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Herzlich willkommen auf der Unimog-Community-Website. Seit 1999 treffen sich hier die Mercedes-Benz Unimog- und MBtrac-Enthusiasten zum Meinungsaustausch und Fachsimpeln.

Hier werden Fragen zur Technik und zur Restauration des Unimog gestellt.

Moderator: stephan

#530895
Servus Moggler,

wie so manchem geht es nun auch mir: ich stehe vor der Entscheidung, einen Tauschmotor zu holen, den vorhandenen zu überholen oder erstmal weiterzufahren.
Vorweg: Öldruck ist noch ausreichend, er fährt eigentlich normal und hat scheinbar auch Leistung.
Symptome sind aber da: extrem schlechter Kaltstart (Hat jetzt das Schnellglühset, jetzt ist er nach 10 Sekunden drehen lassen da, vorher waren es fast 30), begleitet von ordentlich Graurauch. Den schwarzen Rauch bei Vollgas behebe ich demnächst durch eine neue ESP-Membrane, da diese nicht mehr dicht ist. Diesel ist beim Anlassen sofort da, demnach sollte es daran nicht liegen. Förderbeginn sollte auch stimmen, wurde nicht verändert. Einspritzdüsen kamen wohl vor 1993 mal neu; würde ich die tauschen, müssen neue Vorkammern rein, wegen der Kugelstifte... In 1985, als der Mog zu uns heim gefahren wurde, durchschlug das Differentialgehäuse die Ölwanne, seither hat der Motor "einen leichten Peter" auf Zylinder 2 - ich kann mich nur auf familieninterne Aussagen stützen, da ich da nicht dabei war. 3 Jahre vorher wurde dieser 636.917 erst verbaut. im 93 hat wohl mein Vater etwas an dem Motor gemacht: Übermaßkolben und Ventile geschliffen. Wie es um den Motor sonst bestellt ist, lässt sich ohne genaue Diagnose natürlich nicht sagen, aber aufgrund der Symptome würde ich darauf tippen, dass wohl eine Überholung anstünde; was meint Ihr dazu?
Jetzt ist die Frage, Überholen, was einiges Geld verschlingen wird? Einen ATM, welcher böse Überraschungen haben kann? Oder erstmal fahren, schließlich klappert nichts, leuchtet keine Warnlampe etc, und wenn er warm ist, springt er super an?

Ich freue mich auf Eure Meinung! :party

Gruß,
Ludwig
#530896
Hallo Ludwig,

ich würde natürlich erst einmal weiterfahren aber auch weiter diagnostisieren ohne dabei zunächst viel Geld aus zugeben.

Eine Erste relativ einfache und günstige Diagnose wäre hier die Kompressionsmessung.
Und natürlich Aussagen wie
Förderbeginn sollte auch stimmen, wurde nicht verändert.
und auch die Einspritzdüsen mal überprüfen schadet auch nicht.

Was bedeutet
einen leichten Peter
?
#530898
Servus Ludwig,

10 Sekunden orgeln ist schon heftig und tut auf Dauer auch nicht gut. Da würde ich dringend und zunächst eine Kompressions- oder Druckverlustmessung machen.

Was Du beschreibst hatte ich auch schon mal. Der Mog sprang zwar sehr schlecht an, fuhr aber noch ganz gut. Jedoch nach einer strammen Tour durch den Schwarzwald und Abkühlen über Nacht sprang er am nächsten Morgen schließlich gar nicht mehr an. Diagnose: Riss im Zylinderkopf (Brennraum 2. Zylinder) der sich jedoch sonst nicht bemerkbar gemacht hatte. Unklar ist, ob der Fehler mit einer Kompressionsmessung hätte entdeckt werden können, weil ich damals keine Messung gemacht hatte.
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#530902
Hallo Hannes,

