AnalogoN's 406 - und noch ein paar andere Baustellen

Unsere Unimog-Freunde aus Österreich haben nun auch eine Anlaufstation.

Moderator: Unitrac

AnalogoN's 406 - und noch ein paar andere Baustellen

Beitragvon AnalogoN » 12.06.2019, 14:43

Hallo,

vor einer Woche bin ich fündig geworden und bin jetzt auch im Kreis der 406 Besitzer.

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Zusammen mit meinem Bagger auf dem zukünftigen Baugrund

Kurz zu meiner Person: Mein Name ist Joe, bin 29 und komm ursprünglich aus Wien, werde aber zukünftig im Westen vor den Toren Wiens zuhause sein. Seit klein auf bin ich von Autos und Maschinen schwer begeistert. Und so kann ich mittlerweile auf eine zwar nicht materiell wertvolle aber für mich unbezahlbare Sammlung blicken. Insgesamt sind es 5 Pkws, davon ein Golf II als mein erstes Auto und treuer Begleiter und als mein Herzenstraum seit letzten Herbst einen Dodge Charger R/T BJ. 70, ein Traktor Eicher Tiger BJ.64, ein Bagger O&K RH6 BJ.71 und seit letzter Woche eben ein Unimog 406 BJ. 66.
Reparaturen werden bei mir alle selbst gemacht egal ob ich die arbeiten schon mal gemacht habe oder nicht. Mir macht es einfach Spaß und wenn ich nach einem Wochenende Arbeit mit dreckigen Händen das wieder einsatzfähige Fahrzeug sehe bin ich einfach zufrieden. Nur für Strom bin ich nicht so zu begeistern. Hier muss immer mein Bruder ran der mit Multimeter bewaffnet bis jetzt auch noch jedes Problem gelöst hat.

Nun zum Unimog
Er ist mit Baujahr 66 schon etwas betagt und hat auch schon einige Betriebsstunden runter und über 200.000 km gelaufen. Optisch hat er auch schon den einen oder anderen Schlag einstecken müssen. Aber damit findet er sich bei meinen Nutzfahrzeugen gut ein. Ich mag das, wenn man den Maschinen ihr Leben ansieht. Bei der Inspektion hat er aber einen soliden Eindruck gemacht. Bis auf eine Undichtigkeit am rechten hinteren Vorgelege ist er trocken, der Motor springt gut an und läuft ruhig, die Karosserie selbst ist in einem recht guten Zustand mit nur wenig Rost Problemen. Die Pritsche hat allerdings ihre besten Tage hinter sich und wird in den nächsten Wochen zerlegt und je nachdem wie sich die Substanz erweist ausgebessert oder komplett neu gemacht. Zusätzlich hat er hinten 8t Winde mit Schild, die ich aber für die nächste Zeit einmal abmontieren Werde. Zum einen habe ich noch! keinen Wald und zum anderen muss der Unimog beim anstehend Hausbau mit anpacken.
Letzten Sonntag habe ich ihn das aus Oberösterreich geholt. Die Fahrt an sich verlief eigentlich relativ ruhig und ohne gröbere Probleme. Er war nicht einmal sehr durstig für 200km Strecke. Leider hat er nach rund 100 km begonnen den 5 Gang wieder auszuspucken. Das ist relativ unerfreulich, da ich vor den großen technischen Baustellen eigentlich Haus bauen und nicht das Getriebe zerlegen wollte.

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Eine Frage zur Schaltung habe ich noch. Mir sind alle Hebel rechts des Hanbremsenartigen soweit klar. Der Hanbremsenartige sollten die Diff-Sperren sein und der Drehregler vorne drunter für die Zapfwellen. Wofür ist aber der links von dem Hanbremsenartigen?

Kommendes Wochenende wird einmal eine Detaillierte Inspektion gemacht, die Öle gewechselt und Ersatzteile bestellt.

Lg
Joe
Zuletzt geändert von AnalogoN am 20.12.2019, 00:59, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Hallo aus dem Westen Wiens

Beitragvon ingos406er » 16.06.2019, 20:30

Hallo Joe

Der Drehhebel neben dem Allradhebel der in der Ersten Stufe und den Sperren in der zweiten Stufe ist für die Zapfwellen nach vorne gedreht Vordere Zapfwelle nach hinten hintere Zapfwelle wenn vorhanden !

