Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#542811
Hallo zusammen,
mal kurz vorgestellt. Wir sind eine kleine DRK Bereitschaft aus dem Vorharz welche vor einigen Jahren aus Bundeswehrbeständen einen U1300 erhalten hat. Nach neu Lackierung in weiß und neuem Planenaufbau, nutzen wir das Fahrzeug für Logistik und in der Geländerettung.
Die Einsatzzahlen sind überschaubar, trotzdem würden wir uns gerne eine Seilwinde zulegen.
Aufgrund der doch geringen Einsatztätigkeit haben wir uns eher für eine Elektrische Winde entschieden (Preis/Leistung da Ehrenamtlich tätig), haben hier allerdings eine Winde mit 9t zugkraft gewählt um das Material zumindest bei Normaler Arbeitsweise etwas zu schonen, um nicht ständig Volllast zu haben.
Hat zufällig jemand die genauen Anbaupunkte bestmöglich als PDF Anbauanleitung vorne für die Halteplatte?
Wären sehr Dankbar
Viele Grüße
Jörn
#542813
Guten Morgen!
Glückwunsch zum EInsatzfahrzeug!
Allerdings ist eine 9to Winde ziemlich brutal! Passt da unbedingt auf. Wir hatten mit unserer Winde am Rüstwagen mit 5to Zugkraft mal eine Übung mit einer Zugkraftmessuhr gemacht. Der RW wiegt knapp 13to. Als die Werte auf der Uhr genannt wurden waren alle dochsehr überrascht und aucherschrocken weil keiner mit solchen Zahlen gerechnet hat! Daher unbedingt gut schulen auch was Anschlagmittel und Punkte angeht.
Nachteil ist wenn ihr ne Winde mit 9 to habt dass alle Anschlagmaterial entsprechend stark dimensioniert sein muss und somit teuer und schwer wird. Selbst wenn es nur Bandschlingen oder ähnliches sind... Und 9to Zugkraft bei einem so leichten Fahrzeug könnt nicht mal annähernd ausnutzen...
Falls Ihr die WInde noch nicht gekauft hat überlegt ernsthaft ob euch 5to nicht ausreichen. Der Anbaupunkt muss ja auch dementsprechend dimensioniert werden!

Ansonst viel Spaß, Erfolg und unfallfreie Fahrt mit dem Mog!

Grüßle Michael
Besucht auch mal meine HP und tragt euch ins GB ein! Bin auch immer offen für neues!
#542814
Hallo Jörn,
bitte beachte dass diese 9t nicht der tatsächlichen Kraft entsprechen. Bei den elektrischen Winden ist es meist so dass diese 9t Zugleistung eines frei rollenden Fahrzeugs entsprechen dass über eine Schräge gezogen wir. Wenn das bei dieser Winde so ist, dann etspricht das wenn ich es richtig weiß einer tatsächlichen Hubkraft von ca.3t maximal. Diese Kraft steht nur auf der ersten Seillage zur verfügung, bei jeder weiteren Lage nimmt die Windenkraft erheblich ab. Schau Dir das in der technischen Beschreibung an.
Die Zapfwellenbetriebenen Unimogwinden sind meist mit ihrer Hubkraft angegeben, deshalb hat da auch eine 4t Winde ein viel dickeres Seil als diese elektrischen 9t Winden. Diese 9t hören sich nach verdammt viel an, wenn Du aber das Einsatzgewicht des Mog nimmst und Dir vorstellst dass er fest sitzt, und das eventuell noch an einer Steigung, dann macht diese Winde nichts außer aufgeben.
Bei einem Einsatzfahrzeug sollte eine gewisse Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit vorhanden sein.

Gruß Robert
#542815
Hallo Robert,
Hallo Michael,
vielen Dank für eure Antworten.
Es ist tatsächlich ja nur eine E-Winde daher steht tatsächlich nur die geringere Zugkraft zur Verfügung, leider konnte ich deine Angaben Robert, in der Beschreibung leider nicht finden.
Natürlich hätten wir gerne eine Hydraulik Winde, neu sind die jedoch für uns nicht umsetzbar und eine gute Gebrauchte für einen Akzeptablen Preis habe ich leider bisher nicht gefunden. Habt ihr vielleicht noch Adressen wo ich fragen könnte? Bisher ist die Winde nicht gekauft.

