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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#439000
Guten Abend liebe Unimog-Kenner,

da mein Unimog 406 (Bj. 70) gerade neu besohlt wird und somit die Reifen ohnehin unten sind, habe ich mich entschlossen gleich mal nach den Bremsen zu schauen. Hinten links bremst er nicht recht, Feststellbremse auch schlecht. Also habe ich die Trommel herunter genommen. Erste Hürde waren gleich mal die beiden Schrauben, klar. Ich habe mich gefreut wie ein kleiner Junge als die endlich und unversehrt draußen waren. Dann die Trommel abgedrückt und die Freude fing an zu weichen. Trommel und Beläge sind noch gut, aber Nachstellexenter, Federn und Gewinde der Druckstange haben schon deutlich bessere Tage gesehen. da wird der Ersatzteilhändler sich wohl über Umsatz freuen. Also weiter mit der Demontage...

... und Federn aushängen; die beiden Splinte der Bremsbackenbolzen entfernt. Nun kommen wir zu meinem eigentlichen Problem und hoffe auf freundliche Unterstützung:

Es gelingt mir nicht die beiden Bremsbackenbolzen (#56 im Explosivbild) auszutreiben.

Folgendes habe ich bereits versucht:
1. Bolzen mit Austreiber und Hammer rausschlagen, wie im Reperaturhandbuch (42.2; 747.0; 18.2/3-D10 Abb. UR42-0954) beschrieben von innen nach außen.
(Insbesondere auf der vorderen Seite wegen des Stoßdämpfers garnicht so einfach.)
Zu rohe Gewalt möchte ich dabei jedoch nicht anwenden um den Bolzen nicht zu stauchen und die Passung zu zerstören. Nützt ja nichts wenn er sich 3mm bewegt und dann garnichts mehr zu machen ist ;O)
Nach dem sich der Bolzen kein Muggesäggele bewegte:
2. äußeren Sicherungsring (#58 im Explosivbild) entfernt, eine große Nuß drauf und mit einer Schraubzwinge Druck aufgebaut um den Bolzen un die Nuß zu drücken. Auch hier keine Bewegung. Daher noch ein paar kräftige Schläge mit dem Hammer. Ergebnis: keins.
3. Über drei Tage immer wieder kleinste Mengen WD40 drauf, damit die Beläge nichts abbekommen und nach Einwirkzeiten Nummer 1 und 2 wiederholt. Ergebnis: keins, außer wachsender Frustration.

Mir fallen nun noch zwei mögliche, aber drastische Maßnahmen ein die die Bolzen jedoch zerstören:
a. Bolzen anbohren, Gewinde reinschneiden und versuchen ihn durch Drehung soweit zu lösen bis er sich austreiben läßt.
b. Bolzen komplett rausbohren. dabei befürchte ich könnte man jedoch die Passung erwischen falls ich schief bohre. Ggf. reicht zumächst ein kleiner Durchmesser um den Bolzen etwas die Spannung zu nehmen.


Bevor ich zu diesen Mitteln greife habe ich genauso viel Zeit mit Forumssuche wie mit werkeln verbracht. Leider keinen passenden Eintrag gefunden; nur einen Hinweis auf einen ähnlichen Thread.

Sicher ist unter den Mitgliedern ein freundlicher Mensch mit einem guten Tipp wie ich die Bremsbackenbolzen raus bekomme?

Erhitzen habe ich als gute Idee bisher ausgeschlossen da Bolzen, Bremsbacke und Gehäuse gleichermaßen erwärmt werden würden und und und...

Schon jetzt lieben Dank

Thilo
#439010
Hallo Thilo

Wenn trotzt tagelangem Einwirken von Rostlöser keine Bewegung ins Spiel kommt, kannst du den Bolzen hohlbohren und von innnen mit der Flamme erwärmen. Die Spannung kann sich nach innen abbauen und nach dem Erkalten schrumpft der Bolzen. Dann kannst du ein 12er oder 16er Gewinde einschneiden und mit einem Schlagauszieher herausziehen. Beim Ausziehen besteht keine Gefahr, das sich der Bolzen aufweitet, so wie beim Durchtreiben.
Das nächste Problem sind vermutlich die Exenter. Ich mache die Mutter heiß, bis der Hohlstift beim Drehen aufgibt und du den Sechskant abnehmen kannst. Es ist kein Gewinde darunter sondern nur ein runder Zapfen. Den hinteren Stummel wieder heiß machen und abkühlen lassen, dabei vorne den Exenter mit einer großen Rohrzange drehen. Die Tellerfedern unter dem Exenter sind sowieso immer mullo.
#439025
Hallo zusammen,

@ Thilo ich hatte auch das Problem mit den fest gegammelten Bolzen.

Ich habe das Auge in dem der Bolzen steckt mit dem Autogen-Schweißgerät angewärmt.

Am besten geht das zu zweit. Einer wärmt von außen vorsichtig an, der andere liegt unter dem moggl und treibt den Bolzen mit einem Rundstahl und schweren Hammer von innen nach außen raus. Von außen nach innen geht nicht, ist nach hinten zu wenig Platz. Der Rundstahl sollte auch lang genug sein, weil sonst das Differential stört und man mit dem Hammer nicht ordentlich ausholen kann.