Wie du sicher weist hat ein 406er der alten Bauart auch halbe Gänge und dieser Hebel ist für diese .
Hatte vor meinem 417er auch einen 406er BJ 1966 .

Gruss Ingo
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Re: Hallo aus dem Westen Wiens

Beitragvon ingos406er » 16.06.2019, 20:34

Zum herausspringen noch ein Tip es gibt beim F -Getriebe dass du wahrscheinlich drinn hast auch eine Stellung wo nur ganze Gänge geschaltet werden kann ! Da bleibt der 5 Gang meinstens besser drinn .

Ist der Hebel für die Krichgänge rechts der vorderste da gibt's eine Stellung denke es ist die 3 vorn ist 1
da können nur ganze Gänge geschaltet werden und da bleibt der 5 Gang meist besser drinn .
Krichgang-hebel nur im Stand schalten !!

Gruss Ingo
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Re: Hallo aus dem Westen Wiens

Beitragvon AnalogoN » 22.06.2019, 12:56

Hi,
letztes Wochenende habe ich das Heckschild samt Seilwinde abgebaut und rundherum die Bremsbeläge nachgestellt. Das Ergebnis war eine wesentlich bessere Bremswirkung. Leider hab ich hab ich am rechten hinteren Vorgelege ein Undichtheit festgestellt. Am Heimweg von der Firma (abmontieren der Winde macht mit einem Stapler halt doch mehr Spaß) hat er mir beim Anbremsen eines Kreisverkehrs den 6. Gang hinausgeschmissen.. Ich dachte mir nur nicht noch einer.. Ergebnis war, dass der 6. weder draußen noch drin war und es das Getriebe wenig gekümmert hat was ich mit dem Schalthebel gemacht hab.

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Glücklicher weiße reicht der ÖAMTC Schutzbrief gerade so noch aus, um den Unimog abschleppen zu lassen. Da eine Reparatur auf meinem Grundstück (derzeit noch eine grüne Wiese) nicht wirklich möglich wäre hat mir mein Chef dankenswerter Weise um Mitternacht noch zugesagt, dass ich ihn zurück in die Firma schleppen darf um dort die Reparaturen durchzuführen.

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Gestern ging es dann mit meinem Bruder los..
Im Laufe der letzten Woche habe ich mich dann schon dazu entschiede, dass alle Kabel rausfliegen werden, alle Luft und Hydraulikleitungen neu gemacht werden, die marode Pritsche revitalisiert wird und der Rahmen einer gründlichen Reinigung unterzogen wird. Motor und Getriebe soll als ganzes ausgebaut werden. Das Getriebe wird ungeachtet des Schadens komplett revidiert und der Motor bekommt alle Dichtungen nach außen neu da er an der Ölwanne doch ein wenig was verliert. Da der Motor aber tadellos schnurrt wird eine Motorrevision auf undefinierte Zeit verschoben. Beim Zerlegen selber haben wir dann noch den Entschluss gefasst, dass die Kabine ebenfalls gleich gestrahlt und neu lackiert wird. Rost ist meines Erachtens nicht so schlimm und sollte nicht all zu viel zeit in Anspruch nehmen. So eine Rundumkur hatte ich eigentlich ohnehin vor, wollte das aber eigentlich erst nach dem Hausbau in meiner eigenen Werkstatt machen. Nun gut, er wollte das offensichtlich schon früher.

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Jetzt steht ich unter Zugzwang. Ich brauche ihn fürs Hausbauen und mein Chef ist sehr verständnisvoll für das Projekt, aber ich möchte seine Geduld auch nicht zu sehr reizen. Daher ist eigentlich sämtliche Freizeit gestrichen und die Abende unter der Woche sowie die Wochenenden werden zum Arbeiten am Unimog genutzt. Abwechselnd werden mir auch einige Freunde und mein Bruder zur Hand gehen.

