Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

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Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon atloff » 26.08.2015, 17:13

Liebe Moggemeinde,

leider sind wir das erste Mal seit 25 Jahren, für mich vor Ort irreparabel, mit unserem 404 liegen geblieben.
Folgendes Problem:
nach 2 Schlägen im Bereich Hinterachse oder Getriebe, so klar konnte ich das Geräusch nicht lokalisieren, wurde das Fahrzeug immer lauter und rattert im Schubbetrieb, d.h. wenn der Motor bremst. Motor ist ein OM 617. Auslöser könnte ein Fehler von mir gewesen sein, da ich einige Kilometer vorher in einer Gefällstrecke etwas zu hart aus dem 6. Gang in den 5 Gang zurückgeschaltet habe.

Gefühlt rattert es hinten mehr, im 5 und 6 Gang ist es meines Erachtens lauter gewesen. Allrad ist aus, Sperren auch.
Im Moment kommt der Mog per LKW Sammeltransport zu mir zurück. Ich habe also noch etwas Zeit das Problem theoretisch einzugrenzen, bis ich die Schraubenschlüssel ansetzten kann.
Hat jemand eine Idee wie vorzugehen ist?
Was denkt Ihr, liegt der Fehler im Bereich der Hinterachse oder im Getriebe? wo würdet Ihr anfangen....

LG Tobias
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon tomtom411 » 26.08.2015, 17:55

Hallo Tobias,

schau mal hier: www.unimog-community.de/phpBB3/enkenhofen-oder-die-letzten-kilometer-auf-dem-abschlepper-t87153.html
ich denke Dein Unimog hat das gleiche Schicksal erlitten, Kreuzgelenk Kardanwelle Exitus!
Ich drück Die die Daumen, dass das Getriebe keinen Schaden genommen hat.
Viel Erfolg + Gruß aus Hamburg
Thomas
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon kinzigsegler » 26.08.2015, 22:14

Hallo Tobias,

Ich würde zuerst den Mog hinten aufbocken und an den Rädern drehen, vielleicht kann dabei schon die Quelle des Ratterns ermittelt werden.
Bis dene
Gruss
Jürgen von der hessischen Kinzig

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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon Jochen.Schäfer » 27.08.2015, 11:57

Hallo Tobias,
ich würde auch auf Kreuzgelenk oder Schiebestückverzahnung in der Antriebswelle der Hinterachse tippen.
Ein schwerer Schaden scheint nicht vorzuliegen, sonst könntest du den Mog nicht mehr bewegen.
Bei den kleinen Mog 2010 und 401 hat es auch schon mal den Abtriebflansch der Hinterachse in den Getriebeblock gedrückt und die Hauptwelle gestaucht. Dann bewegt sich nichts mehr.

Gruß
Jochen
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon atloff » 20.09.2015, 22:33

DSC_2727_012.JPG
Hallo,
vielen Dank für die Antworten!
Heute hatte ich Zeit den Mog zu untersuchen...
Es waren die Antriebsflanschschrauben... Sie haben sich samt Sicherungsblech weitestgehend zu einem Brei verwandelt.
Kardan und Flansch sind futsch, werde ich tauschen.
Was denkt Ihr über die Flanschplatte am Getriebe, sich hat auch etwas abbekommen. Oben rechts hat der Schmiegelfraß zugeschlagen. Geht die noch?
Kennt jemand das Anzugsmoment für die Schrauben sowie die ET Nummern für Bleche und Dichtung?

Gruß Tobias
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon MagMog » 21.09.2015, 12:40

Guude,

bekanntes Prob beim Einsatz von Motoren mit höherem Drehmoment.
Dass diese Verbindung die schwächste im Antriebsstang ist mussten bereits andere Verdieseler feststellen.
Häufig werden deshalb entweder zusätzliche Schrauben eingesetzt oder dickere.

Gut 404! J.
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon tomtom411 » 21.09.2015, 18:29

Hallo Tobias,

die Teilenummer vom Sicherungsblech lautet 404 337 00 73
von der Dichtbeilage 411 411 00 80

Ob der Getriebeabgangsflansch noch brauchbar ist kann man nicht anhand eines Bildes feststellen. Auch geht aus Deiner Beschreibung nicht hervor, wie weit Du nach den 2 Schlägen noch mit diesem Schaden gefahren bist. Da das Getriebe die Mitte des Fahrzeugs ist und Du es schon halb zerlegt hast würde ich das Getriebe ausbauen und kontrollieren(lassen). Es wäre ärgerlich Du baust alles zusammen und hast dann Geräusche.....

Gruß aus Hamburg
Thomas
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon atloff » 23.09.2015, 11:57

Hallo,
vielen Dank für die Teilenummern! Gefühlt ist das zwar die Mitte, aber Häuschen, Motor, Lenkung Kühlung, VA wollte ich nicht runternehmen, da ich leider zur Zeit keine Halle habe.Ich werde den Flansch sauber vermessen und dann entscheiden.

Inzwischen war ich bei MB, leider ist die Dichtung (A 411 411 00 80) nicht mehr verfügbar. Kennt jemand die Stärke des Dichtungspapiers? Das ist sicherlich nicht ganz unerheblich für die Verbindung. Diese werde ich auf 10 Schrauben M8 x 18 10.9 verstärken. Ich denke das reicht, oder gibt es andere Erfahrungen?

