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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#209866
Hallo miteinander,
bei der Vorbereitung für den TÜV an meinem 406.120 Bj. 70 habe ich -wie wohl schon einige vor mir- Spiel in der Achsschenkellagerung festgestellt. Der Wechsel der Lager auf der linken Seite war dank der genialen Beschreibungen im Forum (vielen herzlichen Dank den Schreibern !!) nahezu ohne Schwierigkeiten. Leider hat sich beim Wechseln der rechten Lager gezeigt, dass der Bolzen einiges am Material eingebüßt hat.
Jetzt versuche ich zur Zeit den rechten unteren Achsschenkelbolzen zu wechseln und bin der Verzweiflung nahe :-(
Das Ding läßt sich ums verrecken nicht bewegen! Weder nach unten mit einem Auszieher noch nach oben mit einem 12 to Heber bewegt sich das blöde Stück Eisen auch nur um ein Zehntel. Auch die empfohlene entlastungsbohrung mit 10mm hat nichts gebracht.
Leider gibt es weder im Werkstatthandbuch noch in der Suchefunktion Beiträge, die beschreiben wie die Bolzen denn zu entfernen sind. Die Beiträge beschrieben sehr gut den Wechsel des Achsschenkellagers. Oder es steht auspressen oder ausziehen. Nur wie steht leider nicht. Oder hab ich was übersehen ?
Geht das Stück besser nach oben oder unten raus ? Muß ich mit 20,30 oder wieviel Tonnen drücken, um was in Bewegung zu bringen ?
Bin inzwischen so verunsichert, dass ich mich frage, ob der Bolzen überhaupt im eingebauten Zustand der Achse rausgeht. Kann mir jemand weiterhelfen ?
Mit vielen Unimoggrüßen
Wolfgang
#209875
Hallo Wolfgang,

ich glaube da hilft nur Wärme. Ich würde die Entlastungsbohrung auf ca. 15-20 mm vergrößern. Dann würde ich den Bolzen abschneiden, ca. 5mm unter dem Achsgehäuse. Einen Dorn drehen der einen Ansatz hat mit dem Durchmesser der Entlastungsbohrung und im Ausendurchmesser ca. 1mm kleiner ist wie der Achsschenkelbolzen. Den Dorn in den Rest des Achschenkelbolzen einsetzen und von unten ein Wagenheber drunter stellen und auf Druck pumpen. Jetzt würde ich das Achgehäuse rund um den Bolzen erwärmen ( bitte nur erwärmen und nicht rot glühend machen ) und den Druck mit dem Wagenheber immer ein bisschen erhöhen. Irgendwann sollte es plopp machen und der Bolzen sollte raus gehen. Weiter erwärmen und den neuen Bolzen wieder einschrumpfen und verschweißen, das geht natürlich nur wenn die Paßfläche in dem Achsgehäuse sauber und OK ist. Ich weis nicht ob der Bolzen original verschweißt ist, wenn ja sollte man natürlich als erstes die Schweißnaht entfernen.


P.S. zum schweißen kann ich Elektroden von metallit SE28 empfehlen.


schöne Grüße aus Hessen Jens
#209883
Hallo Wolfgang

Habe letztes jahr bei meinem 406er auch die bolzen gewechselt.
ich hatte die,die nicht verschweist sind,welche hast du verbaut??
Ich habe die entlastungsbohrung gemacht und dann auf einer
werkstattpresse herausgedrückt,soweit ich weiß ist erwärmen
icht so günstig.
Bei 25 Tonne ist der bolzen dann herausgegangen.
Schlimmer an der sache ist das einbringen vom neuen.
du brauchst stickstoff dazu.
bin hier folgendermasen vorgegangen.
zuerst ein teil gedreht in dem ich den neuen achschenkelbolzen fixieren konnte und zwar in dem genauen maß,mit welchem der alte jetzt heuraussteht.in diesem drehtei habe ich den neuen mit zwei schrauben
fixiert und das ganze in stickstoff gelegt.als er kalt war lies er sich einfach in das loch einstecken.nach dem er sich dann wieder erwärmt hat
sitzt er fest.

mfg
harald
#209954
Hallo Wolfgang,

als ich den unteren Achsschenkelbolzen wechseln wollte stand ich vor dem gleichen Problem wie Du. Der Mechaniker in der Mercedes LKW-Werkstatt meinte auf die Frage nach der Demontageweise nur lapidar "mit einem schweren Hammer austreiben". Ich befürchte allerdings, daß man damit das Problem bestenfalls verschärft...