nur beim mühsamen Starten qualmte es grau, was wohl ein Gemisch aus Diesel- und Wassernebel war.
#530903
Hallo Christoph,
da ist definitiv auch Wasser bei höheren Temperaturen als beim Starten eingedrungen aber dann wahrscheinlich nur in homöopathischen Mengen das man es nicht gesehen hat.
#530904
Moin,
Wenn dein Motor in 93 schon neue Kolben bekommen hat ist er vielleicht gar nicht so schlecht.
Fang doch erstmal mit den einfachen Dingen an bzw. mach so weiter, neue Glühkerzen hast du ja schon.
Deinen Graurauch beim Kaltstart bekommst du evtl durch einfaches Düsen neu abdrücken oder neue Einsätze weg. Da müssen nicht zwingend neue Vorkammern rein. Das lässt sich mit einem Blick in die Kammer klären. Wenn die Kugelstifte heile sind gibt es keinen Handlungsbedarf.

Wenn der Diesel nur so in den Motor reinpullert gibts auch keinen gescheiten Kaltstart. Warm springt der 636 meistens immer gut an.

Gruß
Alex
#530905
Ja Hannes, so wird's gewesen sein - homöopatisch. Den Fotos von damals (2009) nach ist ganz zum Schluss die Zylinderkopfdichtung durchgebrannt. Das war dann das Ende des Motors bei mir. Denn ich habe habe ihn verschenkt, was ich vermutlich heute nicht mehr machen würde.

Ludwig fragt ja, "wann Austauschmotor kaufen?" Ich würde sagen: jederzeit bei einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Wobei angesichts der zunehmenden Knappheit der Zähler ansteigen und der Nenner abnehmen wird.

2009 habe ich den letzten OM636 aus dem Panzer 68 vom Schrotthändler Wütherich für 900 € aus der Schweiz geholt. Das war bis dahin noch eine gute und günstige Quelle. Heute wird man für vergleichbares deutlich mehr zahlen müssen.
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#530906
Hallo,
vielen Dank Euch allen für Eure Einschätzung! Finde ich immer wieder schön, wie hier in der UCom geholfen wird :spitze

"leichter Peter" könnte eventuell sogar ein "leichter" Fresser sein - aber falls da in 93 neue Kolben reingekommen sind, müssten die Zylinder ja wohl eh aufgebohrt worden sein?
Die Düsen zu testen bzw neu einzustellen hätte ich jetzt vorgehabt, aber Hannes hat mir das so erklärt: Wenn man neue Düsen verbaut, und die Vorkammern sind schon älter (sollte man wohl alle 2700 bis 3000 Stunden tauschen, wegen der Prallkugeln), besteht Gefahr, dass sich durch den Stift größere Schäden ergeben.. das will ich nicht riskieren, weshalb ich jetzt die Düsen nur mit den Vorkammern getauscht hätte.

Das lange Orgeln hat er laut Aussage von Opa, Onkel und Vater schon die letzten 33 Jahre die er bei uns ist. Der Opa war erstaunt, dass er nun mit den Schnellglühkerzen "nur" noch ca 10 Sekunden Orgeln muss... aber ich habe nun schon von einigen 411ern live gesehen, dass die nach wenigen Umdrehungen da sind..

Ein Riss im Kopf wäre natürlich nicht so schön, aber wie gesagt, ist der Zustand nicht über Nacht eingetreten. Ich muss auch dazusagen, dass ich zwischenzeitlich etwas irritiert war, da ich hier im Forum gelesen hatte, dass durch längere Standzeiten der schwefelige Dieseldampf den Kopf anfressen würde.. aber die Fressspuren kommen ja von was anderem - und ich weiß ja nicht, wie mein Motor innen drin ausschaut, wer weiß, vielleicht ja ganz schön :lol:

Die Düsen werde ich dann wohl angehen müssen; Was ich da gemacht habe: Motor läuft im Standgas. Dann nacheinander von je einer Düse die Einspritzleitung abgeschraubt. Drehzalschwankungen waren bei allen vier Versuchen gleich; Daher schließe ich darauf, dass sie zumindest in gleich gutem Zustand sind, bzw halt gleich viel verschlissen sind.
Seit 93 hat der Mog übrigens nur ca 25t km gelaufen, mit wenig Gas im Wald..

