Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#173800
Hallo Alle Zusammen,

nach langer und harter Arbeitssaison hab ich nun endlich wieder mal Zeit mich meinem Mog zu widmen und hab Ihm auch gleich einiges spendiert. Neue Reifen, neues Licht und unter anderem auch eine Kühlwasservorwärmung.

Nur leider war bei dem Gerät, das ich bei meinem Landmaschienenhändler erworben habe keine Einbauanleitung dabei.
Hab dann sogleich bei Unimog Henne in Eggenfelden angerufen, wo mir der Werkstattmeister versichert hat, dass er sowas in seiner 30 jährigen Laufbahn noch nie in einen 406 eingebaut hat.

Auch mit der Suchfunktion habe ich nicht wirklich befriedigende Hinweise auf den Fachgerechtn Einbau einer solchen Anlage gefuden.

Ich wende mich also jetzt an euch Unimog Spezialisten.
Ich bräuchte bitte eine detailierte Einbauanleitung zu einer Kühlwasservorwärmung in meinen Mog. 406 Agrar Cabrio Bj 1971.

Vielen Dank schon mal im Vorraus, an alle die sich mit meiner Frage beschäftigen.

Viele Grüsse
aus dem Schmuddelwetter geplagten Rottal

Sepp
#173825
Hallo, Sepp,

vielleicht solltest Du uns mal einen Tip geben, welches Vorwärmgerät Du gekauft hast.

Der 406 mit seinem Ölmotor 352 hat nämlich eine (bzw. genauer "keine") bautechnische Besonderheit: er hat keine Froststopfen!

Ein Vorwärmer muss daher in die Kühlwasserleitung eingeschleift werden.

Dazu eignen sich z.B. einfache Geräte, die den Heizkörper in einem Stück Rohr im Durchmesser des unteren Schlauches haben, der vom Kühler zum Motor geht.

Um eine bessere Zirkulation zu haben, gibt es bereits hier im Forum verschiedene Versionen, die z.B. am Motorblock-Ablasshahn beginnen und in die Heizleitung einschleifen, es geht aber auch die "Famos"-Version an der tiefsten Stelle des vorgenannten Schlauches vom Kühler z. Motor.

Famos-Geräte aus ehemal. DDR Produktion gibt es bei verschiedenen Händlern noch zu beziehen.

Suche am besten noch mal nach dem "Wortfetzen" "vorwärmer" oder "vorwärmung"

Grüße

Holger
#173873
Hi,

genau die Überlegungen mit Motorvorwärmung hab ich auch zur Zeit.

Ich hab vor längerer Zeit mal eine Vorwärmung im großen Auktionshaus gesehen. War angebl. original Unimog speziell für die OM 352. War das Prinzip "Tauchsieder" zum Einbauen in den Motor.
Die Frage wo in den Motor konnte mir aber keiner beantworten. :?

Dann hab ich neulich in eben diesem Auktionshaus die Famos-Geräte gesehen. Als ich vor dem Mog stand und überlegte war dann folgender Gedankengang:
Wenn ich das Heizelement in den langen (von unten kommenden) Kühlwasserschlauch einbaue, dann heize ich ja im "großen" Kühlwasserkreislauf. Der ist aber bekanntlich bei kaltem Motor durch das Thermostat vom "kleinen" Kühlwasserkreislauf abgetrennt.
Und genau im kleinen Kühlwasserkreislauf (im Motor) will ich ja da es warm wird.
Krieg ich dann trotzdem so eine Zirkulation zusammen, daß sich der Motor erwärmt? :?:

Hat da jemand Erfahrungen? Wie war das eigentlich original von Mercedes ausgeführt? Gab es doch als Sonderausstattung.

Grüße aus dem schönen Frankenland

Tobias
#173894
Hallo

Von DC Gabs einen riesen Trum von Standheizung. Ich hab bisher nur Bildfetzen im EPC gesehen.

Ich hab selber eine 5kw Eberspächer verbaut. Die muss gut 45min laufen um den Motor warm zu bekommen.

Deshalb bezweifele ich das eine Kühlwasservorwärmung (Tauchsieder) bei rund 17l Kühlwasser funktioniert.

