Januar 1970

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  • Unimog-Club Gaggenau: Michael Schnepf folgt auf Michael Wessel

    Gaggenau/Bischweier (Badisches Tagblatt, 17.11.208) – Michael Schnepf heißt der neue Vorsitzende des Unimog-Clubs Gaggenau. Ihm stehen Hans-Jürgen Schöpfer und Peter Rebsdat als Stellvertreter zur Seite. Außerdem gehören Hans-Karl Westermann (Kassierer) sowie Werner Bühler, Heinz Schnepf und Edwin Westermann dem Vorstand an. Neu im Team ist Schriftführer Andreas Rödler. Einvernehmlich votierte die Versammlung am Samstag in der Markthalle Bischweier für die Zusammensetzung des neuen Vorstands.

    15 Jahre war Michael Wessel Vorsitzender des Clubs, der mittlerweile weltweit 5508 Mitglieder zählt. Eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht, wie die Laudatoren des Nachmittags, Bischweiers Bürgermeister Robert Wein und der Vorsitzende des Kuratoriums Unimog-Museum, Hans-Jürgen Wischhof, ausführten. "Dabei wollte Michael Wessel nur einen regionalen Club gründen", meinte Wischhof, der die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden würdigte. Am 14. und 15. Juni 2008 konnte der Club seinen 15. Geburtstag feiern. "Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter. In unserem Fall ist das auch gut so. Dann haben wir selbst ein Kind gezeugt: das Unimog-Museum. Wir sollten uns um unser Kind kümmern", sagte Wessel.

    Ebenfalls nicht mehr einer Wiederwahl stellten sich die beiden Unimog-Veteranen der ersten Stunde, Roland Feix und Manfred Florus. "Sie sind beide Gründungsmitglieder und haben das Clubleben entscheidend mitgestaltet und bereichert. Wir haben durch sie unendlich viele Geschichten und Details über den Unimog erfahren", so Laudator Wischhof.

    Auch Carl-Heinz Vogler verabschiedete sich nach langjährigem Engagement aus dem Vorstandsgremium. Nicht verabschieden wird er sich aus der Produktion des Mitgliedermagazins des UCG, für das er sich von der ersten Ausgabe ab verantwortlich zeigte. 62 Hefte stammen bisher aus seiner Feder. "Machen Sie die 100 voll", forderte Wischhof Vogler auf. Mit stehenden Ovationen verabschiedete die Versammlung die scheidenden Vorstandsmitglieder. Manfred Florus und Roland Feix wurden zu Ehrenmitgliedern, Michael Wessel zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

    Zur Jahreshauptversammlung des Clubs waren auch Abordnungen aus Belgien, den Niederlanden und der Schweiz sowie aus dem ganzen Bundesgebiet gekommen. Die Liste der Aktionen des Vereins ist lang, zeigte Wessel in einem Tätigkeitsberichts. So war der Unimog-Club Gaggenau auf der Nutzfahrzeuge-IAA in Hannover präsent. Dank der Unterstützung der neuen Regionalgruppe "Weserbergland" sei dies mit verhältnismäßig geringem Aufwand umzusetzen gewesen. Auf regen Zuspruch stießen auch die Typen-Abenden von Heinz Schnepf und Carl-Heinz Vogler. Als herausragendes Ereignis bewertete der Vorsitzende das Jahrestreffen in Gaggenau und die damit verbundenen Festlichkeiten zum 15. Geburtstag des Vereins.

    Nicht voran gekommen sei das Vorstandsgremium mit dem "Zukunftsprozess". Nur die Einrichtung einer Geschäftsstelle konnte umgesetzt werden. Leiterin ist Margit Hörig. Von einem Zuwachs (184 Neuzugänge) konnte Schriftführer Michael Schnepf berichten. Aus finanzieller Sicht war das Jahr 2008 eine Punktlandung, berichtete Kassierer Hans-Karl Westermann. Zufrieden zeigten sich die Kassenprüfer Edgar Rost und Patric Wunsch.