Das mit den steigenden Preisen regelt sich am Markt nun mal nach Angebot und Nachfrage... da komme ich nicht aus. Einerseits will ich erstmal sparen, andrerseits wirds teurer..

Kompressionsmessung, ja, werde ich wohl angehen müssen. Leicht ist das nicht - steht da was unter 15 Bar, kommt der Motor raus, wie soll ich das dem Opa erklären, er läuft ja noch?

Und was ich immer noch nicht verstehe ist des Opas Aussage "Auf einem Zylinder kommt er langsamer"? Wenn das bedeuten würde, dass der Verdichtungsaufbau dort länger dauern würde... Aber ich glaube langsam echt, ich werde nicht froh, wenn ich den Motor von innen sehen muss.

Gruß Ludwig
#530910
Hallo Alex,
natürlich muss man die Vorkammern nicht zwangsläufig mit den Düsen wechseln, ich halte es aber für sehr sinnvoll, wenn man einen Schaden vermeiden kann, aufjedenfall machen.
Klar wenn man reinguckt und der Kugelstift ist durch eine pinkelnde Düse etc schon angefressen dann raus, ich weiß nicht was du unter kaputt verstehst. Das eigentliche Problem kann man nicht sehen nur messen! Und das wurde von mb schon nach 1200 Stunden empfohlen, und zwar den Unterstand des Kugelstiftes zur Vorkammer zu ermitteln. Das gibt den Verschleiß an, bricht der Kugelstift geht dem Motor der gar aus, klar sind die meisten Stifte auch wieder ausgestoßen werden aber guck dir mal den Brennraum an, ja auch hier gibt's weniger schlimm und mehr aber es sieht immer schlecht aus.

Ich hatte auch zu den Düsen geraten, Ludwig ich kann dir nur raten mach eins nach dem anderen dann kann man viel besser eingrenzen, beginn mit der Membrane, die ist bei dir in einem grottigen Zustand.
Motor besorgen sehe ich genau so, wenn die Möglichkeit günstig ist. Sowas wie Christoph hat wäre natürlich optimal aber ab und zu ist auch so noch ein echt brauchbarer Motor zu haben, dabei würde ich aber vorsichtig vorgehen, habe da schon MB ATM's gesehen die waren nach 2200 Stunden schon richtig am kotzen. Kipphebelwellen hatten gerade begonnen zu fressen, Nockenwelle extrem eingelaufen, Kurbelwelle unrund eingelaufen etc das war alles gar nicht schön, ich würde behaupten da war vielleicht auch die Gebrauchtteil Auswahl nicht so glücklich gewählt.
#530912
Servus Hannes,
ja, die Membrane kommt nächstes Mal neu.
Das mit den Austauschmotoren bzw. gebrauchten ist ja mein Problem. Wenn ich wüsste, aha, dieser Motor ist gut und auch preislich ok, dann kann ich ihn ruhigen Gewissens kaufen. Allerdings kann immer was sein, gerade ich als noch nicht so erfahrener übersehe vielleicht das ein oder andere vielleicht entscheidende Ausschlusskriterium und versenke dann einen Haufen Geld, den ich woanders am Mog ja auch brauchen könnte.
Ich glaube nicht, dass es um meine Kugeln noch gut steht, und unter Abwägung der Risiken würde ich daher die Düsen nur mit den Vorkammern tauschen. Oder... kann ich rein theoretisch einfach hergehen und diese Kugeln aus den Vorkammern ausbauen? Wahrscheinlich nicht oder? Es gibt ja scheinbar auch verschiedene Einspritzdüsen, für oder Ohne Kugeln und mit optimierter Einspritzung..

Gruß,
Ludwig
#530914
Hallo Hannes,
Eine angefressene Kugel erkennt man mit dem Auge - da ist Messen überflüssig. Als erste Diagnose völlig Ausreichend. Mit heile meinte ich nur "nicht angefressen".
Kugel durch den Motor jagen ist ja nun kein schönes Ende.

Die ATMs waren wirklich gerne mal nach 2500h durch, bei harter Arbeit keine Seltenheit.

