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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#487675
Hallo miteinander,
hier wollte ich mal einen Beitrag eröffnen wie man eine Einspritzpumpe für den OM 636 unterdruckgeregelt zerlegen kann. Einige stehen vielleicht davor ihre Einspritzpumpe überholen zu müssen und andere widerrum haben "nur" Interesse an der Technik und möchten mal sehen wie so eine Einspritzpumpe aufgebaut ist.

Also als erstes werden erstmal alle Teile abgenommen/abgeschraubt wie das Entlüftungsröhrchen, die Hülse auf dem Zahnrad der Nockenwelle, Schläuche, die Hauptdeckel vor den Federn, und Elementen und so weiter um die Einspritzpumpe im Schraubstock besser händeln zu können. Am besten man hat Schutzbacken aus einem elastischen, in meinem Fall aus Gummi mit Blech auf der Rückseite, Material.

Wenn wir die Pumpe dann soweit haben(hier ist der Deckel vor den Federn und etc noch dran): ...dann kann man alle Anschlussstücke zu den Einspritzleitungen lösen, Achtung hier runter ist eine Feder, die sollte nach Möglichkeit nicht verloren gehen und auch das Anschlussstück sollte bei den letzten Umdrehungen festgehalten werden: ...löst man die Entlüftung auf der Unterdruckregelkammer mit der Membran drin und schraubt den hinteren Deckel(mit einer Blombe gesichert) ab:

Bitte nicht wundern, die Bilder stammen von 2 Einspritzpumpen deswegen das verschiedene Aussehen.
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#487676
....diese Teile sind dann lose und man sieht die Membran

Bild


...nach dem "frei Kratzen" der Metalleinfassung der Membran kann man diese mit Hilfe der Regelstange(hier unter der Bohrung für die Kraftstoffzufuhr) nach hinten rausdrücken(dabei nur mit der Regelstange nachhelfen wenn die Membran frei ist, sonst kann die Membran reißen)
....und dann kann man bei nach oben gekippter Membran die linke äußere Mutter lösen um den Bolzen mit Membran herausnehmen zu können, anders wirds eine ganz schöne "Frickelei"(auf dem Bild habe ich die Membran schon weggenommen um besser Aufsicht gewähren zu können):

Bild

auf dem letzten Bild hat man oben eine Schlitzschraube gesehen, die muss als nächstes entfernt werden um die Regeleinheit abbauen zu können sowie die 4 Schrauben auf diesem Bild(hier lassen sie sich nur erahnen) Achtung, diese Schrauben sind eingstemmt, also erst frei machen, dann ordentlich "was auf die Nüsse hauen" und dann los drehen. ...dann kann man die Regeleinheit langsam abhebeln, aber ob acht auf die Nockenwelle, die wird durch die Federkraft nach unten gedrückt(am besten vorher die Einspritzpumpe schon so drehen das die letzte Feder vor der Regeleinheit so lang wie möglich ist also nicht mehr soviel Spannkraft hat), und erschwert einem das Abhebeln.

Aber ganz besondere Vorsicht gilt dem Abhebeln der Regeleinheit, hier gibt es zwei Taschen zum hebeln die dringend genutzt werden sollten, da beide Bauteile auf dem blanken Material dichten und daher eine saubere glatte Oberfläche unumgänglich ist, zudem sind die Taschen sehr kurz und um da keinen Schaden anzurichten sollte man einen recht steilen Schraubendreher oder ähnliches verwenden.

Und hier sieht man auch warum man das "Mittel der Wahl" nicht zu tief zwischen Gehäuse und Regeleinheit treiben sollte, denn da trifft man auf die Laufbahn für die Kugeln die der Lagerung der Nockenwelle dienen.
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Zuletzt geändert von UFH am 07.05.2016, 00:59, insgesamt 1-mal geändert.
#487677
...wenn man zu sehr auf der oberen Schraube herumdrischt dann passiert sowas wie es hier zusehen ist: Der kleine Steg bricht dann schnell ab.


Platzhalter für mehr....


Ich bin zu müde um weiter zuschreiben, Sonntag gibt es mehr....

Also wie versprochen, es geht weiter...

