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#488268
Hallo Hannes,

8G ist 8.8 und endspricht 800N/mm². 10.9 sind 1000n/mm² an Zugfestigkeit. Ja, mit höherer Festigkeit werden Werkstoffe spröder. Aber die Verbindung soll doch durch Reibschluss erbracht werden. Hierzu benötigt man Anpresskraft (Normalkraft) durch die Schrauben. Und festere Schrauben können mehr aufbringen.

Ist eine Frage wie die Verbindung ausgelegt wurde. Ist die Reibkraft nicht ausreichend und die Flächen rutschen aufeiander, werden die Schrauben auf Scherung beansprucht. Und da ist die Kerbwirkung durch das Gewinde nicht förderlich.

Markus
#488269
Ok, deswegen hatte ich mich zu anfangs schon gefragt warum man keine Nut und Feder hat, dann müssen die Schrauben nur die axiale Kraft aufbringen und nicht noch den Kraftschluss ermöglichen.

Ich werde trotzdem die 8.8er drin lassen und in ein paar Jahren berichten.
#488422
Liebe Unimog-Freunde,

für den Gelenkwellenflansch am Getriebeausgang U411 sind wohl Schrauben (6 Stück M8*18) der Festigkeitsklasse 8.8 ausreichend. Sie müssen nur mit dem nötigen Drehmoment (25 Nm) angezogen werden.

Im Bild zwei Schrauben, die aufgrund ihrer Beschädigungen folgende Schlüsse zulassen:
Die linke Schraube war ausreichend angezogen und hat den Flansch kraftschlüssig fest eingeklemmt. Allerdings zeigt das beschädigte Gewinde wie auch der Schraubenkopf, dass hier bei einer Montage und besonders bei der Demontage gemurkst wurde.
Die rechte Schraube war nicht ausreichend angezogen oder hat sich im Betrieb gelockert, so dass sich der Flansch auf seiner Gegenfläche bewegen konnte. Das ist sichtbar an der glatt polierten Anlagefläche des Schraubenkopfes und an den Abplattungen am Gewindeprofil.
Dateianhänge:
P1160142_zu_klein.jpg
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#488425
Hallo Christoph,
Bei meinem Beispiel sind die Schraubenköpfe abgerissen und die Gewinde stecken noch im Flansch.
Der Vorbesitzer hat so einiges vermurkst oder es einfach nicht besser gewusst. Ein Schlosser der alten Schule eben. So wie früher mit den ollen Unimog umgangen wurde, waren ja eh nix Wert!

Es sind aber auch die alten Schrauben M8 mit 14er Schlüsselweite wiederverwendet worden.

Ein Punkt den man in jedem Fall beachten sollte damit ein solcher Schaden vermieden werden kann.

Gruß
Jochen
#488427
Hallo Jochen,

wenn alle sechs Schrauben keine ausreichende Vorspannung mehr haben und der Flansch vollständig gleiten kann, gibt es an den Schrauben scherende Belastung. Mit fortschreitendem Verschleiß entsteht Lose und es können aufgrund der hohen Impulse - wie das Beispiel des Brombeermog zeigt - tatsächlich alle Schrauben abscheren und abreißen.
#488430
Also ich habe meine Schrauben wieder verwendet, sie waren alle in Ordnung und nicht beschädigt. Aber ich habe sie nicht mit Newton angezogen sondern mein Vater und zwar mit Gefühl auf 35-40 Nm angezogen.
#488431
Hallo Hannes,
... mit Gefühl auf 35-40 Nm angezogen
Dazu passen eher die 10.9er oder 12.9er :wink:
#488441
Also man kommt da schon bescheiden mit dem Drehmomentenschlüssel an die Schrauben. Bei der Hinterachse besser als bei der Vorderachse. Und wenn nur mit einem Maulschlüssel als Einsteckwerkzeug.

Ein beschädigter Sechskant kann auch an einem billigen, wenig passgenauen Maulschlüssel liegen.

