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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#371051
Hallo UNIMOG-Freunde,

zum Thema Fahrleistungssteigerung gibt es einen weiteren Ansatz, den ich zunächst theoretisch ergründet habe und nach den ersten Erkenntnissen jedenfalls umsetzen werde. Das ist nämlich ziemlich einfach.

ABSCHALTUNG der LICHTMASCHINE. Gerade beim Diesel, der ja keinen elektrischen Zündfunken braucht, ist eine zeitweise Abschaltung, wenn hohe Fahrleistung benötigt wird, eine Option. Und beim 411 ist man ja für jeden noch so kleinen Zugewinn dankbar. (Angeblich wird sowas in modernen Fahrzeugen im Rahmen des Motormanagements und auch im Rennsport praktiziert.)

Schaltet man also den Erregerstrom einer Drehstrom-Lichtmaschine - z. B. ab einer bestimmten Stellung des Gaspedals ab -, gewinnt man ein paar hundert Watt mehr zum Fahren.

Da die Lima zum Eigenbetrieb auch Leistung braucht und einen bestimmten elektrischen Wirkungsgrad hat, ist der Zugewinn deutlich höher als nur die abgeschaltete Ladeleistung zur Batterie hin. Bei meiner 55 A Lima schätze ich aufgrund von Tests im ausgebauten Zustand (mit Bohrmaschinenantrieb) einen Leistungsgewinn von ca. 1 kW bei hoher Drehzahl.

Zur konkreten Schaltung: Einfach dem Regler die Spannung (D+) wegnehmen, dann kann die Erregerspule nicht mehr versorgt werden und die Lima läuft leer, nur mit ihrer mechanischen Reibung.

Dazu muss ich lediglich die Lima aufmachen und die Spannungsversorgung des Reglers herausführen - oder?

Der elektrische Drehzahlmesser funktioniert natürlich nicht mehr, wenn die Lima abgeschaltet ist, aber das wäre ja dann gleichzeitig die Anzeige für den HighPowerModus :wink:
Dateianhänge:
Drehstromlichtmaschine_Schaltplan.jpg
Drehstromlichtmaschine_Schaltplan.jpg (95.68 KiB) 2259 mal betrachtet
#371097
Hallo Christoph,

in irgend einem Beitrag habe ich das doch schon mal vorgeschlagen :D

Allerdings erwarte nicht zuviel von dem Leistungsgewinn.

Deine Lichtmaschine liefert nämlich im normalen Fahrbetrieb nicht ständig 55A und demzufolge belastet Sie auch nicht den Motor ständig mit 1KW.

Wie Du ja selbst schreibst, benötigt Dein Diesel ja keinen Strom zum Betrieb. Tagsüber hast also eigentlich nur einen wesentlichen Verbraucher, die Batterie selbst. Den Drehzahlmesser kannst Du vernachlässigen, Bremslicht und Blinker sind nur selten an.

Solange die Batterie nicht voll ist, empfiehlt es sich nicht die Ladung unnötig zu unterrechen, schließlich möchte man ja zum nächsten Starten wieder volle Leistung haben.

Ist aber die Batterie voll geladen, versorgt die LM nur noch die obengenannten kleinen Verbraucher, das heißt sie frißt keine Leistung.

Der Wirkungsgrad der LM berechnet sich aus dem Verhältnis der abgegebenen elektrischen Leistung zur aufgenommen mechanischen Leistung. Einen erheblichen Teil der Verluste sind dabei die mechanischen Verluste, besonders wenn man den Keilriemenantrieb mit berücksichtigt.

Bei der von Dir angedachten Abschaltung bleiben aber die mechanischen Verluste komplett erhalten.

Ob Du also wirklich einen fühlbaren Fahrleistungsgewinn feststellen wirst ??

Es bleibt spannend :D
#371134
Hallo Jürgen,

danke für Deine Überlegungen.

Bei meinen Recherchen bin ich auf einige Tuning-Foren gestossen, wo jeweils eine Person die Idee geäussert hatte. Derjenige bzw. die Idee wurde dann meist in der Luft zerrissen und der Lächerlichkeit preisgegeben.

