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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Spezial-Forum zur Unimog-Baureihe U 404 S.

Moderatoren: stephan, krahola

#314874
Hallo Jürgen,

Wenn Du an der HINTERACHSE den Dichtring wechseln willst,
der die Welle vom Differential zum Vorgelege gegenüber
dem Achsrohr abdichtet, brauchst Du das Vorgelege selber
nicht zu zerlegen.

Im Klartext: Das ganze Geraffel bestehend aus großem und
kleinem Zahnrad, Gussdeckel, Lagern usw. kann zusammen bleiben.
Sogar die Bremsteile können alle montiert bleiben.

Das unten stehende Bild zeigt wesentliche Elemente der
Reparatur am Beispiel HINTERACHSE:

1.) Bremsleitungen entfernen (hydrauliche und Handbremsleitung)

2.) Differentialsperre einlegen, mit festem Draht sichern.
Die Sperre ist dann eingelegt, wenn der Hebel am Differential
in Richtung Getriebe gezogen ist. Am aufgebockten Rad etwas
drehen, damit man sicher ist, dass die Sperre wirklich
eingerastet ist.

3.) Mit den 8 Schrauben SW 17 Nummer 1...8 wird die Vorgelege-
Grundplatte, das ist das Gussteil "GU", von der
Achse abgeschraubt.
Dann zieht man das ganze Teil, was im Bild rot gefärbt ist und
komplett gefühlte 35kg wiegt, mitsamt der Achswelle von der
Achse herunter.

4.) Dann löst mann die 7 Schrauben SW10 A....F. Vorsicht bei der
Schraube A: Das ist eine Holschraube an der die Entlüftungs-
Leitung "EL" angeschlossen ist. Beim Lösen dieser Schraube werden
2 Stück Dichtringe frei.

5.) Dann kann man die ganze Blechplatte "SI" mit dem Simmering
drin abheben und an der Achswelle entlang abnehmen. Das Loch
des Simmerings passt über die differentialseitige
Vielkeil-Verzahnung der Achswelle.

6.) Dann hat man eine kleine Blechplatte mit einem Simmering
drin vor sich liegen und kann den Simmering gemütlich an der
Werkbank oder im Schraubstock auswechseln.

7.)Dichtflächen vernünftig säubern.

8.) Papierdichtung auf Vorgelege- Grundplatte "GU" aufkleben
(z.B. mit Dirko, das ist das orange Zeug)

9.) Dann wieder die Blechplatte mit dem Simmering montieren.
Vorsicht bei der Hohlschraube, nicht zu fest anziehen.
An der Schraube "D" das Halteblech für das Entlüftungsröhrchen
nicht vergessen.

10.) Im Bild kaum zu erkennen ist der Dichtring "DR", weil unser
Achim den ordentlich mit Dirko angeklebt hat. Dieser
Dichtring liegt stramm um den Rand des Blechdeckels und dichtet
die blanke Fläche der Vorgelege- Grundplatte "GU" gegen den Flansch
der Achse ab.

11.) Wenn dann alles so weit ist wie auf dem Bild:
"Einfach" den ganzen "Haufen Eisen" nehmen und wieder in
die Achse einfädeln.
Dann wieder die 8 Schrauben SW17 1...8 anschrauben.

12.) Dann wieder Bremsleitungen montieren, entlüften und den Rest
der Arbeiten erledigen.
Das war der Ablauf für die HINTERACHSE.

-----------------------

Bei der Vorderachse ist das nicht so einfach möglich, weil die
Achswelle ja durch das Kreuzgelenk geteilt ist. Daher muss bei der
Vorderachse der Gussdeckel des Vorgeleges demontiert und das kleine
Zahnrad (Ritzel) abgezogen werden, um den Simmering mit der
Platte "SI" ausbauen zu können. Alles andere ist identisch.
Im Klartext: Die Gussplatte "GU" ist bei Vorder- und Hinterachse
identisch und hat bei Mercedes die selbe Teilenummer!.

So, viel Spass beim Wechseln.
Geschrieben liest es sich komplizierter, als es "beim Tun" ist.
Falls noch Fragen offen sind oder weitere Bilder benötigt werden,
bitte melden.

Beste Grüße aus Viersen
Klaus Gartz
Dateianhänge:
DSC08850-mit Nummern-3.JPG
DSC08850-mit Nummern-3.JPG (43.02 KiB) 3380 mal betrachtet
#314876
Der Vollständigkeit halber reiche ich noch die Teilenummern nach:

A404 337 03 60 Dichtring-Simmering

A404 331 00 80 Papierdichtung Dichtbeilage
zwischen Blechplatte "SI" und Gussplatte

A024 997 21 48 Dichtring Gummi "DR" Durchm. 3mm Abdichtung
Rand Blechplatte zum Achsgehäuse.

Summe Stand 16.09.2010 EUR 39,00 inkl. MWSt ---> für je zwei Stück,
also Rechts und Links.