Gruß

Thomas
#173897
Hallo, Heizer,

da man beim OM352 einen Vorwärmer nur "seriell" in den Wasserkreislauf einschleifen kann, gibt es, wenn man keine kompliziertere Variante konstruieren will, nur die Möglichkeit, den Vorwärmer in der unteren Verbindung zwischen Kühler und Motor einzuschleifen. Dort muss der Vorwärmer hoch genug sein, dass die Verwirbelungen, die er beim Heizen auch nach unten erzeugt, nicht in den Kühler rüberschwappen, sonst heizt man diesen mit, was er aber nicht soll.

Das Bild zeigt etwa die Grundproblematik.

Die untere Verbindung Kühler Motor ist vom Querschnitt groß genug, dass die Konvektion im Rohr selbst stattfinden kann, allerdings nur mit begrenzter Geschwindigkeit. Deshalb darf die Heizleistung nicht höher sein, als die Konvektion abtransportieren kann, sonst überhitzt das Element.
Bei diesem Aufbau wird der gesamte Motorkreislauf aufgeheizt, da das kalte Wasser immer nach unten sinkt und das Warme sich die höchste erreichbare Stelle von allein sucht.

Beim 406 hat man das Problem, dass die Stelle, wo das Warmwasser nicht mehr zum Kühler rüberschwappt, bereits das Stahlrohr ist. Das muss man dann wohl ersetzen.

Grüße

Holger
Dateianhänge:
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#174501
Genau vor dem beschriebenen Problem stand ich auch und da wir hier in Schweden durchaus Temperaturen von -30° erreichen ist so ein Kühlwasservorwärmer unbedingt notwendig.

Das von Holger schon beschriebene Rohr an der Motorfrontseite war Ausgangspunkt für die Zuleitung zu einem separaten Motorvorwärmer, der vorne rechts auf dem Längsträger montiert wurde. An das Rohr wurde ein zusätzlicher Stutzen für einen Schlauchanschluss angeschweisst. Rohrstutzen und Motorvorwärmer wurden mit einem Schlauch (Innen Ø 20 mm) verbunden. Das abgehende warme Wasser führten wir nach oben und nach hinten um den Motorblock herum bis zum Alugussrohr des Kühlwassersystems. Unter dem Kunststoff-Kühlwasserbehälter befindet sich eine Verschlussschraube. Hier läuft das erhitzte Wasser dann in den Motorblock.

Bei den ersten Versuchen funktionierte das System nicht zufriedenstellend, das warme Wasser erreichte nicht den höchsten Punk und das 230 V Heizsystem schaltete sich wegen Überhitzung nach langer Zeit automatisch ab.

Die jetzige Lösung sieht so aus, das ich oberhalb des 230 V Heizelements eine Pumpe (Webasto / Eberpächer) eingebaut habe. Nun zirkuliert das Wasser hervorragend und das Heizelement wird nicht mehr überhitzt.
Ein Härtetest steht allerdings noch aus, da die Temperaturen hier noch keine erheblichen Minusgrade erreichten und bis -6° der UNIMOG 406 Bj. 1979 noch einwandfrei anspringt.

Gerne tausche ich Erfahrungen aus und Grüsse sehr freundlich
Helmut in Värmland / Schweden
#174524
Hallo.

Das ist genau der Punkt. Ohne Zirkulation (Pumpe) wird das nicht funktionieren. Hier ist mehr Hirnschmalz gefördert wie beim einsetzen des Heizelements.

Gruß

Thomas
#174534
Hallo, Leuts,

die Zirkulation funktioniert schon, sie ist ein physikalisches Gesetz.

Mit Absicht habe ich jedoch geschrieben, dass die Heizleistung nicht höher sein darf, als der Schwerkraftunterschied abzutransportieren imstande ist. Das ist nämlich ein wichtiger, die Funktion sichernder Faktor!

Es ist allerdings in der Tat so, dass, je dünner die Leitung ist, dieser Effekt sich durch die entstehenden Verwirbelungen irgendwann aufhebt. Dann kommt die "Schwerkraftpumpe" nicht in Gang.