Danach wollte ich die Sache eigentlich auch aufgeben, hatte jedoch noch in Erinnerung, wie ich am Schraubstock meine 800 W-Bohrmaschine mit der Lichtmaschine und Mini-Batterie überlastet habe, so dass sie schon zu rauchen anfing. Daher auch meine Einschätzung, dass ich bei Abschaltung ca. 1 kW sparen könnte.

Dann fand ich noch Hinweise darauf, dass in modernen Motormanagementsystemen (z. B. von BOSCH) auch die Lichtmaschine abgeschaltet wird, wenn sie unnötig Leistung verbrauchen würde, nämlich z. B. beim Anlassen oder wenn die Batterie geladen ist und erhöhter Leistungsbedarf zum Beschleunigen besteht. Also ist die Abschaltung doch relevant, um Energie zu sparen (, das Anspringen zu erleichtern) und die Fahrleistung zu erhöhen.
#371227
Hallo Christoph,

also zerreißen möchte ich hier nichts, vielleicht nur die Erwartungen dämpfen.

Die Sache in der Realität auszuprobieren sollte eigentlich keine große Sache sein, da bin ich schon sehr auf Deinen Bericht gespannt.

Um die LM beim Anlassen nicht gleich Arbeiten zu lassen, reicht es den Erregerstrom, der zunächst vom Zündschloss kommt zu verzögern, zb durch einen zusätzlichen Schalter.

Die momentane Leistungsabgabe der LM wird schon (fast) immer durch den Regler exakt auf den Leistungsbedarf abgestimmt. Dies kann man natürlich in Hochglanz Broschüren auch als Managementsystem deklarieren :wink:

Also laß Dich nicht abschrecken, nur erwarte keine Wunder :D
#371265
Hallo Justus,

bei Deinem Test erhält man den maximalen Leistungsgewinn :D aber leider auch einen hohen Messfehler :(

Ein beträchtlicher Teil der Verluste wird ja gerade durch den Keilriementrieb dargestellt, und den würde Christoph nach seinem derzeitigen Ansatz ja nicht abschalten. Dazu kommt noch dass bei einem ordentlichen OM636 die Wasserpumpe über den selben Keilriemen getrieben wird und natürlich auch Leistung frißt.

Allerdings könnte natürlich Christoph aus seinem Fundus wieder den Riementrieb von dem originalken Panzermotor verbauen. Bei diesem wird nämlich mit Hilfe einer extra Spannrolle nur die Wasserpumpe betrieben. Der Panzermotor hatte keine gewöhnliche Lichtmaschine.

Wissenschaftliche Interessant aber doch nicht ohne Aufwand. :wink:

Christoph, hast Du einen Hinweis gefunden, wie das "Bosch Motormanagement" die Lichtmaschine abschaltet? Da die meisten modernen Lichtmaschinen einen internen Regler haben, müßte ja dafür eine Steuereingang vorhanden sein?
#371293
ei guude Jürgen,

nicht ohne grund schrieb ich:

"eine subjektive größenordnung"

ich weiß dass Christoph die ergebnisse zu interpolieren weis und schon der "ohne" test etwas desillusionieren könnte.

sehr viel power geht m.e. durch den antriebsstrang verloren, man merkt's z.z., ein paar km gefahren und die 7 ölvorräte im strang durchgeknetet ist der mog gleich doppelt agil.
leichtlaufgetriebeöl ,dass mit alter technik harmoniert, ich denke da sollte wir mal forschen.

gut mog! justus.

edit: ist zwar werbung, aber nicht ganz uninteressant:
http://www.castrol.com/liveassets/bp_in ... astrol.pdf
#371306
Hallo Jürgen,

