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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#44825
Moin Mogler,

ich fahre ja öfters einen U1000 und der hat einen Gasbock. Der Fußschalter befindet sich links vorm Sitz im Boden. Als ich LKW-fahren gelernt hab' brauchte man so einen Gasbock (Verschluß des Abgasweges) um dem Motor abzustellen und um bei Bergabfahrt abzubremsen, weil die Trommelbremsen sonst (ver-)glühten und einfach nicht mehr bremsten. Damals hieß das noch nicht "fading" :lol:

Bei dem U1000 hat der Gasbockschalter eine Macke. Wenn's kalt ist geht der nicht wieder raus und man muß aussteigen und im Radkasten an den Schalter klopfen, bis der wieder hoch kommt. Deshalb benutzt man ihn tunlichst nicht. Hier in Sachsen sind die Berge auch nicht so steil, da reicht auch einfach schieben lassen und eventuell kurz aber hart zwischenbremsen. (Und die Bremsen sind bislang kein Grund zur Klage)

Ist so eine Abgasbremse nötig? Gibt es andere Anwendungen dafür? Will man Bremsenwartung damit sparen? (Wenn die Funktion vorgeschrieben wäre, wäre das ja erfüllt)
#44850
Hallo Hinack

Die Bezeichnung Gasbock habe ich noch nie gehört, ich kenne das von Dir beschriebene Teil nur als Motorbremse.
Ich denke mal das am Auspuff die Einstellung von der Abgasklappe nicht stimmt oder der Zylinder hakt und deshalb die Rückstellung nicht fuktioniert.
Vorgeschrieben ist so eine " dritte " Bremse nicht und bevor Du die Euros zu DC trägst, die Teile für die Motorbremse sind bestimmt nicht billig, bau den ganzen Kram aus.
Wichtig ist das die Abgasklappe in offener Stellung fixiert oder ganz entfernt wird.
Ob sich beim Mog durch die Motorbremse das Leben der Bremse entscheident verlängert bezweifele ich.
Bei meinem U1300 ist überhaupt keine Motorbremse verbaut und der Motor bremst bei Bergabfahrt so gut das ich bei einem Gewicht von 5,5 to
kaum bremsen muß.

Gruß Andreas
#44866
@andreasU1300,

dann bist Du noch keine richtigen Berge gefahren. Die Bremsscheiben des 416 / u1300 (sie sind einfach völlig baugleich) sind nicht in der Lage, die Wärme abzuführen, wenn es wirklich steil bergab geht und der Unimog mit 5-6t Gewicht unterwegs ist. Da ist die Gefahr groß, daß die Beläge durch Überhitzung verglasen und dann ist die Bremsscheibe ganz schnell kaputt. Als Wohnmobil mit hohem Gewicht und Fahrten in bergige Regionen ein unverzichtbares Ausrüstungsteil. Die Motorbremse schont auch im flachen Land die Bremsbeläge und erhöht die Standzeit der Selbigen beträchtlich.

Andreas, mir ist nicht ganz klar, wie Du so einen Tipp geben kannst, obwohl Du keine Erfahrung mit der Motorbremse am Unimog hast?

@hinack, wechsle Deinen pneumatischen Schalter und die Motorbremse geht wieder.
#44881
Hallo

@ unimurr
Andreas, mir ist nicht ganz klar, wie Du so einen Tipp geben kannst, obwohl Du keine Erfahrung mit der Motorbremse am Unimog hast?

Ich kann nur das sagen was ich mit meinem U1300 erlebt habe, da bin ich bis jetzt viele Berge runtergefahren ohne die Fußbremse allzuoft zu benutzen. Der Motor bremst genug.
Und zur Beruhigung ich fahre beruflich 40 to und weiß wovon ich Rede, in Bezug auf Motorbremse, die Wirkung ist bei allen LKW die gleiche.

