Herzlich willkommen

Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#482412
Hallo an alle Motorspezailisten !!!

Ich habe einen 411.119 Unimog und bin der Meinung,das die Maschine schon etwas am Ende ist. Der Mog hat schon so seine Probleme in den höheren Gängen selbst leer und auf einigermaßen ebener Straße die Drehzahl/Tempo zu halten.Das Startverhalten würde ich aber als relativ gut beurteilen- angemessene Vorglühzeit auch bei Temperaturen so um die 0-Grad bis minus 5 Grad und der Motor startet läuft dann auch rund raucht etwas blau aber noch akzeptabel. Es ist zwar ein org. MB Tauschagregat verbaut, aber das kann ja auch " ausgelutsch " sein Stundenzähler geht nicht, da kann alles mögliche sein. Aus meiner bisherigen Erfahrung bei Oldtimer-Schleppern ist meist der Zylinderkopf das größte Übel weniger die Kolben und Laufbahnen. Was wird mich eine Überhohlung so Kosten ? Ist natürlich auf den Cent so nicht zu beantworten aber eine grobe Hausnumer wäre gut. Gebe den abgebauten Kopf zum Motoreninstandsetzter meines Vertrauens und lasse es vom Fachbetrieb machen. Auf was muß ich evtl. besonders achten ?

Danke schon mal an dieser Stelle und ein schönes Wochenende noch !!!

Frank
#482415
Hallo Frank,
an deiner Stelle würde ich mir erst mal einen Überblick über den Zustand deines Motors verschaffen.

Es ist kein großes Problem die Kompression zu messen,
das zeigt dir an welcher Stelle du anfangen solltest.

Falls du kein Kompressionsmessgerät hast kannst entweder eines kaufen
(für einen ersten Überblick reicht ein günstiges) oder du gehst in eine Werkstatt.
Das dürfte nicht viel kosten.

Wenn du das weist kannst du die nächsten Schritte planen.

Gruß
Thomas
#482417
Hallo Frank,

wenn es nur um den Preis geht, kannst Du doch den Motoreninstandsetzer Deines Vertrauens fragen.

Ich gebe aber folgendes zu bedenken:

Wenn der Kopf überholt worden ist, dann hat der Motor auch wieder ordentlichen Kompressionsdruck usw.

Und dann werden die Lagerschalen, die sicherlich auch ihre Betriebsstunden hinter sich haben, viel stärker belastet als jetzt. Das kann sehr schnell zum Versagen führen und dann schraubst Du unten rum weiter mit KW schleifen, nitrieren, neuen Lagerschalen usw. und hast dann immer noch die alten Kolben drin, die zumeist die Zylinderbahn auch etwas ausgelutscht haben.

Also programmierst Du somit die nächste Baustelle.

Wie sieht denn der Öldruck bei Deinem Motor aus? Kalt...., Heiß......

Aus diesen Werten läßt sich einigermaßen der Zustand des Motors ablesen.
#482423
Michael hat Recht, wollte auch erst Teilbereiche überarbeiten, aber das bringt nichts! Einmal vernünftig und du hast Ruhe.

Zylinderlaufbahn nicht ausgelutscht stimmt nicht, beim om 636 verschleißen sie recht schnell besonders mit altem Thermostat da immer warm kalt, investiere einige Euros und du hast Ruhe, nur den Zylinderkopf machen bringt nichts, der öldruck ist das entscheidende, der gibt an wie lange ein Motor hält, natürlich auch noch andere Komponenten die Ausschlag gebend sind. Aber normalerweise läuft die Kurbelwelle auf einem ölfilm, beim starten natürlich nicht. Mein Motorenbauer sagte immer das Herz des Motors ist die Kurbelwelle.

Bei dem Zylinder ist es so, dass sie meistens nicht mehr maßhaltig sind, sprich die Zylinder werden oben weiter.



Für die überholung des Kopfes, mit einem neuen Ventil,hab ich ca 150-200 Euro bezahlt.
Er wurde geplant, neue Ventilsitze gefräst, Ventile geschliffen, und neue Wasserteiler verbaut.
Ventilführungen waren noch in Ordnung.

