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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#416065
Die Kurbelwelle macht insgesamt einen guten Eindruck. Die Lagerflächen sind ohne fühlbare Riefen und weisen nur geringe Verfärbungen auf.

Allerdings ist der Dichtbereich für den Radialwellendichtring stark eingelaufen. Die Dichtung ist unvollständig und aufgrund dessen ist ein großer Spalt zwischen Welle und Dichtung. Trotzdem war im Betrieb zuvor keine Leckage festzustellen gewesen. Möglicherweise deshalb, weil der Drang des Öles nach außen hier grundsätzlich gering ist und die Spiralringfeder der defekten Dichtung auf der Welle saß und als Schleuderring funktionierte.
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#416066
Das Rillenkugellager hat einen leichten Korrosionsschaden unten im Außenring und an einer Stelle des Käfigs. Es läuft aber noch geschmeidig. Jedenfalls wird es ersetzt. Es kostet als Standardlager auch nur wenige Euro.

Bei dieser Gelegenheit könnte ein Lager mit einseitiger Lippendichtung 6305-1RS (bzw. 6305-2RS und Entfernen der Dichtung auf einer Seite) eingebaut werden. Dann käme es auf den Wellendichtring nicht mehr an und man könnte sich dort den Aufwand sparen, die Dichtfläche maßlich und von der Oberfläche wiederherzustellen.

Die Oberfläche des Gleitlagers ist gleichmäßig eingelaufen. Eine ganz kleine Stufe im Bereich der Fase an der Kurbelwelle ist zu spüren.
Das Lagerspiel des großen hinteren Gleitlagers ist deutlich kleiner als 0,2 mm. (Hier muss man nach der Messung ein wenig rechnen :idee)
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#416067
Messung des Spiels an den Pleuellagern zur Kurbelwelle (< 0,2 mm) und zum Kolbenbolzen (< 0,01 mm)
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#416068
Schließlich ist das Druckventil noch zu begutachten.

Äußerlich ist etwas Rost zu sehen, der jedoch keine negative Auswirkung hat. Die metallischen Dichtflächen sind glatt und sauber. Die Federn haben eine ordentliche Vorspannung bei den Einbaumaßen.
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#416070
René, ich bin doch noch gar nicht fertig!

Trotzdem danke für Deine spontane Anerkennung.

Und wenn Ihr mir nun massenweise Eure Kompressoren zum Prüfen und Überholen schickt, verspreche ich Euch, mir einen ordentlichen Abzieher zu kaufen. :wink:

Was nun noch fehlt ist das Fazit:

Die Begutachtung der Innereien bestätigt erfreulicherweise den bereits durch die pneumatische Messung (80% volumetrischer Wirkungsgrad bei einem mittleren Druck von 2,5 bar) festgestellten guten Erhaltungszustand nach 48 Jahren durchgängigem Betrieb! Erst in den letzten zwei Jahren hatte der Kompressor dank OPTIMOG (Abschaltung) ein etwas geruhsameres Leben.
#416076
Liebe UNIMOG-Freunde,

jetzt entdecke ich noch etwas erstaunliches: Auf dem Rillenkugellager steht der Name DÜRKOPP!

Hierzu ein Zitat aus WIKIPEDIA: "1962 wurde die Aktienmehrheit der Dürkoppwerke AG von der FAG Kugelfischer AG übernommen. ... Mitte 2005 kaufte das chinesische Unternehmen SGSB-Gruppe (vormals „ShangGong“) das Aktienpaket der FAG. Die neuen Haupteigner übernahmen dabei 94,98 % der Aktien. 2010 wurde der Bereich Lagerlogistik und -automation ausgegliedert und als Dürkopp Fördertechnik GmbH an die österreichische Knapp AG veräußert."

Dann werde ich dem Lager - als typischem Beispiel Deutscher Wertarbeit - wohl einen Ehrenplatz in einer Vitrine bereiten müssen. :kerze1
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#416087
Liebe Unimog-Freunde,

das Thema ist hiermit abgeschlossen.

Reparatur und Zusammenbau werde ich möglicherweise demnächst auch noch dokumentieren.

Ausblick:

Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge unter Verwendung guter Teile:
Neues Rillenkugellager 6305 und Radialwellendichtring z. B. SIMRIT 49028651 BAU3X2 25,00 X 37,00 X 7,00 X 0 72 NBR 902 einbauen, nötigenfalls Kurbelwelle im Dichtungsbereich nacharbeiten oder z. B. SKF Speedi-Sleeve Reparaturhülse verwenden.

Nach Bedarf:
Riefige und maßlich stark eingelaufene Gleitlager durch Ersatz- oder individuell angefertigte Teile ersetzen, mit Übermaß, wenn die Kurbelwelle zu schleifen ist.
Zylinder nachhonen. Defekte Kolben, Kolbenringe und Pleuelstangen durch bessere Gebraucht- oder Neuteile ersetzen.
#474416
Hallo, habt Ihr das Saugventil schon mal ausgebaut?
Zum Druckventil, wenn man die SW 27 Schraube bereits im komplett zusammengebauten Zustand löst geht das wohl auch ohne Hammerschläge, an meinen drei Aggregaten zumindest.
In dem Druckventilbereich habe ich leichte Unterschiede bei den Innereien feststellen können.
Stefan Fuchs
#479760
Hallo Christoph,

da ich wieder einen Westinghouse-Kompressor geschenkt bekommen habe :mrgreen: möchte ich dir dazu ein paar Fragen stellen.