Warm machen zur Demontage ist Pfusch:

Man riskiert dabei nur unnötig die Stoffeigenschaften des Achsschenkels zu verändern, zumal der Achsschenkelbolzen sich dabei ja mit erwärmt, ausdehnt und damit den Effekt nahezu kompensiert. (Diese Methode funktioniert aber bei Stahlteilen in Aluminiumgehäusen recht gut, da der Wärmeausdehnungskoeffizient von Aluminium deutlich größer ist, als der von Stahl)

-Es geht auch kalt und sogar ohne Entlastungsbohrung - mein Foto zeigt schematisch meine Vorgehensweise bei der Demontage:
In der Mitte des aus Vollmaterial geschweißten Rahmens ist der alte Achsschenkelbolzen zu sehen. Ich habe ihn einfach mit dem Hydraulikzylinder darüber in das silberfarbene, dickwandige Rohr hineingedrückt - von Achsschenkelinnenseite nach außen. Entscheidender Vorteil dieser Methode ist, daß die Demontagekräfte nicht den Achschenkel unerwünscht verformen können.

Diese Hydraulikzylinder gibt es in ähnlicher Bauweise von namhaften Werkzeugherstellern zu kaufen. Sie sind eigentlich dazu gedacht, sie zwischen die Spindel eines Abziehers und ein Wellenende zu setzen. Gewalt haben sie dank der hydraulischen Übersetzung genug, nur der Hub ist etwas dürftig. Zur Demontage des Achsschenkelbolzens muß man damit in mehreren Schritten vorgehen - am Hubende eben wieder einfahren und einen Wegausgleich in Form von Unterlegscheiben oder dergleichen einsetzen.

Den neuen Bolzen habe ich, wie bereits von Harald beschrieben, mit Hilfe von flüssigem Stickstoff eingebaut. Wenn Du an einen alten Gelenklagerinnenring einen "Griff" anschweißt, hast Du schon die dazu nötige Handhabungshilfe. Da der Einbau sehr schnell ablaufen muß, sollte die Handhabungshilfe gleichzeitig die Funktion eines Tiefenanschlags ausüben!
Beim Einbau kann man den Achschenkel langsam mit weicher Flamme etwas erwärmen. Solange Du dabei unter 150 Grad bleibst und die Flamme ständig in Bewegung hälst (nicht punktuell anwärmen) sollte das keinen Einfluss auf die Stoffeigenschaften des Achsschenkels haben und bringt noch ein paar Mikrometer Montagespiel zusätzlich.
Nach der Montage habe ich den neuen Achsschenkelbolzen verschweißt - Am besten gleich, solange der Achschenkel noch warm ist! Ich empfehle dazu basisch umhüllte Elektroden zu verwenden- sie ergeben das zäheste Schweißgut, bezogen auf alle anderen Umhüllungstypen.
Viel Erfolg!
Dateianhänge:
DSC02038.JPG
DSC02038.JPG (78.31 KiB) 7935 mal betrachtet
#209962
Hallo Christian,

eins mußt du mir erklären. Warum ist es Pfusch beim Ausbau mittels Wärme ein paar Mikrometer zu holen. Ein paar Zeilen drunter schreibst du " Beim Einbau kann man den Achschenkel langsam mit weicher Flamme etwas erwärmen ". Das hört sich für mich sehr wiedersprüchlich an und ich kann beim besten Willen nicht verstehen warum es beim Ausbau Pfusch sein soll un d beim Einbau ist es in Ordnung ( bezogen auf den wichtigsten Aspekt, Gefügeveränderung ). Ich kann das nur so verstehen das es beim Einbau zwischenzeitlich Winter geworden ist und das Achsgehäuse jämerlichen Frost hat und ein bisschen Wärme vertragen kann :D


