Unimog im Einsatz bei neuer Johanniter Katastrophenschutz-Einheit UNIKE

Retter in Extremlagen.

Hochwasser, Starkregen, Blitzeis, heftige Schneefälle: Auch in Nordrhein-Westfalen nehmen Extremwettersituationen immer mehr zu. Um die Sicherheit der Bevölkerung auch künftig zu gewährleisten, gründete die Johanniter-Unfall-Hilfe im Oktober 2017 die Einsatzeinheit für Extremwetterlagen UNIKE (Universelle Katastrophenschutz-Einheit). Der Name, angelehnt an „unique“ (zu Deutsch: einzigartig), ist Programm: Denn genau wie die neue Einheit, ist auch das Konzept der bei UNIKE eingesetzten Fahrzeuge einzigartig. Wo andere Fahrzeuge abseits befestigter Straßen schnell an ihre Grenzen stoßen, ist der hochgeländegängige Unimog ganz in seinem Element: UNIKE trifft Unimog.

Johanniter setzen auf technische Unterstützung.

Immer häufiger geraten Menschen durch Naturkatastrophen in Not. Um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein, legen Rettungskräfte und Katastrophenschützer großen Wert auf die passende technische Unterstützung. Auch bei den Johannitern stehen Investitionen in Ausbildung und Ausrüstung an erster Stelle. Aktuelles Ergebnis des Ressourcenaufbaus: die neue Einheit UNIKE und die Anschaffung allwettertauglicher Fahrzeuge. Denn zunehmend werden Fahrzeuge benötigt, die durch zerstörte und überschwemmte Gebiete fahren können. Neben Motorrädern und Quads befinden sich daher im Johanniter-Fuhrpark in Nordrhein-Westfalen nun auch vier hochgeländegängige Unimog KTW (Krankentransportwagen) sowie zwei Unimog RTW (Rettungstransportwagen). 

Unimog überzeugt durch extreme Geländegängigkeit.

Warum Unimog? Auf diese Frage kann Dr. Tobias Eilers von den NRW-Johannitern eine klare Antwort geben. „Der Unimog kommt in Regionen und Gebiete, die andere Fahrzeuge nicht erreichen“, sagt der Pressesprecher. Im Ernstfall sei auf den Alleskönner Verlass: „Seine große Watfähigkeit und Bodenfreiheit sowie der hohe Achsstand machen ihn für uns zum unverzichtbaren Helfer im Katastrophenschutz. Denn hier zählt jede Sekunde.“

Ein weiterer Pluspunkt für den Unimog: seine robuste Bauweise und die extrem hohe Aufbau- und Wandlungsfähigkeit. Die haben sich die Johanniter auch gleich zunutze gemacht und die aus dem Bundeswehr-Bestand stammenden Unimog U 1300 L in Eigenleistung umgebaut. Somit können die professionellen Helfer ihre Fahrzeuge auch selbst jederzeit an sich verändernde Umstände anpassen. Und bei Bedarf auch Unterstützung vom Unimog Servicepartner erhalten.

Erste UNIKE-Großübung: Unimog dreht auf.

Was in ihm steckt, konnte der neu angeschaffte Unimog bei der ersten Großübung der UNIKE 2017 zeigen. Zwar strahlte die Sonne am Morgen vom Himmel, doch die Tage zuvor hatte es reichlich geregnet. Und so beglückte das Truppenübungsgelände der Wahner Heide nahe Köln die erfahrenen Johanniter-Katastrophenschützer mit Matsch, Schlamm und tiefen Wasserlöchern. Beste Voraussetzungen, sollte die Übung doch den realen Bedingungen bei Katastrophenschutz-Einsätzen so nahe wie möglich kommen.

Das Szenario der Übung: Eine 20-köpfige Gruppe von Outdoor-Sportlern wurde von einem schweren Unwetter mit Hochwasser überrascht. „Suchen, finden, retten und ins Krankenhaus transportieren“, lautete der Einsatzbefehl, erzählt Eilers. Auf Quads und Motorrädern ging es dann ins Gelände, um die Vermissten zu finden. Auch eine Aufklärungsdrohne unterstützte die Suche.

Die UNIKE-NRW ist eine seit Oktober 2017 bestehende Katastrophenschutz-Einheit der Johanniter. Sie untersteht weder einer Bezirksregierung noch einer örtlichen Gefahrenabwehr. Deshalb kann jede Behörde und Organisation die UNIKE-NRW rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr mit Sicherheitsaufgaben anfordern.

Nach Auffinden eines Vermissten kam der per Funk alarmierte Unimog zu seinem Einsatz. Über Bodenwellen, tiefe Gräben, Matsch- und Wasserlöchern bahnte sich der Offroad-König innerhalb weniger Minuten seinen Weg zum Einsatzort – samt Mannschaft und schwerem Gerät. Fachgerecht wurden die Verletzen in den Rettungsaufbau gebracht, der Platz für bis zu vier Tragen bietet. Außerdem mit an Bord: alles zur medizinischen Erstversorgung, wie Defibrillator, Notfallrucksack oder Verbandsmaterial. Im Anschluss ging es zum „Behandlungsplatz 50“, einer im Feld aufgebauten Behandlungseinrichtung. Nach Stabilisation der fiktiven Patienten wurden diese an die Rettungstransporthubschrauber der Johanniter-Luftrettung übergeben.

Insgesamt kamen bei der Übung über 200 erfahrene Katastrophenschützer aus dem Johanniter-Landesverband NRW zusammen, außerdem Einsatzkräfte des Landeskommando NRW. Eindrücklich wurde das perfekte Zusammenspiel zwischen den ineinander greifenden Abschnitten der Katastrophenschutz-Einheit sowie der Bundeswehr demonstriert. Und gezeigt, dass der Mercedes-Benz Alleskönner genau der richtige Partner im Katastrophenschutz ist. Denn egal ob überflutete Straßen, Geröll und Schlamm oder Schnee und Eis: Der Unimog findet einen Weg.

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