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Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#507858
Motorblock_OM636.jpg
Motorblock_OM636.jpg (93.84 KiB) 2213 mal betrachtet
Hallo,

eher zufällig habe ich heute bei einer Ausfahrt mit meinem 411.119 festgestellt,
dass bei Volllast und entsprechender Wärme Kühlwasser zwischen Motorblock und Zylinderkopf austritt
(an mehreren Stellen).
Das sind immer nur ganz geringe Mengen, man kann sie aber gut erkennen, weil das verdampfte Kühlmittel
auf dem schwarzen Block helle Spuren hinterlässt.
Das Bild zeigt das nur ansatzweise, denn leider habe ich unterwegs mit einem Lappen die Stellen teilweise abgerieben.
Ich meine mich erinnern zu können, dass mir solche Spuren schon vor einiger Zeit aufgefallen wären.

Der Motor springt einwandfrei an, hat normale Leistung, die Abgase sind unauffällig (weder schwarz noch weißer Qualm).

Zur Vorgeschichte: Vor 2,5 Jahren habe ich einen neuen Zylinderkopf (Mogparts) gekauft und montiert.
Damit bin ich jetzt rund 1.600 km gefahren (70 Betriebsstunden).
Verbaut habe ich damals eine Elring Klinger Dichtung, Teile-Nr. 832.830, Dicke 1,2 mm.

Was meint ihr? Muss ich den Kopf komplett abnehmen und brauche ich eine neue Dichtung oder reicht es aus, alle Schrauben zu lockern und in den vorgeschriebenen Stufen mit dem entsprechenden Drehmoment neu anzuziehen?
Habe ich vielleicht die falsche Zylinderkopfdichtung verwendet?

Danke für Eure Einschätzungen.
Herzliche Grüße

Uwe
#507869
Hallo Uwe
Es hilft alles nix. Der Kopf muss runter.
Selbst wenn beim nachziehen augenscheinlich alles dicht ist können geringe Mengen Wasser in die Brennräume gelangen .
Das ist wahrscheinlich schon passiert und je schneller du das reparierst desdo länger hast du was vom Motor.
Ist der Motor mal zu heiß geworden oder zu schnell auf Temperatur gekommen?
Hast du das sogenannte 2 oder 3 Wege System?
Grüße Jürgen
#507891
Hallo Jürgen,

erstmal vielen Dank. Was sein muss, muss sein.
Ich habe übrigens den 3-Wege-Thermostat (Nachbau von Mogparts). Bei normaler Fahrt liegt die Temperatur um 80° C, bei längerer Steigung und höherer Außentemperatur so um 85 - 90 °C, bei größter Hitze und sehr langen Steigungen hatte ich auch schon 92 - 93°C.

Kannst Du oder ein anderer freundlicher Mogler mir sagen, ob ich die "alte" Zylinderkopfdichtung wieder verwenden kann (wird
ja wohl von einer Sichtprüfung abhängen) oder eine neue von Elring (gleicher Typ) oder eine von Reinz beschaffen soll?

Und: Sollen die Zylinderkopfschrauben gefettet (mit normalem Fett) oder geölt werden?
Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich die Schrauben mit einer Stahlbürste gesäubert und dann mit Öl versehen.

Danke für Eure Tipps.

Viele Grüße
Uwe
#507892
Hallo Uwe
Die alte Dichtung kann man selbstverständlich NICHT mehr nehmen.
Es gibt hier im Forum einige Berichte über die Reparatur und auf was man achten muss.
Man kann viel falsch machen und du möchtest es bestimmt nicht öfters machen oder?
Wichtig ist auch das die Gewinde für die Zylinder Kopf schrauben im Motorblock gereinigt bzw. nachgeschnitten werden.
Um ein gleichmäßiges anzugs Drehmoment des Kopfes herzustellen.
Hol dir eventuell Hilfe beim aus und Einbau.
Und macht die Arbeit wie ein Chirurg.
Grüße Jürgen
#507951
Hallo, bevor ich den Zylinderkopf komplett demontieren würde, würde ich persönlich erst einmal folgendes prüfen:
wieviel Kühlwasser fehlt denn, dazu den Deckel des Ausgleichsbehälters öffnen und nachschauen, wie der Kühlwasserstand ist.
Eine weitere relativ einfache Sichtprüfung wäre , ob das Kühlwasser wirklich aus dem Verbindungsbereich Zylinderkopf / Motorblock kommt, oder ob es nicht von anderer Stelle zugeflossen sein kann. Das würde ich zunächst bei kaltem Motor und nach Kontrolle der Kopfschraubenanzugsmomente auch bei laufendem Motor anschauen.
Ein Nachkontrollieren der Anzugsmomente der Zylinderkopfschrauben bei dieser Laufleistung nach Instandsetzungsmassnahmen bei derartigem Schadbild würde ich ebenfalls durchführen.
Wenn Messmöglichkeit vorhanden, würde ich auch noch den Kompressionsdruck prüfen.
Wenn dann doch der Zylinderkopf abgenommen wird - ich sehe das nicht als den grösstmöglichen Mogschaden an - achtet an der Dichtung, ob da auch an allen Wasserkanälen Durchlass war, denn es gibtb da Zylinderkopfdichtungen verschiedener Bauart, wo z. Teil nicht für jede Bohrung ein Durchlass ist.