    Im Rahmen des Zukunftsprozesses wird ein Satzungsentwurf zur nächsten Mitgliederversammlung am 7. November 2009 vorgelegt, kündigte der stellvertretende Vorsitzende Hans-Jürgen Schöpfer an.

  • UNIMOG-Magazin 2/2008

    Wie immer lesenswert ist das UNIMOG-Magazin von Mercedes-Benz. Die aktuelle Ausgabe 2/2008 steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.

    Unimog Magazin 2/2008
    Themen:
    +++ 60 Jahre Faszination Unimog
    +++ Profis am Pumpwerk
    +++ Kontinuität in Oberbayern
    +++ "Kraftstoffsparer" Unimog
    +++ Logistik auf neuen Wegen
    Download Magazin

  • Unimog sparsamer als Traktoren

    + 18,89 Liter statt 32,07 Liter in der Stunde
    + Gutachten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
    + „Universal-Motor-Gerät“ seit mehr als 60 Jahren auf dem Markt

    Der Mercedes-Benz Unimog hat sich laut einem Gutachten der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) im hessischen Groß-Umstadt als besonders sparsames Fahrzeug zum Beispiel bei Transport arbeiten und beim Mähen erwiesen. So verbrauchte ein Mercedes-Benz Unimog U 400 mit 21 t Anhängelast auf einer Transportfahrt in der Ebene nur 18,89 Liter in der Stunde gegenüber einem Mittelwert von Traktoren in Höhe von 32,07 Liter in der Stunde. Die Geschwindigkeit betrug jeweils 50 km/h. Auf Liter pro 100 km umgerechnet ergibt dies 42,84 l/100 km beim Unimog gegenüber 71,89 l/100 km beim Allrad-Traktor. Wenn man den Mehrverbrauch von rund 13 l/h auf 10 000 Betriebsstunden – das entspricht etwa zehn Jahren Einsatz – umrechnet, verursacht der Schlepper rund 195 000 ¤ höhere Betriebskosten (1,50 ¤/l Diesel).

    Der Produktbereich Sonderfahr zeuge (PBS), zu dem der Unimog gehört, verfügt innerhalb des großen Produktionsstandortes Wörth bei Karlsruhe, der größten Lkw-Fertigung Europas, über eine eigene Fertigungs straße. 750 Mit arbeiter produzieren im Jahr rund 2000 Mercedes-Benz Unimog. Man ist hier in vielen Branchen zu Hause, wird der Unimog doch in sehr unter schiedlichen und oft extreme Anforderungen stellenden Einsatzfeldern genutzt, ob nun der neue kompakte U 20, die Geräteträger U 300, U 400 und U 500 oder die Modelle der hochgelände gängigen Baureihe U 3000, U 4000 und U 5000. Das „Universal-Motor-Gerät“ gibt es nun seit 60 Jahren, mehr als 325 000 Einheiten sind bisher gebaut worden.

    Quelle: Daimler Media

  • Die Chronik des Universal-Motor-Gerätes

    Geländegängiger Alleskönner galt als ziviles Friedensprodukt
    Prototyp entstand bei Gold- und Silberwarenfabrik Erhard
    Die Produktionsverlagerung von Gaggenau ins pfälzische Wörth ist nicht der erste Umzug, den das Universal-Motor-Gerät über sich ergehen lassen muss. Der geländegängige Alleskönner mit dem Stern auf der Haube kann vielmehr auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken.
    Ehemalige Daimler-Benz-Ingenieure entwickelten nach dem Zweiten Weltkrieg das Konzept, das bis heute beibehalten wurde: Das land- und forstwirtschaftliche Nutzgerät zeichnete sich durch vier gleich große Räder, extreme Geländegängigkeit durch Portalachsen, Allradantrieb und Differenzialsperren vorne und hinten sowie die Antriebsmöglichkeiten für verschiedene An- und Aufbaugeräte aus.