Gruß Andreas
#44981
servus bremsergemeinde,
also wir sind mit unserem 416er richtig berge gefahren. was sind nun richtig berge?
wenn wir die franz. alpen als maß nehmen, ist es glaub ich ok, oder!?
wir haben keine motorbremse und haben viele pässe in dieser region sowie im piemont und ligurien erfahren! schotter und teer, das hat ordentlich funktioniert.
ich will damit sagen sie ist nicht zwingend notwendig, aber....
jetzt kann man sagen (wer uns kennt) ihr habt ja dabei öfter pause gemacht zum filmdrehen!
richtig und falsch.
die pässe wurden von uns oft zur betrachtung befahren ohne drehpause.
lediglich konnte es passieren das wir im ersten gang bergab gefahren sind.
alte regel: mit dem gang wos rauf geht auch runter!
zudem hab ich mich über die motorbremse für unser modell beim unimoghändler um die ecke (zum glück ca. 1km) informiert.
dort wurde mir, und jetzt kommts, vom einbau nicht gerade abgeraten, aber.......
sie meinten einhellig, der preis zum nachrüsten würde nicht im verhältnis zur wirkung stehen :cry:
und sie würde mit der zeit sowieso nicht mehr richtig funktionieren.
dabei wurde nicht klemmen gemeint, sondern die funktion würde aufgrund undichtigkeit der klappe nicht ausreichend funktionieren.
nun möchte ich hier eine frage aufwerfen:
wie gut ist die motorbremse?
ich spiele immer noch mit dem gedanken sie einzubauen. eben auch aus dem grund, bremsbeläge und scheiben zu schonen.

grüße horst
#44982
Hallo Horst,

die Aussage deines Händlers kann ich nicht bestätigen. Ich fahre mit der Motorbremse jetzt über 20 Jahre in zwei Unimog und bis jetzt gehen sie einwandfrei.
Die Bremswirkung kann man so definieren, dass Du einen Gang höher den Berg abfahren kannst. Viel interessanter ist sie aber im täglichen Betrieb, da Du, bei vorrausschauender Fahrweise, die Fußbremse praktisch nur noch zum unmittelbaren Stehenbleiben benützt.

Frei nach DC ist das natürlich unbezahlbar.
Der unimurr arbeitet aber gerade just an der Doku zu seiner selbstkonstruierten, pneumatischen Motorbremse. :)

Der Hauptkostenpunkt ist der Abgaskrümmer. Da es aber für den Krümmer eine Einheitsgussform gab, ist jeder normale Abgaskrümmer umrüstbar auf die Klappenmechanik. Die Kleinteile sind dann nicht mehr so dramatisch. Ich habe es aber noch nicht zusammengerechnet.

also Geduld, die Doku naht.

Gruß

Franz

BildBild
Zuletzt geändert von unimurr am 23.11.2004, 16:54, insgesamt 2-mal geändert.
#44983
Hallo,

@Andreas

Wenn Du glück hast haben wir bald wieder einen Beitrag wo sich verschiedene Leute die Köpfe einschlagen dank der Deiner Bemerkung. :thumbup:

Das Problem ist das bei den Motorbremsen nur eine Klappe im Auspuff geschlossen wird (Rückstau) und die Einspritzpumpe weggeregelt wird.

Die Bremswirkung ist nicht der HIT und auf keinen Fall mit einem heutigen Retarder zu vergleichen.


Gruß


Thomas
#44988
Hallo,


also ich kenne auch nur den Begriff Motorbremse. Soweit ich mich erinnere hatten wir bei Mercedes auch die Möglichkeit die Motorbremse nachzurüsten. Es wurde knapp 30-40cm nach dem Krümmer ein Schnitt im Abgasrohr gemacht und das Motorbremselement eingefügt. Die Rohrenden wurden umgebürtelt und zuvor Abgasrohrmuffen aufgeschoben. Die Förderstange der Einspritzpumpe wurde mittels Luftzylinder auf Nullförderung gezogen.


@Unimurr

so wie ich das Bild sah, ist die Motorbremsklappe sehr dicht am Krümmer montiert. Wir hatten damals sehr viele Probleme mit "abgebrannten" Motorbremsklappen. Das lag an zu hoher Abgastemperatur die auf das geschlossene Klappenventil trafen.
Wäre nett zu erfahren, ob dies auch im Dauerbetrieb unter Last reibungslos funktioniert.


Ob es allerdings dieses Motorbremselement Heute überhaupt noch bei Daimler gibt----keine Ahnung. Gab es damals in meiner Lehrzeit zum nachrüsten.