Jetzt geht es um den eigentlichen " Fördertrakt" der Einspritzpumpe, die folgende Anleitung kann ab jetzt auch für RSV-fliegkraftgeregelte Einspritzpumpen genutzt werden.
Also widmen wir uns dem Haupttrakt, hier kümmern wir uns erstmal um die Überdruckventile. Normalerweise sollten diese nach dem Ausschrauben der Anschlusstücke so herausgenommen werden können, meistens ist dies aber nicht der Fall. Deswegen müssen "wir" da später nochmal ran, da gibt sich dann eine bessere Möglichkeit. Hier wie es einmal so ging: Also kümmern wir uns jetzt um das "Entspannen " der Federn und dem lösen der Förderelemente.
Dazu müssen diese Teile ausgebaut werden:
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#487763
....und das sind "die Bauteile" Oben und Unten beschreibt die Blickrichtung, diese Federteller "sitzen" unter den Federn, und "über" dem Kopf der "Kolbenstange" in den Förderelemente. Sie verbinden den Abwärtsdruck der Feder mit der Kolbenstange des Förderelements, und durch diesen Abwärtsdruck wird die Kolbenstange auf dem Rollenstössel gehalten um einen kompletten Hub zu gewährleisten.

Hier eine Aufbauzeichnung: Der untere Pfeil zeigt in Richtung des Rollenstössels.
Ich hoffe man kann es lesen, falls einer weiß wie man bei paint schreibt bitte bescheid sagen.

So, um die Federteller herausnehmen zu können muss man sehen das man den Schlitz im Federteller nach hinten richtet. Dann nimmt man sich 2 Stumpfe Schlitzschraubendreher und dreht die Nockenwelle so das die Feder in der längsten Position im Pumpenkörper ist. Nun kann man die Schraubendreher zwischen die Feder und Federteller schieben und die Feder anheben. Nun kann man den Federteller mit einer Spitzzange die Federteller herausziehen. Als Anmerkung möchte ich noch hinzufügen, das man eine Unterlage unter die Schraubenzieher auf den Rand des großen Hauptdeckels legt, sonst kann es dort zu Stauchungen kommen.

Nun steht die Feder nur noch mit leichtem Druck auf den Rollenstösseln:
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#487770
Nun kann man die Kolbenstange des Förderelementes bis zum mechanischen Anschlag durch die Feder hochdrücken. Und jetzt kommen wir wieder zu den festgegammelten Überdruckventilen, diese kann man ebenfalls hochdrücken, jedoch empfehlt es sich die Anschlussstücke, aber ohne Feder, wieder leicht aufzuschrauben um gewährleisten zu können das das Überdruckventile nicht durch die Werkstatt fliegen da Pumpenelemente und Überdruckventile genau übereinander verbaut sind. Hier ist das Überdruckventil schon entnommen(Hier sieht man eine extrem verdreckte Pumpe): Dann kann man die Anschlussstücke wieder abnehmen und die Überdruckventile und Förderelemente herausnehmen. Das wären alle nötige Arbeiten um die Pumpenelemente und Überdruckventile zutauschen, dazu muss man noch nicht mal die Regeleinheit lösen, aber wir wollen die Pumpe ja komplett zerlegen.
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#487772
Achso HINWEIS GANZ WICHTIG, man sollte die Regelstange blockieren und sich die Stellung der Kolbenstangen drehenden Federeinsätze zu markieren.

Weiter im Text, nun kann man mit einer mit Flachstahl verlängerten parallelführenden Wasserpumpenzange die Federn zusammmen drücken, dabei sollte man die Rollenstössel auf die tiefste Position stellen, und dann kann man die Federn herausnehmen. Nach dem die Federn ausgebaut sind kann man die Rollenstössel: herausnehmen. Jetzt kann man diese 4 Schrauben Lösen:
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#487775
Nun kann man die komplette Einheit der Nockenwelle herausnehmen.... Jetzt kann man die 19er Schraube auf der Nockenwelle lösen und das Zahnrad auf dem konischen Wellenende abziehen Und nun kann man die Wellendichtringe an der Vorder- und Rückseite tauschen. Ich habe hier metalleingefasste Wedis gegen gummieingefasste und 2mm kürzere Wedis getauscht, dann können die Wedis auf einer neuen Dichtfläche laufen.

So, es ist schon wieder spät, also morgen geht es weiter...
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#487834
Hallo Uli,
die Volllastmenge stellt man über die Regelstange und die Mitnehmer und Verstellhülsen ein, dae sollte aber möglichst vom Bosch Dienst gemacht werden. Aber wie ich am Anfang schon sagte, man sollte sich die Positionen der Mitnehmer und Verstellhülsen merken. Denn das feine justieren findest dann im Regler statt.

Die Schraube die unterhalb der Unterdruckregelkammer aus der Pumpe guckt und mit einer Blombe gesichert ist stellt nur den Drehzahlanschlag ein. Auch hier sollte der Bosch Dienst übernehmem.