Zu guter letzt haben wir gestern noch die Schaltplatte von Getriebe und Vorschaltgetriebe entfernt um mal eine erste Begutachtung durchzuführen. Beim abheben der Schaltplatte ist mir sofort aufgefallen, dass relativ viel Feuchtigkeit im Getriebe ist und auf der Kulisse einige Teile Rost angesetzt haben.. nach einem etwas längeren Blick ins Getriebe sieht man, dass alle Sichtbaren Synchronringe quasi nicht mehr existent sind. Die Zahnräder sehen aber für die Laufleistung eigentlich noch sehr gut aus. Sie sind weder Eingelaufen noch haben sie Lochfraß. Als ich mit meiner Hand die Untere Welle abgetastet habe ist mir mit schrecken aufgefallen, dass meine Hand immer noch trocken ist. Ihr könnt euch meinen Gesichtsausdruck und einen Kurzfristigen Wutanfall über mich selbst nicht im Ansatz ausmahlen. In einem Anfall geistiger Umnachtung habe ich beim Kauf nicht auf den Peilstab geachtet. Wie so etwas passieren kann ist mir aber nicht klar, auch nicht wie lange schon kein Öl mehr drinnen ist. Ich hab dann zur Suche nach einem Loch ein paar Liter Hydraulik Öl eingefüllt aber keine Leckage feststellen können. damit ist mir zumindest die Entscheidung welche Lager neu kommen abgenommen worden. Es werden alle Lager und Synchronringe getauscht. Was dann noch so alles anfällt wird das Zerlegen zeigen..

In der Nächsten Zeit wird es wohl immer wieder einen Fortschrittsbericht geben. Und ja, ich weiß, man muss doch immer auf so etwas achten und warum ist mir das nicht aufgefallen. Bin zwar nichtmehr ganz so Jung aber scheinbar immer noch recht dumm. Ich war einfach derartig hyped, dass ich einen Unimog hab, das mir das schlicht nicht aufgefallen ist.

lg
Joe

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Re: Hallo aus dem Westen Wiens - so war das nicht geplant

Beitragvon u411wtalronsd » 22.06.2019, 13:26

Hallo Joe,das ist ein schöner bericht,
Gruß Andreas aus den Wupper Bergen
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Re: Hallo aus dem Westen Wiens - so war das nicht geplant

Beitragvon AnalogoN » 25.06.2019, 16:09

Hallo,

ein stressiges Wochenende inkl. einem Polterer ist vorbei. Das Ergebnis ist zu wenig Schlaf und ein Haufen Teile der vor 3 Tagen noch ein kompletter Unimog war.

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Der Motor war relativ schnell ausgebaut, aber die Extraktion des Getriebes hat sich doch als mühsamer herausgestellt als gedacht. Die drei Schrauben, die das Getriebe am Rahmen halten gingen auch mit 1,5m langer Verlängerung am Schlüssel nicht auf, also wurden die Muttern kurzer Hand mit Meisel und Hammer aufgebrochen. Das Abbauen der Antriebswellen hat sich für mich als Unimog-Neuling auch als Herausforderung herausgestellt, aber nachdem ich das System verstanden habe und die Erste herunten war hat die zweite auch nicht mehr viel Gegenwehr geleistet. Beim Abbauen der vorderen Antriebswelle habe ich auch das Leck des Getriebes gefunden: der Wellendichtring des Abtriebs nach vorne lässt extrem durch. Deswegen ist mir nach dem Öffnen der Kugel auch ein Großteil des Öls das ich zur Lecksuche eingefüllt habe entgegen gekommen. Die Farbe und Konsistenz war nicht berauschend und bestärkt mich in der Entscheidung, dass alle Lager neu kommen werden. Voraussichtlich am Donnerstag werde ich mit der Demontage des Getriebes beginnen.

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In der Zwischenzeit hat mein Bruder mit dem eher desolaten Kombiinstrument angefangen. Leider war die Scheibe gebrochen und der Chromring hat auch gefehlt (Wenn hier jemand Ersatz über hat bin ich für jeden Tipp dankbar) Alle Anzeigen funktionieren so weit, nur die Lampenfassung der Ladekontrollleuchte ist ein wenig deformiert.

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Beim Zerlegen hatte ich ein paar Ideen, wie man den Unimog ein wenig „besser“ und moderner machen könnte und hätte hier gern eure Erfahrungsberichte dazu.

1. Füllstandswarnung Hydrauliköl, Servoflüssigkeit & Kühlwasser
2. Temperaturwarnung Hydrauliköl & Getriebeöl
3. Manometer Hydraulik
4. Magnetventil zum Umschalten zwischen Heckhydraulik und Kipperbetrieb (momentan hängt das am selben Kreis und das gefällt mir nicht wirklich.
5. Zusätzlich P und T als Schnellkupplung hinten und vorne
6. Ersetzen des originalen Kühlerventilators gegen einen elektrischen Lüfter
7. Höherlegen der Kabine um 2-5cm (genaue Entscheidung muss noch fallen) zwecks Kühlung und Geräuschdämmung
8. Bessere Sitze + Gurte

Bin auf euren Input gespannt!

