Unimog als Wasserspender

Der mit einem Gießarm ausgerüstete Unimog ermöglicht genaues Wässern. Dies spart Wasser und Zeit – Foto: Feuerer

In Gaggenau, wo der Unimog 51 Jahre gebaut wurde, kann ein ganz besonderer Einsatz beobachtet werden.

Das Badische Tagblatt schreibt am 2. August 2018:

Gaggenau: Die anhaltende Trockenheit hat ihren Preis: 16.000 Liter Wasser täglich für das öffentliche Grün

Die sommerlichen Temperaturen bereiten den technischen Betrieben der Stadt erhebliche Sorgen: Neu gepflanzte Blumen trocknen aus, und erste Bäume verlieren jetzt schon verfärbte Blätter. Der Baubetriebshof ruft alle Anwohner dazu auf, mitzuhelfen, die Gaggenauer Blütenpracht vor dem Austrocknen zu bewahren.

„Wenn jeder Gaggenauer nur zwei bis drei Straßenbäume oder Sträucher im öffentlichen Verkehrsraum gießt, sei es am Gehweg oder direkt vor der Haustür, wird die Stadt weiterhin blühen“, erklärt Andreas Heck. Er ist Leiter der technischen Betriebe.

Die Pflanzen dürsten, und da sind Heck und seine Mitarbeiter besonders gefordert. Täglich werden derzeit etwa 16000 Liter Wasser für Blumen, Pflanzen und Bäume in Gaggenau benötigt, um sie zu erhalten. „Wenn die Trockenperiode weiterhin anhält, werden wir das Bewässern noch weiter ausdehnen müssen“, sagt Heck voraus. Schon jetzt sind es umgerechnet 1600 große Gießkannen voll Wasser – tagtäglich. Zwei Fahrzeuge mit großen Wassertanks, die jeweils viermal täglich neu „betankt“ werden, erleichtern den drei Mitarbeitern ihre Arbeit erheblich. Besonders komfortabel ist dabei der Unimog, der mit einem „Gießarm“ ausgestattet ist und über einen Joystick gesteuert werden kann. „Die Gießvorrichtung ist ein wahnsinniger Vorteil“, erklärt Andreas Heck. Denn damit kann sehr gezielt gegossen werden.

Auch an Wochenenden im Einsatz

Seit April müssen die Pflanzen und Blumen von der Stadtgärtnerei bewässert werden, da es seither keine längere Regenperiode gab. „Durch das sehr trockene Frühjahr und die zurzeit anhaltende Hitze sind die Pflanzen extrem ausgetrocknet“, weist Andreas Heck darauf hin, dass nicht nur Blumen sehr gefährdet sind, sondern nun auch schon eingewachsene Bäume regelmäßig mit Wasser versorgt werden müssen.

Täglich beginnen die Arbeiten derzeit bereits um sechs Uhr am Morgen. Aufgrund der extremen Witterung wird das Personal auch am Wochenende eingesetzt, um insbesondere die etwa 4500 Sommerblumen in Gaggenau vor dem Austrocknen zu retten. „Der Sommerflor hat derzeit oberste Priorität, deshalb müssen andere Arbeiten, wie beispielsweise die Grünpflege, hinten angestellt werden“, erklärt der Baubetriebshofleiter.

Amphibien sind ebenfalls stark von den extremen Witterungsverhältnissen betroffen. Sie halten sich vermehrt in Tümpeln oder Teichen auf, so auch in Gaggenau im Traischbach. Regelmäßig fährt eine Kolonne zu dem Tümpel, um eine ausreichende Wasserversorgung zu gewährleisten, damit die Frösche nicht auf dem Trockenen sitzen.

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