Gruß Tobias
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon atloff » 27.09.2015, 22:39

Liebe Mogfreunde,

ich werde den Flansch ebenfalls tauschen, es ist einseitig abgeschliffen. So wie ich das sehe funktioniert das nach der WEDI Tauschanleitung, soweit alles klar.
Nur eine große Bitte an die Gemeinde:
Kann mir jemand das notwendige Spezielwerkzeug leihen?
Hat jemand noch einen intakten Flansch abzugeben?

Gruß Tobias
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon 404wolf » 28.09.2015, 23:40

Hallo Tobias

Ich hatte ein ähnliches Problem an der Vorderachse
Habe dann auf 10 oder 12 Lochflansch umgebaut!

Ein erfahrener Unimogmechaniker hat mir folgende Anweisung zur Flanschmontage gegeben:

Die Gelenkwelle mit einem dauergeschmierten Kreuz versehen (soll ca. 250.000 km halten).
(Bei mir war der Docht verstopft, das Gelenk ist dann blockiert, ausgeglüht und alle Schrauben gelockert und im Schubkugelgehäuse verklemmt - Der Monteur berichtete sogar von verschmorten Gummimanschetten.
Die Sicherungsbleche unbedingt weglassen (sind zu weich und lockern sich )
Eventuell nur 10 Schrauben verwenden.
2 Schrauben klemmen bei starkem Ausfedern der Vorderachse mit dem Kreuz.
Ich habe die Kardangelenke bei mir soweit abgeflext, damit noch Freiraum bleibt.
Bei Mercedes gibt oder gab es spezielle Schrauben 12.9 in 12,5 mm Länge .
ohne Sicherungsringe oder Scheiben ,aber mit mittelfester Schraubensicherung (die gehärteten Sicherungsringe brechen bei dem erforderlichen Anzugsdrehmoment!)
Schrauben bis vor die Bruchgrenze anziehen!
Nach Möglichkeit die Kunststoffschale in das Schubkugelgehäuse einbauen (Guß neigen zum Fressen).
Wellenverzahnung zum Differenzial mit gutem Langzeitfett versehen.

Vor vielen Jahren konnte man die 12-Lochflansche bei DB kaufen, jetzt muß selber gebohrt werden, oder jemand hat so was rumliegen.
Ich denke bei der Nutzung leistungsstarker Diesel und scharfer Fahrweise ist dieser Umbau unerlasslich

Gruß Wolfram
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon atloff » 29.09.2015, 08:29

Hallo Wolfram,
danke für die Info, das ist ja spannend, ich hatte mich schon gewundert, das es Kunststoffschalen als E-Teil gibt.
Hast du dann die Papierdichtung weggelassen? Lauf Mercedes Liste soll diese 1mm dick gewesen sein! Kann das jemand bestätigen?? (nicht das mir der freundliche Mitarbeiter das Verpackungsmaß genannt hat...)
Ich kann mir vorstellen, dass bei dem kurzen Vorderachsschubrohr der Neigungswinkel so stark steigt, dass die Schraubenköpfe gefährdet sind. Bei der Hinterachse ist das vermutlich kein Problem.
Ich habe mir den Umbau des VA Flansches schon auf die todo Liste geschrieben....
Aber zunächst zur Hinterachse...

Gruß Tobias
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon YoEddy2 » 29.09.2015, 13:03

Hallo,

Die Sicherungsbleche weglassen beim verschrauben der KArdanwellen !! Wirklich jetzt ??
Ich hab se beim letzten Getriebewechsel wieder in neu hingemacht ... da hat hier keiner sowas verlautbaren lassen ...

Gruß Ralf :mog2
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon norbi99 » 29.09.2015, 15:58

Hallo Tobias

Die Dichtung, die ich schon in den Händen gehabt habe ist maximal 0.5mm dick - oder sogar noch dünner. Eine 1mm dicke Papierdichtung kann dort ja nie und nimmer eine feste Verbindung herstellen...

Gruss Norbert
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon 404wolf » 30.09.2015, 00:10

Hallo
...jetzt erinnere ich mich auch an diese Dichtung.
unbedingt weglassen, im Zeitalter der hightec -Dicht und Klebeflüssigkeiten, verhindert die Papierdichtung eine hochfeste kraftschlüssige Verbindung!
Die von mir verwendete Mittelfeste Schraubensicherung erfüllt die Dichtaufgabe.
Gruß Wolfram
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Re: Differential, Vorgelege oder Getriebeschaden?

Beitragvon YoEddy2 » 30.09.2015, 10:32

404wolf hat geschrieben:Hallo
...jetzt erinnere ich mich auch an diese Dichtung.
unbedingt weglassen, im Zeitalter der hightec -Dicht und Klebeflüssigkeiten, verhindert die Papierdichtung eine hochfeste kraftschlüssige Verbindung!
Die von mir verwendete Mittelfeste Schraubensicherung erfüllt die Dichtaufgabe.
Gruß Wolfram



Mmhhhhhhh Wolfram,

Du lässt aber auch mal alles wech bei der wieder Montage was ... ! Ob das der Weisheit letzte Schluss so ist ?
Woher nimmst Du das wissen die Infos das was Jahrzehnte verbaut wurde ...mal so eben weg zu lassen ?

Gruß Ralf
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