    Quelle: Mit freundlicher Unterstützung durch die BNN, Redaktion Murgtal

    Geistiger Vater war Albert Friedrich, bis 1945 Leiter der Flugmotorenkonstruktion bei Daimler-Benz, und sein ehemaliger Mitarbeiter Heinrich Rößler. Bereits im Oktober 1945 kam die Produktionserlaubnis der amerikanischen Besatzungsmacht, durch seine landwirtschaftliche Ausrichtung galt der Unimog als Friedensprodukt im Sinne des Morgenthauplans: Die Spurbreite von 1,27 Meter entsprach genau zwei Kartoffelreihen.
    Bei der Gold- und Silberwarenfabrik Erhard & Söhne in Schwäbisch Gmünd wurden ab 1947 sechs Prototypen produziert. Nachdem Daimler-Benz die Zusage gab, als Antrieb den neuentwickelten Pkw-Dieselmotor OM 636 zu liefern, stand der Serienproduktion nichts mehr im Wege. Die Firma Erhard & Söhne war hierzu nicht in der Lage, verschiedene Autohersteller winkten ab, schließlich stieg das Göppinger Maschinenbauunternehmen Boehringer ein, als Nachfolge für Rüstungsaufträge brauchte man unbedingt ein ziviles Friedensprodukt. Der Unimog zog zum ersten Mal um, im Jahr 1948 begann die Serienfertigung. Insgesamt stellte Boehringer 600 Unimog mit einem stilisierten Ochsenkopf mit Hörnern auf der Motorhaube her.
    1950 erfolgte der Verkauf an Daimler-Benz, der Unimog passte nicht in die Boehringer- Produktion, für höhere Stückzahlen wären erhebliche Investitionen fällig geworden. Die Fertigungsanlagen und die Unimog-Mannschaft zogen um nach Gaggenau. Am 3. Juni 1951 begann die Fertigung im Daimler-Benz Lkw- und Omnibuswerk. Ab 1953 trug der Alleskönner auch den Stern auf der Haube.
    1962 stellte Daimler-Benz dem auf der Ursprungsversion basierenden 401 einen großen Bruder zur Seite, die Baureihe 406. Drei Jahre später folgte der 416 als Nachfolger des 404. Ein weiterer Meilenstein erfolgte mit der Vorstellung der Baureihe 425 (1974) und der Baureihe 435 (1976). Damit waren die sogenannten Schweren Unimog-Baureihen` geboren, erster Großabnehmer war die Bundeswehr. 1992 folgten die Baureihen 408 und 418, die vor zwei Jahren von den Geräteträgern U 300, U 400 und U 500 abgelöst wurden.
    Ab 1973 wurde in Gaggenau auch der Allradschlepper MB-Trac gefertigt, nach 40 000 verkauften Exemplaren war 1991 Schluss. Der 1996 vorgestellte kompakte UX 100 erwies sich als Flop und wurde nach nur drei Jahren an die Hako-Firmengruppe verkauft.
    Der Unimog verkaufte sich rund 320 000-mal in alle Welt. Hauptabnehmer waren stets die öffentliche Hand, Industrie, Bau- und Energiewirtschaft, auch das Militär zählte in früheren Jahren zu den treuen Kunden. Die damaligen Stückzahlen, als bis zu 48 Unimogs am Tag produziert wurden, konnten zuletzt nicht mehr erreicht werden. Dennoch erwirtschaftete der Geschäftsbereich Unimog 1999 bei 2 200 verkauften Einheiten erstmals seit langem wieder schwarze Zahlen.
    Im März 2001 beschloss die Konzernzentrale von Daimler-Chrysler die Verlagerung des Unimogs nach Wörth. Mit dem Ende der Produktion in Gaggenau ist auch der Abschied von der schweren Baureihe verbunden. Nachfolgeprodukte für die schwierigen Einsätze abseits aller Straßen und Wege sind die völlig neu entwickelten hochgeländegängigen Unimog-Baureihen U 3000, U 4000 und U 5000. Sie werden ab Herbst in Wörth vom Band laufen. Georg Keller