Die 3t wären zwar knapp würden aber voraussichtlich für die normalen Zwecke für die wir sie benötigen ausreichen.

VG Jörn
#542817
Hallo Jörn,

wenn es ein Standard U1300l der Bundeswehr ist, hat das Fahrzeug weder Hydraulikanlage noch Zapfwelle zum Antrieb der Seilwinde.
Ich gehe mal davon aus das für euch als DRK auch die aktuellen Vorschriften der BG zählen auch wenn ihr an einem alten Fahrzeug nahrüstet.
Damit wäre der Antrieb über Zapfwelle also schon mal erledigt.
Bleibt nur hydraulisch oder Elektrisch. Die Hydraulikanlage mit einer oder zwei Zellen ließe sich noch relativ einfach mit Gebrauchtteilen nachrüsten.
Grundsätzlich kommen hier alle Unimogs mit Eckigem Fahrerhaus als Spender in Frage, viele kommunale Fahrzeug gehen derzeit in den Schrott.
Das material ist bei den Gebrauchtfahrzeughändlern zubekommen. Dann muss halt eine Hydraulische Winde gesucht werden, Schätzung ab 2500 € bis zum dreifachen.
Da ist elektrisch natürlich günstiger.
Das Hauptproblem ist aber die Anbindung der Winde an den vorderen Rahmenkopf. Leider hat der 435.115 da noch eine rechteigentümliche Konstruktion.
Es werden 4 Beschlagteile benötigt, 2 werden als Verstärkung in den Rahmen eingesteckt, die beiden anderen auf den Rahmen geschraubt zur Aufnahme der Winde.
Diese Teile sind gebraucht kaum zubekommen und neu sehr teuer.
Manchmal werden sie aus Rüstsätzen der BW angeboten.

Gruß Oliver
#542823
Hallo Jörn,

meines Wissens nach ist die Auslegung von elektrischen Seilwinden nicht so, wie von Robert beschrieben. Mit der Zugkraft auf der ersten Lage hat er allerdings recht. Danach wird der Durchmesser größer und die Kraft entsprechend kleiner. Das Verhältnis kann man sich selbst ausrechnen, ist aber nicht extrem gravierend.

Die Zugkraft entspricht normalerweise schon der Angabe des Herstellers auf der Winde. Vielleicht wird hie und da ein wenig gemogelt.

Ich habe auch eine 9to elektr. Winde von Warn an meinen F-350 Pick-Up mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 6,6to gebaut. Bei voller Beladung kann ich diesen mit blockierter Bremse wegziehen, was dann in etwa einer Zugkraft von 6,6to entspricht. Die Winde ist dann aber noch nicht am Ende.

Zu beachten ist allerdings, dass es von den Herstellern verschiedene Programme gibt (von Privat bis Profibereich). Die billigste Ausführung würde ich nicht nehmen.

Hier noch ein Link zur Bemessung der Winde:
https://matsch-und-piste.de/alles-was-o ... n-muessen/

Gruß
Joachim
#542827
Hallo zusammen,
wie es genau war kann ich nicht mehr sagen, es gibt unterschiedliche Normen zur Zugkraft. Das eine war glaube ich eine US Norm, in der wird ein Rollendes Gewicht eine 45° Schräge hochgezogen. Diese Kraft wird (oder wurde früher) dann als Zugkraft der Winde angegeben.
Hier in Europa wird die Zugkraft angegeben die von der Winde angehoben werden kann. Ich kam da vor vielen Jahren in Berührung. Als ich eine Rotzler Winde vom Mercedes G bekam, auf der Winde stand 1500Kg auf der ersten Lage. Das erschien mir wenig um einen G aus dem Dreck zu ziehen, kannte ich doch die Amiwinden im Offroad Bereich mit 3 und 4 Tonnen Leistung. Und die waren zum Teil schon überfordert, und dann viel mir auf dass die das gleich dünne Seil hatten wie die Rotzler. Das erstaunte mich, dann rief ich bei Rotzler an und fragte nach. Und dort wurde mir das mit den Unterschiedlichen Normen die zu Grunde liegen erklärt. Das ist schon über 20Jahre her, darum habe ich es auch nicht mehr ganz auf dem Schirm wie es genau war.
Letztlich ist es auch egal, ich wollte Jörn nur darauf aufmerksam machen dass er sich das Datenblatt anschaut und prüft ob die Winde für seine Ansprüche genügt. Wenn sie das tut ist ja alles gut, egal nach welcher Norm.
Gruß Robert
#542829
Hallo Joachim ,