Überholen des kompletten Motors hat was über die 2000 Euro gekostet. Einspritzpumpe und Düsen mache ich gerade, Düsen bekommen neue Einsätze und die Pumpe neue Pumpenelemente. Zudem wird nochmal alles beim Boschdienst eingestellt.
Gemacht wurde, aufgebohrt, gehohnt, neue Kolben, Kurbelwelle auf erstes Untermaß geschliffen, neue Lagerschalen, Passlager eingepasst, burgmanndichtring ersetzt, nockenwellenlager mit Nut und Oring versehen, neue Wasserpumpe, 3 Wege Thermostat, neue Mitnehmerscheibe, neue Lager im Steuerdeckel, Pilotlager ersetzt, dann alles neu abgedichtet und die Arbeiten am Kopf. Ich muss aber sagen, ich habe soviel wie möglich selbstgemacht, aber mit Öl und allem drum und dran kommst du auf so einen Betrag, Ventilfedern noch bearbeitet und vieles mehr.
#482434
Hallo Frank,
ICH würde mir um den Motor oder Zylinderkopf noch gar keine Gedanken machen.
Deine Diagnose:
Der Motor springt bei niedrigen Temperaturen 0°C bis -5°C gut an! Er qualmt etwas bläulich.
Die Leistung in den hohen Gängen ist nicht so berauschend.
Meine Meinung:
Das sind eigentlich ganz normale Werte für den 411.119 wenn er kalt ist. 34PS für gute 2Tonnen Leergewicht bei einem Drehmoment von etwa 75Nm
Und gerade der 411 mit den neuen Achsen gilt als etwas schwerfällig im Gegensatz zu den Modellen mit alter Blechachse.

Du solltest mal nach dem Kurbelgehäuseauslass schauen ob dort sehr viel Druck bzw. Öldampf entweicht
Daraus kann man sehr gut den Verschleiss ablesen.
Luftfilter richtig sauber? Motor und Getriebe richtig warm gefahren, Bremsen freigängig?

Natürlich gehen auch Motorteile kaputt bzw. verschleissen, aber eine Vernünftige Diagnose und Vergleich mit anderen Fahrzeugen erspart Dir vielleicht die hohen Kosten einer eventuell unnötigen Motorrevision.

Erst mal schauen
Gruß
Jochen
#482437
Jochen hat vollkommen Recht, wie immer :wink: .
Stelle erstmal eine gründliche Diagnose, wenn sich alle Parameter im Rahmen bewegen hilft vielleicht noch einstellen von Ventilen sowie dem FB.
#482442
Hallo Hannes,
Jochen hat vollkommen Recht, wie immer :wink: .
Schleimer! :wink: :P

Ich habe schon oft erlebt das eine verfrühte Motorrevision nicht das gewünschte Mehrerlebnis gebracht hat.

Und das wäre dann teures unnötiges Lehrgeld

Gruß
Jochen
#482445
Schleimer? Es ist eigentlich als Lob aber nicht zum schleimen. Du weißt, so weit wie ich das beobachtet habe, immer eine Antwort!

Außer Synchrongetriebe beim 411 mit Gussdeckel, da bin ich nicht deiner Meinung, so jetzt ist Schluss mit Ot.

Und Du hast hoffentlich das Smilie gesehen? :wink:
#482447
Liebe Unimog-Freunde,

alles bisher gesagte hat seine Berechtigung.

Aber wenn man einen Zylinderkopf so überholt, dass er fast neuwertig ist, hat man immerhin schon eine "Baustelle" weniger und kann der noch übrigen und "lauernden" Schwachstellen harren.

So habe ich das bei meinem KLAUSi gemacht. Sein Motor hat schon über 7000 Bh. Sein Zylinderkopf ist kürzlich für ca. 1000 € "gemacht" worden. Er läuft super. Aber ein neuwertiger Rumpfmotor liegt für alle Fälle bereit.

Da kann nicht mehr viel passieren.
#482449
Hallo Christoph,
Was hast du alles gemacht? Neue Ventile, Ventilführungen, geplant, Ventilsitze gefräst, neue Wasserteiler, was hast du noch Gemacht?

