- 19.02.2014, 12:55
#439263
Beste Grüße,
Thomas
(UVC 1227)
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Scharfe Klingen, gutes Werkzeug, Menschen bei denen der Handschlag noch zählt: willkommen im Bergischen Land.
U 411.119 (1963), U 406.120 (1973), Eicher 4048A (1979)
Hallo liebe Freunde der kleinen Unimogs,
als kürzlich ein Freund seinen unlängst erworbenen "neuen" 411er mit kurzem Radstand neben den meinen mit langem Radstand stellte, begannen wir die Unterschiede zu vergleichen und gerieten ins Grübeln:
Klar: beim langen und kurzen U 411 sind an der Hinterachse Schubrohre unterschiedlicher Länge verbaut, genauso wie sich natürlich auch die Fahrzeugrahmen in der Länge unterscheiden. Die gesamte verbaute und an das Schubrohr angeflanschte Achse (Differenzielgehäuse, Achsrohre und Vorgelege) ist jedoch bei beiden Varianten exakt gleich. Ein Blick in die Ersatzteilliste (Stand 1969, BuB-Nachdruck) bestätigt das, und zwar egal, ob es sich um die alte oder neue Achse handelt.
Ebenso verhält es sich bei den Federn und den Federaufnahmen an Rahmen und Achse: wiederum gleiche Teile bei langem und kurzem Radstand.
Nach unseren Feststellungen ergibt sich daraus:
1. Die Neigung des Differenzialgehäuses ist beim langen und kurzen Radstand unterschiedlich, und zwar mit der Folge, dass beim kurzen Radstand die Ölkontrollschraube tiefer liegt und somit eine geringfügig kleinere Menge Öl ins Differential eingefüllt werden kann.
2. Desgleichen bei den Radvorgelegen: durch die unterschiedliche Neigung ergeben sich geringfügig unterschiedliche Ölstände im ansonsten gleichen Vorgelege.
3. Während beim langen Radstand die obere Federhalterung (am Rahmen) und die unteren Federteller (am Achsrohr) so zueinander liegen, dass die Feder im entspannten Zustand nahezu senkrecht zwischen beiden Auflagen steht, ist die Feder beim kurzen Radstand durch die stärkere Neigung der unteren Federteller auch im Ruhezustand quasi bananenförmig vorgespannt.
Wir beschlossen, die Auswirkungen dieser unterschiedlichen Fahrzeuggeometrien bei nächster Gelegenheit, sprich spätestens beim nächsten größeren Treffen durch Inaugenscheinnahme zahlreicher 411er näher zu untersuchen. Zu fortgeschrittener Stunde wäre dies auch ein wunderbares Thema für spätabendliche Fachgespräche beim Bierchen im Schein der Petroleumsfunzel.
Bis dahin mag vielleicht schon jemand vorab folgende Frage lösen: wieviel weiter kann man mit einem U 411 langer Radstand bei ansonsten gleichen Bedingungen fahren, bis sich dessen größere Ölmenge im Differential auf die gleiche Temperatur erwärmt hat wie diejenige des U 411 mit kurzem Radstand?

Geneigte Grüße,
Thomas
als kürzlich ein Freund seinen unlängst erworbenen "neuen" 411er mit kurzem Radstand neben den meinen mit langem Radstand stellte, begannen wir die Unterschiede zu vergleichen und gerieten ins Grübeln:
Klar: beim langen und kurzen U 411 sind an der Hinterachse Schubrohre unterschiedlicher Länge verbaut, genauso wie sich natürlich auch die Fahrzeugrahmen in der Länge unterscheiden. Die gesamte verbaute und an das Schubrohr angeflanschte Achse (Differenzielgehäuse, Achsrohre und Vorgelege) ist jedoch bei beiden Varianten exakt gleich. Ein Blick in die Ersatzteilliste (Stand 1969, BuB-Nachdruck) bestätigt das, und zwar egal, ob es sich um die alte oder neue Achse handelt.
Ebenso verhält es sich bei den Federn und den Federaufnahmen an Rahmen und Achse: wiederum gleiche Teile bei langem und kurzem Radstand.
Nach unseren Feststellungen ergibt sich daraus:
1. Die Neigung des Differenzialgehäuses ist beim langen und kurzen Radstand unterschiedlich, und zwar mit der Folge, dass beim kurzen Radstand die Ölkontrollschraube tiefer liegt und somit eine geringfügig kleinere Menge Öl ins Differential eingefüllt werden kann.
2. Desgleichen bei den Radvorgelegen: durch die unterschiedliche Neigung ergeben sich geringfügig unterschiedliche Ölstände im ansonsten gleichen Vorgelege.
3. Während beim langen Radstand die obere Federhalterung (am Rahmen) und die unteren Federteller (am Achsrohr) so zueinander liegen, dass die Feder im entspannten Zustand nahezu senkrecht zwischen beiden Auflagen steht, ist die Feder beim kurzen Radstand durch die stärkere Neigung der unteren Federteller auch im Ruhezustand quasi bananenförmig vorgespannt.
Wir beschlossen, die Auswirkungen dieser unterschiedlichen Fahrzeuggeometrien bei nächster Gelegenheit, sprich spätestens beim nächsten größeren Treffen durch Inaugenscheinnahme zahlreicher 411er näher zu untersuchen. Zu fortgeschrittener Stunde wäre dies auch ein wunderbares Thema für spätabendliche Fachgespräche beim Bierchen im Schein der Petroleumsfunzel.
Bis dahin mag vielleicht schon jemand vorab folgende Frage lösen: wieviel weiter kann man mit einem U 411 langer Radstand bei ansonsten gleichen Bedingungen fahren, bis sich dessen größere Ölmenge im Differential auf die gleiche Temperatur erwärmt hat wie diejenige des U 411 mit kurzem Radstand?
Geneigte Grüße,
Thomas
Beste Grüße,
Thomas
(UVC 1227)
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Scharfe Klingen, gutes Werkzeug, Menschen bei denen der Handschlag noch zählt: willkommen im Bergischen Land.
U 411.119 (1963), U 406.120 (1973), Eicher 4048A (1979)