Gruß
Alex
#530915
Servus Alex,

wie kann das sein, dass diese nur so "kurz" hielten? Ich meine, wenn die bei MB aufgearbeitet werden, haben sie doch die gleichen Toleranzen und Tests wie ein komplett neuer Motor, oder ist das nur bei den LKW-Motoren so?
Die Maschine hier stammt wohl aus einem Mähdrescher und wurde damals von Nachbarn des Erstbesitzers eingebaut; Dieser hatte wohl ein paar Mogs, hat aber diesen Motor nicht mit der Unimog-Ölwanne eingebaut; daher auch der Ölverlust damals. Komisch nur, dass die letzten 30 Jahre immer noch keine solche verbaut ist und das Differential trotz der vielen Waldarbeit vom Opa noch nicht die Ölwanne eingeschlagen hat.. Manchmal muss man also wohl doch glück haben - vielleicht läuft er ja noch eine ganze Weile :D

Gruß,
Ludwig
#530917
Hallo Ludwig,

zum Thema "Starten" habe ich mir mal dein letztes Video angeschaut (da muss ich immer schmunzeln :D Weiter so!), gleich zu Beginn bei ca. 2:00min hört man, dass der Anlasser schon vom Motor gedreht wird, d.h. der Anlasser dreht lange mit.
Ich würde mal die kürzeste Zeit versuchen herauszufinden zum Anlassen, bis er dann selbst läuft. Entweder er geht wieder aus, was nicht schlimm ist, dann etwas länger drehen lassen, aber die Zeit im Video ist meiner Meinung nach zu lange. Bei 1:56min hört man ihn schon laufen. Das ist mir nur letztes Mal aufgefallen.

zum Thema "Austauschmotor":
Haben wir für den MBtrac mit dem OM314 auch gerade in der Überlegung.
- Tauschmotoren ab Werk gibt's nicht mehr, Werksüberholung in Mannheim noch machbar, aber teuerste Version.
-Ersatzmotor aus Panzer (Hilfsaggregat, alle Anbauteile umgebaut von Stationärmotor auf Trac) mit 3000Bh, kann gut gehen, man schaut nicht rein in die Aggregate. Günstigste Alternative mit unbekannter Vorgeschichte. Man kann den alten Motor verkaufen und hat dadurch "Tauschwert".
-Motor überholen lassen beim Motorenbauer, da hat man seinen alten, passenden Motor neu aufgebaut.
Beim Mog muss halt so oder so die Hütte runter, beim Trac reicht es die Kabine 20cm anzukippen, da ist es schon eleganter :?

Vor ein paar Jahren habe ich ein Stromaggregat mit OM636 angeboten gekommen, der Motor startete nach langer Stillstandszeit ohne vorzuglühen, habe das Gerät aber nicht genommen...heute würde die Sache anders aussehen... :roll:
#530923
Guten Morgen Ludwig,

ja ich habe schon ein paar Deiner Videos gesehen. Klasse wenn man Zeit und Lust hat so was zu drehen.
Mein 411.117 läuft zwar wegen Komplett Restauration seit 2 Jahren nicht, aber vorher hat er auch solange gebraucht zu starten. Eine neue Batterie brachte Wunder. An meinem Eicher ED13 dauert es auch so lange, da kommt aber zu wenig Druck von der Einspritzpumpe trotz Vorpumpen ( Ist aber ein Direkteinspritzer).
Zum Thema Motor ich habe auch eine Zeitlang gesucht und einen Ersatzmotor für alle Fälle da.
Bist du im Facebook unterwegs? Da verkauft jemand in der Gegend von Naila ein komplettes Fahrgestell. Vielleicht wäre das eine große Ersatzteilkiste für Dich?
Aber das musst Du entscheiden was richtig ist. Die Tipps sind alle gut, und Du wirst schon richtig entscheiden was zu tun ist.

PS: die 411 Hütte zu demontieren ist ein Klacks zum Westfalia...


Gruß aus dem Schwabenländle

Thomas
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