Hallo Christoph,
andere Bauteile verschleißen dann schneller, Lagerschalen z.B. Also muss schneller ein "Rundumschlag" gemacht werden als wenn man bis zum exitus fährt.

Zu Jochen, ja hab ich gesehen!
#482453
Hallo Hannes,

in diesem Zusammenhang ist ja nur wichtig, dass der Kopf neuwertig ist. Was aufgrund seines ehemaligen Zustands nötig war zu reparieren ist hier zweitrangig.

Aber bei mir war's:
Abdrücken (auf Risse)
Planen
Neue Vorkammern
Neue Hitzeschutzplättchen für die Einspritzdüsen
Neue Einspritzdüsen
teilweise neue Ventile und Stößelstangen
alle Ventile neu einschleifen
Ventilschaftdichtungen neu
(aus dem Gedächtnis, teilweise in Eigenleistung)

Je schneller man zum "Exitus" kommt, desto besser weiß man Bescheid. 8)
#482483
Hallo,

da ich ja auch zu der "neuen Achsen" Fraktion gehöre und schon einige km gefahren habe, möchte ich Jochen beipflichten.

Wer zum ersten mal OM636 im Unimog fährt, glaubt schnell, dass der Motor am Ende ist. Aber wie schon geschrieben handelt es sich um ca. 30 PS bei ca. 2t. Bei unseren derzeitigen Reise-Unimog sind es ca. 34PS und 2,4t.

Wenn er kalt ist, geht alles zäh, wenn es draußen kalt ist noch zäher. Ja selbst die Kraftstoffgüte merkt man. Habe mal nach einem Treffen in W-Tal super günstigen Kraftstoff getankt, war 15 Cent billiger als in der Umgebung. Bei der nächsten Fahrt nach Aufenau war ich überzeugt, der Motor geht seinem Ende entgegen. Er wollte in den großen Gängen nicht richtig hochdrehen. Nach dem ich mich an den günstigen Schnapp erinnerte haben wir Markenkraftstoff getankt, soviel wie rein ging. Langsam wurde es besser. Als der Rotz aus dem Tank war lief er wieder wie vorher.

Bergauf fällt meiner stark ab, wenn man nicht gerade in dem Bereich fährt wo er die Drehzahl hält (abhängig von der Steigung). In der Ebene ist er nach ca. 2h fahrt super agil, bergab kann er schnelle fahren als man mit den trommelbremsen fahren sollte. Aber bergauf lässt uns jeder 25PS 2010 mit alten Achsen alt aussehen.

Der Luftfilter kann einiges an Drehzahl kosten. Das haben versuche ohne Luftfilter bei mir gezeigt. Man konnte immer länger im 6. Gang fahren als mit Luftfilter. Daher Umbau auf Trockenluftfilter.

Mein Tipp: Bevor du richtig Geld ausgibst, schau dir andere 411 (vergleichbare, hinter meinem Unimog 411.119 mit 43PS OM636 und Spritzversteller kommt der andere 34PS Vollausstattung nicht mit) an. Man darf nicht bzu viel erwarten.

Wenn er gut startet ist das schon ein positives Zeichen.

Gruß,
Markus
#482492
Was wird mich eine Überhohlung so Kosten ?
Moin Frank,

"aktuelles" Angebot (Ende 2015) € 550,-

ausgef. Arbeiten:

Kopf zerlegen, reinigen, prüfen und planen,

Ventilsitze fräsen, Ventilführungen ersetzen,

neue Ventile mit Abdicht. montieren,

Einspritzdüsen ausbauen und zerlegen, neue Einsätze montieren, einstellen und wieder einbauen,


Lohnkosten/mech. Bearbeitung = 350.- €
Materialkosten = 200.- €

Hallo ihr, also ich hab im gleichen Kreis mal VL/R[…]

Pleullagermuttern M180

Hallo Alexander die Unterscheidung zw 404.0 und 40[…]

Zeigt her Eure Trenkle

Hallo Thomas, Da hast du mit dem Fahrerhaus aber […]

Hallo Holger ,ein FL 2 passt schon an den 411 und […]