Lg
Joe
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Re: Hallo aus dem Westen Wiens - so war das nicht geplant

Beitragvon krahola » 25.06.2019, 18:48

Hallo Joe,
dazu gibt es für den 411 er eine tolle Ausarbeitung unter Optimog zu finden.
Denke, dass einige von dir angesprochenen Optimierungen darin beschrieben und für den 406 anzupassen sind.
Genial wäre, wenn du deine zusätzlichen Optimierungen für den 406 hier veröffentichen könntest.
Gruss
Torsten.
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Re: Hallo aus dem Westen Wiens - so war das nicht geplant

Beitragvon AnalogoN » 16.07.2019, 11:30

Hallo,

das Getriebe ist zerlegt und die Ratlosigkeit momentan sehr groß..

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Nachdem das Getriebe auf einen aus Resten zusammengebratenen Getriebeständer geschraubt wurde, ist relativ schnell klar geworden, dass schon mal jemand seine Finger in dem Getriebe hatte. Die Nutmuttern vor Hinter- und Vorderachsabtrieb waren verschlagen, ebenso die Wellenmutter der Vorstufenwelle. Einige Schrauben an der Seite zum Vorschaltgetriebe waren nicht wirklich fest und haben sich gegenüber den Wellen und Zahnrädern des Vorschaltgetriebes in „selfclearing-Manier“ Platz geschaffen. Zum Glück sind nur die Schraubenköpfe kleiner geworden.
Die kleinen Synchronringe sehen eigentlich neu aus und weißen keinen merklichen verschleiß auf. Ganz im Gegenteil zu den großen auf der Vorgelegewelle.
Ohne Werkstättenhandbuch wäre ich aber beim Zerlegen mit Sicherheit verzweifelt.

Ein paar Impressionen des Zustands der Teile und der „Restflüssigkeit“ die sich im Getriebe befunden hat.

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Beim Zerlegen der Vorgelegewelle habe ich dann den Schaden gefunden. Dachte ich zumindest bis ich ein paar Minuten später den eigentlichen schaden gefunden hatte.. Beim Ausbau ist mir schon aufgefallen, dass der Zweiradblock vom 5. Und Rückwärtsgang sich nur sehr schwer drehen lies und wie erwartet ist mir dann schon eins der beiden Nadellager in Trümmern entgegen gekommen. Gottseidank hat weder Welle noch Zahnrad Schaden genommen.

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Im Werkstättenhandbuch weitergelesen: „7. 2./4. Gangrad und Doppelnadelkäfig sowie Synchronring abziehen.“ Bis zu diesem Zeitpunkt hat das Zahnrad eigentlich den Eindruck gemacht irgendwie Formschlüssig auf der Welle zu sitzen, also mussten die großen Geschütze aufgefahren werden.

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Bei ca. 12 Tonnen Druck und leichten nachhelfen mit der Kerze hat es dann knack gemacht und ca. 8 Tonnen haben ausgereicht um das Zahnrad abzudrücken.

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Das Nadellager hat wegen Unter- oder eher keiner Versorgung schwer angerieben und war ziemlich hart mit Welle und Zahnrad verschweißt. Um den Rest zerlegen zu können hab ich dann die Überbleibsel der Nadeln vom Sitz abgedreht.

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Obwohl ich schon 2 Zehntel unter Maß bin sieht man noch immer kleine Krater. Der Rest ging dann wieder normal zum Zerlegen.

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Wie üblich ist der Lagersitz an der Eingangswelle ebenfalls mit Rattermarken versehen. Ich kann mir nicht vorstellen woher diese kommen sollen. Sie sind auf dem Gesamten Umfang gleich tief, daher schließe ich einen Montage oder Demontagefehler eigentlich aus. Welcher Betriebszustand aber immer an der exakt selben Stelle diese Schläge hervorruft ist mir ein Rätsel, zumal die Schalmuffe die Wellen ja in vielen Positionen verbinden könnte und nicht nur in einer.

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Noch ein paar Fotos von den Auffälligeren Zahnflanken. Ich Hab den Käse zwar in der HTL und in der Uni gelernt aber eben nur in der Theorie und bin mir nicht sicher, ob ich das so wieder einbauen kann.