Stefan Fuchs
#508012
Hallo Stefan,

danke für Deine ausführliche Antwort.
Ich hatte die Motor-Abdeckung entfernt und konnte so beim Fahren (lange Steigung, große Motorlast) gut beobachten,
wie es an zwei Stellen das Kühlwasser zwischen Zylinderkopf und Block herausgedrückt hat. Es handelt sich um nur sehr wenig Wasser, so dass das im Ausgleichsbehälter nicht auffällt.
Heute habe ich nochmals bessere Bilder gemacht - der Wasseraustritt ist auch an weiteren Stellen recht gut sichtbar.
Bezüglich der Zylinderkopfdichtung habe ich die alte (die ich 2014 ausgebaut hatte) mit der Elring 832.830 (die ich 2014 verbaut habe) verglichen - da kann ich keinen Unterschied erkennen. Alle Bohrungen sind so, wie sie sein sollten. Außer, dass die Elring aus sehr festem Material bestand...

Leider habe ich keine Möglichkeit, die Kompression zu testen, aber wie schon geschrieben - leistungsmäßig ist alles o.k. und auch die Abgase zeigen keinen Eintritt von Kühlwasser in den Verbrennungsraum.

Bevor ich alles zerlege, werde ich zunächst - wie von dir empfohlen - die Anzugsmomente der betreffenden Schrauben prüfen.

Viele Grüße
Uwe
Dateianhänge:
Kühlwasserverlust_OM636.jpg
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Zylinderkopfdichtung_alt_Elring.jpg
Zylinderkopfdichtung_alt_Elring.jpg (95.42 KiB) 1989 mal betrachtet
#520248
Hallo,
ich wärme dieses Thema nochmals auf, weil ich jetzt erst dazu gekommen bin, nach der Ursache der Undichtigkeit zu schauen.

Kurz zur Vorgeschichte:
Dichtung von Elring (832.830) wurde im November 2014 eingebaut. Nach knapp 70 Betriebsstunden (2,5 Jahre) habe ich im August 2017 eine Undichtigkeit zwischen Zylinderkopf und Block bei höherer thermischer Belastung festgestellt. Seither habe ich den 411er nur noch zwei Betriebsstunden sanft bewegt und bin jetzt am Wochenende dazugekommen, den Z-Kopf herunterzumachen.

Ich habe vieles erwartet oder auch befürchtet, aber nicht das:
Bild 1: Die Dichtung zeigt schon Abrisse/Teile sind auf dem Block verblieben.
Bild 2: Ich habe versucht, die Dichtung vom Kopf zu lösen, aber sie hat sich in zwei Teile gelöst und verblieben ist auf dem Kopf eine festgebackene schwarze Dichtungslage. Völlig unerklärlich ist für mich, wie verschoben diese Lage auf dem Kopf ist - schaut euch nur mal den Versatz bei den Kühlkanälen an.
Bild 3: Zeigt die Dichtung im November 2014 beim Einbau - hier ist noch alles wunderbar


Was könnte Eurer Meinung nach hier passiert sein?

Herzliche Grüße
Uwe
Dateianhänge:
ZKD nach Demontage des Kopfes - Mai 2018
ZKD nach Demontage des Kopfes - Mai 2018
Bild1_ZKD_Elring.jpg (96.78 KiB) 1835 mal betrachtet
ZKD - verbliebene Lage auf dem Kopf - Mai 2018
ZKD - verbliebene Lage auf dem Kopf - Mai 2018
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ZKD beim Einbau - November 2014
ZKD beim Einbau - November 2014
Bild3_ZKD_Elring.jpg (88.15 KiB) 1837 mal betrachtet
#520252
Hallo Uwe,

ich habe keine Erfahrung auf dem Gebiet, kann also nicht sagen, ab wann die Zylinderkopfdichtung anhaften darf.

