Servus,
>Aber alle diese Fahrzeuge sind gegenüber des Unimog sehr einfach
>aufgebaut und gegenüber dem Unimog sehr wartungsarm.
Was ich bisher in der Anleitung gelesen habe, finde ich den Unimog jetzt
auch nicht wartungsintensiver als meine Eicher oder IHC.
>Der Unimog ist sehr kompakt aufgebaut was die Zugänglichkeit zu den
>Aggregaten erschwert.
Stimmt. Aber bei alten MAN Schleppern kommt mann zB zum Teil auch
sehr schlecht an den Motor. Wenn bei nem John Deere Lanz ein Frontlader
verbaut ist, kommt man nicht mal mehr ordentlich an den Öleinfüllstutzen.
Bei meinem Eicher erschwert ebenfalls eine Frontladerkonsole den Zugang
zum Motor.
>Es sind viel mehr Gelenke und Getriebe eingebaut.
Gelenke evlt. ja, Getriebe eher nein. 1972 gabs von John Deere schon Ge-
triebe mit Lastschaltung. Auch mit Zapfwelle vorne, nasse Scheibenbremsen.
>Wenn schon regelhydraulik - diese geht nicht schnell kaputt.
Kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall habe ich schon des öfteren ge-
lesen, das das Einstellen bei manchen Traktormodellen nicht so einfach
ist wenn man die mal zerlegen muss.
>Hat nicht einmal Allrad.
Dann ists ja auch schlecht vergleichbar.....
>Wo der Unimog kompliziert und anfälliger ist?
>Zapfwellen:
-> Zapfwellengetriebe (im Stand in die große Guppe schalten sonst kein Öl)
>- Gelenke der Wellen bis zum Lagerbock
>- Lager der Lagerböcke
>- Verlagerungsgetriebe
Das sind Punkte die bei den Schleppern eher nicht zutreffen.
>Wann geht beim Schlepper hier etwas kaputt? Eigentlich nie
>Bremsen:
>- 4x Trommel oder Scheiben die höhere Geschwindigkeiten aushalten
>müssen
Das die Bremsen bei Schleppern nie kaputt gehen halte ich für ein Gerücht.
An die Trommeln kommt mann ja vergleichsweise einfach hin, ebenso
an die Handbremsen.
Bei Schleppern muss mann um an die Bremsen zu kommen oft den Achs-
trichter der Hinterachse abnehmen. Dazu ist meist auch eine Demontage
der Kotflügel + evlt. der Kabine nötig.
Um beim IHC McCormick 624 die Handbremse zu reparieren / erneuern
muss mann das Differential ausbauen, dazu Muss der Sitz, der Kraftheber-
block runter, damit mann vernünftig hinkommt auch die Kotflügel....
>- Bremsschläuche zwischen Fahrerhaus, Rahmen Hinter und Vorderachse
>und an den Lenkgekenken
Richtig, aber was ist daran besonders kompliziert und Anfällig?
>Beim Trecker oft einfacher und nur mechanisch, beim Fiat sogar im
>Ölbad. Funkionieren selbst nach über 30 Jahre wie neu.
Sogar im Ölbad ist nicht unbedingt ein Vorteil. Oft ist das Getriebeöl gleichzeitig
Hydrauliköl. Dh beim Maschinen die viel Öl verwenden kann es zu
Problemen kommen wenn die Maschinen mit anderen "geteilt" werden
wenn sich dann unterschiedliche Ölsorten vermischen.
Mein Mog hat einen eigenen Hydraulikölhaushalt.
>Getriebe:
>- Empfindliches Bauteil beim Unimog. Siehe Suchfunkion, kaum ein
>Getriebe welches nicht schon einmal repariert wurde.
Schau mal nach Getrieben von bestimmten Deutz DX Modellen, MF Getriebe
mit Lastschaltung in Eicher Schleppern....
>Weitere Getriebe die hin und wieder auch mal lecken können
Schon mal nen Schlepper gesehen der "furztrocken" ist? Aber ich gebe zu
auf grund der Blockbauweise der meisten Schlepper haben die schon weniger
potentielle undichte Stellen.
>- Vorgelege, innerer oder äußerer Simmering
Seit wann hat ein Schlepper so was nicht? Mein Eicher Königstiger hat so
was auch (an der HA).
>Weitere Teile:
>Druckluftanlage - sehr viele Bauteile
Hat eine Unimog-Druckluftanlage mehr Bauteile als eine von nem Std. Schlepper?
>Druckluftzylinder für die Sperren
OK haben die meisten Std. Schlepper eher nicht. Dafür kann man zB bei
nem Schlüter Super 450V den Allrad unter Last ein und Ausschalten...
>Es kommen also eine ganze Menge Teile zusammen die ein Schlepper
>nicht hat. Und alle diese Teile müssen regelmäßig gewartet werden.
Wenn mann einen ähnlich ausgestatten Schlepper vergleicht (und nur das
macht Sinn) sind es IMHO gar nicht mehr sooo viele Bauteile.
>Zusätlich zu den Ölen die der Schlepper besitzt gibt´s beim Unimog
>- Hinterachse
OK, hat der Schlepper nicht, aber dafür evlt. zB Lastschaltgetriebe, Turbo-
kupplung, Mähwerksabtriebe...
>- Vorgelege 4x
Wie oben schon geschreiben, mein Köti hat auch Achsvorgelege. Es gibt
auch Schlepper mit Portalachsen vorne.
>und wenn dann im Vorgelege oder in einer Achse plötzlich mehr Öl sein
>sollte sind eben die Dichtungen vom Getriebe zur Achse undicht oder
>von der Achse zu den Vorgelegen ... .
Wenn das Öl zum Getriebe raus läuft ists undicht, richtig. Was hat das mit
kompliziert und anfällig zu tun?
Bei vielen Schleppern mit eigenem Hydraulikölhaushalt kann zB das Hydraulik-
öl bei einem Defekt ins Getriebe laufen, ist auch nicht gut.
>Ich möchte den Unimog bestimmt nicht schlecht reden.
Das wissen wir doch *g*.
>Aber der Wartungs und Erhaltungsaufwand ist beim Trecker seeehr viel
>geringer als beim Unimog Hier ist es nicht mal schnell getan mal eben
>Motoröl zu prüfen und weg - bestimmt nicht.
Mit "Motorölprüfen und gut" ists es beim Schlepper auch nicht getan...
Nur so aus dem Kopf, Ölstände die man bei meinem Köti prüfen kann
Motoröl
Getriebeöl
Hydrauliköl
Lenkgetriebe
Mähwerksantrieb
Achsvorgelege links und rechts an der HA
bei nem Allradler auch noch Ölstand VA
Bei nem Unimog kämen noch ein paar Sachen dazu, das ist richtig, aber so
wie das hier im Forum dargestell hat hört sich das für mich persönlich immer
so ein bisschen an wie:
Schlepper = fast nix an Technik drann = Standart Käfer
Unimog = 8535 besondere technische Finessen die dauernd kaputt gehen = Ferrari der mit allem Schnick Schnack ausgestattet ist
Vor allem die ältern Unimogs so aus den 60er bis mitte der 70er Jahre waren
im Vergleich zu den damals üblichen Schleppern mit mehr Extras ausge-
stattet. Daher ist es finde ich schwierig zu vergleichen, auf jeden Fall trifft
eine pauschale Aussage nicht zu.
Aber die Hauptsache ist, man hat Spaß an seinem Unimog oder Schlepper,
und ich keinen einige denen das Schrauben fast mehr Spaß macht als das
Fahren

.
ein schönes WE
Johannes D.