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Die ersten Absagen bezüglich Ersatzteile habe ich schon bekommen mit der Aussage, dass es mit Ersatzteilen für das F-Getriebe generell sehr schlecht aussieht. Es stellt sich die Frage, ob eine Umrüstung auf das G-Getriebe Sinn macht um auch für zuküntife Reparaturen besser gerüstet zu sein. Eine kurze Recherche hat ergeben, dass hier zumindest die Schubrohre getauscht werden müssten. Gibt es hierzu Erfahrungsberichte?
Falls von euch jemand F-Teile oder vielleicht auch ein ganzes Getriebe liegen hat würde ich mich über ein Angebot freuen.

Nächstes Wochenende hab ich mir von meinen Freunden einen Schraubertag zum Geburtstag gewünscht und so werden viele fleißige Hände die Kipperspinne abbauen, die Pritsche zerlegen/schneiden, Motor und Rahmen waschen und auch der Kabine ein wenig Liebe zukommen lassen.

Ein wenig ratlos wie es momentan weitergehen soll
Joe
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Re: Unimog 406 - Restauration quick and dirty..

Beitragvon AnalogoN » 30.07.2019, 07:01

Hallo,

das neue Getriebe ist gestern angekommen und sieht soweit mal ganz gut aus. Es ist nicht wirklich verölt und alles lässt sich gut schalten. Ich hoffe, dass ich am Wochenende dazu komme beim Zapfwellenantrieb hineinzuschauen und den Rest in Augenschein zu nehmen. Sollte alles ok sein wird es gespült, neu abgedichtet und für den Einbau vorbereitet.

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Ein wenig Sorgen machen mir allerdings die Eingangswellen. Bei beiden ist die Verzahnung eher verschlissen. Kann man das noch so lassen oder sollte ich es gleich wechseln?

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lg
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Re: AnalogoN's 406 - Getriebeschaden..

Beitragvon AnalogoN » 18.12.2019, 23:23

Hi,

Wahnsinn wie die Zeit vergeht wenn man Spaß hat..

Bald ein halbes Jahr ist schon vergangen und ich würde gerne sagen dass nur noch die Sonnenblenden fehlen, aber das wäre wohl eine leichte bis mittelschwere Untertreibung. Seit dem Beginn des Projekts verbringe ich fast jede freie Minute und so gut wie jedes Wochenende damit den Unimog wieder fit zu machen. Ich versuch mal die einzelnen Baustellen zu behandeln auch wenn es sicher nicht chronologisch ist.

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Zu Beginn erst mal alle Teile schön in Holzkisten verpackt und eingelagert. Was ich in Zukunft damit machewird sich noch zeigen müssen.

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Das neue Getriebe kam genauso wie der erste Delinquent auf das Gestell und wurde zum Teil demontiert. Nachdem es gerademal 80k km runter hat und alle Lager einen guten Eindruck machen wird es nur abgedichtet.

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Das Öl sah gut aus und auch beim Spülen hat sich kein sonderlicher Dreck gezeigt. Das anziehen der Nutmutter am Hinterachsabtrieb ist keine besonders gemütliche Angelegenheit. Bei etwas über 800 Nm wurde dann die notwendige Lagervorspannung erreicht.

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Nach dem Zusammenbau ist das Getriebe von der Dame in Farbe getaucht worden und anschließend noch ein paar kleine Details in Rot hervorgehoben worden.

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Auf den Peilstab werd ich wohl nicht mehr vergessen. Dass das Getriebe nicht die richtige Farbe hat weiß ich aber der Originale Farbton war in unserer Mischanlage leider nicht vorhanden und damit bin ich auch zufrieden.


In der Zwischenzeit hat sich allerdings ein Trend abgezeichnet..

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Beim Ölwechsel des Mammuts meines Bruders waren drei Nadeln im Öl. Auffällig ist es bisher aber noch nicht. Alle Lager und im dem Zug auch gleich ein Schnellgang sind bestellt. Die Instandsetzung ist noch ausständig.


Weil ein zweiter Getriebeschaden nicht genug ist hat sich nach der ersten Probefahrt meines wohl unvernünftigsten Auto gezeigt, dass er nach der Besichtigung in Philadelphia vom Spediteur 60 Meilen auf eigener Achse bis zum Frachthafen geschleppt wurde. Das wäre auch nicht weiter tragisch wenn die Antriebswelle ausgebaut worden wäre.