Aber die Bilder 1/2 und 3 sind für mich nicht vergleichbar. Bild 1/2 zeigt die Dichtungsreste auf dem Zylinderkopf, Bild 3 die lose aufliegende Dichtung auf dem Rumpf.
#520265
Hallo Uwe,

der Versatz mancher Bohrungen am Kopf verglichen mit der Dichtung scheint normal zu sein. Die Abdrücke auf einem meiner Köpfe zeigen etwa das gleiche Bild wie bei Dir.

Aber dass eine ganze Schicht der Dichtung am Kopf kleben bleibt, habe ich auch noch nicht gesehen.

Zeig doch bitte noch die - vorsichtig gesäuberte - skalpierte Dichtung von oben.
Dateianhänge:
P1110343_klein.jpg
P1110343_klein.jpg (75.97 KiB) 1795 mal betrachtet
P1110344_klein.jpg
P1110344_klein.jpg (74.06 KiB) 1795 mal betrachtet
#520278
Hallo Uwe,
ich habe die gleiche Kopfdichtung verbaut ich hoffe nicht das mir so etwas blüht. Die letzte Dichtung die ich hatte war eine Reinz, die war soweit in Ordnung. Auch die Orginale erste Kopfdichtung sah noch ziemlich gut aus und hinterließ nur wenig Spuren. Die Spuren wie man bei deinem Kopf sieht kann man immer mal wieder bei gebrauchten zu verkaufenden Köpfen.
#520283
Hallo Christoph,

ich habe hier noch ein paar Bilder von der Oberseite gemacht, also die dem Zylinderkopf zugewandten Seite,
eingestellt. Für mich als Laien sieht es so aus, als ob sich die Dichtung in ihre Bestandteile zerlegt hat.
Natürlich ist die Aufteilung in mehrere Schichten/Lagen erst durch das Abziehen vom Kopf entstanden,
aber die Dichtung ist ja üblicherweise sehr widerstandsfähig und eine untrennbare Einheit.

Spannend wäre, was die Experten vom Hersteller dazu sagen würden...
Hier habe ich eine interessante Broschüre von Elring zu Zylinderkopfdichtungsschäden, aber leider ist mein bzw. ein vergleichbarer Fall dort nicht aufgeführt: http://www.elring.de/fileadmin/Dateiabl ... web_de.pdf

Habt ihr schon ähnliches erlebt?

Viele Grüße
Uwe
Dateianhänge:
Defekte ZKD von oben aus (dem Zylinderkopf zugewandte Seite) - der Knick stammt vom Abziehen der Dichtung
Defekte ZKD von oben aus (dem Zylinderkopf zugewandte Seite) - der Knick stammt vom Abziehen der Dichtung
Bild7_ZKD_Elring.jpg (94.27 KiB) 1726 mal betrachtet
Defekte ZKD von oben aus (dem Zylinderkopf zugewandte Seite)
Defekte ZKD von oben aus (dem Zylinderkopf zugewandte Seite)
Bild6_ZKD_Elring.jpg (90.37 KiB) 1726 mal betrachtet
Defekte ZKD von oben aus (dem Zylinderkopf zugewandte Seite)
Defekte ZKD von oben aus (dem Zylinderkopf zugewandte Seite)
Bild5_ZKD_Elring.jpg (97.29 KiB) 1726 mal betrachtet
#520286
Hallo Uwe,
das eine ZKD an Kopf oder Block kleben bleibt ist
relativ normal, habe schon etliche mit Spachtel
und Schmirgel entfernt.
Manchmal echt schwierig, da man ja die Fläche nicht
beschädigen möchte.
Wenn Sie irgendwo zerrissen ist kann man daraus nicht
schliessen, das sie dort undicht war.
Einige (ich auch) ölen Kopf und Block vor Montage
ein, damit sich die Dichtung, welche einen schwere
Stand an ihrer Stelle hat, bewegen kann und nicht
festklebt.
Aber daran scheiden sich die Geister.
Leider gibt es für den OM636 keine Metalldichtung,
die machen bei den modernen Motoren selten Ärger.

Grüsse Sven
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