Aus diesem Grund haben ja manche ein eigenes "Bypass-System" installiert, damit in einer Leitung nicht zwei Strömungsrichtungen notwendig sind. Dieses wird vorn an einem Heizschlauch und hinten an der Ablassschraube des Motors angeschlossen und funktioniert aufgrund der "one-way" Funktion zuverlässiger.

Mein 406 bekommt demnächst aber das einfachere Prinzip eingebaut (wie auf meiner Skizze) und ich werde es mit Leistungsregelung einbauen.

Werde Euch dann das praktische Ergebnis mitteilen.

Grüße

Holger
#174553
Das von Holger sehr fachmännisch dargestellte Prinzip ist völlig korrekt und funktioniert eigentlich immer auch ohne Pumpe.

Wir, ein erfahrener Werkstattleiter (63) und ich waren völlig überrascht, dass es dennoch nicht funktionierte.
Nun sehe man sich den eingebaute OM 352 im U 406 genau an und man wird feststellen, dass er nach vorne geneigt ist. Das bedeutet, das wenn der UNIMOG waagerecht steht, der Motor hinten seinen höchsten Punkt hat. Genau dort haben wir aber auch die Warmwasserzuführung angeschlossen (unterhalb des Kunststoff- Wasserbehälters).

Vielerlei Versuche unternahmen wir. So stellten wir den UNIMOG u.a. auch so, dass der Motor ziemlich waagerecht stand und siehe da, das erhitzte Wasser stieg wesentlich höher als zuvor.
Obwohl wir zuvor durch Laufenlassen des Motors intensiv versuchten alle möglich vorhandenen Luftblasen zu beseitigen, kann dennoch nicht ausgeschlossen werden, das sich in der Wasserzuführung am oben liegenden Alugussrohr doch noch Luft befand. Jedenfalls ergab sich auch nach über einer Stunde noch nicht die gewünschte und erhoffte Zirkulation. Das im 230 V Vorwärmer eingebaute Thermostat schaltete nach ca. 1 1/2 Stunden den inzwischen sehr heissen Vorwärmer ab.
Wie schon beschrieben habe ich nun eine Pumpe eingebaut.

Eine weitere Überlegung besteht darin, die Wasserzuführung (kaltes Wasser) eventuell über den am Motorblock hinten rechts liegenden Ablasshahn zu leiten, da dann sichergestellt ist, dass nicht auch noch der Kühler mit erwärmt wird.
Doch werde ich diese Änderung erst durchführen, wenn bei grosser Kälte (-10° - -20° sich die jetzige Lösung als nicht praktikabel erweisen sollte.

Schöne Grüsse von
Helmut aus Värmland in Schweden
#174571
Das Thema taucht jedes Jahr zum gleichen Zeitpunkt auf. Die Suchfunktion mit Motorvorwärmung o.ä. bringt jede Menge Freds. Aber manche erfinden das Rad jedes mal neu.
Die Fa Calix aus Schweden bietet Universalheizgeräte, auf Wunsch auch Umwälzpumpe, Zeitschaltuhr und sämtliches Zubehör schon seit Jahren an.
Die Fa Defa bietet das Teil für den OM366 an, ist ja Blockmäßig dem 352 gleich.
Auch die Kanadier verwenden ein Heizgerät mit normaler Schwerkraftzirkulation.
Generell wird am Ablasshahn hinten am Block ein anderer Stuzten verschraubt und das Wasser oben im Sammelrohr wieder eingespeist. Die Heizpatrone sitzt aber nochmals tiefer als der Blockablass, dadurch wird die Steighöhe vergrößert. Je größer der Höhenunterschied, um so größer der hydrostatische Differenzdruck zwischen Warmen und kaltem Wasser. Der Steigstrang selber sollte einen möglichst großen Querschnitt haben, um die Wandungsreibung so gering wie möglich zu halten. Auch die Isolation dieser Steigleitung sollte so gut wie möglich ausgeführt werden.
Dann klappt´s auch mit dem Heizen
#174580
Hej Helmut,
ich bitte um Nachsicht für meine Beiträge, wollte niemanden nerven und wusste nicht, dass es schon so viel zu diesem Thema gibt. Habe mich selbst sehr durchmühen müssen, um eine Lösung zu finden und glaubte mit den nun gemachten Erfahrungen helfen zu können.