Gruß,
Markus
#488443
Aber ich habe sie nicht mit Newton angezogen sondern mein Vater und zwar mit Gefühl auf 35-40 Nm angezogen.
:shock:


ich bin eine ganz arme Sau, habe weder Newton noch Gefühl und mein Vater lebt auch nicht mehr. :cry:

Was, empfiehlt der Fachmann?


... ab 50 Nm reißen die Schrauben ab.
waren das jetzt gefühlte, oder Vater-Nm? :)
#488527
UFH hat geschrieben:Ok, deswegen hatte ich mich zu anfangs schon gefragt warum man keine Nut und Feder hat, dann müssen die Schrauben nur die axiale Kraft aufbringen und nicht noch den Kraftschluss ermöglichen.
Das ist die Natur nahezu jeder Schraubenverbindung, dass sie rein über axiale Kräfte eben doch einen Kraftschluss ermöglicht.

Durch ihr E-Modul, das jeder Schrauben-Güteklasse eigen ist, kann man sie elastisch strecken. Das sind die Vorspannkräfte, die man beim Anziehen einer Schraubverbindung aufbringt. Sie pressen die Oberflächen derart zusammen, dass sie einen Kraftschluss herstellen.

Je höher die Festigkeitsklasse der Schraube, desto spröder ist sie, ja. Aber die übertragbare Vorspannkraft ist trotzdem noch höher, da man mehr Kraft aufbringen kann bis sie sich erst elastisch, dann plastisch verformt.

Nut und Feder, Passfedern und ähnliches sind nicht in dem Maße für dauerhafte Wechselbeanspruchung gedacht. Um eine dauerhaltbare derartige Verbindung für die zu übertragenden Kräfte hinzukriegen, müsste der Flansch deutlich größer sein. Hier reicht jedoch rein die Vorspannkraft der Schrauben, wenn man denn eine Schraubverbindung verstanden und richtig eingesetzt hat (und bloß keine Federringe oder ähnliches verwendet!).
UFH hat geschrieben: Ich habe diese auch wieder eingebaut, da mir bei 10.9ern die Festigkeit (wie Zäh das Material ist) fehlt die ja da durch Sprödheit (Härte) ersetzt wird
Da solltest du noch mal mit deinen "Beratern" schimpfen, denn die Story darf man in dem Zusammenhang nicht anwenden. Zur Theorie von Schraubverbindungen sollte man andere Punkte berücksichtigen!

mfG
GTfan
#488531
Hallo Fabian,
vielen Dank für deine Aufklärung!

Das man über extrem hohe Reibkräfte Kraft übertragen kann war mir bewusst, ich dachte nur an eine theoretisch eventuell bessere Lösung, aber die ist ja dann widerlegt.

Aufjedenfall habe ich die Schrauben mit einem neuen Sicherungsblech gesichert, ob es 35-40 Nm waren oder weniger kann ich nicht sagen aufjedenfall waren sie gleichmäßig fest bis zu einem gesunden Grad(man merkt dann ja irgendwann wenn das Gewinde bzw der Kopf lang wird :wink:)

Wer hatte denn schonmal in der Laufzeit des Mogs einen Schaden dieser Schrauben den er "miterlebt" hat?

Außerdem würde ich jetzt mal gerne wissen wie ihr die Schrauben mit Drehmoment anzieht, bis jetzt hat noch keiner dazu etwas gesagt?
#488533
Mit einem kalibirierten Drehmomentenschlüssel z.b. Stahlwille Monoskop 730N mit einem Einsteckwerkzeug SW13 oder SW14 je nach Norm der M8 Schraube , wobei das 9x14 Einsteckwerkzeug ein offener Maulschlüssel ist. Einsteckwerkzeuge 14x18 können zu größ sein, besonders bei dem wenigen Platz an der Vorderachse.

Es gehen auch Einsteckwerkzeuge mit Verlängerung, hierbei muss aber der verlängerte Hebelarm beim einstellen des Drehmomentenschlüssels beachtet werden. Alles klar?

Gruß,
Markus
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