ich von Deinem Beitrag halten soll
Du bist also ernsthaft der Meinung man sollte, so man über 40 ist, seinen Unimog lieber zu einem Bruchteil des erzielbaren Preises an einen Käufer unter 30 verkaufen? Welcher normale Mensch macht das? Gilt deine Meinung auch für Händler? Wenn ich einen Unimog herrichte kann ich das billig machen um in kurzer Zeit viel Gewinn zu machen- nennt sich Verkaufslackierung mit Bauernblind. Oder ich mach es richtig, demontiere den Unimog weitgehend, Blecharbeiten, Neulackierung, Neuteile,.... Angebotspreis kann bei beiden Angeboten identisch sein. Nun liegts doch am Käufer zu erkennen, auch unter Zuhilfenahme der Erfahrungen alter Männer, was vor ihm steht.
Ich hab meinen ersten Unimog, ein U403, auch ohne große Kenntnisse gekauft. Sah bei der Besichtigung recht gut aus, lief gut, Preis war nicht übertrieben hoch. Also gekauft und mal angefangen was dran zu machen. Abschleifen, neu lackieren, neue Reifen,...... So kam eins zum anderen. Schließlich stellte sich die Einspritzpumpe als defekt heraus, die Rechnung vom Boschdienst war ungefähr so hoch wie der halbe Unmog gekostet hat. Den Händler hat das nicht interessiert, die Erfahrung hab ich gemacht. Als ich dann meinen ersten U406 gekauft hab wußte ich dann schon mehr worauf zu achten ist. Auch hier wieder, hergerichtet, einige Jahre gefahren und wieder verkauft. Dann kam der erste U424. Aus Konkurs, Notverkauf, entsprechend günstig. Tja, Erfahrungen beim U406 sind nicht 1:1 auf den 424er übertragbar. Nach kurzer Zeit brach der Gruppenschalthebel am Getriebe, also raus damit und überholen. Monate später verabschiedete sich der Triebling der Hinterachse. Achse raus, zerlegen, überholen. 1,5Jahre später den Motor gemacht. Spardose ohne Ende. Normalerwiese hätte ich den Bock schlachten müssen. Aber nein, man hängt ja dran. Und jetzt stell Dir mal vor das ist Dein Unimog von dem Du genau weißt was dran gemacht wurde und was das gekostet hat. Und Du bist mittlerweile Ü40. Dann kommt ein U30iger und sagt verkauf mir den Bock für 1/3 Deiner Preisvorstellung. Was sagst Du dem?? Ja klar, kein Thema, nimm ihn mit? Wohl kaum
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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon OPTI-MOG » 01.11.2018, 17:18

Liebe Unimog-Freunde,

danke für Eure wertvollen Beiträge, besonders die unserer Youngster.

Danach erscheint es logisch, dass es für - besonders die jungen - Neueinsteiger immer schwieriger jedoch für die etablierten Unimog-Liebhaber immer einfacher und preisgünstiger sein wird ihrem Hobby zu frönen.

Wer also heute schon gut dabei ist, wird keine besonderen Schwierigkeiten zu erwarten haben. Der Nachwuchs wird allerdings immer weniger werden und bald ziemlich ausbleiben.

Ich selbst bin auch erst im Alter von 50 Jahren und mit größeren Zweifeln zum Unimog gekommen.
Liebe Grüße

Christoph

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Mit zwei Unimog 411 im Schlagraum https://youtu.be/OnCnQ_sFmOU


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Re: Die Zukunft der Unimog-Szene

Beitragvon pepelouis » 01.11.2018, 22:02

Hallo,
ich hab mir zum 60. Geburtstag einen 411-er "gegönnt". Das war vor 8 Jahren.
Und wenn ich ehrlich bin, vorher hat mich Unimog "nicht so unbedingt interessiert"
Aber jetzt umso mehr.

Grüße

Herbert :mog3
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