Liebe UVGler,
es ist soweit, es gibt die 60ste und letzte UVG zu meiner Moglrestauration, und die Betonung liegt auf Moglrestauration und nicht letzte UVG. Ich schätze mal, wenn ich mal wieder etwas mehr Luft nach dem Hausbau haben werde, dass es die eine oder andere Gschicht gibt, entweder vom Erlebten oder von einer weiteren Restauration, es gibt ja da noch u. a. das Fröschli, wie Christian richtig bemerkt hat, den Kermit, usw. … Aber das ist erstmal Alles Zukunftsmusik. Mal sehen welche Pfade es nehmen wird. Peter hat es schon so schön ausgedrückt. So und jetzt zurück zum Mogl.
Meinem Mogl fehlten noch der Unterfahrschutz, der Frontkraftheber, die Stoßstange, das Gerätedreieck und noch ein paar Kleinigkeiten wie etwa der Verbau des Beifahrerheizungsschlauches. Der eine oder andere wird den Schlauch wahrscheinlich schon auf einen Bild von der Hochzeitsreise unverbauter Weise entdeckt haben. Die einzelnen Komponenten waren schnell montiert, zu schnell bei der Stoßstange. Ich habe die einfach ohne groß zu Überlegen in meinem blinden Schrauberwahn angeschraubt. Erst Tage oder Wochen später sollte ich feststellen, dass ich sie falsch montiert habe. Die Aussparung für die Zapfwelle war nicht rechts oben sondern links unten

. Wie gut dass mir das nicht vor Königssee passiert ist. Das wäre blamabel gewesen

. So hab ich sie später einfach ohne großes Aufhebens wieder gedreht, aber es gibt dann doch das eine oder andere Bild, das von meinem Fauxpas zeugt. Beim Frontkraftheber habe ich den Zylinder ein paar mal gedreht und gewendet und auch bei den Königsseebildern gespickt, bis ich passend verbauen konnte. Der relativ einfach wirkende Heizungsschlauch für die Beifahrerseite war eine Frimmelei, aber so schnell schockte mich jetzt nichts mehr. Zu guter Letzt kam dann noch das Gerätedreieck, das ich kurz davor gekauft hatte. Obwohl ich eigentlich nur ein Anbaugerät für vorne hatte und es nicht unbedingt brauchte, es musste einfach sein. Es gehörte einfach zum vollen Ornat mit dazu. So stand jetzt der Unimog in 1:1 genauso vor mir, wie es der Modellunimog seit Weihnachten des Vorjahres tat. Ich weiß nicht, ob ich es durchgestanden hätte, wenn das Modell nicht gewesen wäre. Ich sah es während der Woche immer beim Aufstehen und ins Bett gehen, da es auf meiner Schlafzimmerkommode stand. Somit hatte ich immer wieder mein Ziel vor Augen. So sollte er mal aussehen. Bis auf den Unterschied mit dem Scheibenbremsen und dem kleinen anstatt großen Verlagerungsgetriebe tat er es jetzt auch.
Dass er jetzt so aussah, dazu haben sehr viele Leute beigetragen. Direkt und indirekt, die einen mehr, die anderen weniger. Dafür wollte ich mich bei Allen bedanken, und wie es in Bayern so üblich ist, macht man das mit einem Weißwurstfrühstück. Und alle sind gekommen, angefangen vom Albert, der mir den Unimog vermittelt hat, über Luggi, der ihn probegefahren hat und gsagt hat, „
den kannst kaffa“ bis hin zu meinem Neffen, der auch mal Hand angelegt hatte. Angefangen hat es um 10 Uhr, kurz danach wurde angezapft. Der Hof füllte sich schnell mit Autos und die Bänke mit den Helfern. Meine Neffe und meine Nichte entdeckten schnell wie universell der Unimog ist und saßen überall probe. Es war ein richtig schönes geselliges Zusammensitzen vielen guten Gesprächen. Die letzten sind gegen 17 Uhr gegangen. Wer leider wenige Wochen danach von uns gegangen ist, war Rasi, mein Verwandter und Besitzer des Fuhrunternehmens, er starb an einem Herzinfarkt. Er war derjenige, der mir am meisten gezeigt und beigebracht hat und immer eine Lösung hatte. Ohne ihn könnte ich vermutlich die UVGs heute nicht erzählen. Um so trauriger bin ich, dass er nicht mehr da ist. Was mich aber freut ist, dass ich ihn durch die Unimogrestauration überhaupt erst richtig kennenlernen und schätzen durfte. Zuvor hatte ich, da er nur ein entfernter Verwandter war, so gut wie keinen Kontakt zum ihm gehabt. Apropos Kontakte. Es war unwahrscheinlich, wie viele Leute ich durch meine Unimogrestauration kennengelernt habe und jetzt durch die Unimog Community bzw. durch die Tatsache, dass ich einen Unimog habe, immer noch kennenlerne und wie der Unimog als Botschafter bzw. Netzwerker funktioniert. Ich war selten mit so vielen Leuten so schnell vertraut wie mit Unimogkollegen. Es bereichert ungemein. Das ist für mich das Schöne am Unimog. Es ist nicht nur ein Nutzfahrzeug, sondern es ist eine ganze Welt von Unifizierten damit verbunden! Es ist ein Art Lebensphilosophie und jeder hat seine eigene Virusgeschichte. Und ihr habt jetzt meine gelesen und miterlebt. Ich hoffe es hat Euch gefallen und vielleicht den einen oder anderen inspiriert.
Liebe Grüße
Euer Unimog-Virus-Gschichten-Martin