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Wer das A-727 Getriebe kennt, weiß, dass nur die älteren eine zweite Ölpumpe die vom Abtrieb angetrieben wird besitzen. Da meines das nicht mehr hat ist der das Gleitlager im rear support drauf gegangen. Den hab ich neu Angefertigt weil ein Ersatzteil für mich zu lange Lieferzeit hatte und ich mehr als nur die zwei km fahren wollte bevor das nächste Großprojekt beginnt. Leider hat sich beim überholen der restlichen Teile herausgestellt, dass eine Nadellager (mittlerweile geht mir diese Lagerart ziemlich auf die Nerven) für ein Planetenrad am zweiten Planetensatz gefressen hat und ein zusammenbauen damit nicht möglich war..

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Ach, einer geht noch. Der Altagsgolf 4 hat zwischenzeitlich auf der Autobahn kurz vor St. Pölten ebenfalls sein Getriebe ausgespuckt.
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Re: AnalogoN's 406 - Getriebeschaden..

Beitragvon AnalogoN » 19.12.2019, 00:35

Fröhlich ging es zwischenzeitlich an einer anderen Baustelle weiter:

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Wie auch der Unimog war mein Tiger beim Kauf dicht und hat auch nach längerer Standzeit keine Lacke hinterlassen. Nach den ersten Einsätzen hat er an der Heckkraftheberwelle und an der Hydraulikpumpe begonnen zu rinnen. Heckkraftheber muss warten, die Pumpenflansche haben jeweils schon einen neuen O-Ring bekommen. Beim Versuch des ersten Schnitts am Baugrund hat der Wellendichtring des Messerbalkenantriebs auch zu rinnen begonnen und hat die Rutschkupplung eingesaut und damit den Messerbalken außer Gefecht gesetzt.

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Die Hülse für den WDR war so verschlissen, dass ich eine neue gedreht hab. Um eine Entschuldigung zu finden meine Flächenschleifmaschine zu verwenden hab ich die abgestochene Seite plan geschliffen.

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Danach noch gleich beide Lager im Getriebe und das Lager im Kurbeltrieb ersetzt.

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Kurz danach wurde für die TÜV-Vorbereitung die Achsschenkel wegen starken Verschleiß abgedreht und neue Übermaßbuchsen für die Gehäuse angefertigt. Die 4 Bolzen und Lager in den Blattfedern wurden auch getauscht. Zeitgleich wurde auch die Lüfterwelle neu gelagert und die Kühlrippen der Laufbuchsen ausgeputzt. Ein funktionierendes Fernthermometer wurde auch verbaut.

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Um vom alten Spaltfilter weg zu kommen hab ich auf einen Olfilterflansch mit moderner Filterpatrone umgebaut. Leider hat sich herausgestellt, dass der Gussteil ziemlich mit Lunker durchzogen ist und deswegen eine Verschlussschraube nicht dicht wird.

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In dem Zug hab ich dann auch gleich beide Deckel des Kurbelgehäuses aufgemacht und ziemlich viel Dreck mit Diesel rausgespült.

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Ich wusste schon, dass der Motor an der wunderbaren Ölvermehrung leidet. Da er nicht den Eindruck machte, dass er schlechte Kompression hat habe ich die Einspritzdüsen mit neuen Einsätzen überholt und den Druck neu eingestellt. Die Vermutung war richtig. ein Ventil hatte einen um nur 5 bar zu niedrigen Öffnungsdruck und ein dem Alter entsprechendes Spritzbild aber die zweite hat nur mehr einen Öffnungsdruck von 35 bar und ein miserables Spritzbild.

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Zum einstellen hab ich mit ein altes Prüfgerät von Willbär besorgt und überholt. Hat bestens funktioniert. jetzt Springt er wieder schön an, raucht nicht und Zieht ordentlich an. Ob der Ölstand gleich bleibt muss sich noch zeigen.

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Wie befürchtet hat der TÜV dann noch ein paar Kleinigkeiten gefunden. Die "kleinen" Rostlöcher in den Kotflügeln waren dann leider doch zu groß. Also wurde ein Intensivkurwochenende eingelegt.

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Zwischen den beiden Fotos verging nur wenig Zeit. Es ist beängstigend wie Locker schrauben nach so langer Zeit zum Teil sind. Von 5 Schrauben des Vorderachsbocks waren 3 mit den Findern zu lösen..

