- 10.03.2008, 18:54
#188064
Noch ein Nachgeplänkel von mir.
Thorsten, Du fragtest auch u.a. nach dem Lochabstand :
a.)
Schweisspunkte von Rand des einzuschweissenden Blech´les: soviel, wie die Lochzange hergibt 10, 15 oder 20 mm Ich würde zu einem kleineren Abstand tendieren, will sagen die Mitte der Bohrung ca. 15mm vom Rand entfernt. NICHT das Blech an den Rändern (Kanten schweissen, so ganz ohne Loch !!).
b.)
Mir wurde auch übermittelt (oder gar in dem von mir oben erwähnten Buch beschrieben), dass ein zB. 5mm Loch-Schweisspunkt soviel hält/trägt, wie eine "normale" Schraube gleichen Gewindedurchmessers.
Das zur Anzahl und der Menge der Lochschweisspunkte.
Aber etwas genaues zur wirklichen Menge der Schweisspunkte etwas zu sagen, fällt mit schwer, weil, dieses sollte man am Objekt "bauch-gefühlig" entscheiden. Man will ja auch, dass das Blech recht gut und ohne größere Spalten an das andere Heilixblechle angeschweisst wird., Gut, in größere Spalten läuft lantürnich besser ein Konservierungslack hinein (und wieder heraus), als in schmalere Fugen.
c. 1.)
Das Problem ist natürlich wiederum, dass die hervorstehenden Schweisspunkte beigeschliffen werden sollen. Das wiederum würde ich nie mit einer normalen Flexscheibe machen, sondern nur immer mit einer Fächer-Lamellenscheibe für die Flex.
c. 2.)
Es wäre natürlich das optimale, das vorhandene Originalblech mit einer Absetzzange vorher "abzusetzen". D.h. das einzuschweissende Reparatur-Blech sitzt in dieser kleinen -mit der Absetzzange geformten- Vertiefung, und wird dann Lochgeschweisst. Ein späteres Abschleifen, beibügeln usw. für einen Schaffung der "Unsichtbarkeit" der Reparatur geht dann besser.
Ich habe aber keine Erfahrung mit der Absetzzange. Bei meinen Blechklempnereien kam es nur immer auf die Wiederherstellung der Festigkeit drauf an und dass der TÜV zufriedengestellt wurde und die gute Ausführung der Arbeit zu sehen bekam. (Ein TÜVler testete mal ein Lochgeschweisstes Blech misstrauisch mit dem Schraubenzieher und meinte: "Das sind ja alles Popnieten, das gilt nicht und das hält nicht." Mit dieser Aussage schrammte er bei mir ganz knapp an einem körperlichen Verweis vorbei.)
d.)
Ein -wie auch immer abgesetztes oder nicht abgesetztes- Blech an den Stoßkanten und -Fugen anschliessend zu verzinnen, wäre die Krönung, aber durch das geplante Punktschweissspray kann es Probleme geben, weil das Lot ja nicht auf den Blechen mit gesprayter Oberfläche (in den Fugen) halten wird.
e.)
Was generell beim Punkschweissen mit MIG/MAG beachtet werden soll:
(Meines Wissens !!) ist das Schweissgas.
Kohlensäure geht stark mit dem Schmelzbad in die Tiefe, es kann passieren, dass der Schmelzpunkt "durchschiesst", kann aber evtl. durch die richtige Vorschubeinstellung "reguliert" werden.
Beim Argon (Argomix ???) bleibt das Schmelzbad mehr breitflächig.
Ich hatte mich seinerzeit auf das billigere Kohlensäuregas eingearbeitet, allerdings "spratzelt" es mehr als Argon. Ich habe mir einige Durchbrenner in den Gehörgängen, T-Shirts und Pullovern eingehandelt. Und trotz Schutzhelm und Sehbrille etwas auf die Bindehaut gebrannt.
Deswegen gut schützen.
Apropos gut schützen: An der nicht sichtbaren Stelle des Führerhauses am besten, jemanden hinstellen (Augengeschützt !) der darauf achtet, dass keine durchgeschossenen Schweissperlen im Inneren der Kabine, kein Faxen machen und was auch immer anbrennt oder ankokelt.
Ein gefüllter Wassereimer beruhigt ungemein.
So, ich glaube, jetzt hab ich genügend -nach bestem Wissen und Gewissen und ohne Gewähr !!!- für Dein Blech abgesondert.
Mögen es die anderen versierteren Blechklempner korrigieren und erweitern.
Danke dafür.
Gut Schweiss -nicht nur unter der Achsel-
Wünscht Dir, Thorsten,
der WolFgang
Noch´n Gedicht: Das "Düsen-Schweissspritzer-Freihalte-Spray" enthält -glaube ich- Silikon. Das ist dann der Feind jeglichen weiteren Lackauftrages.
Was ist Theorie: Wenn man alles weiss, aber nichts funktioniert.
Was ist Praxis: Wenn alles funktioniert, und keiner weiss warum.
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