Aber aus eigener Erfahrung mit 4 eigenen 40to Sattelschleppern. Klar sind Motorbremse und Retarder von der Leistung absolut nicht vergleichbar. Retarder verfügt über ein vielfaches Plus.
Allerdings läßt sich sich mit einer Motorbremse und einem geübten Fahrer ein vielfaches an Bremsenverschleiß reduzieren.


@Andreas

wieso Köpfe einschlagen?Bild
Kann doch so viel einfacher sein.




Gruß

Oliver
#44989
Moin,

ich kann mich bei der Wirkung der Abgasklappe nicht anschließen, von wegen "nicht der HIT". Gerade für gleichmäßig entschleunigtes Bergabfahren mit voller Beladung ist sie der "HIT" schlechthin. Bei etwa 10t Gesamtgewicht ist es schon sehr angenehm den Gasbock zu treten und den Berg gleichmäßig und zügig runterzupoltern, als vorher schon aus Angst vorm Fading soweit abzubremsen, daß man den Berg eigentlich nur runterschleicht. (Und wer die Angst kennt, die aufkommt, wenn noch viel Berg aber nur noch wenig Bremswirkung da ist, der weiß auch wie langsam das sein kann und sein muß)

Und wenn ich ehrlich bin vermisse ich den Gasbock schon ein Wenig. :cry:

Wird eigentlich wirklich die Einspritzung weggeregelt? Ich hatte eher den Eindruck, der Abgasweg wird nur verengt und sonst nichts. Jedenfalls qualmt der Unimog fürchterlich, wenn man versucht trotz klemmendem Gasbock wieder Fahrt aufzunehmen.
#44994
Hallo,

@oliverkroh
bei unserem 1113er bei der Feuerwehr kann man trotz betätigter Motorbremse noch "gasgeben". Wenn man dann von der Bremese runtergeht qualmt er kurzzeitig extrem. Bist Du sicher dass das beim Daimler immer so ist mit Nullförderung der EP?
Wie stehts beim Vergleich Konstantdrossel zu Retarder? Ist da noch ein grosser Unterschied?

@snakewheels
Ein Vergleich Retarder zu alter Unimog Motorbremse ist wohl so fair wie 84PS 406 zu >500PS im Actros ;-)

@unimurr
da ich vom LKWs her Motorbremse gewohnt bin vermisse ich die M-Bremse bei meinem Mog extrem. Vor allem zum (Trommel-)Bremse schonen. Es war wohl mal eine drin aber die Klappe im Krümmer ist scheins (laut Aussage der Werkstatt) nicht mehr gängig. Und das Pedal fehlt auch. Ich wäre an Deiner Konstruktion daher sehr interessiert (wirst Du da nur Doku oder auch Material und Einbau anbieten?)

Gruss Andreas
#44999
Hallo,

@caspix

hast mich jetzt echt verunsichert, aber ich denke das es auch beim 1113er so ist. Ist doch ein alter Rundhauber oder? Bin der Meinung das der noch eine mechanische Rückstellung(über Gestänge die immer geschmiert werden mußten) hat, die Du übertreten kannst. Gehe aber gleich mal raus zu meiner Feuerwehr und schaue es mir genau an.



Gruß

Oliver
#45006
@hugge,
dann hast Du ein Blechpedal rechts hinten im Fahrerfußraum. Im 406/416 gab es nur die mechanisch betätigte Motorbremse.

@oliver,
Wäre nett zu erfahren, ob dies auch im Dauerbetrieb unter Last reibungslos funktioniert.
Steht deutlich im Posting von mir oben.
die Aussage deines Händlers kann ich nicht bestätigen. Ich fahre mit der Motorbremse jetzt über 20 Jahre in zwei Unimog und bis jetzt gehen sie einwandfrei.
Technische Details stehen dann in der Doku

@caspix,

die meisten Teile sind Teile von DC und dort ganz normal zu kaufen. einige Teile müssen angefertigt werden und die Elektrik muß auch nach Bedarf verdrahtet werden. Ich habe nicht vor, einen Bausatz anzubieten, sondern nur die Idee und die Anleitung zum Selbstbau.

Gruß

Franz
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