Beste Grüße aus Viersen
Klaus Gartz
Zuletzt geändert von 404KPG am 23.10.2010, 16:06, insgesamt 1-mal geändert.
#314883
Hallo Klaus,
Schön Dich aus dem Urlaub wieder zurück zuwissen :P Hoffe Ihr habt einen Schönen Urlaub gehabt !

Wiedermal eine Top Beschreibung der Demontage-Rep.-Montage !! Klasse !

Denke wenn ich Pech habe muss ich auch nochmal an mein Vorgelege der Hinterachse, das ich gerade Neu gemacht habe.
Da ein ganzwenig Öl aus dem Achsende an der bremsankerplatt Rückseitig austritt.

Habe ja nur d. Sirri und die Große Papierdichtung Neu gemacht nicht d. Sirri und die Papierdichtung wie von Dir gerade Beschrieben fürs Achsende.

Mal sehen obs mehr wird und oder event. Verschwindet ......... :roll:

LG Ralf

PS: By the way..
.Eigentlich ist doch Deine Gebaute Abziehvorrichtung noch Erweiterbar mit Passender Gewindestange,Platte,Muttern... dann Nachgerüsstet auch zum Aufziehen der Radnabe auf d. Achsstummel geeignet oder ?
Weil nochmal mit dem Hammer die Radnabe drauf Kloppen ......Nöööööö
#314893
Hallo Zusammen,

@Justus, nöö, abgelesen hab ich die Nummer nicht, mach ich aber jetzt mal:

Da steht drauf: "SABO", dann kommt etwas Platz,
dann eine "2", dann wieder etwas Platz und dann
"00501-BR". Abgelesen von einem neuen noch nicht eingebauten Ring.

Der Simmering kostet nagelneu beim Freundlichen
EUR 10,28 einzeln ohne MwSt. Die Angabe habe ich oben nachgebessert.
Das war es mir auf jeden Fall wert und der Ring ist wie gesagt
flatschneu und original und die Menge an Arbeit steht in keinem
Verhältnis dazu, aber jeder wie er will.........

@ Rallef: Hi Du, Haste die Nabe vor der ganzen Klopperei erwärmt? Bei
meinen beiden reparierten Naben musste ich auch drauf kloppen, aber
nicht so heftig, dass ich mir um die Standfestigkeit der Lager hätte Sorgen
machen müssen. Bevor ich die Nabe wieder aufgeschoben habe hatte ich
die mit dem Heissluftfön so auf gut und gerne 70°C gebracht. Anfassen
nur noch mit dicken Handschuhen. Dann konnte ich die Nabe jeweils so
weit auf den Vielzahn schieben, dass 5 - 10 feste Schläge (je 1mm Weg)
reichten, um die Nabe in den "Erfassungsbereich" der Schraube zu
bekommen. Der Rest des Weges wurde dann mit der 55er Schraube
gezogen.
Auf jeden Fall sind ja noch einige Naben zu machen und deswegen
mache ich mir Gedanken, wie man die Abzeih- Vorrichtung "umdrehen"
und als "Aufdrückvorrichtung" benutzen kann.

Bring mir das Geraffel bei Gelegenheit zwecks Umbau mal vorbei.

Wat kommt denn da noch an Öl hinten raus, da darf doch garnix sein !?
(Jedenfalls nich, wenn die Gussplatte heil ist). Hoffe mal, dass das noch
"von vorher" irgendwo hingelaufen ist und jetzt nachsifft.
Das war ja schon ganz schön saftig an deinem Hinterrad.

Beste Grüße
Klaus
#314899
Hallöölleee Klaus,

Ja habe die Ordentlich Heiss gemacht mit dem Gasbrenner Vor Aufstecken, und sogar noch 1-2 mal nachgeheizt zwischen dem Kloppen .... :P
Na Denke das Öl kommt aus der Achse ..weils halt da Runter Läuft wenn man von Hinten auf die Bremsankerplatte schaut.

Na ja ...Werkzeug ist ja Dank Deines Ideenreichtums da und muss ja auch noch die ein oder andere Nabe machen .....und Bekanntlich macht ja Übung d. Meister :wink:

Seh zu das ich Dir das Geraffel die nächste Woche mal rein Bring zu Erweiterrung der Fähigkeiten deselben .... :lol:

LG Ralf
#314910
Hallo Klaus,

danke für die Anleitung.


Wenn Du an der HINTERACHSE den Dichtring wechseln willst,
der die Welle vom Differential zum Vorgelege gegenüber
dem Achsrohr abdichtet, brauchst Du das Vorgelege selber
nicht zu zerlegen.
Das ist mir nicht ganz klar. Der Simmering dichtet doch einfach das Vorgelege nach innen hin ab.

Wo ist dann die Dichtung des Achsöls nach außen? Oder gibt es da keine. Das verstehe ich bei der Hinterachse nicht. Der Simmering im Vorgelege dichtet doch nur in eine Richtung, oder?

Bei der Vorderachse gibt es innen im Achsschenkel auch noch einen Simmering laut Ersatzteilliste. Wo ist das Pendant der Hinterachse?