Der jetztige Kompressor war ca. 30 oder mehr Jahre als Werkstattkompressor im Einsatz und pumpt eigentlich noch relativ gut. Ich möchte ihn nur als Reserve instandsetzen. Es handelt sich bei dem Modell um einen Kompressor mit Ölvorrat, erkennbar am Schleuderfinger.
Am Kompressor ist nicht wie am Vorgänger ein Alu-Deckel auf der Antriebsseite verbaut, sondern ein Blechdeckel wie oben auf deinem Bild zu sehen. Der Wellendichtring darin ist steinhart aber noch dicht und es ist eine Bauform ohne Wurmfeder verbaut. Hier drückt ein aufgepresster Stahlring die Dichtlippe auf die Welle.
Ich denke mal den kann man durch einen anderen BASL ersetzen.

Der Deckel wird mit einem Flachdichtring 60x70x1,5 gegen das Gehäuse abgedichtet, auch dieser ist steinhart. Am hinteren Deckel die gleiche Art der Abdichtung. Fertigst du diese Dichtringe selbst an oder hast du jemanden gefunden bei dem man Kleinmengen bestellen kann?

Dann noch eine Frage zum Bodenteil. So wie es aussieht wird die Bodenplatte eingeklebt und mit Paßstiften ?? seitlich gesichert. Ist das wirklich so oder befinden sich in den kleinen Bohrungen Madenschrauben? An diesen Stellen (siehe Bild) ist der jetzt im Mog verbaute Kompressor undicht.

Warum interessiert mich das?

Am Kompressor fehlt die Bodenplatte und die Konstrukteure des Werkstattkompressors haben den Verdichter auf einer Stahlplatte mit Dichtung montiert. Erklärung dafür habe ich keine.

Da die innenliegende Bodenplatte nachgebaut werden soll, benötige ich die Maße der Dicke und die Höhe des Überlaufs (habe ich beim letzten Kompressor vergessen zu messen), damit der Kompressor an die Motorschmierung angeschlossen werden kann.
Ist bekannt mit welcher Art Dichtmittel die Bodenplatten ab Werk abgedichtet worden?
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#479787
Hallo Reiner,

Kompressoren mit eingesetzter Bodenplatte hatte ich noch nicht in der Mache. Deshalb kann ich dazu nichts sagen.

Dichtringe in nicht handelsüblichen Abmessungen kann man sich stanzen oder drehen lassen. Z. B. SealConcept oder HK Dichtungen machen so was. Für Einzelstücke wird das aber möglicherweise sehr teuer.
#479845
Hallo Christoph,

das Einzelanfertigung von 2 Flachdichtungen teuer werden kann habe ich mir fast schon gedacht.
Aber da ja der von dir gezeigte Verdichter (Bild vom 25.04.2013) die gleiche umlaufende Nut im Gehäuse hat, muss ja auch eine änhnliche Dichtung dort vorhanden gewesen sein.

Deshalb ja die Frage nach der Herkunft. Oder hast du die alte Dichtung wieder eingebaut?
#479848
Hallo Reiner,

am antriebsseitigen Lagerdeckel habe ich einen gut passenden O-Ring eingelegt.
Quadringe eignen sich als Flachdichtungsersatz auch sehr gut.
Es ist nur wichtig, dass der Ring am zu dichtenden Durchmesser anliegt und dann axial eine Vorspannung von 0,2 bis 0,3 mm bekommt. Bei geringen Drücken wie in diesem Fall ist das aber eher unkritisch.
Auf den Fotos der "Reportage" sind der und einige andere Kleinteile weggelassen.
#481559
Hallo Christoph,

die beiden genannten Firmen habe ich angeschrieben. Nur eine Antwort kam zurück.
Der Preis für 2 Flachdichtungen liegt bei ca. 10 € allerdings nur metrische Maße.
Bei diesem Kompressor ist der Deckel hinten anders es liegt ein genormter O-Ring drin.

Auf dem Bild kannst du die Kerbstifte sehen, welche die Bodenplatte gesichert haben. In den blauen Markierungen sieht man noch das durchgelaufene Dichtmittel.
Hier bleibt nur die Anfertigung einer neuen Grundplatte, das ist aber nicht so dramatisch.

An meinem jetzt verbauten Kompressor kriecht an den gezeigten Stellen ganz leicht das Öl raus, so dass ich die Kerbstifte ausgebohrt habe und M5-Gewinde 20 mm tief reingeschnitten habe. Gesichert ist die Grundplatte nun mit Madenschrauben und Schraubensicherung. Ich hoffe das das jetzt endgültig dicht geworden ist.
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