Deine Winde müsste die 6,6to Kraft aufbringen, wenn sie den voll beladenen F-350 senkrecht hochheben wollte.
Wenn die Winde den voll beladenen F-350 auf der Ebene mit blockierten Rädern wegzieht reicht eine geringere Kraft aus. Es muss nur im ersten Moment die Haftreibung überwunden werden. Diese entspricht aber in der Regel nicht dem Gesamtgewicht.

Aber ansonsten gebe ich Dir Recht, dass auch bei elektrischen Winden die Angaben des Herstellers gelten.

Hallo Jörn, bei der Auslegung der elektrischen Winde sind auch noch die elektrischen werte zu beachten und müssen zu Eurem Mog passen. Der Strombedarf sollte nicht größer sein, als die die Leistungsfähigkeit der Lichtmaschine damit außer bei Spitzen die Batterie nicht zu sehr belastet wird.
Haltet Abstand, lasst Euch impfen und bleibt gesund
Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

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#542833
Hallo Freunde!

Der Einbau einer elektrische Winde hat zweifellos einige gute Argumente für sich.
Der Idealfall sieht so aus, wie Jürgen schreibt: "Der Strombedarf sollte nicht größer sein, als die die Leistungsfähigkeit der Lichtmaschine damit außer bei Spitzen die Batterie nicht zu sehr belastet wird."
Genau hier liegt aber das praxis Problem.
Beispiel?
Zurzeit habe ich nebenbei eine relativ kleine E-Winde in Verwendung.
Der amerikanische Hersteller gibt dazu an:
SPECIFICATION: Line Pull 2043kg (1 Lay of wire rope), Current 12V DC, 220 AMPERE
Die Lichtmaschine im 411b liefert laut Betriebsanleitung
160 Watt (das ist bei 12V etwa 13Ampere).
Selbst wenn man davon ausgeht, dass ein größerer MOG mal die doppelte/dreifache Lima-Leistung hat,
wird sie für den Strombedarf einer E-Winde (in gewünschter Dimensionierung)
keine 10% erreichen.
Das bedeutet, fast aller Strom kommt aus dem Akku!
Dazu ergibt sich zwangsgedrungen auch der Einbau entsprechend großer Zuleitung/Kabelquerschnitte,
für mehrere hundert Ampere.

Grüße
Norbert
#542848
Entschuldigung Jürgen,
aber Deinen Einwand bezüglich der Gleitreibung kann ich nicht nachvollziehen. Bei der Beurteilung der Zugkraft ist diese doch irrelevant.
Ein realistischer Reibungskoeffizient Reifen/Asphalt liegt bei ca 0,9 bis 1,1.
https://www.leifiphysik.de/mechanik/rei ... ngsproblem.
Geht man bei der Haftreibung von einem mittlerem Wert "1" aus, entspricht die Zugkraft von 6,6to tatsächlich durch der Kraft die aufgewendet werden muss, um das gesamte Fahrzeug anzuheben.
Das der Kraftbedarf etwas geringer wird, wenn die Sache erst einmal rutscht, ändert nichts daran, dass ich zunächst die vorgenannte Zugkraft aufbringen muss.
Was nutzt mir die schönste Gleitreibung, wenn ich die Haftreibung nicht überwinden kann?
Auf einer Wiese, oder oder Acker sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Hier spielen aber so viele Faktoren mit hinein, dass man einen realistischen Reibungskoeffizient kaum abschätzen kann.
Viele Grüße
Joachim
#542851
Moin zusammen,

ist zwar schon recht weit vom Thema weg, aber dennoch interessant.

