Liebe UVGler,
es war soweit, der TÜV Termin war schon seit Tagen vereinbart. Der Mogl war zwar noch nicht ganz komplett (Stoßstange, Verdeck, Pritsche und die unteren Halbschalen der Bremsabdeckungen fehlten), aber das war für einen erfolgreichen TÜV nicht notwendig. Für Stoßstange, Verdeck und Pritsche war mir die Zeit ausgegangen, das wollte ich am Abend noch nachholen. Die Halbschalen hatte ich bewusst noch nicht montiert, damit nach der erster Probefahrt bzw. Fahrt zum TÜV die Bremsen noch eingestellt werden können.
Alle Flüssigkeiten waren drin, und somit konnte bzw. vielmehr sollte es los gehen. Der Motor sprang sofort an und zauberte mir ein breites Grinsen aufs Gesicht. Nach kurzem Lauschen wollte ich aus der Halle rausfahren, doch es tat sich nichts .... Schreck. Also Motor aus und nach der Ursache gesucht. Ich hatte schon alle mögliche Horrorszenarien im Kopf, aber die Ursache war recht simpel und schnell gefunden. Der Wählhebel für die Zwischengänge war in einer Zwischenstellung. Ich war einfach mit dem Hebelwald einfach noch nicht vertraut, auch verständlich, bei der wenigen Unimogfahrpraxis die ich bis dato hatte. Also Hebel rein und den Motor ein zweites mal neu gestartet. Wieder Grinsen, das mir aber gleich wieder verging. Der Spezl, der dabei war, winkte ganz hektisch: Ausmachen! Der Mog war leider "inkontinent". Hinten bei einer offenen Hydraulikrücklaufleitung saute Öl raus. Ich hatte ein der Eile keine "Endkontrolle" gemacht und logischerweise übersehen, dass ich am Ende der Leitung keine Kupplungsstück verbaut hatte und so die Leitung ungehindert sauen konnte. Also mal eben den Mog abgewischt. Um die Ölpfütze am Boden wollte sich mein Spezl und mein Vater kümmern, der bei dem besonderen Ereignis natürlich auch dabei war. Das Sägemehl konnte auch ohne mich seine Aufgabe verrichten. Ich schaute dass ich weg komme.
Also ging es an den dritten Versuch. Wieder sprang der Motor sofort an, ich konnte auch rausfahren und der Unimog war "dicht", insofern man von dicht bei Unimogs, das einem einzigen großen selbstfahrendem Getriebe gleicht, überhaupt sprechen kann.
Die 2 km offene Fahrt "oben Ohne" durch die herrlich oberbayrische Landschaft war ein Traum. Begeistert wurde ich auch von dem TÜV-Prüfer begrüßt, der ebenfalls Unimogliebhaber ist und dem übrigens der 403er gehört, den ich mir als Referenz ausgeliehen hatte.
Erste sehr gebührende Blicke und Worte, bis er sich die den Unimog genauer angesehen hatte. Da war Alles voller Öl, hinten wie vorne und das bis auf eine Höhe von ca. 1,2 m, besonders arg war es auf der rechten Seite. Mit dem Ölaustritt hinten konnte ich mir das nicht erklären. Es musste von vorne kommen. Also hab ich die Motorhaube aufgemacht und die Quelle des Öl war schon gefunden.
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Ich hatte massiven Ölaustritt am Hydrauliktank im Bereichs des Rückflussflansches, der mit vielen kleinen Schrauben und eine Dichtung am Tank verschraubt war. Der Grund war mir schnell klar. Ich wollte den Hydrauliktank in meinem Erneuerungswahn lackieren und dafür komplett zerlegen. Das Schauglas hatte ich schon draußen, da war ohnehin eine Ecke abgebrochen (war zwar nur ein Schönheitsfehler, aber es zählen ja vor allem die inneren Werte), beim Lösen der vielen Schrauben kaum wir was dazwischen. In der Zwischenzeit hatte ich mich jedoch auf ein Besseres besonnen und beschlossen den Flansch einfach abzukleben. Das Demontieren der vielen Schrauben wollte ich mir sparen. Dass ich die Schrauben noch nicht wieder angezogen hatte, sollte mir leider erst wieder durch das Ölbad bei der TÜV-Vorstellung in den Sinn kommen. Etwas Öl wäre nicht so schlimm gewesen, aber das Öl hatte sich über die Räder und den Fahrtwind komplett auf dem Unterwagen inkl der Bremsen verteilt. Das war der Knackpunkt. Da ich die Bremsen ggf. noch einstellen wollte, waren die unteren Halbschalen nicht montiert und so konnte sich das Öl komplett auf den Bremstrommeln und den Bremsbelägen verteilen. Alles weitere erübrigte sich.
Gefrustest ging es wieder nach Hause bzw. in die Werkstatt, wo das Sägemehl vom weiteren peinlichen Vorfall mit dem Ölfleck von heute zeugte.
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Wenn ich Pech hatte, brauchte ich wieder neue Bremsbeläge, wenn nicht sogar neue Bremstrommeln. Am besten wäre es gewesen, alle Räder gleich abzumachen, Trommel abziehen und mit Bremsenreiniger sauber machen. Aber es war schon 21:00 Uhr und ich hatte vor allem keine Lust mehr. Es mußte bis morgen früh warten. Und Ihr dürft auch bis morgen warten, dann gibt´s die nächste UVG.
Viele Grüße
Euer Martin