Werde mich in Zukunft zurückhalten.
Hier in Schweden bin ich sehr alleine, da es kaum UNIMOG's gibt.

Schöne Grüsse aus dem Norden Europas von
Helmut in Värmland Sverige
#174610
Hallo Helmut

ich möchte deine "Erfindung" nicht schmälern, du betreibst ein großen Aufwand.
Es ist jedem gestattet, seinen Unimog selbst neu zu erforschen oder zu tunen.
Allerdings kann man sich viel Arbeit ersparen, wenn man die Erfahrungen anderer nutzt. Ob die dabei gewonnenen Erkenntnisse auch brauchbar sind kann auch jeder selbst entscheiden. Du schreibst, du hast dich sehr durchmühen müssen, die Lösungen hier sind aber bereits fix und fertig, kosten allerdings auch etwas.
Gerade die Firmen Defa und Calix ( kommen ja aus deiner "kalten" Heimat :) )haben sich um einfache Lösungen bemüht.
PS: um die Gefahr der Luftblasenbildung zu beseitigen, eine Entlüftungsleitung vom höchsten Punkt in den Vorratsbehälter führen.
#174974
Hej Helmut,
leider fand ich keine e-mail Adresse, dann hätte ich dir das Folgende direkt und nicht über dieses Forum mitteilen können.
Zunächst einmal danke für den Hinweis auf die norwegische Firma Defa und die schwedische Firma Calix. Bei beiden Firmen hatten wir natürlich nachgefragt. Da es bei dem OM 352 keinen Froststopfen gibt, bleibt nur eine Lösung ausserhalb des Motors.

Wir haben ein Calix-Gerät eingebaut und dann die schon beschriebenen Erfahrungen gemacht. Selbstverständlich standen wir mit Calix in Verbindung und besprachen auch die aufgetretenen Probleme.

Es ist eben nicht einfach mal so ein Motorvorwärmer einzubauen und die vorgeschlagene Entlüfterleitung bedarf, wollte man sie installieren, auch eines etwas grösseren Aufwandes.

Bei allem Respekt, und den habe ich vor jedem hier, denn meine Erfahrungen mit dem Unimog betragen erst 3 Jahre, halte ich den Hinweis auf "einfache Lösungen" nicht für hilfreich.
Wie würde deine Antwort lauten, fragte ich dich ob du schon einen Motorvorwärmer in einen UNIMOG eingebaut hast und wie er dann funktionierte?

Wie schon ausgeführt, werde ich mich mit meinen schmalen UNIMOG- Errfahrungen zurückhalten. Fahre und montiere allerdings seit 1965 Landrover, doch das ist natürlich etwas völlig anderes. javascript:emoticon(':(')

Vielen Dank für die Geduld und das Verständnis
Helmut aus Värmland in Schweden :(
#174984
Hallo Helmut

wie gesagt, Defa bietet das Teil für den OM366 expliziet an.
Ich selber habe keinen Vorwärmer verbaut. Ich beziehe mich auf die Erfahrungen einens wirklich guten Freundes, der in einige Jahre Kanada (BC) bei einem Unimog-Dealer geschraubt hat und auch selber mehrere 406 hatte, welche er mit Motorvorwärmern ausgestattet hatte.
Und dann gab es auch noch den geliebt und gehassten BE, der in Calgary auch mehre Unimogs betrieb, welche er mit Vorwärmern ausgestattet hatte. Für den OM352 hat er eine detaillierte Einbauanweisung geschrieben
Aber da du danach fragst, für meine Zwecke habe ich, sofern es notwendig werden sollte, Heizpatronen mit entsprechendem Steuergerät zum Einbau in den Ölsumpf hier zu liegen. Diese Methode ist bei luftgekühlten Motoren standard. Aber danach war ja nicht gefragt
Lima vom 401

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