Ich weiß nicht, wie oft du Fahrzeuge über Asphalt ziehst, ich darf das regelmäßig machen, sogar mit Kraftmessung - zur Visualisierung der Zusammenhänge bei der Nutzung von loser Rolle / feste Rolle und Faktoren bzw. Potenzflaschenzug.
Mittlerweile ziehen wir die PKW i.d.R. quer zur Fahrtrichtung, weil ansonsten wenig Spaß aufkommt, weil ja i.d.r. nur die Hinterachse gebremst ist (Ausnahmen gibts z.B. bei Automatik PKW, da dreht ja auch die Vorderachse nicht, wenn P eingelegt ist....).

In die Nähe der Reibungszahl 1 bin ich noch nie gekommen. I.d.r. lagen wir irgendwo zwischen 0,5 und 0,8.

Elektrowinden sind jetzt auch bei Hilfsorganisationen nix außergewöhnliches mehr, weil einfach günstiger, so hatte z.B. die BF Mannheim an ihren Löschfahrzeugen Elektrowinden.
Ich würde da aber auch auf keinen Fall auf eine 90 kN Winde gehen.
Ich arbeite regelmäßig mit 50 kN Winden - im U1300L verbaut oder im 917 LN2.
Der Mog hat da deutliche Vorteile, weil der die Zusatzbremse für die Vorderachse hat. Ist allerdings auch komplett beladen und schwer, das wird ja bei dem Mog, um den es hier geht, nicht der Fall sein.
Und dann macht es wenig Sinn eine so große Winde aufzubauen.
Mit dem Unimog und der 50 kN Winde haben wir das letzte Mal statt dem gewünschten Radlader den zweiten Anschlagpunkt gezogen, das war ein Atego 922 mit 10,5 t....
Viele Grüße

Christian
#542855
mogli406 hat geschrieben:Alternativ:
https://www.hydromot.lu/de/3-KW-24V-DC- ... cm3-U.html

Elektrohydraulische Pumpe und Hydraulikwinde. Allerdings weiss ich nicht ob die Literleistung ausreichend ist....

Grüßle Michael
Wird nicht reichen. Die normale 427er Hydraulik liefert glaube ich 45 L/Min. Die ausreichend dimensionierte Winde hätte gerne 60 L/Min. Natürlich lässt sich die winde auch mit 45 L/Min betreiben, die Kraft bleibt, sie läuft eben langsamer.

Ganz allgemein, wenn man „irgendeine“ Winde verbaut, die an einem offiziellen Feuerwehrfahrzeug verbaut werden soll: da sind die Vorgaben der BG zu beachten, Windenprüfung, Gefährdungsbeurteilung, Einweisung mit Unterschrift, usw.

Den Artikel in der Matsch- und Piste finde ich sehr gut, einziger Dissenz:
soll man nun ein Stahlseil fetten oder nicht. Einmal heißt es „nein“, weil es nur Dreck anzieht, einmal wird es empfohlen.

Grüße, Tobias
#542861
Hallo Joachim,

mein real gemessener Erfahrungswert mit meinem damaligen 411 voll ausgelastet auf 3,5tov(gemessen auf Fahrzeugwaage) lag auch nur bei einer Reibungszahl von ca. 0,7. Auf der Messuhr standen 23.450N als der Mog anfing sich mit vier stehenden Rädern zu bewegen.

Hallo Norbert,

deswegen schrieb ich ja auch "außer bei Spitzen". Kurzzeitig wird man mit einer E-Winde immer mehr Strom ziehen als die Lichtmaschine liefern kann. Aber dies Phasen müssen entsprechend kurz sein und der Lichmaschine es ermöglichen die Batterie wieder auf zu laden. Auch der Anlasser unserer Mogmotoren zieht ja deutlich mehr aber eben nur kurzzeitig.
Haltet Abstand, lasst Euch impfen und bleibt gesund
Bis dene
Gruß
Jürgen von der hessischen Kinzig

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