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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#124382
Hallo,

ich bin derzeit mit meinem 401er öfters mit Holz beladen auf steilen Waldwegen unterwegs. Da gibt es enge Haarnadelkurven bzw. Wendemanöver unter Einbeziehung der Böschung.

Frage: Ist die Kombination Lenkrad-Volleinschlag / Allrad / Last schädlich für die Antriebswellen? Oder kann man das bedenkenlos machen?

Gruß, Daniel
#124391
Hallo Daniel,

mit meinem Halbwissen würde ich sagen,bei unbefestigten Waldwegen sollte es kein Problem geben,da der lose Untergrund den Rädern einen Drehzahlausgleich ermöglicht.

Auf festem Grund würde sich das schon negativ durch rubbeln etc. bemerkbar machen.

Ob nit oder ohne Last sollte da eine untergeordnete Rolle spielen, da die Last eh mehr nach hinten verlagert ist.

Gruß Hermann
#124393
Hallo Daniel,

von meinen Geländewagenzeiten weiß ich das dies nicht so gut ist, speziell wenn, wie beim Unimog, kein Mittendifferential verbaut ist.
Im Unterschied zu einem Geländewagen ist aber der Antriebsstrang bei einem Mog erheblich schwerer ausgelegt und sollte dies daher auch verkraften.
Wenn dann der Untergrund noch etwas rutschig ist, kann die Verspannung im Strang sich darüber wieder abbauen.

Auf trockenem griffigen Asphalt würde ich es trotzdem versuchen zu vermeiden.

Grüße
Hans-Josef
#124409
Hallo Daniel,

in Deiner Situation, Waldweg (hier Boden ohne Asphalt, d.h. nicht so griffig) kann man das problemlos machen, wobei durch die Verschränkung aufgrund des Lenkeinschlags die Belastung der Wellen schon höher ist als im Geradeauslauf - aber dafür ist der Unimog ja auch gebaut.

Aber sicherheitshalber sollten wir den Begriff Allrad nochmal klären:

- ohne Sperre = kein Allrad, nur Heckantrieb, mit leerer Pritsche kaum Traktion, Hinterräder drehen bald durch

- Sperre Stufe 1 = "Allrad mit Längssperre" d.h. auch die Vorderachse wir mit angetrieben, es erfolgt weiterhin der Ausgleich zwischen den kurveninneren und kurvenäußeren Rädern mittels Querdifferentiale in den Achsen; problemlos auch auf der Straße möglich, zu empfehlen bei schwerem Hänger (siehe auch Bedienungsanleitung) (wenn Räder durchdrehen, dann immer eines pro Achse)

- Sperre Stufe 2 = "Allrad mit Längs- und Quersperren" d.h. alle Räder drehen immer gleich schnell (auch in der Kurve) der Differentialausgleich ist blockiert, die Differentiale arbeiten nicht mehr (oben genanntes rubbeln auf Asphalt tritt auf); Geradeausfahrt bei jedem Untergrund kein Problem (brauchst Du aber nur bei losem Untergrund); Kurvenfahrt auf Asphalt führt zum genannten Rubbeln und ist extrem schlecht für die Achsen!; auf losem Untergrund werden die kurveninneren Ränder aufgrund der kürzeren zurückzulegenden Strecke durchdrehen und somit die Belastung ausleiten;

Zurück zu Dir: Stufe 1 kein Problem, im Gegenteil auf jeden Fall zu empfehlen; Stufe 2, wenn Du´s überhaupt brauchst, solange der Untergrund nicht fest ist, ebenfalls kein Problem, innere Räder drehen leicht durch, erhöhte Belastung aber je loser der Untergrund desto geringer die Belastung.
Ergänzend ist noch zu sagen, dass aufgrund der festen Kopplung in Stufe 2 (siehe oben) sich die Wendekreise erheblich vergrößern, also bin ich an sich der Meinung, Du kommst um die Ecken in Stufe 1 viel leichter rum!

noch ein Tipp für Stufe 2: Braucht man um den Mog mal anzuschleppen - aber wer braucht das :D es ist doch immer andersrum!