Aber genaueres werde ich in einem der nächsten Beiträge dazu sagen.
#487869
Hallo Hannes,

ich bewundere dich , dass du dich an alle Arbeiten heran wagst. Sogar vor einer Einspritzpumpe gibt es für dich kein halten. Ich bin auch immer wieder überrascht welche Wissen du hast und uns daran teilhaben lässt. :respekt
Doch muss ich dein Wissen doch noch etwas korrigieren.
Die Schraube unterhalb des Unterdruckkammer (siehe Bilder) ist nicht der Drehzahlanschlag, sondern der Volllastanschlag um die Volllastmenge einzustellen. Muss auf dem Prüfstand gemacht werden.
Den Zahnkranz auf der Regelhülse muss man beim Einbauen auf der Regelstanngenverzahnung vermitteln.
Der Zahnkranz ist auf der Regelhülse nur geklemmt, durch das Verdrehen des Zahnkranzes kann man die Sogenannte Gleichförderung einstellen, so das jeder Zylinder die gleiche Fördermenge bekommt. Geht nur auf dem Prüfstand.
Die Höchstdrehzahl wird an der Anschlagschraube bei der Drosselklappe eingestellt. Kann man mit einem Drehzahlmesser kontrollieren.
Worauf man noch beim Zerlegen achten sollte, die Rollenstößel sollte man wieder an die gleiche Position einbauen, an der man sie ausgebaut hat, denn an der Einstellschraube auf dem Rollenstößel kann man den Förderabstand einstellen. Muss man auch auf dem Prüfstand machen. Das ist sehr zeitaufwändig einzustellen.
Und wenn sie wieder an der gleichen Stelle sind, passt es meistens und man braucht hier nichts zu verstellen.

Falls du noch fragen dazu hast kann ich dir gerne weiter helfen.

Gruß Peter
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#487873
Hallo Peter,
Richtig(da habe ich mir einmal nicht richtig Zeit genommen(wollte eigentlich schreiben Drehzahl wird nur durch Drosselklappe und Volllastmenge nur durch die Regelstange) habe mich beim Lesen meines Textes auch über den Inhalt erschreckt :cry:) , und um genau dieses Höhe wieder nutzen zu können habe ich die alten Rollenstössel mit neuen Rollen versehen, erstens wegen dem Tragbild und zweitens eben dieser Höhe, das wollte ich noch in den letzten Teil, mit den ganzen Achtungs und Hinweisen hinzufügen.

Danke für das Lob und die angebotene Hilfe :party

PS: noch ein kleiner Hinweis, die Steuerkante am Kolben ist aber bei der Pumpe am Om 636 bei den Pumpen die ich da hatte anders, und zwar ohne Nullförderungsnut. Sonder mit einer aufsteigenden parallel geführten nut die bis zur Bohrung durch geht und dadurch die Nullförderung ermöglicht.
#488019
Hallo
durch das Verdrehen des Zahnkranzes kann man die Sogenannte Gleichförderung einstellen, so das jeder Zylinder die gleiche Fördermenge bekommt. Geht nur auf dem Prüfstand.
Gleichförderung bedeutet gleicher Förderbeginn. Die Einstellung erfolgt bei der M-Pumpe durch unterschiedlich dicke Stößelrollen.
#488020
Hallo Uli,
ich lasse die Düsen auf dem Prüfstand auf 115 Bar einstellen und die Einspritzpumpe gebe ich zum endgültigen Zusammenbau ab, ich habe Federn und Rollenstössel etc wieder drin, aber ich traue mir nicht zu Die Förderelemente und Überdruckventile ohne Schmutz in unserer mit Metallstaub belasteten Werkstatt ein zubauen. Zudem lasse ich noch mal alles kontrollieren, Hub, Stellung der Zahnkranzhülsen und Mitnehmer usw.
Die Volllastmenge stelle ich individuell am Fahrzeug ein, ich stelle die Pumpe solang auf mehr Volllastmenge bis aus dem Auspuff die Abgase so eben nicht mehr schwarz sind. Denn darüber ist der Wirkungsgrad der Verbrennung erschöpft und der mehr Sprit schlägt sich nur im Verbrauch nieder und nicht in der Leistung. Aber bis das alles passt ist es ein langer Weg, da der Fb auch noch eingestellt wird und die Einspritzpumpe auch noch geringfügige Änderungen des Fbs durch schwenken zulässt. Also wird das ein längerer Prozess.

Ich hoffe das klappt so wie ich mir das vorstelle, demnächst wird sich das ja herausstellen.

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