Unimog-Museum und UCG: Rückblick zum Aktionstag

epaper_detail_20150818_4122281b-f5fa-48b4-8d61-bb7785d5c6a4_thumbnailBadisches Tagblatt vom 18. August 2015:

Selbst 34 PS reichen im Wald aus

Dass ein Museum mit einem Konzept erfolgreich sein kann, demonstrierte wieder einmal das Unimog-Museum. Wenn die traditionelle Aufgabe, die Sammlung und Präsentation von Gegenständen, regelmäßig mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten besetzt und um Vorführungen erweitert wird, dann steigt auch sofort das Interesse an einem Besuch. So wurde am Sonntag bereits kurz vor 16 Uhr die Zahl von 1000 Besuchern überschritten. Über 250 erlebten hautnah eine Mitfahrt auf dem Geländeparcours.

Neben der noch bis 11. Oktober laufenden Sonderausstellung „Von der Straße auf die Schiene – der Unimog im Zweiwegeeinsatz“ präsentierte die Regionalgruppe Mittelbaden-Ortenau-Elsass des Unimog-Clubs Gaggenau einen Aktionstag auf dem Freigelände neben dem Museum an. Unter dem Titel „Die Unimog-Gerätewelt – Seilwinden, Kräne, Bergstützen und mehr“ zeigten Mitglieder der Regionalgruppe rund 30 Fahrzeuge mit unterschiedlichen Anbaugeräten. Die Museumsgäste hatten Gelegenheit, Fahrzeuge mit historischen oder modernen Seilwinden, mit Baggern und Kränen auf der Ladefläche oder mit einem Rückeschild ausgestattet, beim Einsatz zu beobachten. Die Idee, nicht nur tote Gegenstände anzuschauen, sondern sie zu er“leben“, und Leben bedeutet immer, dass sich etwas bewegt, wurde anschaulich umgesetzt. Die Vorführungen wurden fachkundig moderiert, und die Besucher hörten als erstes immer die vorweggenommene Antwort auf eine häufige Frage. „Nein, das Fahrzeug ist nicht serienmäßig; insbesondere beim Einsatz im Forst handelt es sich fast immer um individuelle Ausstattungsvarianten. Zum Teil wurden diese von Zulieferfirmen für den Geräteträger Unimog angeboten, oft wurden sie auch mit Hilfe eines ortsansässigen Landmaschinenschlossers auf die gewünschten Anforderungen des Benutzers aufgerüstet. Wichtig war aber immer, dass der Unimog mit seinem geringen Gewicht und der kleinen Spurweite das ideale Fahrzeug auf schmalen Waldwegen oder in schwierigem Gelände darstellt. Selbst 34 PS reichen aus, um Stämme zu rücken, aufzuladen, als Langholz zu transportieren oder gleich vor Ort zu spalten.“

Genau diese Arbeiten wurden dann auch mit Fahrzeugen demonstriert. Stämme wurden mit einer Forstzange aufgeladen oder gespalten, mit Kipperanhänger ein paar Meter nach vorn gefahren und wieder abgeladen. Ein danebenstehender Unimog 411 hatte als Anbaugerät an der Frontzapfwelle einen Stromgenerator. Wenn man dann noch auf einem am Unimog angebrachten Werbeschild lesen kann, dass der Besitzer des Fahrzeugs Inhaber eines Friseursalons ist, entstehen völlig neue Ideen für weitere Einsatzmöglichkeiten. Vielleicht sollte Paul Westermann, Vorsitzender der Regionalgruppe, mal darüber nachdenken, ob er seine Dauerwellen im Sommer in Zukunft im Schatten der Bäume am Eichelberg anbietet. Selbst hier könnte der Begriff Universal-Motor-Gerät seinem Ursprung wieder gerecht werden.

Text und Foto: Hans-Peter Hegmann

 

 

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