Schadenfreiheitsklasse beim Unimog: Das sollten Sie wissen

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So robust ein Unimog auch sein mag: Natürlich kann es auch hier einmal zu teuren Unfällen kommen. Die obligatorische Kfz-Versicherung sorgt dafür, dass die Schäden schnell reguliert werden. Für die Berechnung der Beitragshöhe sind verschiedene Parameter maßgeblich – darunter auch die persönliche Schadenfreiheitsklasse.
Schadenfreiheitsklasse für Beitragsberechnung wichtig

Die Höhe der Versicherungsprämie entscheidet sich vereinfacht gesagt danach, wie groß das Risiko eines Unfalls beurteilt wird und welche Kosten dabei entstehen. Diese Frage hängt dabei natürlich vom Fahrzeug ab, in erster Linie aber von Fahrer – und dieser Aspekt wird durch die Schadenfreiheitsklasse bewertet. Junge Fahranfänger steigen aufgrund der Unfallhäufigkeit mit teuren Tarifen ein und zahlen bei den meisten Versicherern einen Satz von 175 Prozent – also fast das Doppelte des Referenzbeitrags. Mit jedem Jahr des unfallfreien Fahrens sinken dann die Beitragssätze. Nach drei Jahren Unfallfreiheit wird dann beispielsweise die Schadenfreiheitsklasse 3 (SF-Klasse 3) erreicht und der Beitragssatz beträgt rund 70 Prozent des Referenzbeitrags. Wichtig sind für die Berechnung allerdings nur Unfälle, die selbst verschuldet sind; die Konsequenzen für fremdverschuldete Schäden bleiben unberücksichtigt – dafür hat schließlich die eigene Versicherung nicht zu zahlen.

Frühe Zulassung kann sich auszahlen

Damit eine Einstufung in die höhere SF-Klasse erfolgen kann, muss die Versicherung in dem betreffenden Jahr mindestens sechs Monate bestanden haben. Weil das Versicherungsjahr grundsätzlich vom 1. Januar bis zum 31.Dezember läuft, bedeutet dies, dass die Anmeldung des Unimog nach Möglichkeit bis zum 1. Juli erfolgen sollte – dann kann von den vergünstigen Prämien im Folgejahr profitiert werden.

Nicht immer ist Schadensmeldung sinnvoll

Weiterhin sollte sich die Frage gestellt werden, ob ein Schaden der Versicherung gemeldet wird. Handelt es sich um einen Bagatellschaden mit einer Schadenshöhe von beispielsweise 500 Euro, müssen bei den meisten Tarifen ohnehin 150 Euro oder gar mehr aufgrund der Selbstbeteiligung vom Versicherten getragen werden. Durch die Versicherung erfolgt dann eine Hochstufung, die nicht nur im Folgejahr für höhere Beiträge sorgt, sondern auch auf lange Sicht – schließlich liegt die Klasse in jedem weiteren Jahr immer um eine Stufe ungünstiger, als es ohne den Unfall möglich wäre. Hier zeigt sich schnell: In der Regel ist die Meldung eines Schadens im dreistelligen Bereich keinesfalls sinnvoll.

Unbedingt Versicherungsvergleich durchführen

Unimogbesitzer sollten allerdings ebenfalls noch berücksichtigen, dass ein Versicherungsvergleich sinnvoll sein kann. Denn bei vielen Modellen gibt es durchaus mehrere Varianten, wie eine Versicherungspolice abgeschlossen werden kann: Unimogs, die mindestens 30 Jahre alt sind, können von günstigen Oldtimer-Policen profitieren. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit einer Nutzfahrzeugversicherung. Zudem muss berücksichtigt werden, dass die SF-Klassen bei den Versicherungen zwar gleich ausfallen – aber keinesfalls die hinterlegten Tarife. So kann es durchaus sein, dass die SF-Klasse 3 bei einer anderen Versicherungsgesellschaft zu einem größeren Rabatt führt. Üblicherweise ist ein Wechsel der Versicherung nur durch eine ordentliche Kündigung möglich. Diese Kündigung muss bis zum 30.11. eines jeden Jahres beim Versicherer eingegangen sein. Ansonsten kann nur ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch genommen werden, wenn es seitens des Versicherers zu einer Erhöhung der Beiträge kommt oder ein Schaden reguliert werden muss. Die Spanne der Prämiensätze ist hoch, die Leistungen sind es insbesondere bei der Haftpflichtpolice allerdings nicht, was einen Vergleich recht einfach macht. Neben der Prämienhöhe sollte allerdings noch die Deckungssumme ins Auge gefasst werden: Fachleute empfehlen, anstelle der gesetzlichen Mindestsummen Pauschalen in Höhe von mindestens 50 Millionen Euro zu vereinbaren. Werden diese Dinge berücksichtigt, steht der günstigen Police für den Unimog bald nichts mehr im Weg.

 

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