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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#575409
Hallo in die Runde.

Ich komme aus Düsseldorf und bin seit Anfang 2024 im Besitz eines Unimog 401 BJ 1956 mit Luftkipper mit „alten“ Achsen. Optisch ganz gut in Schuss; vor allem komplett ohne Rost. Technisch im Prinzip identisch mit den frühen 411.

Direkt zu Beginn habe ich einmal den kompletten Wartungsplan an mehreren Wochenenden durchgeführt (800 Stunden-Wartung) und habe u.a. alle Öle getauscht. Außerdem gab es einen Neune Thermostat, ein neues Thermometer, eine Tankanzeige und eine Undichtigkeit an der Einspritzung wurde abgedichtet.

Die Getriebeöle (Schaltgetriebe, Differentiale und Vorgelege) waren alle sehr dunkel und schon fast etwas schlammig aber ohne Späne bzw. Metall-„Glitter“. Geplant war, dass ich nach 50 weiteren Betriebsstunden (und ein paar Mal auf langen Strecken warm fahren) noch mal alle Öle tausche, damit dann der restliche „Schmutz“ mit raus kommt.

Dazu kam es aber leider nicht mehr, da nach der letzten längeren Ausfahrt (ca 90km bei 50-55 km/h) kurz vorm Ziel ein lauter Knall aus den Hinterachse meine Fahrt beendete. Danach ließ sich der Unimog auch nicht mehr schieben, da etwas im hinteren Differential schabte. Also ab auf dem Abschleppwagen und Unimog nach Hause. zu Hause ließ sich der Unimog wieder butterweich schieben.

In der Garage habe ich direkt Öl aus dem hinteren Differential abgelassen, um zu sehen, ob der Fehler dort liegt. Das Öl war nach gerade einmal 17 Betriebsstunden schon wieder sehr dunkel bzw. schwarz (scheinbar hat sich noch einiges an Dreck gelöst bei den langen Fahrten) und es war ganz feiner Metall-Glitter erkennbar. Dann mit der Lampe durch eine der Schraubenöffnungen in die Hinterachse rein geleuchtet und gesehen, dass dort ein größeres Teil lose im Inneren liegt.

Heißt das hintere Differential muss zerlegt und in Schuss gesetzt werden und somit die Hinterachse raus. Damit man überall ran kommt, muss neben dem Auspuff leider auch der Luftkipper demontiert werden. Da ich nur eine einfache Garage habe, wo der Unimog drin steht und die Metallpritsche mit 140Kg auch nicht eben so unter Arm genommen werden kann, schwanke ich gerade zwischen selber machen und ggf. in einer Werkstatt machen lassen.

Daher meine Frage in die Runde: Hat jemand schon eine „alte“ Hinterachse demontiert und kann etwas zum Aufwand bzw zu benötigten Spezialwerkzeugen sagen oder kennt jemand eine Unimog-Werkstatt im Großraum Düsseldorf / Neuss?