ja, bei den modernen Generatoren gibt es besondere Signalein- und -ausgänge. Und natürlich wird da nicht nur brutal ab- und eingeschaltet, sondern auch mit Rampe und auf min.- und max.-Werte.
SMART CHARGE (FORD)
Bei Motorstart oder niedrigen Drehzahlen wird der Smart Charge - Generator nicht aktiviert. Dadurch entsteht keine unnötige Drehmoment - Belastung für den Motor beim Starten. Der Generator bleibt so lange deaktiviert, bis das Steuergerät - Ausgangssignal aktiviert wird, was bei Drehzahlen außerhalb der Starter - oder Unterdrehzahl erfolgt.
Bei Volllast geht es hauptsächlich darum, die Beschleunigung zu optimieren. Die Drehmomentbelastung durch den Generator wird deshalb vom Motorsteuergerät durch Absenken des Spannungsregler - Sollwerts auf einen kleinstmöglichen Wert heruntergeregelt. Um eine Entladung der Batterie zu vermeiden, wird der Volllast - Modus zwischenzeitlich abgeschaltet (zum Smart Charge System siehe auch Technik Profi 9/06).
Lange Zeit fristete der auch heute noch häufig als Lichtmaschine bezeichnete Generator am Rande des Motors ein wenig beachtetes und kaum Veränderungen unterworfenes Dasein. Aber inzwischen haben die, durch die Elektronik überall im Automobil ausgelösten Veränderungen, auch den Generator erreicht. Was allerdings bei einigen Systemen als elektronische Spielereien abgetan werden kann, ist beim Generatormanagement äußerst sinnvoll und notwendig. Es gilt schließlich einerseits die erforderlichen Leistungen bereitzustellen und andererseits die Ausfallsicherheit des Autos zu erhöhen.
www.kfztech.de
ANSCHLÜSSE an GENERATOREN

Anschluss L
Der Anschluss "L" steuert je nach Betriebszustand des Generators und des Bordnetzes:
- Die Anzeige-Elemente bei gefundenen Fehlern über die Lampenendstufe.
- Oder Zuschaltung von Verbrauchern über die Relaisendstufe während des fehlerfreien
Generatorbetriebes.
Je nach Betriebsart fließen über den Anschluss "L" Ströme in den Regler hinein oder heraus.

Anschluss S (Sense)
Über den Anschluss "S" wird die Spannung direkt an "B+" der Batterie als Istwert gemessen.
Mögliche Spannungsdifferenzen zwischen Generator "B+" und Batterie "+" werden somit
vermieden und die Ladespannung der Starterbatterie optimiert.
Abhängig vom Reglertyp erfolgt bei einer Unterbrechung der Sense-Leitung eine Fehleranzeige.

Anschluss DFM
Der Anschluss "DFM" gibt ein DFM-Signal (DF-Monitor) aus, das den Auslastungsgrad des
Generators wiederspiegelt.

Anschluss W
Am Anschluss "W" kann das Spannungssignal einer Generatorphase abgegriffen werden.
Das Ausgangssignal ist von der eigentlichen Generatorphase entkoppelt und wird über eine
Push-Pull-Endstufe nach außen geführt.

Anschluss Klemme 15 (nur Nkw)
Über den Anschluss "15" fließt Strom in den Regler hinein.Dieser erkennt bei Überschreitung
vorgegebener Schwellwerte den Zustand "Fahrschalter Ein" und steuert die Vorerregung
des Generators.
Bei Unterschreitung bestimmter Spannungswerte kann der laufende Generator entregt werden.
Diese Funktion kommt bei Gefahrgut-Transportern zum Einsatz.

http://aa.bosch.de/aa/de/berufsschulinf ... 2003_2.pdf
Habe mir gerade ein Autoelektrik-Fachbuch http://books.google.de/books?id=8N9caMH ... ry_r&cad=0 besorgt. Da werde ich noch ein wenig drin stöbern, bevor ich mich ans Schrauben mache. :wink:

Denn ich überblicke die Sache noch nicht vollständig. Z. B. frage ich mich, ob an einer bestimmten Stelle noch eine Freilaufdiode notwendig ist, wenn ich dem Regler den Strom abschneide.
#371357
Hallo UNIMOG-Freunde,

es sollte wirklich nicht schwierig sein und kostet fast nichts, die Lichtmaschine abzuschalten.

Lichtmaschinengehäuse aufmachen, Leitung zwischen den Erregerdioden und Reglereingang durchtrennen, beide Enden herausführen, Schalter dazwischen und Kontrollleuchte anbauen.

Die Freilaufdiode müsste im Regler bereits vorhanden sein.

Theoretisch ist also alles klar. Oder sieht jemand einen Haken?
Dateianhänge:
Abschaltung Lichtmaschine.JPG
Abschaltung Lichtmaschine.JPG (58.54 KiB) 2023 mal betrachtet
#371359
Hallo Christoph,

lass die Kontrolleuchte K2 weg. Der Schalter zeigt Dir doch mechanisch an ob Du nun ein oder aus geschaltet hast.