Wichtig ist dabei, mit einem großen Brenner anzuwärmen und nur mit der Beiflamme, nicht mit der Schweißflamme. Ständig pendeln, nicht nur an einer Stelle anwärmen und auf keinen Fall glühend machen. Nicht auf den Bolzen halten.

Den Bolzen kann man reinigen und wieder verwenden. Die Exzenter lassen sich am besten so ausbauen wie Helmut es beschrieben hat, sind auch wieder verwendbar.

Von den Tellerfedern brauchst Du pro Rad zwei Stück, war bei meiner Reparatur der teuerste Posten.

Gruß Lothar
#439028
Hallo Helmut, Lothar,

danke für eure Hilfe. Zunächst werde ich dann wohl Lothar's Weg nehmen. Eventuell den Bolzen gleichzeitig mit Kältespray abkühlen. Dann können die Teile (hoffentlich) wiederverwendet werden.

Wenn das nicht hilft, kann ich immernoch bohren und Helmut's Pfad einschlagen.

Die Aktion muß jetzt wohl ein paar Tage ruhen bis ich dazu komme, aber wenn es geschafft ist melde ich mich wieder.

Gruß
Thilo
#439090
Hallo Thilo,

bei meinem U 421 hatte ich das gleiche Prob. Kräftige Schläge habe ich mir nicht getraut. Hatte Angst um das Gehäuse. Ich habe es mit Rausbohren gelöst. Der Aufwand war greinger als ich dachte. Ich habe von außen ein Sackloch gebohrt, langsam steigender Durchmesser und ein paar mm Wandung gelassen. Dann konnte ich den Rest nach innen durchschlagen. Die Bolzen kosten nur ein paar €.

Gruß
Adi
#439223
Hallo Thilo, ich hatte bei meinen 406er Bj 73 auch das gleiche problem wie Du nur ich hatte das an allen 4 Bremsen. Die Bremsbacken haben sich weder vor noch zurück bewegt...ich habe von Liqui Moli den MOS2 Rostlöser genommen, WD40 ist für solche sachen nicht zu gebrauchen, und immer wieder die Bolzen eingesprüht über nacht einwirken lassen und am nächsten Tag langsam mit den Hammer versucht die Bremsbacken zu bewegen... ich hab über eine Woche gebraucht eh die sich dann von Hand bewegen liesen...aber ich hab es hinbekommen und dann auch die Bolzen rausbekommen. Ich hab dazu einen Kupferstab genommen und die Bolzen mit einen Hammer rausgeschlagen. Bei den Exentern hatte ich wenig erfolg..da musste ich die Flex ansetzten und den Stift durchtrennen. Alle 8 Exenter mit Tellerfedern und Spannstiften haben mich so um die 380 Euro in der SternApotheke gekostet...die gibt es leider nur Original. Dann habe ich alles schön mit Sandpapier sauber gemacht und schön mit Alupaste alles neu zusammengebaut.
Ich wünsch Dir viel erfolg und ausdauer bei Deinen Vorhaben.

GLG der Olli (mog)
#440011
Hallo liebe Gemeinde,

eines gleich vorweg: Es ist vollbracht! :party Und vielleicht hilft die Information, falls jemand sich wieder mit den Bolzen quält.

Also wie habe ich es gemacht:

1. Zunächst mit der sanften Methode über Tage mit Rostlöser eingeweicht und mit der unsanften Methode versucht auszutreiben.
Leider blieb dieser Weg ohne Erfolg, daher eins drauf gesetzt:

2. Mit dem Brenner heiß gemacht und wieder durch kräftige Schläge versucht auszutreiben. An dieser Stelle vielen Dank für das Brenner bedienen an meinen Assistenten :danke
Leider blieb auch das Einschlagen dieses Weges ohne Belohnung.
Also habe ich mich für die nächste Variante entschieden.

3. Mittlerweile wurden die Bolzen durch die "kräftigen Schläge auf den Hinterkopf" schon ordentlich gestaucht und neue sind im Preis ertäglich. Daher habe ich sie aufgebohrt. Allerdings nicht mit Tasche, sondern komplett durch. Erst kleine Bohrer, dann immer größere; klar. Nachdem meine Freunde immer noch keine Anstalten machten ihren fest angestammten Platz zu verlassen, habe ich letztlich das Blatt der Metallsäge durchgefädelt (und Säge wieder zu). Nun vorsichtig zwei bis drei Schnitte vom Zentrum in Richtung außen. Achtung: hier nicht zu weit sägen um den Sitz nicht zu beschädigen; eigentlich auch klar. Ich Habe einen kleinen Grad stehen gelassen. Im nächsten Schritt die verbleibenden Segmente in Richtung Bolzenmitte klopfen. Im letzten Schritt die Segmente entweder austreiben oder mit der Gripzange rausziehen.

Hurra! Zwei Minuten Freude!

... und dann erwartete mich die nächste Überraschung: Die Bremsbacken, die mir jetzt förmlich entgegenfallen sollten, wollen ihren Platz ebenfalls nicht verlassen. Auch denen muß ich wohl sehr bestimmt entgegen treten :wink: . Aber auch das ist zu schaffen.

P.S.: Nochmals vielen Dank für eure Unterstützung!
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