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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#575435
Wenn du in PSI rechnest: 0-500PSI Messbereich ist ausreichend.
ALLE Glühkerzen ausschrauben und dann einzeln die Kompression mit Anlasserdrehzahl messen. Halbwegs gleichmäßiger Druck +/-10 PSI auf allen Zylindern wäre gut, ab 300 PSI würde ich sagen "neuwertig", unter 220PSI ist zu wenig. Alles nur ungefähre Erfahrungswerte. Wenn du es genauer haben willst, brauchst du die Herstellervorgaben zu deinem Motor und der spezifischen "Boot"-Version.
#575436
Hallo
vermutlich hast du einen Motor aus der spanischen Produktion . Ob von TDZ oder Bosch ist unerheblich. Hast du eine unterdruck- oder fliehkraftgeregelte Einspritzpumpe? An der Unterdruckmembran kann schon mal ein Rissauftrten, dann dreht der Motor hoch und ziehlt ÖL durch die Steuerleitung, was auch zu starkem Rauch führt.
Bei Vorkammermotoren wird eine "grobe" Einspritzdüse verwendet, da die eigentliche Gemischbildung in der Vorkammer bzw durch den Schußkanal in den Hauptbrennraum erfolgt. Die Anhebung des Einspritzdruck kann bei mangelnder Kompression die Zündwilligkeit etwas verbessern, weshalb Westfield vermutlich zu 135bar geraten hat. Alternativ kann man die Düsen vom Baby-Benz werwenden, die haben eine Voreinspritzung mit einem feineren Zündstrahl.
Nach deiner Kraftstoffmisere wären eine defekte Einspritzpumpe durchaus erklärbar. Wir hatten ein solches verschlissenes Exemplar bei einem Work Shop eingebaut, der schwarze Rauch war nicht von schlechten Eltern.
Bild

Bei schlechten Kompressionswerten empfiehlt sich eine Druckverlustprüfung. Dazu wird ein Druckluftanschluss statt der Glühkerze eingedreht, man kann dann den Luftstrom im Ansaugrohr, Auspuff oder Kurbelgehäuse erkennen. Den Motor dabei stehts in den jeweiligen Zünd-OT stellen und blockieren.
#575443
Hallo Sebastian,
Kannst Du mal ein, zwei Bilder von deinem Motor hier einstellen?
Da können Wir schon eine Menge Info draus ersehen.

So in etwa müsste deine TDZ Einspritzpumpe aussehen:
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Links an der EP ist der Membranregler für die Unterdruckregelung zu erkennen.
Oben am Ansaugstutzen sitzt dann ein Klappenregler um den Unterdruck zu erzeugen.

Das Bild mit der Rauchwolke ist bei mir in der Werkstatt entstanden, das war damals eine lustige Runde.
Gruß
Jochen
#575449
Anbei ein paar Fotos.

PS: Eines ist sicher, irgendetwas rinnt in die Ölwanne. Ich habe gerade wieder zwei Liter herausgepumpt und der Motor ist vielleicht zwei Stunden im Leerlauf gelaufen und eine halbe Stunde unter Last. Der Kühlwasserstand ist aber normal und dann müsste das Öl auch milchig sein, oder? Also muss es Diesel sein? Wie Markus geschrieben hat aus der ESP?


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#575455
Hallo Sebastian
du wolltest bis in den Hafen. Da bist du ja jetzt angekommen. Dreh den Motor auf FB und nimm die Pumpe raus, bevor deinn Lager gänzlich auslaufen.. Alles rumsuchen hilft nicht wirklich weiter.
#575543
Hallo
Ventilspiel stellt man üblicherweise vor dem Kompressionstest ein. Bei dir wäre das für eine Feststellung des Ist-Zustand aber ok.
Wenn ein Ventil nicht richtig schließt, wären 6 bar möglich, da tippe ich aber eher auf ein verbranntes Ventil. In jedem Fall stellt mann die Ventile für eine Gegenprobe unmittelbar danach ein.
#575612
Der Mechaniker hat den Ventildeckel geöffnet, die Welle der ersten zwei Zylinder herausgeschraubt, überall die freie Beweglichkeit kontrolliert, die Welle wieder eingeschraubt, den Motor mit dem Starter gedreht, den Deckel wieder geschlossen, die Kompression am ersten Zylinder getestet (12 statt 6) und jetzt läuft der Motor wieder sehr rund und startet leicht. Der Mechaniker meinte der Motor läuft jetzt wieder auf vier Zylindern und die Götter hätten über mich gewacht. Ich hatte den Motor seitdem 3 Stunden im Leerlauf um die 1200 Umdrehungen laufen mit leichtem Rauch und gleichbleibendem Ölstand.
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#575617
Hallo Sebastian,

der Mechaniker hat dir aber nicht erklärt, dass ein Kompression von 12 bar auch weit jenseits der Verschleißgrenze für den Motor liegt. Ein guter Motor sollte ein Kompression von sicher über 20 bar haben und das gleichmäßig auf allen Zylindern. Bei einer Kompression von unter 16 bar ist eine geneuere Untersuchung und Grundüberholung angesagt.

Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel :D
#575621
Danke Jürgen. Der Mechaniker hat mir nicht vorenthalten, dass 12 Bar nicht genug ist. Er meinte als nächstes Öl und Ölfilterwechsel, Ventilspiel einstellen, Einspritzdüsen reinigen, Handförderpumpe kontrollieren. Ich bin am Wochenende bei meinen Großeltern im Allgäu und nächste Woche geht es weiter. Es scheint zum Glück nicht so schlimm zu sein. Den Motor aus dem Boot ausbauen zu müssen, das wäre blöd.
#575689
Der Mechaniker hat mittlerweile das Ventilspiel eingestellt (es hat nicht überall gepasst) und Öl, Keilriemen und Impeller gewechselt. Der Motor startet gut, läuft rund und raucht nicht. Der alte Keilriemen war ausgeleiert und hatte an zwei Stellen keine Zähne mehr. Mit dem neuen funktioniert die Wasserkühlung besser (beim marinisierten Motor wird über einen Wärmetauscher mit Seewasser gekühlt und es gibt je eine Pumpe für den inneren und äußeren Wasserkreislauf), aber nun hat sich ein metallisches Geräusch eingestellt. Anbei zwei Videos bei 700 und 1500 Umdrehungen. Der Mechaniker meint es handelt sich um die Wasserpumpe des inneren Wasserkreislaufs.

Kann man sowas auf dem Video überhaupt hören? Würde das Sinn machen? Ich könnte von Westfield so eine Pumpe bekommen.

Beste Grüße,
Sebastian
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