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Es hat sich beim zerlegen dann gezeigt, dass unter den Lampen auch nur mehr wenig übrig war. Ein änliches Bild hat sich an den Kotflügeln an 5 Stellen gezeigt.

Das axialspiel des Lagerbocks der Vorderachse ist nahezu Null, aber in Längsrichtung wurde eine Anlaufscheibe aus Lagerbronze eingesetzt.

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Der Austauschflansch ist leider wieder an der selben Stelle undicht.. Der Hersteller hat auf mein Bitten dann vor dem Zusenden des nächstens Flansch festgestellt, dass die ganze Charge fehlerhaft ist.

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Beim Rücktransport musst dann eine etwas längere Steigung zurückgelegt werden. trotz seiner 230PS war der Jaguar meines Bruders überhaupt nicht glücklich. Fan war ich noch nie einer von dem verbauten Automatikgetriebe, aber dass ich mit maximal 15 km/h fahren musste hätte ich nicht erwartet. Ihm war dann oben angekommen dezent heiß. neuen Getriebeschaden hab ich mir damit aber gottseidank nicht eingehandelt. Wenn der Unimog fertig ist wird der Tiger noch eine Frontladerkonsole bekommen und der Heckkraftheber abgedichtet. Dann ist er so einsetzbar wie ich mir das Vorstelle.

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Morgen gehts dann weiter mit den Berichten.

lg
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Re: AnalogoN's 406 - Getriebeschaden..

Beitragvon Bobber » 19.12.2019, 08:26

Guten Morgen Joe,

tolle Berichterstattung, den passenden Maschinenpark hast ja auch dazu und weißt damit umzugehen.
Kann es sein dass die Bilder aus den früheren Beiträgen verschwunden sind, da diese irgendwo extern hochgeladen wurden?
Ich lade meine Bilder mittlerweile auch in der internen Galerie hoch, dann sind diese auch noch länger da.
Wäre schade um die tolle Berichterstattung.
Gruß Florian

-Woran erkennt man einen Dreher? - An den Stahllocken in den Haaren.

:mog4 Krailing Rückeaggregat auf U411.112 :mog4

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Re: AnalogoN's 406 - Getriebeschaden..

Beitragvon Helmut-Schmitz » 19.12.2019, 13:14

Hallo Joe
ich bin von deinen "kleinen Schraubereien" fasziniert, vor allem die gezielte Beschaffung von Objekten mit Getriebeschäden. :technik :shock:
Deine Baustellen sind mehr als beachtlich, da muss ich meinen großen Respekt zollen. :respekt
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

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Et kütt wie et kütt
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Re: AnalogoN's 406 - Getriebeschaden..

Beitragvon AnalogoN » 20.12.2019, 00:57

Hi,

danke Florian, danke Helmut!
Der Maschinenpark ist leider immer noch der meines Arbeitgebers, bis auf meine Jung Flächenschleifmaschine Bj. 34. Ich kann meinen Fetisch für altes Eisen einfach nicht verstecken ^^. Ein paar Maschinen hab ich im Laufe der Zeit aber schon gesammelt. Jetzt muss ich nur noch Haus und Werkstatt bauen und dann kann ich endlich in meinen Eigenen vier Wänden schrauben. Auf dem Baugrund stehen zwei verbundene Seefrachtcontainer die als Garage und Werkstatt für den Eicher und dienen. Auch wenn die Ausstattung spartanisch ist und es noch keinen Strom gibt genieße ich das Arbeiten dort sehr. Der Hoster den ich seit Ewigkeiten für meine Bauberichte verwende hat scheinbar in der letzten Zeit seine Nutzungsbedingungen geändert und ist auch noch unzuverlässig geworden. Sobald ich selber sehen kann welche Fotos ich verwendet habe werd ich die Links ersetzen.
Ich hoffe, dass die Getriebeschäden jetzt vorerst ein Ende haben. Neuanschaffungen sind derzeit auch keine geplant die ein neues Debakel beherbergen könnten. Das ist halt leider das Los, wenn man sich alte Maschinen anlacht. Der Bagger hält nach Unimog und Eicher auch noch ein wenig Arbeit bereit für mich. Die Schwenkbremse und die Kettenspannerventile sind beide schon wieder instandgesetzt. Leider braucht der Löffelzylinder, der linke Kettenspannzylinder und die Hydraulikanlage generell noch Zeit. Leider muss vor dem Beginn der Hausbauaction noch ein Riss im Ausleger geschweißt werden..