schöne Grüße aus Hessen Jens
#209991
Vielen Dank für die Erfahrungen !
Jens, die Idee mit dem Wagenheber ist gut. Hab ich auch bereits versucht. Damit ich den Mog nicht anhebe hab ich mir eine Vorrichtung gefertigt, die mit Hilfe auf dem oberen Achsschnkelbolzen aufsetzt und mit Ketten den Wagenheber trägt und somit den Mog am Boden hält. Das Prinzip hat gut funktioniert. Bis bei 10to langsam alles schief und krumm wurde, ohne dass sich der Bolzen auch nur einen Hauch bewegt hat. Bei 12to war Schluß.
Harald, was hast Du alles auf die Presse gepackt ? Nur das Achsrohr? Wenn ja - hast Du die komplette Achse ausgebaut oder "nur" das Achsrohr ?
Chrisitian, ich schau ob ich einen solchen Hydraulikstempel finde.
Bleibt dann nur noch die entscheidung zu fällen, ob die achse/das Achsrohr drin bleibt oder der Kram ausgebaut wird und die Werkstattpresse bemüht werden muß.
Sobald der Bolzen raus ist, meld ich mich. Ich hoffe nicht, dass es bis dahin Winter wird. Dann brauch ich die Wärme nicht nur um das Eisen für den Einbau anzuwärmen, sondern auch um meinen Hintern vor Frostbeulen zu schützen :-)
Vielen Dank für Eure Mühen, verbunden mit herzlichen Schraubergrüßen aus dem Murrtal
Wolfgang
#210087
Hallo Jens,

da der Achschenkel wesentlich mehr Materialvolumen hat, als der Achsschenkelbolzen, muß der Achschenkel derart schnell und derart heiß gemacht werden, um einen Effekt zu erzielen, daß eine Änderung der Stoffeigenschaften dabei nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb habe ich dieses Vorgehen als Pfusch bezeichnet.
Natürlich kannst Du auch beim Ausbau, wie bereits beschrieben, mit ständig bewegter, weicher Flamme langsam und nicht punktuell auf etwas über 100 Grad erwärmen - Du kannst es aber auch getrost sein lassen, da sich der Achschenkelbolzen dann mit erwärmt, mit ausdehnt und der gewünschte Effekt ausbleibt.
Bei der Montage des neuen Achschenkelbolzens ist das etwas anderes: Hier vergrößerst Du durch Anwärmen des Achschenkels die Temperaturdifferenz zwischen dem gekühlten Bolzen und Bohrung noch zusätzlich und erhöhst damit das Montagespiel.

@Wolfgang:

ich hatte damals den Achschenkelbolzen mit der von mir beschriebenen Methode gewechselt, ohne die Achse oder Teile davon auszubauen.
Die komplette Achse unter einer Presse auszurichten dürfte eine recht unhandliche Angelegenheit sein und wenn man das Achsrohr am Differentialgehäuse trennt, ruft man damit nicht unerheblichen Montageaufwand auf (u.a. Ausdistanzieren und Abdichten), so daß es mein Ziel war, den Bolzentausch bei eingebauter Achse und ohne Deformation dieser durchzuführen.

Etwas anderes wäre es sicherlich, wenn an der Achse ohnehin weitere Arbeiten notwendig wären, die eine teilweise oder vollständige Achsdemontage erfordern. - Wobei ich dann immer noch Bedenken hätte, den Achschenkelbolzen von außen nach innen zu drücken, und dabei die Demontagekäfte an dem gegenüberliegenden Bolzen abzustützen.
#234236
Hallo Mog-Gemeinde, (insbesondere Harald, Christian und Jens),
zunächst nochmal vielen Dank für die hilfreichen Tips.
Nachdem mich ein Landmaschinenmechaniker versetzt hat, hab ich mit Wut im Bauch meinen Respekt vor dem Ausbau des Tragrohrs (Beifahrerseite) überwunden. Ergebnis: War gar nicht so schwierig. Ab mit dem Tragrohr in die KFZ-Werkstatt. Mit der dortigen 15to-Presse ging überhaupt nichts. Dann zu MB in die LKW-Werkstatt auf die 50to-Presse. Bei 25to hat sich was bewegt und bei 30to ist der Bolzen dann raus gepoppt. Den neuen Bolzen haben wir auf demselben Weg wieder reingepresst. Ohne Stickstoff. Nur mit 2Tage Tiefkühltruhe vorweg.
Der auszuwechselnde Bolzen war nur gepresst. Der neue Bolzen wurde oben verschweißt. Den Simmering und die Laufbuchse habe ich auch gleich wechseln lassen.
Den Einbau des Tragrohr konnte ich noch am selben Tag bewerkstelligen.
Alles in allem hat der Wechsel mit Originalteilen in der MB-Werkstatt ca. 170 ¤ gekostet, davon allein die Teile 110 ¤. Jetzt steht nur noch an, das Vorgelege wieder mit neuen Achsschenkellagern anzubauen. Der Satz Achsschenkellager schlägt nochmal mit 115 ¤ zu Buche.
Viele ölverschmierte Grüße aus Murr
Wolfgang
Knopf unter Kupplungspedal

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