Das Unimog-Museum stellt das Waldgewerbe im Murgtal vor

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Das Unimog-Museum zeigt immer in den Sommermonaten eine Ausstellung zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Unimog. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung und zum Anlass, das Museum wieder zu besuchen, werden in den Wintermonaten ganz unterschiedliche Ausstellungen gezeigt. So konnten schon Topolino oder Mopeds bewundert werden. Eine besonders positive Resonanz fanden die Austellungen zum Gaggenauer Glas und zur Papierindustrie im Murgtal. Jetzt wird mit der Ausstellung „Von Flößern, Harzern und Köhlern – Geschichte der Waldgewerbe im Murgtal“ ein weiteres interessantes Kapitel des Erwerbslebens im Murgtal und der Industriegeschichte vorgestellt.

Die Geschäftsführerin Hildegard Knoop hat diese Ausstellung mit besonderem Engagement, einem Ausstellungs-Team und mit der Unterstützung der Heimatmuseen des Murgtals zusammengestellt. So ist eine Ausstellung entstanden, die besonders Familien mit Kindern anspricht, denn auf ansprechend gestalteten Tafeln und mit zahlreichen Exponaten wird die Geschichte des Waldgewerbes beispielhaft präsentiert. Hinzu kommen auch diesmal wieder ergänzende Aktionstage.

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Das Badische Tagblatt schreibt am 12. November 2013 zur Eröffnung der Waldausstellung im Unimog-Museum:

Die Köhlerei gehört zum Schwarzwald wie das Märchen darüber, „Das kalte Herz“. Wilhelm Hauff beschreibt darin die schmutzige, anstrengende, schlecht bezahlte und wenig respektierte Arbeit des Köhlerstandes. „Von Flößern, Harzern und Köhlern – Geschichte der Waldgewerbe im Murgtal“, heißt die Winterausstellung des Unimog-Museums Gaggenau. …

Schon in früheren Jahrhunderten wusste man die Wälder entlang der Murg nutzbringend zu vermarkten. Im Lauf der Jahrhunderte entwickelte sich so reges Kleingewerbe im Tal. Auch heute gibt es noch viele holzverarbeitende Betriebe im Murgtal. Aus vielen anderen haben sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Papierfabriken und Wasserkraftanlagen entlang der Murg entwickelt.

Deshalb gibt die Schau nicht nur Auskunft über Köhler, Rußbrenner und Harzer, sondern auch über die Entwicklung der Waldgewerbe hin zu modernen Unternehmen. Erzählt wird anhand zahlreicher und oft seltener Exponate in den Vitrinen und an den Wänden die Geschichte des Murgtals und das Leben der Bevölkerung mit und von dem Wald.

Viele Monate der Vorarbeit waren dafür notwendig, um das Ausstellungskonzept zu erarbeiten. Vorgestellt wurde der Ausstellungsinhalt von Hildegard Knoop, Geschäftsführerin des Unimog-Museums, und dem Vorsitzenden des Museumsvereins, Stefan Schwaab.

Firmen aus dem Murgtal, das Kreisarchiv des Landkreises Rastatt und örtliche Museen hatten dafür zum Teil wertvolle Unterlagen zur Verfügung gestellt. Der Werkstoff Holz zieht sich wie ein roter Faden durch die Schau. Das Modell eines Kohlemeilers gibt, neben den großen Schautafeln, Auskunft über seinen Aufbau.

Erläutert werden längst vergessene Waldgewerbe wie Rußkienbrennen, Harzerei oder das Pottaschesieden. Die auf diese Weise gewonnenen Rohstoffe waren lange Zeit sehr begehrte Grundlagen zur Herstellung von Klebstoff, Lacken, Pech, Terpentin oder Munition. Aufgezeigt wird auch die Rolle der Murgschifferschaft unter dem Motto „Als die Wälder auf Reisen gingen“. Ebenfalls dargestellt wird die Entwicklung der einstigen Sägemühlen hin zu modernen Industriebetrieben.

Detailreich beschrieben wurden das Waldgewerbe und die Orte im Murgtal von Karl Friedrich Viktor Jägerschmid. Eine Originalausgabe seines Werkes ist ebenfalls zu sehen.

Bei der Eröffnung am Sonntag beschrieb Reichentals Ortsvorsteher Edgar Sieb den Holzeinschlag in früheren Jahrhunderten.

Kurse zum Werkstoff Holz

Bernd Kraft vom Heimatmuseum Hörden erläuterte die Herstellung einer Wiede: Ohne diesen verdrehten Holzzweig war kein Floß schwimmfähig.

 

Hildegard Knoop führt durch die Ausstellung - im Vordergrund Bernd Kraft in Flößertracht

Hildegard Knoop führt durch die Ausstellung – im Vordergrund Bernd Kraft in Flößertracht

Darüber hinaus wird die Ausstellung ergänzt durch Sonderausstellungen historischer Stiche sowie von Holzkunst und Holzprodukten, nicht nur aus dem Murgtal. Kinder und Erwachsene können ferner im Rahmen von Kursen mit dem Werkstoff Holz arbeiten.

Felix Baron bastelt mit dem Holzpädagogen Rolf Wein

Felix Baron bastelt mit dem Holzpädagogen Rolf Wein

Ab kommenden Donnerstag, 14. November, wird die Ausstellung durch eine historischen Vollgattersäge bereichert, die vor dem Unimog Museum aufgestellt wird. Sie wird vom Sägewerk Gaiser in Huzenbach zur Verfügung gestellt. Zu sehen ist die Winterausstellung zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums.

Fotos: Michael Wessel

www. unimog-museum.de

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