Hoffe geholfen zu haben :)

Viel Spaß im Wald

Tommes
der auch sehr gerne in den Wald geht
#124432
Hallo Daniel !
Letztes Jahr in Selmsdorf hatte sich bei meinem 421 die Antriebswelle vorne rechts bei Allrad + Sperren + vollem Lenkeinschlag im Gelände so verspannt, dass sich das Lenkrad nicht mehr zurückdrehen ließ. Ich bin dann ein paar Meter rückwärts gefahren, dann hat es wirklich sehr laut (!) geknackt, und dann ließen sich die Vorderräder wieder aus dem Endanschlag zurückdrehen. Anschließende Sichtkontrolle: keine sichtbaren Schäden. Der Wagen fährt immer noch einwandfrei. Ich glaube, dieses Jahr ist irgendjemandem dasselbe mit seinem 411 auch in Selmsdorf passiert.
Also mach dir keine Sorgen. Offenbar hält der Unimog das aus.
Gundo
#124458
Hallo Daniel,

dann kann ich Dir sagen, dass Allrad (nur Längssperre) auf jeden Fall zu anzuraten ist, mehr Sicherheit durch mehr Zugkraft.

Was hier fast noch wichtiger ist und oftmals vergessen wird, ist das Bergabfahren. Hier erzielst Du mittels Allrad die Motor-Bremswirkung auf allen 4 Rädern und nicht nur auf der Hinterachse.
Steil begrab auf rutschigem Untergrund ohne Allrad (keine/wenig Last auf der Pritsche) kann lebensgefährlich sein!! Das Fahrzeug wird immer schneller, da das eine verbleibende Hinterrad (wegen Differential) die Motor-Bremswirkung nicht auf den Boden übertragen kann. Als nächstes wirst Du dann mit der Fußbremse unterstützend bremsen, damit blockiert nun die Hinterachse (klar die hat kein Gewicht und wird überbremst), das Fahrzeug bricht im Heck aus und ein Umkippen ist nahezu unvermeidbar.

Kann man in der Theorie kaum vernünftig erklären aber im Lehrgang gefahrlos (ohne Überschlag) 8) demonstrieren und auch selbst (unter Anleitung) erfahren.
Gute Unterweisung kannst Du, auch von mir :wink: hier bekommen http://www.fahrer-training.info

Hier ein Bild von Armin "moggale", der auch schon bei uns war:

Bild

Gruß
auch an Armin :)
Tommes
#124592
Hallo zusammen.

Ich versteh' es nicht, warum hier überhaubt eine Empfehlung zum Kurvenfahren mit gesperrten Achsen abgegeben wird.

Beim Fahren mit gesperrten 4 Räder ist kein Drehzahlausgleich der inneren und äusseren Räder gegeben, also sollte man (darf man) keine Kurven fahren.
Natürlich wird, im Rahmen des Zahnradspiels, ein gewisser Radius fahrbar sein, aber das ist nicht im Sinne des Erfinders und belastet die Zahnräder stark. Ich würde sogar sagen, dass es zum Bruch von Zahnrädern kommen kann.
Kurvenfahrt mit Sperre wäre für mich nur im Notfall einzusetzten!

Grüsse aus Salzburg
Johann
#124596
Hallo,

nach Tommes Nr. 2

Besteht nicht die Möglichkeit die Achsen durch Ventile einzeln zusperren?

Ich wünsche mir manchmal, dass ich entweder nur die Hinterachse oder nur die Vorderachse alleine sperren kann, je nach Situation.

Theorethisch würde es ja wie folgt aussehen:

Allradbetrieb nach Tommes Nr. 1 mit gesperrter Vorderachse leichter Lenkeinschlag, das Fahrzeug würde sich in Richtung des Lenkeinschlages herausziehen.

Allradbetrieb mit gesperrten Achsen nach Tommes Nr. 2 gleiche Situation, das Fahrzeug folgt nicht bzw. kaum dem Lenkeinschlag, da es von der Hinterachse weiter "geschoben" wird.