Wenn Du dennoch eine Kontrollleuchte möchtest, nimm einen zweipoligen Schalter mit einem seperaten Stromkreis von Zündschloss Klemme 15 über Schalter unf Kontrollleuchte zur Masse.

Hintergrund: Die Kontrolleuchte in Deiner Schaltung liegt parallel zur Erregerwicklung und Transistor und beeinflußt damit das Regelverhalten, zumal Du vermutlich die exakte Schaltung Deines Generatorreglers nicht kennst.
#371363
Hallo Jürgen,

Vater des Gedanken (Kontrolleuchte K2) war, zu sehen, ob die Lichtmaschine tatsächlich "liefert", also die Batterie auch wirklich lädt. Eine nicht leuchtende standardmäßige Kontrolleuchte (im Vorerregerkreis) sagt ja nicht aus, dass die Batterie geladen wird. Es könnte trotzdem ein Defekt vorliegen.

Aber Dein Hinweis ist berechtigt und ich werde für K2 eine LED mit Vorwiderstand verwenden. Also wieder mal dankeschön!
#371364
Hi Christoph,

Eine LED mit vernünftigem Vorwiderstand ist zwar hochohmiger als eine übliche Glübirne aber dennoch ist damit ein parallel Widerstand vorhanden.

Die Aussagekraft ist auch relativ gering, da auch bei nicht arbeitender LM aber geschlossenem Schalter die LED nun über die Vorerreger Leitung vom Zündschloss zum leuchten gebracht wird.

Ist der Regler in Ordnung und der Schalter geschlossen zeigt die die normale Kontrolleuchte einen Fehler an, wenn der Generator trotzdem nicht arbeitet.

Wenn Du wirklich wissen möchtet ob die Batterie geladen wird, musst Du den Strom der Batterie überwachen.
Im einfachsten Fall kannst Du mit einem Multimeter die Spannungslage überwachen. Wenn der Generator nicht arbeitet ist die Spannungslage Deines Systems je nach Verbraucher unter 12,7V, arbeitet der Generator steigt die Spannung gut über 13V.

Außerdem hast du ja noch den Drehzahlmesser der auch nur zählt wenn der Generator arbeitet.
#371522
Hallo UNIMOG-Freunde,

nun habe ich tatsächlich eine abschaltbare Lichtmaschine.

In der Scheune war's heute noch kälter als draußen. Aber der Ausbau der Lima ging ja relativ flott. Anschließend wurde in der Kellerwerkstatt weiter gearbeitet.

Lima geöffnet. Drinnen sah's besser aus als erwartet. Die Stelle für die Unterbrechung per Schalter war sofort offensichtlich. Und elektromechanisch optimal für den Umbau vorbereitet. Die Schraube an der Stelle hatte bereits eine Isolierung am Kopf und Schaft. Ich brauchte also nur zwei Kabelösen und eine Fiberscheibe auffädeln und neu verschrauben. Fertig.

Benötigte Teile aus dem Fundus:
Litze 0,75 mm²
2 Kabelösen
1 Fiberscheibe
1 Isolierschlauch
1 Gummitülle

Arbeitszeit 1 Stunde

Ich muss sie nur noch einbauen und testen.

(Das blaue Kabel ist die nachgerüstete Klemme W, die beiden lila Kabel die Abschaltung, die Kohlen halte ich immer mit einem ganz dünnen Cu-Draht zurück, den ich zum Schluss einfach rausziehe, jedes mal frage ich mich, wie die das früher bei der Erstmontage gemacht haben???)
Dateianhänge:
140220121737_klein.jpg
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140220121733_klein.jpg
140220121733_klein.jpg (54.14 KiB) 1932 mal betrachtet
140220121732_klein.jpg
140220121732_klein.jpg (51.13 KiB) 1932 mal betrachtet
#371764
guude,

ich hoffe es führt nicht zu einer enttäuschung.
meines wissens bauen ältere limas durchaus eine dauermagnetisierung auf. das führt dazu, dass sie auch ohne erregung strom liefern.
außerdem liefern limas, die am strom liefern sind, auch bei abgeschalteter erregung strom.

gut mog! justus.

edit: ich hoffe, dass meine erinnerung nur auf gleichstromer zutrift.
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