Liebe Schrauberfreunde,
heute gibt es mal wieder eine Aktualisierung meines Reparaturberichts. Nicht, dass ich in den letzten Tagen nichts am Unimog getan hätte, ganz im Gegenteil. Aber mit Bildern und Erzählungen vom Reinigen und Entfetten der Einzelteile wollte ich Euch nicht langweilen. Zusätzlich habe ich begonnen, alle ausgebauten Teile mit Bezeichnung und (wenn bekannt) Teilenummer zu erfassen, dazu sollen noch Informationen zum Zustand, Stand der Aufarbeitung und - ganz wichtig - Lagerort kommen. So hoffe ich jederzeit den Überblick zu behalten.
mhame hat geschrieben:Warum hast du das Getriebe nicht selber gemacht? Die WHB beschreibung ist gut und es dauert kürzer als die Überholung der Vorderachse.
Zur Antwort dazu, Markus, muss ich etwas weiter ausholen. Ich bin immer in erster Linie ein Unimog-"Anwender", aber weniger ein Schrauber gewesen. Klar, die üblichen Wartungsarbeiten und auch kleinere Reparaturen habe ich mit Freude und Interesse immer selbst erledigt. Das ging hin bis zum Wechsel des Zylinderkopfs an genau diesem 411er vor sechs Jahren (hat bis heute/ca. 9.000 km gehalten), das war es dann aber auch.
Das, was sich jetzt bei mir abspielt, ist eher eine "Großaktion wider Willen", zu der ich durch den Defekt (siehe Eingangsposting) buchstäblich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen bin. Klar wollte ich den Unimog immer aufarbeiten, aber ich schob das inzwischen jahrelang vor mich hin. Jetzt ist es soweit, geplant war das nicht! Die Reparatur entwickelt sich so langsam zum Großprojekt (kann man schon von Restauration sprechen?), aber alles soll auch irgendwann fertig werden. Mein selbst gesetztes Zeitfenster endet mit dem UVC-Treffen 2017, denn da soll der Unimog hin.
Deswegen und weil das meine Möglichkeiten (Werkzeug, Kenntnisse, Erfahrung, Zeit und auch Platz (!)) endgültig übersteigt, habe ich das Getriebe "outgesourct", genau wie ich das beim Häuschen und der Pritsche tun werde. Ich würde auch niemals einen Motor auseinander nehmen. Nee-nee, das überlasse ich einem Profi, das geht schneller und auf das Ergebnis kann ich mich auch verlassen. Es kostet zwar ein paar Euros, ist aber letztlich werterhaltend gut im Fahrzeug angelegt.
So, genug philosophiert, jetzt zum Arbeitsfortschritt. Heute habe ich das Fahrerhaus entkernt, sprich seiner Ausstattung beraubt.
Bild 1 - Da liegt im Wesentlichen der ganze Inhalt an Instrumenten, Elektrik, Hydraulik und Luftansaugung (Sitze etc. sind ja schon vor geraumer Zeit abgebaut worden):
Beim Herausnehmen des Kabelbaums war mir ganz und gar nicht wohl ums Herz. Da ich ein absoluter Elektrikmuffel bin, fragte ich mich ernsthaft, ob ich das alles jemals wieder zusammen und zum Funktionieren bringen werde? Es drin zu lassen, hätte aber dem Blechner keine Begeisterung entlockt und wäre auch wenig sinnvoll gewesen. Das Fahrerhaus soll komplett gemacht werden, und da muss der Kabelsalat eben raus. Warum: weil ich nirgendwo mehr einen Fleck dieser grässlichen Bauernblind-Übertünchung mit diesem unpassenden Grün sehen möchte. Nein, ich freue mich schon jetzt darauf, meinen U 411 irgendwann endlich im korrekten und originalen DB 6286 zu sehen. Und dazu muss ich dann eben auch irgendwann durch dieses Elektrik-Thema durch, basta! Vsl. gibt es angesichts des Zustands des o. a. Kabelsalats sowieso einen neuen Kabelbaum...
Bild 2 - Blick ins leere Fahrerhaus. Rund um den Luftfilterausschnitt sieht man übrigens noch das originale Grün. Hinten, unterhalb des Einstiegs, ist der Grund für meinen Entschluss zur Aufarbeitung auch des Häuschens zu sehen: Spachtel, Spachtel, Spachtel, der inzwischen auch großflächig abzuplatzen beginnt:
Bild 3 - Dazu hier nochmal ein Detailbild (die rechte Fahrerhausseite sieht ähnlich aus), unschön auch die - warum auch immer - abgeschnittenen Kotflügel mit den komischen Gummilappen:
Vorne und "oben herum" ist jedoch wenig Rost zu entdecken, das lässt mich vorsichtig hoffen, was den Umfang der Blecharbeiten angeht...
Und noch etwas off Topic:
Bild 4 - Die Dame des Hauses macht einen Rundgang zur Inspektion des Arbeitsergebnisses und mahnt zum Feierabend. Wenigstens beschwert DIE sich niemals über Ölgeruch, Trauerränder unter den Nägeln und stundenlanges Ausbleiben ihres Dosenöffners in der Garage:
So, das war es mal wieder. Drei Wochen Urlaub mit viel Zeit zu arbeiten am Unimog neigen sich auch dem Ende zu, und ab nächster Woche wird sich das Tempo der Arbeiten dann wohl leider auch deutlich reduzieren.