Wie seht ihr das?

Gruß
Torsten
Zuletzt geändert von T.Goldstrass am 19.09.2006, 12:07, insgesamt 1-mal geändert.
#124603
Hallo Daniel,

Jupp, das ist es! Aber was sagt unser Praktiker Tommes dazu? Macht es Sinn, ist es von Vorteil in einigen Situationen die Achsen einzeln zusperren? Theoretisch sollte es den Antriebsstrang schonen.

Die Bilder von Dieter sind nicht sichtbar.

Ich nutze eigentlich nur die Tommes Variante 2 kurzfristig, wenn nichts mehr mit Allrad geht.

Gruß
Torsten
Zuletzt geändert von T.Goldstrass am 19.09.2006, 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
#124623
Johann411 hat geschrieben:Hallo zusammen.

Ich versteh' es nicht, warum hier überhaubt eine Empfehlung zum Kurvenfahren mit gesperrten Achsen abgegeben wird.

Beim Fahren mit gesperrten 4 Räder ist kein Drehzahlausgleich der inneren und äusseren Räder gegeben, also sollte man (darf man) keine Kurven fahren.
Natürlich wird, im Rahmen des Zahnradspiels, ein gewisser Radius fahrbar sein, aber das ist nicht im Sinne des Erfinders und belastet die Zahnräder stark. Ich würde sogar sagen, dass es zum Bruch von Zahnrädern kommen kann.
Kurvenfahrt mit Sperre wäre für mich nur im Notfall einzusetzten!

Grüsse aus Salzburg
Johann
guude,

natürlich kann man mit geschalteten diffsperren kurven fahren. wer natürlich die sperren einschaltet, obwohl sie nicht benötigt werden, hat schnell ein zahnradproblem. die übersetzung der zahnräder auf die halbachsen ist mit sperren 1:1, was soll da das zahnspiel an radien er- oder nicht ermöglichen?

also sperren nur einsetzen, wenn es sinn macht.
ich halte es lm übrigen für wünschenswert, die hinterachssperre unabhängig von der vorderen und dem allradbetrieb schalten lzu können.
das lässt sich bei vorhandener druckluft mittels eines pneumatischen zylinders und eines ventils einfach nachrüsten, bei den modellen mit eingebauten pneumatischen sperren lässt sich das ganze einfach auf einzelsteuerung umbauen.
den betrieb mit allen sperren kann man so auf ein minimum beschränken. voller lenkeinschlag mit allrad und vorderer sperre bringt schon heftige kräfte auf die gelenke der vorderachse und erzeugt erst recht schlupf an einem der vorderräder, ich zwinge das mit der schlechteren traktion geradezu zum durchdrehen.

mit gruß, justus.
#124624
Ja Hermann, natürlich, es muss nichts passieren.

Mich hat halt der Beitrag von Gundo beunruhigt - und den hab ich sehr aufmerksam gelesen - vor allem die zwei letzten Sätze.

Zitat: " ... die Antriebswelle vorne rechts bei Allrad + Sperren + vollem Lenkeinschlag im Gelände so verspannt, dass sich das Lenkrad nicht mehr zurückdrehen ließ. Ich bin dann ein paar Meter rückwärts gefahren, dann hat es wirklich sehr laut (!) geknackt, und dann ließen sich die Vorderräder wieder aus dem Endanschlag zurückdrehen."
!! "Also mach dir keine Sorgen. Offenbar hält der Unimog das aus." !!

Ich würde es nicht wagen, schwer beladen, auf trockenem Untergrund (Wiese oder Waldweg) und mit Sperre, in eine Kurve zu lenken.

Was sagen eigentlich die Besitzer einer Betriebsanleitung dazu ?

Gruss Johann.
Pleullagermuttern M180

Hallo Helmut, lies selbst: tatsächlich &q[…]

Hallo ins Forum. Hat jemand einen Befestigungsbock[…]

Hallo liebe Freunde der gepflegten Fortbewegung! […]

gesuche, Lima vom 401 2010 900 Eus

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