Bin für alle Tips dankbar.
#575414
Hallo Yorck
Schöne Kurzvorstellung und herzlich willkommen hier im Kreis der unverbesserlichen. :wink:
Zu deiner Frage nach einem Servicebetrieb. Da Wäre Schwinn in Oberhausen bzw RFK-Bleeses in Neus.
Die dürften wegen des Alters des Fhrzeuges aber nicht die erste Adresse sein, und auch preislich etwas "Ambitioniert" sein.
Für diese Klasse wäre eher Walter Huhn in Schermbeck eine Adresse.
Ich weiß nicht, wie weit du dich da reinknienen kannst und welche Möglichkeiten und Kenntnisse du hast.
Aber hier gibt es schon viele Beiträge zu genau dem Problem Achse zerlegen.
achsantrieb-differenzial-2010-spiel-zustand-t93732.html
achsrohr-411-alte-achse-ausbauen-t70352.html
differentialsperre-2010-401-t100848.html
-t61284.html
Ich habe jetzt nur mal kurz die Suchfunktion befragt, da findest du reichlich Lesestoff zum Einlesen.
Aauch über Google findet man hilfreiche Beiträge
Zum Schluss für dich als Newbie einen kleinen Hinweis, jeder Beitrag beginnt mit einem Gruß und endet mit der Unterschrift des Realnamen.
Das ist ein Bestandteil unserer Nettiquette, die du sicherlich bei der Anmeldung gelesen hast und auf die wir hier Wert legen.
#575415
Moin Yorck(?),
die alten Achsen nebst Diff waren sehr robust aufgebaut und somit langlebig bei ordentlicher Wartung. Es soll geknallt haben und ein Teil ist in der Wanne zu erkennen, das hört sich für mich an, als ob die Diff-Sperre gesprengt worden ist. Ist es möglich, dass das Sperrengestänge nicht richtig eingestellt/verbogen ist, sodass die hintere Sperre eingeschaltet war?
Auf jeden Fall muss die Achse ausgebaut werden, dafür ist ein Abbau der Pritsche nicht notwendig. Das Problem bei dieser Arbeit ist, dass das Fahrgestell derart aufgebockt weden muss, dass man die Achse mit oder ohne Räder nach hinten ausfahren kann. Das bedeutet, das man am Rahmenende einen Träger quer unterstellen muss, der mindestens 1,7m breit und stabil ist, damit man diesen sicher aufbocken, ohne dass Fahrgestell umkippen kann. Nun kann man die Federn unten lösen, Handbremseile, Bremsleitung, Panhardstab und Sperrenstange lösen, abschließend Schubkugel abschrauben. Als letze Aktion kommt das Abschrauben des Kardangelenks, das ist eine "Büßerarbeit", da dafür nur ein recht kleiner enger Arbeitsraum zur Verfügung steht. Das war die Beschreibung der Arbeiten im Schnelldurchgang, als Ungeübter wird das schon einen Tag dauern.... Um das Differential auszubauen muss man beide Radvorgelege abbauen und diese mit der Steckachse aus dem Achsrohr ziehen. Dann die beiden Schubrohrstreben und das Schubrohr abbauen. Mit einem Bindedraht die eingeschaltete Diffsperre an einer Schraube oben am Flansch festbinden und sichern. Nun dann kann man die Schrauben von Diff lösen. Das Diff auszubauen ist etwas tricky, ich hänge es immer an einen Werkstattkran, es muss absolut lotrecht hängen, das Diff etwa 20-30mm anheben, dass es aus den beiden Stiften frei kommt. Dann muss das Diff um mehr als 90° gedreht werden, im hängenden Zustand drehe ich das Achsgehäuse, danach kann man das Achsgehäuse nach unten herauskanten.
Insgesamt ist dies schon eine umfangreiche Arbeit, die auch etwas Platz erfordert, da die Achse bzw. deren Teile irgendwo gelagert werden müssen.
Werkstätten die sich mit den alten Unimogs auskennen gibt es nur noch sehr wenige, in Deiner Nähe wäre es der Walter Huhn.
Viel Erfolg und Gruß aus Hamburg
Thomas
#575430
Hallo Yorck

Bist du vor dem Schlag über eine grössere Bodenwelle oder Absatz gefahren? Es wäre auch möglich, dass ein Vorbesitzer die Vorgelege gezogen hat ohne die Sperren einzuschalten. Dann fällt die Sperrenklaue ins Differentialgehäuse. Was passiert, wenn diese in die Zähne kommt kannst du dir vorstellen....
Wie Thomas geschrieben hat muss die Achse zerlegt werden. Mit einem Endoskopkamera kannst du reinschauen und den Schaden sehen - aber reparieren natürlich nicht.

Gruss Norbert
#575600
Hallo und vielen Dank für Eure Antworten.

Leider hatte mich eine Bronchitis etwas länger aus dem Verkehr gezogen. Daher melde ich mich erst heute wieder.

Meine Vermutung ist auch, dass der Vorbesitzer fehlerhaft ein Vorgelege gezogen hat, ohne die Differentialsperre einzulegen. Zumindest passt das zu dem Teil, was unten drin liegt.

Vom der Komplexität etc. wäre die Hinterachse nicht das Problem gewesen, ich habe aktuell nur leider nicht die räumlichen Möglichkeiten es selber zu machen bzw. auch keinen Platz, wo die Achse zerlegt gelagert werden könnte.

In der Zwischenzeit habe ich einmal sowohl Kontakt mit RFK-Bleeses in Neuss aufgenommen (die machten allerdings eher einen geschäftstüchtigen Eindruck) und natürlich zu Walter Huhn.

Zu letzterem habe ich heute den Unimog hin gebracht und er schaut sich die Hinterachse an. Ich war dann auch direkt über 1.5 Stunden bei ihm und wir haben uns zusammen den Unimog von vorne bis hinten angesehen. Schon alleine dafür lohnt sich die Fahrt.

Bis auf eine Kleinigkeit war allerdings nichts, was aktuell bzw. in Zukunft gemacht werden muss.

Hatte immer ein wenig Sorge, weil mein Motor, sobald er warm wird, in niedrigster Drehzahl (ohne Handgas) bei 0,6-0,8 Bar Öldruck liegt. Den haben wir uns aber auch noch mal angesehen und angehört.
Ergebnis: Die nächsten Jahre sollte da keine Revision notwendig sein.

Hätte mich auch ein wenig gewundert, da der Motor volle Kraft hat, ich eigentlich immer im 4ten Gang anfahren kann und im warmen Zustand auch die 55km/h immer schnell erreicht werden. Fühlt sich jetzt aber noch mal besser an, wenn man eine zweite Meinung dazu bekommen hat.

Ich halte Euch auf dem Laufenden, wenn der Unimog wieder zu Hause ist. Beim Abholen werde ich die 70 Kilometer auf eigener Achse fahren. Ist logistisch einfacher und macht auch noch jede Mange Spaß.

Nochmals vielen Dank für die Tips.
Yorck
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