Nimmt man bei der Hinterachse einfach in Kauf, daß das Öl gegen die falsche Seite vom Vorgelegssimmering läuft und dann wieder zurück?

Irgendwie blicke ich es nicht!

@justus

Ich habe hier noch einen Vorgelegedichtsatz liegen. Der äußere Simmering hat die Maße 90-120-13. Der innere Simmering hat die Maße 60-75-8. Ohne Gewähr!


Grüße

Sascha
#315004
404KPG hat geschrieben:Hallo Zusammen,

@Justus, nöö, abgelesen hab ich die Nummer nicht, mach ich aber jetzt mal:

....Der Simmering kostet nagelneu beim Freundlichen
EUR 10,28 einzeln ohne MwSt. Die Angabe habe ich oben nachgebessert.
Das war es mir auf jeden Fall wert und der Ring ist wie gesagt
flatschneu und original und die Menge an Arbeit steht in keinem
Verhältnis dazu, aber jeder wie er will.........


Beste Grüße
Klaus
guude,

danke fürs ablesen und posten!
mir geht es nicht um die 10,-€, obwohl ich meine wesentlich mehr gezahlt zu haben.
in erster linie will ich die möglicherweise schon seit jahrzehnten auf halde liegende mercedesaltbestände nicht unbedingt, außerdem lässt sich anhand der dimensionen oder der best# eine dünnere wedi bei eingelaufenem wellensitz ermitteln, auch ließen sich so modernere wedis mit besserem standweg ermitteln.

gut mog! justus.
#315065
Hallo Zusammen,

@Jürgen: Freut mich, wenn es hilft und Dir gefallen hat.
Die Idee mit dem Buch finde ich garnicht so schlecht.
Machts Du mit?

@Ralf: Gestern Abend war ich noch unterwegs um ein Paar "Lucasse" zu
ergattern. Also diese Hydraulik- Zylinder mit dem Schlauch und der ab-
gesetzten Pumpe. Mit einem solchen Zylinder kann ich dann eine
Aufdrückvorrichtung bauen. Die wäre auch mit dem modifizierten
blauen Wagenheber möglich, würde aber seht groß bauen.
Mal sehen.
Der Nachbar, der die Lucasse hat, will sie jedenfalls abgeben...
(Muss die Dinger aber noch finden....)

@Sascha
Du hast Recht, meine Beschreibung trifft in dem Punkt nicht wirklich zu.
Der beschriebene Simmering dichtet natürlich die Achswelle, welche
vom Differential in das Vorgelege führt, gegenüber dem Vorgelege-
Gehäuse ab und stellt somit sicher, dass kein Vorgelegeöl in die Achse
oder in den Spalt zwischen Achsflansch und Vorgelege- Gussplatte
läuft.
Auf der Seite der Achse führt die Achswelle durch ein Schutzrohr.
An dem vorgelegeseitigen Ende des Schutzrohres ist tatsächlich kein
Dichtring. Man nimmt also in Kauf, dass eventuell an der Welle
entlanglaufendes Öl aus dem Differential sozusagen an der falschen
Seite gegen den beschriebenen Simmering läuft.

Siehe Bild. Da ist wirklich keine Dichtung mehr auf der Seite der
Achse. Übrigens habe ich die Achswelle mit dem Ritzel nur so
für das Foto da reingesteckt. Normalerweise ist da ja noch die
Vorgelege- Gussplatte zwischen.

Beste Grüsse aus Viersen!
Klaus
Dateianhänge:
DSC08783- Schutzrohr.JPG
DSC08783- Schutzrohr.JPG (50.37 KiB) 3211 mal betrachtet
#315147
Hallo Medrow,

klar gibt es dass Werkstatthandbuch. Dieses, die Ersatzteilliste und die BA gehören bei mir zur Grundausstattung des Mogs.

Aber manches ist in dem Buch nun doch nicht geschrieben bzw es war ja für geschultes Werkstattpersonal gedacht und nicht für den Hobbyschrauber, der nun vielleicht zum ersten mal ein Vorgelege von innen sieht und das am eigenen kostbaren Mog.

Wäre alles so klar im WHB beschrieben, bräuchte es ja hier die Technik Rubrik nicht mehr. :D
#315154
Hallo Leute,

eigentlich sollte in dem Buch stehen:

Wie fummele ich es hin, wenn mir das Originalwerkzeug fehlt?


Zweitens enthält das Original WHB für mich oft keine zielgerichtete Anleitung, z.B. diesen einen Simmering zu tauschen. Es sind eher Anleitungen: Wie zerlege ich die komplette Achse.

Mein Vorschlag wäre, statt eines Buches, die gemachten Reparaturanleitungen in einer anderen Form, als im Forum abzulegen. Z.B. Baumstruktur und als PDF.


Noch ne Frage: Haben die 411 Fahrere eigentlich auch die ganzen Radvorgelege-Simmering Probleme. Die werden doch sicher stärker genutzt. Oder liegt es vielleicht genau daran?


Grüße

Sascha
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