Dann mal weiter mit dem Bericht:

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Viel Zeit ist in den Vergangenen Monaten in den Rahmen investiert worden, der nicht gerade pfleglich behandelt wurde. Beim zerlegen sind einem so einige Schrauben schon mehr oder weniger entgegen gefallen und viele Halter mehr oder weniger weggebröselt. Es hat den Anschein, dass sich all die verlorene Haltekraft sich in der Anhängerkupplung manifestiert hat. Die Abdeckkappe für die große Mutter ist sicher schon lange nicht mehr da gewesen und so ist alles mehr oder weniger miteinander vergammelt. Ein lösen war nur mit einem großen Schonhammer und ein wenig Hitze möglich. Schaden hat dabei nur das Gummielement genommen. Hat den großen Puffer vielleicht noch von früheren Sammelbestellungen rumliegen?

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Ein Highlight war auf jeden Fall die schon fast museumsreife 10 Groschen Münze die zwischen Verschraubung und Leitung der Anhängebremsanlage war. Damit ist wohl eine Undichtheit hinter dem Punkt an behoben worden.

Leider hat sich beim abbauen hausgestellt, dass der ursprünglich massive ausschauende Kipperrahmen in Wirklichkeit nur mit dicken Flacheisen zugetackerter Rost war. Der Rahmen ist auch garantiert ein selbst gestrickte Version. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mercedes damals normales warmgewalztes U-Eisen und kein kaltgewalztes Profil aus anständigem Stahl wie zB. beim Rahmen genommen hat.

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Der fixe Teil mit den Pritschenlagern wurde komplett neu gemach und die Laschen an der drehbaren Welle wurden aufgrund von verschleiß auch abgeschnitten und neu gemacht. Die Fest angeschweißten Kotflügel habe ich schraubbar gemacht, weil ich mir sicher bin, dass früher oder später einer davon dem Verschleiß zum Opfer fallen wird.


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Die Bolzen in den Wiegen waren auch komplett fest, da konnte auch die Werkstattpresse nichts daran ändern. Deswegen wurden die Bolzen bis auf eine Wandstärke von 1-1,5mm Ausgebohrt. Dann konnte man mit Hammer und Meisel den Rest rausholen.

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Da der Rost auch das Lager beeinträchtigt hat, wurden beide Lager auf Übermaß ausgespindelt und neue Bolzen mit Schmiernippel und Nuten gedreht.

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Nach der vollständigen Zerlegung und Instandsetzung des Rahmens ging er mit einigen Teilen zum Sandstrahlen und danach sofort in die Lackkammer. Ich hätte nicht gedacht wie viel Zeit das Lackieren in Anspruch nimmt.

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Leider mussten hinten jeweils ein Halter der Anschlaggummis einer improvisierten Variante weichen. Vor dem Lackieren wurde auch der Umstand noch behoben.

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Den Rahmen da allein aufzuhängen war garnicht so leicht.

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Alles wieder schön schwarz.

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Aus Zeitmangel wurden die Achsen nur mit Diesel gespühlt, geputzt und ebenfalls lackiert. Die Umbaumaßnahmen für den Umbau auf das G-Getriebe sind schon abgeschlossen.

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Das waren meine ersten lackierarbeiten. Dafür bin ich eigentlich recht zufrieden.

Morgen gibt es dann vorraussichtlich das nächste Update.

lg
Joe
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Re: AnalogoN's 406 - und noch ein paar andere Baustellen

Beitragvon Helmut-Schmitz » 20.12.2019, 11:52

Hallo Joe
Mercedes damals normales warmgewalztes U-Eisen und kein kaltgewalztes Profil aus anständigem Stahl wie zB. beim Rahmen genommen hat....
Der fixe Teil mit den Pritschenlagern wurde komplett neu gemach

Beim Unimog ist wegen der Verwindungsfähigkeit alles mit dreipunktlagerung befestigt. Die originaleKipperspinne ist vorne rechts und links und hinten nur mittig mit drehbahren Bolzenlagerungen befestigt. Kipperspinnen werden sehr häufig angeboten, weil diese bei Schlachtung überbleiben.
Maach et jot äwer net ze offt
Helmut

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